Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
Tiaprid 100 - 1 A Pharma ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Bewegungsstörungen. Tiaprid 100 - 1 A Pharma wird angewendet zur Behandlung von Bewegungsstörungen, welche durch bestimmte zentral wirksame Arzneimittel ausgelöst wurden (Neuroleptika-induzierte Spätdyskinesien) und vorwiegend im Bereich der Mund- und Gesichtsmuskulatur auftreten …
- Wirkstoff(e)
- Tiaprid
- Zulassungsinhaber
- 1 A Pharma GmbH
- Abgabestatus
- Apothekenpflichtig
- ATC Code
- N05AL03
Diese Zusammenfassung ersetzt nicht die Packungsbeilage und keine ärztliche Beratung.
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Gebrauchsinformation
Wofür wird Tiaprid 100 - 1 A Pharma angewendet?
Tiaprid 100 - 1 A Pharma ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Bewegungsstörungen.
Tiaprid 100 - 1 A Pharma wird angewendet
zur Behandlung von Bewegungsstörungen, welche durch bestimmte zentral wirksame Arzneimittel ausgelöst wurden (Neuroleptika-induzierte Spätdyskinesien) und vorwiegend im Bereich der Mund- und Gesichtsmuskulatur auftreten (oro-bucco-lingualer Art).
Klinische Beobachtungen und begrenzte Studiendaten geben Hinweise, dass Tiaprid Bewegungsstörungen bei Chorea Huntington verringern kann.
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Was ist vor der Einnahme von Tiaprid 100 - 1 A Pharma zu beachten?
Tiaprid 100 - 1 A Pharma darf nicht eingenommen werden, wenn Sie
- allergisch gegen Tiapridhydrochlorid oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind
- an prolaktinabhängigen Tumoren (hypophysäre Prolaktinome und Brustkrebs) leiden
- an einem Tumor der Nebenniere (Phäochromozytom) leiden
-
andere Arzneimittel einnehmen, stellen Sie sicher, dass keine Kontraindikationen für die Kombination mit Tiaprid 100 - 1 A Pharma vorliegen (siehe Abschnitt „Einnahme von Tiaprid 100 - 1 A Pharma zusammen mit anderen
Arzneimitteln“).
Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Tiaprid 100 - 1 A Pharma einnehmen.
Während der Behandlung mit Tiaprid 100 - 1 A Pharma und wenn Sie bereits andere Antipsychotika einnehmen, beenden Sie die Einnahme des Arzneimittels sofort und wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt, falls es zu ungeklärtem Fieber (auch wenn dieses nicht sehr hoch ist), Muskelsteifheit oder Bewusstseinsstörungen kommt,
da Lebensgefahr bestehen kann. Diese Symptome können auf eine lebensbedrohliche Erkrankung hinweisen, die als
„malignes neuroleptisches Syndrom“ bezeichnet wird.
-
Um ein mögliches Herzproblem auszuschließen, kann Ihr Arzt vor Beginn dieser Behandlung eine Untersuchung,
einschließlich eines Elektrokardiogramms (EKG), durchführen. Dies ist erforderlich, da dieses Arzneimittel potenziell tödliche Herzrhythmusstörungen verursachen kann (siehe Abschnitt 4). -
Einige Antipsychotika können Verstopfung sowie möglicherweise schwerwiegendere Komplikationen mit einer hohen Sterblichkeitsrate verursachen, insbesondere bei Patienten, die andere Arzneimittel einnehmen, die
Verstopfung verursachen können, oder bei Patienten mit einer Vorgeschichte von Darmerkrankungen (siehe
Abschnitt 4). Wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt, wenn Verstopfung oder Bauchschmerzen zusammen mit
Erbrechen und/oder Durchfall auftreten.
Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Tiaprid 100 - 1 A Pharma ist erforderlich
- wenn Sie eine Herzerkrankung haben.
- wenn Sie die Parkinson-Krankheit haben.
