Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
Bezeichnung des Tierarzneimittels Rompun 20 mg/ml Injektionslösung für Tiere Anwendungsgebiet(e) Rind: Zur Sedierung, Muskelrelaxation und Analgesie bei kleinen Eingriffen. Pferd: Zur Sedierung und Muskelrelaxation. In Kombination mit anderen Substanzen zur Analgesie und Anästhesie. Hund, Katze: Zur Sedierung.
- Zulassungsinhaber
- Elanco Animal Health GmbH
- Abgabestatus
- Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
- ATC Code
- QN05CM92
Diese Zusammenfassung ersetzt nicht die Packungsbeilage und keine ärztliche Beratung.
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Gebrauchsinformation
Wofür wird Rompun 20 mg/ml Injektionslösung für Tiere angewendet?
Bezeichnung des Tierarzneimittels
Rompun 20 mg/ml Injektionslösung für Tiere
Anwendungsgebiet(e)
Rind:
Zur Sedierung, Muskelrelaxation und Analgesie bei kleinen Eingriffen.
Pferd:
Zur Sedierung und Muskelrelaxation. In Kombination mit anderen Substanzen zur Analgesie und Anästhesie.
Hund, Katze:
Zur Sedierung. In Kombination mit anderen Substanzen zur Analgesie, Anästhesie und Muskelrelaxation.
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Was ist vor der Einnahme von Rompun 20 mg/ml Injektionslösung für Tiere zu beachten?
Gegenanzeigen
Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.
Nicht anwenden bei Tieren mit gastrointestinalen Obstruktionen, da die muskelrelaxierenden Eigenschaften des Wirkstoffes die Auswirkungen der Obstruktion möglicherweise noch verstärken und wegen der Gefahr, Erbrechen auszulösen.
Nicht anwenden bei Tieren mit Lungenerkrankungen (Ateminsuffizienz) und Herzerkrankungen (insbesondere bei ventrikulärer Arrhythmie).
Nicht anwenden bei Tieren mit eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion.
Nicht anwenden bei Hypotension oder Schock.
Nicht bei Tieren anwenden, die an Krampfanfällen leiden.
Nicht anwenden bei Tieren, die an Diabetes mellitus erkrankt sind.
Nicht gleichzeitig mit sympathomimetischen Aminen (wie z.B. Epinephrin) verabreichen.
Nicht anwenden bei septikämischen Erkrankungen, da bei stark anämischen Zuständen die therapeutische Breite verringert ist.
Nicht anwenden bei Kälbern in einem Alter unter einer Woche, bei Fohlen in einem Alter unter zwei Wochen oder bei Katzen- und Hundewelpen in einem Alter unter sechs Wochen.
Nicht anwenden im letzten Drittel der Trächtigkeit (Gefahr einer vorzeitigen Geburt), außer während der Geburt selbst (siehe Abschnitt 6).
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Entsorgung
Arzneimittel sollten nicht über das Abwasser oder den Haushaltsabfall entsorgt werden.
Nutzen Sie Rücknahmesysteme für die Entsorgung nicht verwendeter Tierarzneimittel oder daraus entstandener Abfälle nach den örtlichen Vorschriften und die für das betreffende Tierarzneimittel geltenden nationalen Sammelsysteme. Diese Maßnahmen dienen dem Umweltschutz.
Fragen Sie Ihren Tierarzt oder Apotheker, wie nicht mehr benötigte Arzneimittel zu entsorgen sind.
Wie wird Rompun 20 mg/ml Injektionslösung für Tiere angewendet?
Dosierung für jede Tierart, Art und Dauer der Anwendung
Intravenöse (i.v.), intramuskuläre (i.m.) oder subkutane (s.c.) Anwendung.
Rind: intravenös oder intramuskulär
Pferd: intravenös
Hund: intravenös oder intramuskulär
Katze: intramuskulär oder subkutan
Um eine korrekte Dosierung zu gewährleisten, sollte das Körpergewicht (KGW) so genau wie möglich ermittelt werden. Die intravenöse Injektion sollte langsam erfolgen, insbesondere bei Pferden.
