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Wirkstoffe

Mittelkettige Triglyceride

Autor: Markus Falkenstätter, BScFachlich geprüft von Mag. pharm. Stefanie Brandauer (Pharmazeutin)
Inhalt
  1. Grundlagen
  2. Pharmakologie
  3. Toxizität

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Grundlagen

Mittelkettige Triglyceride (MCTs) ist die Bezeichnung für Fette mit Fettsäuren mittlerer Kettenlänge. Die Fette kommen natürlich in Lebensmitteln wie Kokosnussöl, Palmöl und Butter vor.
Im Gegensatz zu langkettigen Fettsäuren werden die MTCs im Darm schneller zerlegt und aufgenommen und über das Blut direkt zu den Zielorganen transportiert. Aus diesem Grund werden mittelkettige Fettsäuren in der diätetischen Ernährungstherapie bei Erkrankungen, die mit einer Mangelernährung und Malabsorption (unzureichende Aufnahme) einhergehen, sowie als Kalorienquelle eingesetzt.

Daneben sind die mittelkettigen Triglyceride als Hilfsstoffe in Arzneimitteln enthalten und werden als Salbengrundlage verwendet.

Im Vergleich zu langkettigen Triglyceriden und anderen Nahrungsfetten weisen MCTs einen um 10% niedrigeren Energiegehalt und eine höhere Steigerung des Energieverbrauches auf. Trotz mehrerer Studien und Untersuchungen fehlen die wissenschaftlichen Beweise für eine langfristige und nachhaltige Gewichtskontrolle durch mittelkettige Triglyceride.

Pharmakologie

Pharmakodynamik

Die mittelkettigen Triglyceride werden in Glycerin und mittelkettige Fettsäuren gespalten und über die Pfortader im Blut direkt zur Leber transportiert. Dort werden die Fettsäuren zur Energiegewinnung durch die beta-Oxidation oxidiert und das Acetyl-Coenzym A gebildet. Da im Organismus die mittelkettigen Fettsäuren bevorzugt oxidiert werden, resultiert dies in einem erhöhten Energieverbrauch. Fettsäuren sind wichtige Ausgangsstoffe für die Energiegewinnung und wichtig für die Membranstruktur und -funktion. Außerdem regulieren sie die Genexpression und sind Vorstufen für bioaktive Moleküle.

Pharmakokinetik

Die Absorption erfolgt schnell und passiv durch den Gastrointestinaltrakt über die Pfortader, schwach an Serumalbumin gebunden, zur Leber. Die mittelkettigen Fettsäuren werden nach der beta-Oxidation in die freien Fettsäuren Alpha-Linolensäure und Linolsäure gespalten. Diese wiederum werden durch Entsättigungs- und Verlängerungsschritte verstoffwechselt, bis die Folgeprodukte Eicosapentaensäure, Docosahexaensäure und Arachidonsäure entstehen.
Die Plasmahalbwertszeit von MTCs beträgt 11 Minuten.

Kontraindikationen

Mittelkettige Triglyceride sollten nicht bei einer möglichen Ketoazidose (Stoffwechselentgleisung) und bei Oxidationsstörungen mittelkettiger Fettsäuren angewendet werden.

Toxizität

Toxikologische Daten

In mehreren klinischen Studien wurden MCTs in Dosen von 1g/kg sicher von Menschen konsumiert.
Bei der Überschreitung der empfohlenen Dosis bei intravenösen Lipidemulsionen wurde selten das Fettüberladungssyndrom beobachtet, welches zu einer plötzlichen Verschlechterung des Patientenzustands führt.

Markus Falkenstätter, BSc

Autor

Markus Falkenstätter, BSc

Student der Pharmazie

Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Lektor

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Pharmazeutin

Stefanie Brandauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.


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