-
bei älteren Patienten, insbesondere wenn Sie Demenz haben, da in dieser Patientengruppe ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko bei der Anwendung von antipsychotisch wirksamen Arzneimitteln beobachtet wurde. Ältere
Menschen reagieren empfindlicher auf das Risiko von Bewusstseinsstörungen und Koma sowie auf das Risiko eines
Blutdruckabfalls (z. B. Schwindel, der häufig beim Aufstehen aus dem Liegen auftritt). -
wenn Sie eine Nierenerkrankung (Niereninsuffizienz) haben. In diesem Fall sollte die Dosis vom Arzt vermindert,
bei starker Einschränkung der Nierenfunktion nach ärztlicher Anordnung Tiaprid 100 - 1 A Pharma abgesetzt werden (siehe Abschnitt 3. „Wie ist Tiaprid 100 - 1 A Pharma einzunehmen?“), da der Wirkstoff Tiapridhydrochlorid überwiegend über die Niere ausgeschieden wird. Es besteht ansonsten aufgrund einer möglichen Überdosierung die Gefahr des Auftretens eines Komas. - wenn Sie an Epilepsie leiden oder in der Vergangenheit oder kürzlich Krampfanfälle hatten, da Antipsychotika wie Tiaprid 100 - 1 A Pharma die Neigung zu Krampfanfällen erhöhen können.
Bei der Behandlung mit Tiaprid 100 - 1 A Pharma wurde über eine Verminderung der Zahl weißer Blutkörperchen (Leukopenie, Neutropenie) berichtet, die lebensbedrohend sein kann (Agranulozytose). Bei Anzeichen einer Infektion oder Fieber wenden Sie sich unverzüglich zur Blutuntersuchung an Ihren Arzt.
Seien Sie besonders vorsichtig
- wenn Sie ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko oder eine vorübergehende Verringerung der Blutversorgung des Gehirns haben
-
wenn Sie oder ein Verwandter schon einmal venöse Thrombosen (Blutgerinnsel) hatten, denn derartige
Arzneimittel werden mit dem Auftreten von Blutgerinnseln in Verbindung gebracht (siehe auch Abschnitt 4.
„Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).
Die gleichzeitige Behandlung mit anderen Neuroleptika sollte vermieden werden (siehe Abschnitt „Einnahme von
Tiaprid 100 - 1 A Pharma zusammen mit anderen Arzneimitteln“).
Wenn bei Ihnen oder in Ihrer Familie Brustkrebs aufgetreten ist, wird Ihr Arzt Tiaprid 100 - 1 A Pharma mit Vorsicht anwenden und regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchführen aufgrund des möglichen Auftretens einer Hyperprolaktinämie (zu hoher Prolaktinspiegel im Blut).
Sprechen Sie vor der Einnahme von Tiaprid 100 - 1 A Pharma mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie Probleme mit
Alkohol haben oder in der Vergangenheit hatten (siehe Abschnitt „Einnahme von Tiaprid 100 - 1 A Pharma zusammen mit Alkohol“).
Ältere Menschen
Tiaprid 100 - 1 A Pharma sollte bei älteren Menschen mit besonderer Vorsicht angewendet werden, da es zu einem verminderten Bewusstseinszustand und Koma kommen kann.
Kinder und Jugendliche
Kinder und Jugendliche dürfen nur nach fachärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung mit Tiaprid 100 - 1 A Pharma behandelt werden (siehe Abschnitt 3. „Wie ist Tiaprid 100 - 1 A Pharma einzunehmen?“).
Einnahme von Tiaprid 100 - 1 A Pharma zusammen mit anderen Arzneimitteln
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.
Nehmen Sie dieses Arzneimittel nicht zusammen mit Cabergolin, Quinagolid (Arzneimittel zur Behandlung von Stillstörungen), Citalopram, Escitalopram, Hydroxyzin, Piperaquin und Domperidon ein.