Rind: intravenöse oder intramuskuläre Anwendung
| Dosierung | Xylazin | Rompun 20 mg/ml | Rompun 20 mg/ml | |
| Stufe | ||||
| mg / kg KGW | ml / 100 kg KGW | ml / 500 kg KGW | ||
| Intravenöse Anwendung | ||||
| I | 0,016 - 0,024 | 0,08 - 0,12 | 0,4 - 0,6 | |
| II | 0,034 - 0,05 | 0,18 - 0,25 | 0,85 - 1,25 | |
| III | 0,066 - 0,10 | 0,33 - 0,5 | 1,65 - 2,5 | |
| Intramuskuläre Anwendung | ||||
| I | 0,05 | 0,25 | 1,25 | |
| II | 0,1 | 0,5 | 2,5 | |
| III | 0,2 | 1,0 | 5,0 | |
| IV | 0,3 | 1,5 | 7,5 | |
Bei intravenöser Anwendung des Tierarzneimittels reduziert sich die für intramuskuläre Applikation empfohlene Dosis entsprechend der individuellen Reaktion des Tieres auf 1/2 bis 1/3. Der Wirkungseintritt wird durch intravenöse Applikation beschleunigt, wogegen die Wirkungsdauer normalerweise verkürzt wird. Wie bei allen zentralwirksamen Substanzen ist zu empfehlen, das Tierarzneimittel langsam intravenös zu injizieren.
Falls notwendig, lässt sich die Wirkung des Tierarzneimittels durch eine zweite Applikation vertiefen oder verlängern. Zur Vertiefung erfolgt die Nachdosierung 20 Minuten, zur Verlängerung 30 - 40 Minuten nach der ersten Applikation. Die verabreichte Gesamtdosis sollte die Dosis IV jedoch nicht übersteigen.
Dosierung I: Bewirkt deutliche Sedierung, leichte Muskelrelaxation und mäßige Analgesie; geeignet für Ruhigstellung und kleinere Eingriffe wie Verladen, Verbandwechsel, künstliche Besamung, Reposition des Prolaps uteri und der Torsio uteri sowie zum Setzen von Lokal- und Leitungsanästhesien.
Dosierung II: Bewirkt mittelstarke Sedierung, Muskelrelaxation und Analgesie; geeignet für kleinere chirurgische Eingriffe an den Zitzen, Klauen (Panaritium) sowie bei Schlundverstopfung, zum Einziehen von Nasenringen etc.; bei unerwünschtem Niederlegen können die Tiere aufgetrieben werden.
Dosierung III: Kräftige Ausbildung aller Effekte, geeignet für größere chirurgische Eingriffe, ggf. mit zusätzlicher Lokal- oder Leitungsanästhesie. Beispiele: Horn-, Klauen- und Zitzenamputationen, Kastration, Sterilisation, Kaiserschnitt im Liegen (mit Uterusrelaxans), Zahnextraktion etc. Standvermögen ist meist nicht erhalten (vorheriger Futterentzug wird empfohlen).
Dosierung IV: Sollte nur in Ausnahmefällen nach vorherigem mehrstündigen Futterentzug bei sehr schmerzhaften oder langwierigen Operationen sowie zur Erreichung einer länger anhaltenden Sedierung und besonders starken Muskelrelaxation verabreicht werden.
Pferd: langsame intravenöse Anwendung
Zur Sedierung:
0,6 - 1,0 mg Xylazin/kg KGW (entsprechend 3 - 5 ml des Tierarzneimittels pro 100 kg KGW) intravenös.
Dosisabhängig wird hiermit eine leichte bis starke Sedierung mit individuell unterschiedlich ausgeprägter Analgesie sowie deutlicher Muskelrelaxation bei erhaltenem Standvermögen erreicht; diese ist ausreichend für Verladen, Hufbeschlag, Untersuchungen, Wundbehandlungen, Geburtshilfe und für nicht sehr schmerzhafte Eingriffe.
