Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
Bezeichnung des Tierarzneimittels BelaZin 20 mg/ml Injektionslösung für Rinder, Pferde, Hunde und Katzen Anwendungsgebiete Pferd: Zur Sedierung und Muskelrelaxation. In Kombination mit anderen Substanzen zur Analgesie und Anästhesie. Rind: Zur Sedierung, Analgesie und Muskelrelaxation. In Kombination mit anderen Substanzen zur Anästhesie.
- Zulassungsinhaber
- Bela-Pharm GmbH & Co. KG
- Abgabestatus
- Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
- ATC Code
- QN05CM92
Diese Zusammenfassung ersetzt nicht die Packungsbeilage und keine ärztliche Beratung.
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Gebrauchsinformation
Wofür wird BelaZin 20 mg/ml Injektionslösung für Rinder, Pferde, Hunde und Katzen angewendet?
Bezeichnung des Tierarzneimittels
BelaZin 20 mg/ml Injektionslösung für Rinder, Pferde, Hunde und Katzen
Anwendungsgebiete
Pferd:
Zur Sedierung und Muskelrelaxation. In Kombination mit anderen Substanzen zur Analgesie und Anästhesie.
Rind:
Zur Sedierung, Analgesie und Muskelrelaxation. In Kombination mit anderen Substanzen zur Anästhesie.
Hund, Katze:
Zur Sedierung. In Kombination mit anderen Substanzen zur Analgesie, Anästhesie und Muskelrelaxation.
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Was ist vor der Einnahme von BelaZin 20 mg/ml Injektionslösung für Rinder, Pferde, Hunde und Katzen zu beachten?
Gegenanzeigen
Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Nicht anwenden bei Tieren mit gastrointestinalen Obstruktionen, da die muskelrelaxierenden Eigenschaften des Wirkstoffes die Auswirkungen der Obstruktion möglicherweise noch verstärken und wegen der Gefahr, Erbrechen auszulösen.
Nicht anwenden bei Tieren mit schwerer Leber- oder Nierenfunktionsstörung, Atemwegserkrankungen, Herzerkrankungen, Hypotension und/oder Schock.
Nicht bei Tieren anwenden, die an Diabetes mellitus erkrankt sind. Nicht bei Tieren anwenden, die an Krampfanfällen leiden.
Nicht anwenden bei Kälber in einem Alter unter einer Woche, bei Fohlen in einem Alter unter 2 Wochen oder bei Katzen- und Hundewelpen in einem Alter unter sechs Wochen.
Nicht während der letzten Phase der Trächtigkeit anwenden (es besteht die Gefahr einervorzeitigen Geburt), außer während der Geburt (siehe auch Abschnitte „Trächtigkeit“ und „Laktation“).
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Entsorgung
Arzneimittel sollten nicht über das Abwasser oder den Haushaltsabfall entsorgt werden.
Nutzen Sie Rücknahmesysteme für die Entsorgung nicht verwendeter Tierarzneimittel oder daraus entstandener Abfälle nach den örtlichen Vorschriften und die für das betreffende Tierarzneimittel geltenden nationalen Sammelsysteme. Fragen Sie Ihren Tierarzt, wie nicht mehr benötigte Arzneimittel zu entsorgen sind. Diese Maßnahmen dienen dem Umweltschutz.
Wie wird BelaZin 20 mg/ml Injektionslösung für Rinder, Pferde, Hunde und Katzen angewendet?
Dosierung für jede Tierart, Art und Dauer der Anwendung
Pferd:
Langsame intravenöse Anwendung.
Zur Sedierung:
0,6 – 1,0 mg Xylazin / kg KGW (entsprechend 3 – 5 mg des Tierarzneimittels / 100 kg KGW)
Zur Einleitung einer Anästhesie in Kombination mit Ketamin:
1 mg Xylazin/kg KGW (5 ml des Tierarzneimittels / 100 kg KGW und nach Eintritt einer tiefen Sedierung 2 mg Ketamin / kg KGW intravenös.
Ist auch eine ausgeprägte Muskelrelaxation erforderlich, können dem liegenden Tier Muskelrelaxantien verabreicht werden, bis erste Anzeichen einer ausreichenden Relaxation auftreten.