Sie sollten die gleichzeitige Einnahme von Tiaprid 100 - 1 A Pharma vermeiden mit:
-
bestimmten Arzneimitteln, die das Risiko einer Reizleitungsstörung am Herzen (Verlängerung des QT-Intervalls) und schwerwiegender Herzrhythmusstörungen (Torsade de pointes) erhöhen, wie z. B.:
- Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika) der Klassen Ia (wie Chinidin, Hydrochinidin und Disopyramid) und III (wie Amiodaron, Dronedaron, Sotalol)
- bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von seelischen/psychischen Störungen (Neuroleptika) wie z. B. Pimozid, Amisulprid, Sultoprid, Pipothiazin, Sertindol, Veraliprid, Chlorpromazin, Levomepromazin, Trifluoperazin, Cyamemazin, Sulpirid, Haloperidol, Droperidol, Fluphenazin, Pipamperon, Zuclopenthixol, Flupentixol, Thioridazin
- einige Arzneimittel, die gegen Parasiten wirken wie z. B. Antimalariamittel (Chloroquin, Halofantrin, Lumefantrin) und Pentamidin
- Antibiotika (bestimmte Arzneimittel zur Behandlung bakterieller Infektionen wie Erythromycin, intravenös verabreichtes Spiramycin und Moxifloxacin)
- Arzneimittel zur Krebsbehandlung (z. B. Crizotinib, Toremifen, arsenhaltige Arzneimittel und Vandetanib)
- Vincamin bei intravenöser Gabe, ein Arzneimittel zur Behandlung bestimmter leichter neurologischer Störungen im Zusammenhang mit dem Alter
- Methadon (Arzneimittel zur Behandlung der Abhängigkeit von Arzneimitteln aus der Gruppe der sogenannten Opioide)
- Mequitazin (ein Arzneimittel zur Behandlung von Allergien)
- Kokain
- Arzneimittel, die Alkohol enthalten
- Natriumoxybat (ein Arzneimittel zur Behandlung der Narkolepsie)
- Delamanid, ein Antibiotikum zur Behandlung der auf die Lunge begrenzten Tuberkulose
- Hydroxychloroquin (ein Arzneimittel zur Behandlung entzündlicher Gelenkerkrankungen)
- Sulfamethoxazol + Trimethoprim, ein Arzneimittel zur Behandlung bestimmter Infektionen
Bitte fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, ob von Ihnen gleichzeitig eingenommene/angewendete Medikamente die beschriebenen Eigenschaften aufweisen.
Die Anwendung von diesen Arzneimitteln (mit Ausnahme von Arzneimitteln zur Behandlung von Infektionskrankheiten) sollte, wenn möglich, durch Ihren Arzt beendet werden. Wenn eine gleichzeitige Behandlung nicht vermieden werden kann, sollte Ihr Arzt die Reizleitung am Herzen (QT-Intervall) vor dem Beginn der Behandlung überprüfen und die Herzfunktion (EKG) überwachen.
Alkohol verstärkt die sedierende Wirkung von Tiaprid 100 - 1 A Pharma. Die Veränderung des Reaktionsvermögens kann die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen. Der Genuss von alkoholischen Getränken sowie die Einnahme von Alkohol enthaltenden Arzneimitteln soll vermieden werden.
Die gleichzeitige Einnahme von Tiaprid 100 - 1 A Pharma und den folgenden Arzneimitteln ist nicht empfohlen, wenn bei Ihnen eine Parkinson-Erkrankung bekannt ist, da sich die Wirkungen der beiden Arzneimittel gegenseitig aufheben können:
sogenannte Dopaminagonisten (wie Levodopa, Amantadin, Apomorphin, Bromocriptin, Entacapon, Lisurid, Pergolid, Piribedil, Pramipexol, Rasagilin, Ropinirol, Rotigotin, Selegilin und Tolcapon).
Es können dadurch bei Ihnen psychotische Erkrankungen ausgelöst oder verschlimmert werden. Wenn Sie als Parkinson-Patient Dopaminagonisten erhalten und eine Einnahme bzw. Anwendung von Arzneimitteln zur Behandlung von seelischen/psychischen Störungen (Neuroleptika) nicht vermieden werden kann, müssen die Dopaminagonisten durch Ihren Arzt langsam abgesetzt werden.