Zur Anästhesieeinleitung in Kombination mit Ketamin:
1 mg Xylazin /kg KGW intravenös und nach Eintritt einer tiefen Sedierung 2 mg Ketamin / kg KGW intravenös (entsprechend 5 ml des Tierarzneimittels pro 100 kg KGW und 200 mg Ketamin pro
100 kg KGW intravenös).
Die Ketamingabe erfolgt 2 Minuten nach dem Tierarzneimittel.
Hund: intravenöse oder intramuskuläre Anwendung
Zur Sedierung:
1 mg Xylazin/kg KGW (entsprechend 0,5 ml des Tierarzneimittels pro 10 kg KGW) intravenös.
1–3 mg Xylazin/kg KGW (entsprechend 0,5 ml bis 1,5 ml des Tierarzneimittels pro 10 kg KGW) intramuskulär.
Tiefe und Dauer der Wirkung sind dosisabhängig, wobei hiermit eine leichte bis starke Sedierung und Muskelrelaxation sowie eine individuell unterschiedlich ausgeprägte Analgesie erreicht wird. Die Verabreichung des Tierarzneimittels erlaubt Eingriffe, die nicht mit erheblichen Schmerzen verbunden sind, z.B. Verbände, Zahnsteinentfernung, Otitis- und Wundbehandlung etc.
Zur Anästhesieeinleitung in Kombination mit Ketamin:
2 mg Xylazin /kg KGW und 6 - 10 mg Ketamin / kg KGW intramuskulär, entsprechend 1 ml des Tierarzneimittels pro 10 kg KGW und 60 - 100 mg Ketamin pro 10 kg KGW intramuskulär.
Die Verabreichung des Tierarzneimittels verursacht beim Hund sehr oft Erbrechen. Dieser Effekt kann, falls unerwünscht, durch Fasten gemindert werden.
Katze: intramuskuläre oder subkutane Anwendung
Zur Sedierung:
2 mg Xylazin/kg KGW (entsprechend 0,1 ml des Tierarzneimittels pro kg KGW) intramuskulär.
2 - 4 mg Xylazin/kg KGW (entsprechend 0,1 ml bis 0,2 ml des Tierarzneimittels pro kg KGW) subkutan.
Wenig domestizierte sowie nervöse und aufgeregte Tiere benötigen im Allgemeinen eine etwas höhere Dosis. Ältere oder kranke Tiere sowie vor der Behandlung starker körperlicher Anstrengung ausgesetzte Tiere sprechen erfahrungsgemäß auf das Tierarzneimittel stärker an.
Tiefe und Dauer der Wirkung sind dosisabhängig, wobei hiermit eine leichte bis starke Sedierung und Muskelrelaxation sowie eine individuell unterschiedlich ausgeprägte Analgesie erreicht wird.
Die Verabreichung des Tierarzneimittels erlaubt Eingriffe, die nicht mit erheblichen Schmerzen verbunden sind, z.B. Untersuchungen, Röntgenaufnahmen, Wundbehandlung, Verbände, Zahnsteinentfernung, Setzen von Lokalanästhesie und Narkoseeinleitung.
Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Präparaten:
Bis 2 mg Xylazin /kg KGW (entsprechend bis 0,1 ml des Tierarzneimittels /kg KGW) mit 5 - 15 mg Ketamin /kg KGW intramuskulär.
Die Verabreichung des Tierarzneimittels verursacht bei der Katze sehr oft Erbrechen. Dieser Effekt kann, falls unerwünscht, durch Fasten gemindert werden.
Hinweise für die richtige Anwendung
Um eine korrekte Dosierung zu gewährleisten, sollte das Körpergewicht (KGW) so genau wie möglich ermittelt werden. Die intravenöse Injektion sollte langsam erfolgen, insbesondere bei Pferden.
Die Applikation des Tierarzneimittels führt bei Hunden und Katzen sehr oft zu Erbrechen. Dieser Effekt kann, falls unerwünscht, durch Fasten gemindert werden.
| 10. Wartezeiten | |
| Rinder, Pferde: | |
| Essbare Gewebe: | 1 Tag. |
| Milch: | Null Stunden. |
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Welche Nebenwirkungen hat Rompun 20 mg/ml Injektionslösung für Tiere?