Rind:
Intramuskuläre Anwendung oder langsame intravenöse Anwendung.
| Dosierung | Xylazin | BelaZin | BelaZin |
| (mg / kg KGW) | (ml / 100 kg KGW) | (ml / 500 kg KGW) | |
| A. Intramuskulär | |||
| I | 0,05 | 0,25 | 1,25 |
| II | 0,1 | 0,5 | 2,5 |
| III | 0,2 | ||
| IV | 0,3 | 1,5 | 7,5 |
| B. Intravenös | |||
| I | 0,016-0,024 | 0,08-0,12 | 0,4-0,6 |
| II | 0,034-0,05 | 0,17-0,25 | 0,85-1,25 |
| III | 0,066-0,10 | 0,33-0,5 | 1,65-2,5 |
Dosierung I:
Sedierung mit geringgradiger Verminderung des Muskeltonus. Die Stehfähigkeit der Rinder bleibt erhalten.
Dosierung II:
Sedierung mit deutlicher Verminderung des Muskeltonus und leichter Analgesie. Die Rinder bleiben überwiegend stehfähig, können sich aber auch hinlegen.
Dosierung III:
Tiefe Sedierung, weitere Verminderung des Muskeltonus, teilweise Analgesie. Die Rinder legen sich ab.
Dosierung IV:
Sehr tiefe Sedierung mit einer ausgeprägten Verminderung des Muskeltonus, teilweise Analgesie. Die Rinder legen sich ab.
Hund:
Intramuskuläre Anwendung oder intravenöse Anwendung.
Zur Sedierung:
1 - 3 mg Xylazin / kg KGW (0,5 – 1,5 ml des Tierarzneimittels /10 kg KGW) i.m. oder i.v.
Zur Einleitung einer Anästhesie in Kombination mit Ketamin:
2 mg Xylazin / kg /KGW (1 ml des Tierarzneimittels / 10 kg KGW) und 6 - 10 mg Ketamin / kg KGW i.m.
Katze:
Intramuskuläre Anwendung oder subkutane Anwendung.
Zur Sedierung:
2 - 4 mg Xylazin / kg KGW (0,1 – 0,2 ml des Tierarzneimittels / kg KGW) i.m. oder s.c.
Zur Einleitung einer Anästhesie in Kombination mit Ketamin:
2 mg Xylazin / kg KGW (0,1 ml des Tierarzneimittels / kg KGW und 6 - 15 mg Ketamin / kg KGW) i.m.
Bei allen Tierarten sollte Xylazin für schmerzhafte Eingriffe immer in Kombination mit Lokalanästhetika oder einer generellen Anästhesie verwendet werden.
Eine Vertiefung oder Verlängerung der Wirkung durch eine zusätzliche Injektion ist grundsätzlich möglich (Herz-, Kreislauf- und Atemfunktion überwachen!). Die angegebenen Höchstdosierungen sollten jedoch nicht überschritten werden.
Hinweise für die richtige Anwendung
Der Stopfen sollte nicht mehr als 50 Mal durchstochen werden.
Die Anzahl der Einstiche sollte auf der Umverpackung vermerkt werden.
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Welche Nebenwirkungen hat BelaZin 20 mg/ml Injektionslösung für Rinder, Pferde, Hunde und Katzen?
Generell können die für α2-Adrenozeptoragonisten typischen Nebenwirkungen wie Bradykardie, reversible Arrhythmien und Hypotonie auftreten. Die Thermoregulation kann beeinträchtigt sein, wodurch die Körpertemperatur abhängig von der Umgebungstemperatur erhöht oder erniedrigt sein kann.