Bei Kombination von Tiaprid 100 - 1 A Pharma mit folgenden Arzneimitteln wird Ihr Arzt gegebenenfalls besondere Vorsichtsmaßnahmen ergreifen (Überwachung in der Klinik und Kontrolle der Herzfunktion), da sich das Risiko schwerwiegender Herzrhythmusstörungen (Torsade de pointes) erhöht:
-
Arzneimittel, die bei einer „Herzschwäche“ zur Verlangsamung des Herzschlages verabreicht werden, sogenannte
Betablocker (wie Bisoprolol, Carvedilol, Metoprolol, Nebivolol)
Informieren Sie Ihren Arzt, bevor Sie Tiaprid 100 - 1 A Pharma einnehmen, wenn Sie bereits eines der folgenden Arzneimittel einnehmen:
- Anagrelid (zur Behandlung einer übermäßigen Blutplättchenbildung im Blut)
-
Bestimmte Makrolid Antibiotika (Azithromycin, Clarithromycin, Roxithromycin) oder Chinolon Antibiotika
(Ciprofloxacin, Levofloxacin, Norfloxacin) - Arzneimittel, die eine Verlangsamung der Herzschlagfolge (< 55 Schläge pro Minute) verursachen können wie z. B. Betablocker, einige Kalziumkanalblocker (wie Diltiazem und Verapamil), Herzglykoside (Digitalisglykoside) und Digoxin, Cholinesterasehemmer sowie die Wirkstoffe Pasireotid, Pilocarpin, Clonidin, Guanfacin
- Glasdegib (zur Behandlung einer bestimmten Form von Leukämie)
-
Arzneimittel, die eine Erniedrigung des Kaliumspiegels im Blut verursachen können wie z. B. entwässernde Arzneimittel (Diuretika), Abführmittel, sogenannte Glukokortikoide sowie die Wirkstoffe Amphotericin B (nur bei intravenöser Behandlung gegen Pilzerkrankungen) und Tetracosactid (zur Bestimmung der Funktion der Nebennierenrinde)
Vor der Einnahme von Tiaprid 100 - 1 A Pharma sollte ein erniedrigter Kaliumspiegel im Blut ausgeglichen werden. - Lithium (zur Behandlung bipolarer Störungen und affektiver Störungen)
- Ondansetron (zur Behandlung bestimmter Nebenwirkungen von Krebstherapien oder nach Operationen)
- Arzneimittel, die einen männlichen Hypogonadismus (Abnahme des Testosteronspiegels) verursachen können
- Aripiprazol (zur Behandlung bipolarer Störungen)
- Sedativa (zur Behandlung von Schlafstörungen)
- Dapoxetin (zur Behandlung der vorzeitigen Ejakulation)
- Orlistat (zur Behandlung von Adipositas)
- Bei gleichzeitiger Verabreichung von Arzneimitteln gegen Bluthochdruck (Antihypertensiva) besteht aufgrund der blutdrucksenkenden Wirkung das erhöhte Risiko eines Blutdruckabfalls beim Wechsel in die aufrechte Körperlage (sogenannte orthostatische Hypotonie).
- Es kann zu einer Wirkungsverstärkung kommen, wenn Sie gleichzeitig mit Tiaprid 100 - 1 A Pharma Arzneimittel einnehmen, die zentral dämpfend wirken. Hierzu gehören Betäubungsmittel (Arzneimittel gegen Husten, schmerzstillende Mittel, Arzneimittel für eine Drogenersatztherapie), Barbiturate in der Behandlung von Anfallsleiden, Schlafmittel wie Benzodiazepine, angstlösende Mittel (Anxiolytika), Arzneimittel zur Behandlung von seelischen/psychischen Störungen (Neuroleptika), Arzneimittel gegen Depressionen (sedierend wirkende Antidepressiva wie Amitriptylin, Doxepin, Mianserin, Mirtazapin, Trimipramin), sedierend wirkende H1- Antihistaminika (zur Behandlung allergischer Reaktionen), zentral wirksame blutdrucksenkende Mittel (wie Clonidin und verwandte Substanzen) sowie weitere Arzneimittel (Baclofen, Thalidomid, Pizotifen). Die dadurch verminderte Aufmerksamkeit kann die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.
- Betablocker, die gegen Bluthochdruck oder Herzerkrankungen verabreicht werden und Betablockern, die bei Herzschwäche gegeben werden. Durch die verstärkte Wirkung auf die Erweiterung der Blutgefäße besteht ein erhöhtes Risiko eines Blutdruckabfalls, insbesondere beim Aufstehen.
- Weitere Wechselwirkungen treten bei gleichzeitiger Anwendung von Nitratverbindungen und analogen Substanzen auf.
- Anticholinergika (Arzneimittel zur Behandlung von Parkinson), wie z. B. Biperiden, können die Wirkung von Tiaprid 100 - 1 A Pharma abschwächen.
Bitte beachten Sie, dass diese Beeinträchtigungen auch auftreten können, wenn Sie eines dieser Arzneimittel kurz vor Tiaprid 100 - 1 A Pharma eingenommen haben.