Rind:
Sehr selten
(< 1 Tier/10 000 behandelte Tiere, einschließlich Einzelfallberichte):
Erregung1
Arrhythmie (unregelmäßiger Herzschlag), Bradykardie (verlangsamter Herzschlag), Hypotonie (niedriger Blutdruck)
Pansentympanie (Aufgasung), verminderte Pansenaktivität, Regurgitation (Rückfluss des Mageninhaltes in das Maul), übermäßiger Speichelfluss
Hyperglykämie (zu hoher Blutzucker) Zungenlähmung
Polyurie (übermäßige Harnproduktion) Penisprolaps2, Uteruskontraktionen Atemdepression, Atemstillstand Hautreizung3
Verminderte Körpertemperatur4, erhöhte Temperatur4
- Paradoxe Erregungsreaktionen
- Reversibel
- Reversible lokale Gewebsirritation
- Hemmung der Thermoregulation mit einer Abnahme der Körpertemperatur; bei Rindern nur nach einem anfänglichen Temperaturanstieg.
Pferd:
Sehr selten
(< 1 Tier/10 000 behandelte Tiere, einschließlich Einzelfallberichte):
Erregung1
Arrhythmie (unregelmäßiger Herzschlag), Bradykardie (verlangsamter Herzschlag), Hypotonie (niedriger Blutdruck)
Hypomotilität des Verdauungstraktes2, Kolik2 Hyperglykämie (zu hoher Blutzucker) Polyurie (übermäßige Harnproduktion) Penisprolaps3, Uteruskontraktionen Atemdepression, Atemstillstand Hautreizung4
Verminderte Körpertemperatur5
- Paradoxe Erregungsreaktionen
- Bei Pferden können nach der Verabreichung von α2-Adrenozeptor-Agonisten leichte Koliksymptome auftreten, da die Darmmotilität durch die Wirkstoffe dieser Substanzklasse vorübergehend gehemmt wird. Zur Vorbeugung sollten Pferde nach der Sedierung nicht gefüttert werden, bis die Wirkung vollständig abgeklungen ist.
- Reversibel
- Reversible lokale Gewebsirritation
- Hemmung der Thermoregulation mit einer Abnahme der Körpertemperatur.
Hund:
Sehr selten
(< 1 Tier/10 000 behandelte Tiere, einschließlich Einzelfallberichte):
Erregung1
Arrhythmie (unregelmäßiger Herzschlag), Bradykardie (verlangsamter Herzschlag), Hypotonie (niedriger Blutdruck)
Erbrechen
Hyperglykämie (zu hoher Blutzucker) Polyurie (übermäßige Harnproduktion)
Atemstillstand, Atemdepression (verminderte Atemtätigkeit)
Hautreizung2
Verminderte Körpertemperatur3
- Paradoxe Erregungsreaktionen
- Reversible lokale Gewebsirritation
- Hemmung der Thermoregulation mit einer Abnahme der Körpertemperatur.
Katze:
Sehr selten
(< 1 Tier/10 000 behandelte Tiere, einschließlich Einzelfallberichte):
Erregung1
Arrhythmie (unregelmäßiger Herzschlag), Bradykardie (verlangsamter Herzschlag), Hypotonie (niedriger Blutdruck)
Erbrechen
Hyperglykämie (zu hoher Blutzucker) Polyurie (übermäßige Harnproduktion)
Atemdepression (verminderte Atemtätigkeit)2, Atemstillstand2, Hautreizung3
Verminderte Körpertemperatur4
- Paradoxe Erregungsreaktionen
- Besonders bei Katzen
- Reversible lokale Gewebsirritation
- Hemmung der Thermoregulation mit einer Abnahme der Körpertemperatur.