Hund und Katze:
| Häufig | Erbrechen1, | |
| (1 bis 10 Tiere / 100 behandelte | Hypersalivation | |
| Tiere): | ||
| Selten | Aufgasung2 | |
| (1 bis 10 Tiere / 10 000 behandelte | ||
| Tiere): | ||
| Sehr selten | Herzstillstand3, Hypotonie3, | |
| (< 1 Tier/10 000 behandelte Tiere, | Dyspnoe3, Bradypnoe3, Lungenödem3, | |
| einschließlich Einzelfallberichte): | Krampfanfall3, Erschöpfung3, Pupillenstörung3, Tremor3 | |
| Unbestimmte Häufigkeit | Bradykardie4, | |
| (kann auf Basis der verfügbaren | Atemdepression, Atemstillstand, | |
| Daten nicht geschätzt werden): | Hyperglykämie5, | |
| Muskelzittern, | ||
| unwillkürliche Bewegungen6, | ||
| häufiger Harnabsatz5, | ||
| Uteruskontraktionen5, vorzeitige Geburt5 | ||
| während des Einsetzens der sedierenden Wirkung von Xylazin, insbesondere wenn die Tiere gerade | ||
| gefüttert wurden | ||
| insbesondere bei Hunderassen mit großem Brustkorb (Deutsche Dogge, Irish Setter) | ||
| während/ nach der Erholungsphase | ||
| mit AV-Block | ||
| bei Katzen | ||
| als Reaktion auf starke akustische Reize | ||
| Rind: | ||
| Gelegentlich | Diarrhoe7 | |
| (1 bis 10 Tiere / 1 000 behandelte | ||
| Tiere): | ||
| Unbestimmte Häufigkeit | erniedrigte Körpertemperatur, | |
| (kann auf Basis der verfügbaren | Pansenatonie, Aufgasung, Regurgitation, | |
| Daten nicht geschätzt werden): | Hypersalivation, Zungenlähmung, Atemgeräusche, Stridor8, | |
| Atemdepression, Atemstillstand, | ||
| Hypotonie, Bradykardie, | ||
| häufiger Harnabsatz, | ||
| vorzeitige Geburt9, verminderte Empfängnisrate9, | ||
| Penisprolaps10 | ||
| für 24 Stunden nach hohen Dosen von Xylazin | ||
| nasal | ||
| aufgrund von Uteruskontraktionen | ||
| reversibel |
Nebenwirkungen sind nach intramuskulärer Verabreichung im Allgemeinen stärker ausgeprägt als nach intravenöser Verabreichung.
Pferd:
| Häufig | verstärktes Schwitzen11, |
| (1 bis 10 Tiere / 100 behandelte | Hypotonie12, |
| Tiere): | häufiger Harnabsatz |
| Gelegentlich | Ataxie, |
| (1 bis 10 Tiere / 1 000 behandelte | Penisprolaps13 |
| Tiere): | |
| Selten | Verhaltensstörung14 |
| (1 bis 10 Tiere / 10 000 behandelte | |
| Tiere): | |
| Sehr selten | Kolik15 |
| (< 1 Tier/10 000 behandelte Tiere, | |
| einschließlich Einzelfallberichte): | |
| Unbestimmte Häufigkeit | Bradykardie (schwer), |
| (kann auf Basis der verfügbaren | Bradypnoe, |
| Daten nicht geschätzt werden): | Muskelzittern16, |
| unwillkürliche Bewegungen16 |
- als Zeichen einer abklingenden Sedierung
- vorübergehender Blutdruckanstieg, gefolgt von einem Blutdruckabfall
- reversibel
- heftige Reaktion
- Leicht, da die Darmmotilität durch Xylazin vorübergehend gehemmt wird. Um dies zu verhindern, sollten Pferde nach der Sedierung kein Futter aufnehmen, bis die Wirkung vollständig abgeklungen ist.
- nach starken akustischen oder physischen Reizen
Die Meldung von Nebenwirkungen ist wichtig. Sie ermöglicht die kontinuierliche Überwachung der Verträglichkeit eines Tierarzneimittels. Falls Sie Nebenwirkungen, insbesondere solche, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind, bei Ihrem Tier feststellen, oder falls Sie vermuten, dass das Tierarzneimittel nicht gewirkt hat, teilen Sie dies bitte zuerst Ihrem Tierarzt mit.
Sie können Nebenwirkungen auch an den Zulassungsinhaber unter Verwendung der Kontaktdaten am Ende dieser Packungsbeilage oder über Ihr nationales Meldesystem melden:
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen Traisengasse 5, 1200 Wien, Österreich
E-Mail: basg-v-phv@basg.gv.at Website: https://www.basg.gv.at/
Wie ist BelaZin 20 mg/ml Injektionslösung für Rinder, Pferde, Hunde und Katzen aufzubewahren?
Außerhalb der Sicht und Reichweite von Kindern aufbewahren.