Einnahme von Tiaprid 100 - 1 A Pharma zusammen mit Alkohol
Bitte vermeiden Sie den Genuss von Alkohol, da dieser Ihre Reaktionsfähigkeit zusätzlich negativ beeinflussen kann. Der Konsum von Alkohol während der Einnahme von Tiaprid 100 - 1 A Pharma kann auch zu einem
Elektrolytungleichgewicht (Mineralstoffungleichgewicht im Blut) und einer Verlängerung des QT-Intervalls
(Herzrhythmusstörung) führen (siehe „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).
Der Konsum alkoholischer Getränke und alkoholhaltiger Zubereitungen sollte vermieden werden.
Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit
Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Schwangerschaft
- Tiaprid 100 - 1 A Pharma ist während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine wirksame Empfängnisverhütung anwenden, nicht empfohlen.
- Wenn Sie Tiaprid 100 - 1 A Pharma im letzten Trimenon (letzte 3 Monate der Schwangerschaft) einnehmen, können folgende Symptome bei Ihrem neugeborenen Baby auftreten: Zittern, Muskelsteifheit und/oder -schwäche, Schläfrigkeit, Ruhelosigkeit, Atembeschwerden und Schwierigkeiten beim Stillen. Wenn Ihr Baby eines dieser Symptome entwickelt, sollten Sie Ihren Arzt kontaktieren.
- Tiaprid 100 - 1 A Pharma soll deshalb während der gesamten Schwangerschaft nur nach strenger Nutzen-Risiko- Abwägung durch den behandelnden Arzt angewendet werden.
Stillzeit
Sie sollten während der Therapie mit Tiaprid 100 - 1 A Pharma nicht stillen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die beste Art und Weise, Ihr Baby zu füttern, wenn Sie Tiaprid 100 - 1 A Pharma einnehmen.
Fortpflanzungsfähigkeit
Tiaprid 100 - 1 A Pharma kann zu einem Ausbleiben der Regelblutung oder des Eisprungs sowie zu einer beeinträchtigten Fruchtbarkeit führen (siehe Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).
Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen (z. B. durch Sedierung) so
weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird (siehe auch Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“). Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.
Wie wird Tiaprid 100 - 1 A Pharma angewendet?
Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.
Die empfohlene Dosis beträgt:
| Tagesdosis | Tabletten zu 100 mg | |
| Chorea Huntington | 300-1.000 mg | 3-mal 1 Tablette bis 5-mal 2 Tabletten |
| Spätdyskinesien | 300-600 mg | 3-mal 1 Tablette bis 3-mal 2 Tabletten |
| Dyskinesien nach Neuroleptika-Therapie | ||
| (Hinweis: Therapieerfolg eventuell erst nach 4-6 Wochen | ||
| Behandlungsdauer) | ||
| Dosierung bei Kindern | 150-300 mg | 3-mal ½ Tablette bis 3-mal 1 Tablette |
Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion
Kreatinin-Clearance
50-80 ml/min. = 75 % der normalen Tagesdosis 10-50 ml/min. = 50 % der normalen Tagesdosis unter 10 ml/min. = 25 % der normalen Tagesdosis
Art der Anwendung
Nehmen Sie Tiaprid 100 - 1 A Pharma am besten nach einer Mahlzeit mit einem Glas Wasser ein.
Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt oder geviertelt werden.
Wenn Sie eine größere Menge von Tiaprid 100 - 1 A Pharma eingenommen haben, als Sie sollten
Es liegen nur sehr begrenzte Erfahrungen zu einer Überdosierung mit Tiaprid 100 - 1 A Pharma vor. Es kann zu Schläfrigkeit, Sedierung (beruhigende Wirkung), einem Abfall des Blutdrucks sowie extrapyramidalen Symptomen (einschließlich Zittern und Muskelsteifheit) kommen; außerdem können Sie in ein Koma fallen. Dies kann lebensbedrohlich sein, insbesondere wenn zusätzlich andere Arzneimittel eingenommen wurden, die zur Behandlung bestimmter Verhaltensstörungen angewendet werden.
Treten die beschriebenen Krankheitszeichen in Erscheinung, ist es unbedingt erforderlich, dass Sie selbst oder Ihre Familie bzw. Freunde sofort einen Arzt oder eine medizinische Notfallstelle kontaktieren, der über den Schweregrad und die gegebenenfalls erforderlichen weiteren Maßnahmen entscheidet.
Wenn Sie die Einnahme von Tiaprid 100 - 1 A Pharma vergessen haben
Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Nehmen Sie bei der nächsten Einnahme Ihr Arzneimittel so ein, wie es verordnet ist. Wenn Sie mehrere Einnahmen vergessen haben, fragen Sie Ihren Arzt um Rat.