Die Meldung von Nebenwirkungen ist wichtig. Sie ermöglicht die kontinuierliche Überwachung der Verträglichkeit eines Tierarzneimittels. Falls Sie Nebenwirkungen, insbesondere solche, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind, bei Ihrem Tier feststellen, oder falls Sie vermuten, dass das Tierarzneimittel nicht gewirkt hat, teilen Sie dies bitte zuerst Ihrem Tierarzt mit. Sie können Nebenwirkungen auch an den Zulassungsinhaber unter Verwendung der Kontaktdaten am Ende dieser Packungsbeilage oder über Ihr nationales Meldesystem melden:
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5, 1200 Wien
E-Mail: basg-v-phv@basg.gv.at
Website: https://www.basg.gv.at/
Wie ist Rompun 20 mg/ml Injektionslösung für Tiere aufzubewahren?
Außerhalb der Sicht und Reichweite von Kindern aufbewahren.
Nicht über 25 °C lagern.
Haltbarkeit nach dem ersten Öffnen/Anbruch der Primärverpackung: 28 Tage.
Sie dürfen dieses Tierarzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Behältnis angegebenen Verfalldatum nach „Exp.“ nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.
Weitere Informationen zu Rompun 20 mg/ml Injektionslösung für Tiere
Zusammensetzung
Jeder ml enthält:
Wirkstoffe:
Xylazin 20,0 mg (entsprechend 23,32 mg Xylazinhydrochlorid)
| Sonstige Bestandteile: | |
| Methyl-4-hydroxybenzoat (Ph.Eur.) | 1,5 mg |
Klare, farblose Lösung.
Besondere Warnhinweise
Besondere Warnhinweise:
Rind:
Rinder sind besonders empfindlich gegenüber Xylazin. Obwohl Rinder normalerweise bei geringeren Dosen stehen bleiben, legen sich einige Tiere auch hin. Nach Verabreichung der höchsten empfohlenen Dosis legen sich die meisten Tiere hin, wobei einige Tiere in Seitenlage zum Liegen kommen.
Nach Injektion von Xylazin kann die Vormagenmotorik sistieren, was zu Aufgasung führen kann. Es ist ratsam bei erwachsenen Rindern, vor der Verabreichung von Xylazin die Futter- und Wassergabe mehrere Stunden lang auszusetzen. Bei Kälbern könnte Fasten indiziert sein, dies sollte jedoch nur nach einer Nutzen-Risiko-Bewertung durch den behandelnden Tierarzt erfolgen.
Bei Rindern bleibt die Fähigkeit zum Wiederkäuen, Husten und Schlucken erhalten, ist jedoch während der Sedierung reduziert. Deshalb müssen die Rinder während der Erholungsphase engmaschig überwacht werden und in Sternallage gehalten werden.
Nach intramuskulären Dosen von über 0,5 mg/kg Körpergewicht können lebensbedrohliche Wirkungen auftreten (Atem- und Kreislaufversagen). Daher ist eine sehr genaue Dosierung erforderlich.
Die gleichzeitige Anwendung mit anderen Wirkstoffen zur Prämedikation oder Anästhesie sollte nur nach einer Nutzen- Risiko-Bewertung erfolgen. Diese Bewertung sollte die Zusammensetzung der Tierarzneimittel, deren Dosis und die Art des chirurgischen Eingriffes berücksichtigen. Je nach Art der Anästhesie können deutliche Änderungen der empfohlenen einzelnen Dosierungen der gleichzeitig eingesetzten Tierarzneimittel erforderlich werden.
Pferd:
Xylazin hemmt die normale Darmmotilität. Daher sollte es bei Pferden mit Koliken nur dann eingesetzt werden, wenn diese nicht auf Analgetika ansprechen. Die Anwendung von Xylazin sollte bei Pferden mit einer Dysfunktion des Blinddarms vermieden werden.
Da sich Pferde nach Xylazingabe nur widerstrebend bewegen, sollte die Verabreichung, wenn möglich immer am Ort der Untersuchung bzw. Behandlung stattfinden.
Bei der Verabreichung des Tierarzneimittels an Pferde, die anfällig für Hufrehe (Laminitis) sind, ist Vorsicht geboten.
Pferde mit Erkrankungen oder Fehlfunktionen der Atemwege können eine lebensbedrohliche Dyspnoe entwickeln.