Nicht einfrieren.
Sie dürfen das Tierarzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nach “Exp.“ nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.
Haltbarkeit nach dem ersten Öffnen/ Anbruch der Primärverpackung: 28 Tage.
Weitere Informationen zu BelaZin 20 mg/ml Injektionslösung für Rinder, Pferde, Hunde und Katzen
Zusammensetzung
| 1 ml Injektionslösung enthält: | ||
| Wirkstoff: | ||
| Xylazin | 20,0 mg | |
| (entspricht 23,3 mg Xylazinhydrochlorid) | ||
| Sonstige Bestandteile: | ||
| Methyl-4-hydroxybenzoat (E218) | 1,0 mg | |
| Klare, farblose Lösung | ||
| 3. | Zieltierart(en) |
Rind, Pferd, Hund und Katze
Besondere Warnhinweise
Besondere Warnhinweise:
Pferd:
Xylazin hemmt die normale Darmbewegung. Deswegen sollte Xylazin nur dann bei Kolik eingesetzt werden, wenn diese nicht auf Analgetika anspricht. Bei Pferden mit Dysfunktion des Blinddarms sollte Xylazin nicht angewendet werden.
Da sich Pferde nach Xylazingabe nur widerstrebend bewegen, sollte die Verabreichung, wenn möglich immer am Ort der Untersuchung bzw. Behandlung stattfinden.
Vorsicht ist geboten bei der Anwendung des Tierarzneimittels an Pferde, die für Hufrehe anfällig sind. Pferde mit Erkrankungen oder Dysfunktionen der Atemwege können eine lebensbedrohende Atemnot entwickeln.
Die Dosierung sollte immer so gering wie möglich gehalten werden.
Die gleichzeitige Anwendung mit anderen Wirkstoffen zur Prämedikation oder Anästhesie soll nur nach einer Nutzen-Risikoanalyse erfolgen. Diese Einschätzung soll unter Berücksichtigung der Zusammensetzung der Tierarzneimittel, deren Dosis und der Art des chirurgischen Eingriffes erfolgen. Je nach Art der Anästhesie können deutliche Änderungen der empfohlenen einzelnen Dosierungen der gleichzeitig eingesetzten Tierarzneimittel erforderlich werden.
Hund, Katze:
Xylazin hemmt die normale Darmmotorik. Daher ist die Sedation mit Xylazin bei einer radiologischen Untersuchung des oberen Verdauungstraktes nicht anzuraten, da es eine Aufgasung des Magen- Darmtraktes fördert und eine Interpretation der Befunde erschwert.
Brachycephale Rassen mit Erkrankungen oder Fehlfunktionen der Atemwege können lebensbedrohende Atemnot entwickeln.
Die gleichzeitige Anwendung mit anderen Wirkstoffen zur Prämedikation oder Anästhesie soll nur nach einer Nutzen-Risikoanalyse erfolgen. Diese Einschätzung soll unter Berücksichtigung der Zusammensetzung der Tierarzneimittel, deren Dosis und der Art des chirurgischen Eingriffes erfolgen. Je nach Art der Anästhesie können deutliche Änderungen der empfohlenen einzelnen Dosierungen der gleichzeitig eingesetzten Tierarzneimittel erforderlich werden.
Rind:
Rinder sind besonders empfindlich gegenüber Xylazin. Obwohl Rinder normalerweise nach geringeren Dosierungen stehen bleiben, legen sich einige Tiere auch ab. Nach Verabreichung der höchsten empfohlenen Dosierung legen sich die meisten Tiere hin und einige Tiere kommen in Seitenlage zum Liegen.
Nach Injektion von Xylazin kann die Vormagenmotorik sistieren, was zu Aufgasung führen kann. Eine mehrstündige Nahrungs- und Wasserkarenz vor Anwendung von Xylazin wird empfohlen. Fasten bei Kälbern könnte angezeigt sein, sollte jedoch nur nach einer Nutzen- / Risikobewertung durch den zuständigen Tierarzt erfolgen.
Bei Rindern bleibt die Fähigkeit zum Wiederkauen, Husten und Schlucken erhalten, wird aber während der Sedierung vermindert. Deswegen sollten Rinder in der Erholungsphase engmaschig überwacht und in Brustlage gehalten werden.