Die Dosierung sollte immer so niedrig wie möglich gehalten werden.
Die gleichzeitige Anwendung mit anderen Wirkstoffen zur Prämedikation oder Anästhesie soll nur nach einer Nutzen-Risikoanalyse erfolgen. Diese Einschätzung soll unter Berücksichtigung der Zusammensetzung der Tierarzneimittel, deren Dosis und der Art des chirurgischen Eingriffes erfolgen.
Je nach Art der Anästhesie können deutliche Änderungen der empfohlenen einzelnen Dosierungen der gleichzeitig eingesetzten Tierarzneimittel erforderlich werden.
Hund, Katze:
Xylazin hemmt die normale Darmmotilität. Daher ist die Sedierung mit Xylazin für Röntgenaufnahmen des oberen Gastrointestinal-Trakts nicht anzuraten, da es zur Aufgasung des Magens führt und eine Interpretation der Befunde erschwert.
Brachyzephale Rassen mit einer Erkrankung oder Fehlfunktion der Atemwege können eine lebensbedrohliche Dyspnoe entwickeln.
Die gleichzeitige Anwendung mit anderen Wirkstoffen zur Prämedikation oder Anästhesie soll nur nach einer Nutzen-Risikoanalyse erfolgen. Diese Einschätzung soll unter Berücksichtigung der Zusammensetzung der Tierarzneimittel, deren Dosis und der Art des chirurgischen Eingriffes erfolgen.
Je nach Art der Anästhesie können deutliche Änderungen der empfohlenen einzelnen Dosierungen der gleichzeitig eingesetzten Tierarzneimittel erforderlich werden.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die sichere Anwendung bei den Zieltierarten:
Wird vor der Anwendung des Tierarzneimittels eine Prämedikation mit anderen Wirkstoffen (z. B. sedativ/analgetische Prämedikation) durchgeführt, sollte die Dosis des Tierarzneimittels reduziert werden.
Tiere, denen Xylazin verabreicht wurde, sind vorsichtig zu handhaben und sollten in einer ruhigen Umgebung gehalten werden, da sie auf äußere Reize reagieren und plötzlich gezielte Abwehrbewegungen machen können.
Es wird empfohlen, die Tiere bei Umgebungstemperaturen über 25 °C zu kühlen, und bei niedrigen Temperaturen zu wärmen.
Behandelte Tiere bis zum vollständigen Nachlassen der Wirkung kontrollieren (z. B. Herz- und Atmungstätigkeit, auch in der post-operativen Phase). Zusätzlich sollten die Tiere einzeln gehalten werden, um gegenseitige Verletzungen zu vermeiden.
Ältere oder kranke Tiere reagieren empfindlicher auf Xylazin, während nervöse oder aufgeregte Tiere möglicherweise eine etwas höhere Dosis benötigen. Die empfohlene Dosis sollte nicht überschritten werden.
Im Falle einer Dehydratation sollte Xylazin mit Vorsicht angewendet werden.
Bei schmerzhaften Eingriffen sollte Xylazin immer in Kombination mit einer Lokalanästhesie oder einer generellen Anästhesie verwendet werden.
Zur Anwendung bei Jungtieren siehe die in Abschnitt 5 genannte Altersbeschränkung. Wenn das Tierarzneimittel für die Anwendung bei Jungtieren unterhalb dieser Altersgrenzen vorgesehen ist, sollte der Tierarzt eine Nutzen-Risiko-Bewertung vornehmen.
Rind:
Zur Vermeidung von Futter- und Speichelaspiration sollten Kopf und Hals beim abgelegten Tier tief gelagert werden.
Die bei liegenden Wiederkäuern gelegentlich auftretende Tympanie kann durch Einhaltung einer Sternallage vermieden werden. Den Tieren sollte vor der Anwendung des Tierarzneimittels kein Futter gegeben werden, um einer Tympanie vorzubeugen.
Pferd:
Xylazin kann unterschiedlich stark ausgeprägte Ataxien hervorrufen; daher muss Xylazin bei Eingriffen an den distalen Extremitäten und bei Kastrationen beim stehenden Pferd mit Vorsicht eingesetzt werden. Bei Manipulationen an der Hinterhand des Pferdes muss trotz Sedation mit Abwehrbewegungen gerechnet werden.
Hund, Katze:
Bei Katzen und Hunden führt die Verabreichung von Xylazin im Allgemeinen innerhalb von 3-5 Minuten zu Erbrechen. Es wird empfohlen, Katzen und Hunde wegen der Gefahr des Erbrechens 12 Stunden vor der Anwendung des Tierarzneimittels fasten zu lassen¸ sie können aber freien Zugang zu Trinkwasser haben.
Beim Hund verursacht die Verabreichung von Xylazin häufig eine Aufgasung des Magen-Darm- Traktes. Die Gabe von Xylazin ist vor einer radiologischen Untersuchung nicht anzuraten, da sie die radiologische Interpretation erschweren kann.
Eine Prämedikation mit Atropin bei Katzen und Hunden kann den Speichelfluss und die Auswirkungen der Bradykardie mildern.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Anwender:
Methyl-4-hydroxybenzoat kann Überempfindlichkeitsreaktionen hervorrufen. Personen mit bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Parabene oder einen der sonstigen Bestandteile sollten den Kontakt mit dem Tierarzneimittel vermeiden.
Dieses Tierarzneimittel kann Reizungen der Haut, der Augen und der Mundschleimhaut hervorrufen.
Vermeiden Sie den Kontakt des Tierarzneimittels mit Haut, Schleimhäuten oder Augen.
Waschen Sie Hautbereiche, die mit dem Tierarzneimittel in Berührung gekommen sind, unverzüglich mit reichlich Wasser ab. Ziehen Sie kontaminierte Kleidungsstücke, die unmittelbar der Haut aufliegen, aus.
Bei Augenkontakt mit reichlich Wasser spülen, bei fortdauernder Augenreizung ist ein Arzt zu Rate zu ziehen.
Dieses Tierarzneimittel ist ein Sedativum. Es ist darauf zu achten, eine versehentliche Selbstinjektion zu vermeiden. Bei versehentlicher oraler Einnahme oder Selbstinjektion ist unverzüglich ein Arzt zu Rate zu ziehen und die Packungsbeilage oder das Etikett vorzuzeigen. SETZEN SIE SICH NICHT AN DAS STEUER EINES FAHRZEUGS, da die versehentliche Selbstinjektion oder orale Einnahme eine sedierende Wirkung und Blutdruckveränderungen zur Folge haben kann.
Bei der Handhabung des Tierarzneimittels durch schwangere Frauen ist mit besonderer Vorsicht vorzugehen, um eine Selbstinjektion zu vermeiden, da es nach einer versehentlichen systemischen Exposition zu Uteruskontraktionen und zu einem Blutdruckabfall beim Fötus kommen kann.
Für den Arzt:
Xylazin ist ein Agonist des α2-Adrenozeptors. Daher kann seine pharmakologische Wirkung folgende klinische Effekte auslösen: Sedierung, Atemdepression, Koma, Bradykardie, Blutdruckabfall, Hyperglykämie. Auch ventrikuläre Arrhythmien wurden beschrieben.
Die Behandlung erfolgt symptomatisch unter intensivmedizinischer Überwachung.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Umweltschutz:
Nicht zutreffend.
Trächtigkeit und Laktation:
Die Anwendung des Tierarzneimittels in den ersten zwei Dritteln der Trächtigkeit sollte nur nach Nutzen-Risiko-Bewertung durch den behandelnden Tierarzt vorgenommen werden. Nicht in späteren Stadien der Trächtigkeit (insbesondere bei Rindern und Katzen) anwenden, außer bei der Geburt, da Xylazin Uteruskontraktionen verursacht und zu vorzeitigen Wehen führen kann. Nicht bei Rindern anwenden, die Eizellen transplantiert bekommen, da der erhöhte Uterustonus den Erfolg einer Implantation verringern kann.
Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen:
Das Tierarzneimittel sollte nicht gleichzeitig mit Sympathomimetika, wie Epinephrin, angewendet werden, da es in Kombination ventrikuläre Arrhythmien hervorrufen kann.
Bei gleichzeitiger Anwendung des Tierarzneimittels und anderen zentral dämpfenden Substanzen wie z.B. Barbituraten, Narkotika, Anästhetika, Tranquilizern und Analgetika, kann es zu einer Addition der zentral dämpfenden Wirkung kommen. Daher kann eine Verringerung der Dosierung dieser Substanzen erforderlich sein. Xylazin sollte daher in Kombination mit Neuroleptika oder Tranquilizern mit Vorsicht eingesetzt werden.
Ein Teil der erwünschten bzw. unerwünschten Wirkungen von Xylazin kann durch Verabreichung von Substanzen mit α2-antagonistischer Wirkung reduziert werden.
Die gleichzeitige intravenöse Gabe von potenzierten Sulfonamiden und α2-Adrenozeptoragonisten kann zu kardialen Arrhythmien mit letalem Ausgang führen. Obwohl solche Wirkungen mit diesem Tierarzneimittel nicht berichtet worden sind, wird empfohlen, keine Trimethoprim/Sulfonamid enthaltenden Tierarzneimittel intravenös bei mit Xylazin sedierten Pferden anzuwenden.
Überdosierung:
Rind, Pferd, Hund, Katze:
Bei Überdosierung des Tierarzneimittels treten Arrhythmien, Hypotension, schwere ZNS- und Atemdepressionen sowie Krampfanfälle auf. Künstliche Beatmung und zentrale Analeptika sollten zum Einsatz kommen. Die bei allen liegenden Wiederkäuern mitunter auftretende Tympanie ist durch Aufrichten in Brustlage o.ä. zu beheben.
Zur Behandlung der atemdepressiven Effekte von Xylazin wird eine mechanische Atemunterstützung mit oder ohne Gabe von Atemstimulantien (z.B. Doxapram) empfohlen.
Hund, Katze:
Ist aus medizinischer Sicht eine Abkürzung oder Abschwächung von Xylazin-Effekten notwendig, so kann dies durch Substanzen mit einer α2-antagonistischen Wirkung wie Atipamezol erreicht werden.
Wesentliche Inkompatibilitäten:
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Tierarzneimittel nicht mit anderen Tierarzneimitteln gemischt werden.
Zulassungsnummern und Packungsgrößen
Z.Nr.: 14840
Umkarton mit 1 Durchstechflasche mit 25 ml Injektionslösung zur intravenösen, intramuskulären oder subkutanen Anwendung.
Datum der letzten Überarbeitung der Packungsbeilage
05/2026
Detaillierte Angaben zu diesem Tierarzneimittel sind in der Produktdatenbank der Europäischen Union verfügbar (https://medicines.health.europa.eu/veterinary).
Weitere Informationen
Das Tierarzneimittel erzeugt eine schlafähnlichen (sedativ-hypnotischen) Zustand, der mit einer allgemeinen Muskelrelaxation und einer von Tierart zu Tierart und individuell unterschiedlich stark ausgeprägten Schmerzfreiheit (Analgesie/Anästhesie) verbunden ist.
Diese unterschiedlich individuelle Disposition kann zu Reaktionen führen, die es empfehlenswert erscheinen lassen, vor Anwendung des Tierarzneimittels jeweils einen Allgemeinstatus des zu behandelnden Tieres aufzunehmen.
Die Wirkung ist bei i.v. Anwendung innerhalb von 5 Minuten und nach i.m. Anwendung innerhalb von 5 - 15 Minuten voll ausgeprägt. Da die Ausbildung der Wirkung durch äußere Reize beeinträchtigt werden kann, sollen die Tiere bis zum vollen Wirkungseintritt nicht durch Lärm und Berührung gestört werden.
Rezept- und apothekenpflichtig.
Die Anwendung des Tierarzneimittels „Rompun 20 mg/ml Injektionslösung für Tiere“ kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.