Lebensbedrohende Wirkungen (Atem- und Kreislaufversagen) können nach einer intramuskulären Dosis von über 0,5 mg/kg Körpergewicht auftreten. Die Einhaltung einer genauen Dosis ist somit erforderlich.
Die gleichzeitige Anwendung mit anderen Wirkstoffen zur Prämedikation oder Anästhesie soll nur nach einer Nutzen-Risikoanalyse erfolgen. Diese Einschätzung soll unter Berücksichtigung der Zusammensetzung der Tierarzneimittel, deren Dosis und der Art des chirurgischen Eingriffes erfolgen. Je nach Art der Anästhesie können deutliche Änderungen der empfohlenen einzelnen Dosierungen der gleichzeitig eingesetzten Tierarzneimittel erforderlich werden.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die sichere Anwendung bei den Zieltierarten:
Tiere sollten in einer ruhigen Umgebung gehalten werden, da sie auf extreme Reize reagieren können. Intraarterielle Verabreichung ist zu vermeiden.
Rinder sollten in Sternallage gebracht werden, um gelegentlich auftretende Pansenaufgasung bei liegenden Rindern zu vermeiden.
Speichel- oder Futteraspiration kann vermieden werden, indem den Kopf und den Hals tief gelagert werden. Den Tieren sollte vor der Anwendung des Tierarzneimittels kein Futter gegeben werden. Ältere oder kranke Tiere reagieren empfindlicher auf Xylazin, wohingegen stark erregte oder nervöse Tiere eine etwas höhere Dosierung benötigen.
Bei Dehydration sollte Xylazin vorsichtig angewendet werden.
Bei Hunden und Katzen führt die Verabreichung von Xylazin im Allgemeinen innerhalb von 3 – 5 Minuten zu Erbrechen. Es wird daher empfohlen, Hunde und Katzen 12 Stunden vor der Operation fasten zu lassen; Trinkwasser kann unbegrenzt angeboten werden.
Eine Prämedikation mit Atropin kann die Speichelbildung und Bradykardie bei Hunden und Katzen verringern.
Die empfohlene Dosis sollte nicht überschritten werden.
Nach der Verabreichung sollten die Tiere in einer ruhigen Umgebung gehalten werden, bis die Wirkung voll entfaltet ist.
Bei Umgebungstemperaturen von über 25 °C sollten die Tiere gekühlt und bei niedrigeren Temperaturen gewärmt werden.
Bei schmerzhaften Manipulationen soll Xylazin immer in Kombination mit Lokalanästhetika oder einer generellen Anästhesie verwendet werden.
Die Anwendung von Xylazin ruft unterschiedlich stark ausgeprägte Ataxien hervor. Deshalb ist Xylazin beim Pferd bei Manipulationen an den unteren Extremitäten oder bei Kastrationen im Stehen mit Vorsicht anzuwenden.
Behandelte Tiere sollten sorgfältig überwacht werden bis die Wirkung vollständig nachgelassen hat (z.B. Überprüfung der Atem- und Herz-/ Kreislauffunktion auch in der postoperativen Phase) und
einzeln gehalten werden, um Stress durch andere Tiere zu vermeiden.
Zur Anwendung bei Jungtieren siehe die in Abschnitt „Gegenanzeigen“ genannte Altersbeschränkung. Die Anwendung des Tierarzneimittels bei Jungtieren unter dieser Altersgrenze, sollte nur nach einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Bewertung durch den behandelnden Tierarzt erfolgen.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Anwender:
Personen mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Parabenen sollten den Kontakt mit dem Tierarzneimittel vermeiden. Wenden Sie sich im Falle einer versehentlichen Einnahme oder Selbstinjektion unverzüglich an einen Arzt, und legen Sie dem Arzt die Packungsbeilage oder Etikett vor. SETZEN SIE SICH NICHT AN DAS STEUER EINES FAHRZEUGS, da eine sedierende Wirkung und Blutdruckänderungen auftreten können.
Vermeiden Sie einen Haut-, Augen- oder Schleimhautkontakt.
Waschen Sie Hautbereiche, die mit dem Arzneimittel in Berührung gekommen sind, unverzüglich nach Kontakt mit reichlich Wasser.
Ziehen Sie kontaminierte Kleidungsstücke, die unmittelbar auf der Haut aufliegen, aus.
Sollte das Tierarzneimittel versehentlich in die Augen gelangen, spülen Sie diese mit reichlich klarem Wasser aus. Sollten Symptome auftreten, wenden Sie sich an einen Arzt.
Schwangere sollten bei Handhabung des Tierarzneimittels mit besonderer Vorsicht vorgehen, um eine versehentliche Selbstinjektion zu vermeiden, da dies Gebärmutterkontraktionen und Blutdruckabfall beim Fötus zur Folge haben kann.
Hinweis für Ärzte:
Bei Xylazin handelt es sich um einen Alpha2-Adrenorezeptoragonisten. Als Symptome nach einer Resorption können u. a. klinische Wirkungen wie dosisabhängige Sedierung, Atemdepression, Bradykardie, Hypotonie, trockener Mund und Hyperglykämie auftreten. Auch ventrikuläre Arrhythmien wurden berichtet.
Respiratorische und hämodynamische Symptome sind symptomatisch zu behandeln.
Trächtigkeit:
Obwohl Laborstudien an Ratten keine Hinweise auf teratogene oder fetotoxische Wirkungen ergaben, sollte das Tierarzneimittel in den ersten zwei Drittel der Trächtigkeit nur nach einer Nutzen-Risiko- Bewertung durch den behandelnden Tierarzt angewendet werden.
Nicht in späteren Stadien der Trächtigkeit (insbesondere bei Rindern und Katzen) anwenden, ausgenommen während der Geburt, da Xylazin Uteruskontraktionen und somit vorzeitige Wehen auslösen kann.
Nicht bei Rindern anwenden, die Eizellen transplantiert bekommen, da der erhöhte Uterustonus den Erfolg einer Implantation verringern kann.
Laktation:
Kann während der Laktation angewendet werden.
Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen:
Die gleichzeitige Anwendung von Xylazin und anderen zentral dämpfenden Substanzen (z.B. Barbituraten, Narkotika, Anästhetika, Tranquilizern, etc.) kann die zentral dämpfende Wirkung verstärken. Die Dosierungen dieser Substanzen sind eventuell entsprechend zu verringern. Aus diesem Grunde sollte Xylazin in Kombination mit Neuroleptika oder Tranquilizern vorsichtig angewendet werden.
Aufgrund möglicher ventrikulärer Arrhythmien sollte Xylazin nicht in Kombination mit Sympathomimetika wie Epinephrin angewendet werden.
Die gleichzeitige intravenöse Gabe von potenzierten Sulfonamiden und α2-Adrenozeptor-agonisten kann zu kardialen Arrhythmien mit letalem Ausgang führen. Obwohl solche Wirkungen mit diesem Tierarzneimittel nicht berichtet worden sind, wird empfohlen, keine Trimethoprim/Sulfonamid enthaltenden Tierarzneimittel intravenös bei mit Xylazin sedierten Pferden anzuwenden.
Überdosierung:
Bei versehentlicher Überdosierung können Arrhythmien, Hypotension, schwere ZNS- und Atemdepressionen auftreten. Krämpfe wurden ebenfalls nach Überdosierung berichtet. Xylazin kann mit α2-Adrenozeptorantagonisten antagonisiert werden.
Zur Behandlung der atemdepressiven Effekte von Xylazin wird eine mechanische Atemunterstützung mit oder ohne Atemstimulans (z.B. Doxapram) empfohlen.
Wesentliche Inkompatibilitäten:
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Tierarzneimittel nicht mit anderen Tierarzneimitteln gemischt werden.
Zulassungsnummern und Packungsgrößen
Z. Nr.: 839476
Packungsgrößen:
Faltschachtel mit 1 x 25 ml
Karton mit 10 x 25 ml
Karton mit 12 x 25 ml
Faltschachtel mit 1 x 50 ml
Karton mit 12 x 50 ml
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in Verkehr gebracht.
Datum der letzten Überarbeitung der Packungsbeilage
06/2025
Detaillierte Angaben zu diesem Tierarzneimittel sind in der Produktdatenbank der Europäischen Union verfügbar (https://medicines.health.europa.eu/veterinary).
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.