Wenn Sie die Einnahme von Tiaprid 100 - 1 A Pharma abbrechen
Sie dürfen auf keinen Fall die Behandlung mit Tiaprid 100 - 1 A Pharma eigenmächtig verändern, unterbrechen oder vorzeitig beenden. Bitte sprechen Sie vorher mit Ihrem behandelnden Arzt, wenn Unverträglichkeiten oder eine Änderung in Ihrem Krankheitsbild eintreten. Sie können sonst den Behandlungserfolg gefährden.
Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
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Welche Nebenwirkungen hat Tiaprid 100 - 1 A Pharma?
Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Schwerwiegende Nebenwirkungen
Beenden Sie die Anwendung von Tiaprid 100 - 1 A Pharma und informieren Sie umgehend Ihren Arzt, wenn Sie eine der folgenden schwerwiegenden Nebenwirkungen bemerken oder vermuten. Möglicherweise ist eine umgehende medizinische Behandlung nötig.
-
Fieber, Muskelsteifheit oder eines der folgenden Symptome: Störungen des autonomen Nervensystems mit Anzeichen wie Blässe, Schwitzen, Kreislaufstörungen oder Bewusstseinstrübung, erhöhte Werte des
Muskelenzyms Kreatininphosphokinase (CPK). Diese können möglicherweise auf eine lebensbedrohliche
Erkrankung hinweisen, die als „malignes neuroleptisches Syndrom“ bezeichnet wird. - Infektion mit Symptomen wie Fieber und allgemeinem Unwohlsein oder Fieber mit lokalen Infektionssymptomen wie Hals-/Rachen-/Mundschmerzen oder Harnbeschwerden. Dies können Anzeichen einer schwerwiegenden Abnahme der Anzahl weißer Blutkörperchen (Agranulozytose) sein. Ihr Arzt wird möglicherweise Ihre weißen Blutkörperchen untersuchen.
- Ein Gefühl von Herzklopfen oder unregelmäßigen Herzschlag. Ihr Arzt möchte möglicherweise ein EKG durchführen, um Ihren Herzrhythmus zu messen.
- Blutgerinnsel in den Venen, vor allem in den Beinen (mit Schwellungen, Schmerzen und Rötungen der Beine), die möglicherweise über die Blutbahn in die Lunge gelangen und dort Brustschmerzen sowie Schwierigkeiten beim Atmen verursachen können.
-
Bewegungsstörungen (Spätdyskinesien) nach längerer Behandlungsdauer (mehr als 3 Monate), die durch rhythmische, unwillkürliche Bewegungen, vorwiegend der Zunge und/oder der Gesichtsmuskulatur, gekennzeichnet sind.
Tiaprid 100 - 1 A Pharma selbst kann diese Spätdyskinesien verursachen, obwohl es zur Behandlung von
Bewegungsstörungen eingesetzt wird (siehe Abschnitt 1: „Was Tiaprid 100 - 1 A Pharma ist und wofür es angewendet wird“).
Antiparkinsonmittel, die häufig bei Bewegungsstörungen eingesetzt werden, sollten bei der Entwicklung von Spätdyskinesien nicht eingesetzt werden, da sie unwirksam sind und die Symptome sogar verstärken können.
Nebenwirkungen können mit folgenden Häufigkeiten auftreten:
Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)
Erhöhung des Prolaktinspiegels im Blut, die die Ursache für weitere Erkrankungen sein kann. Demzufolge können selten eine Vergrößerung der Brust, Brustschmerzen, eine Vergrößerung der Brustdrüse und Milchfluss
(Gynäkomastie, Galaktorrhö), Potenzstörungen/Impotenz beim Mann, gelegentlich Zyklusstörungen (Dysmenorrhö, Amenorrhö) bei der Frau und Orgasmusstörungen beim Mann auftreten.
- Benommenheit und Schläfrigkeit, Gleichgültigkeit, Erregtheit, Schlaflosigkeit
- Schwindel/Drehschwindel, Kopfschmerzen
- parkinsonähnliche Symptome (Zittern, Muskelsteifigkeit, erhöhter Muskeltonus, Bewegungsminderung und vermehrter Speichelfluss). Diese Symptome bilden sich in der Regel nach Gabe eines Anticholinergikums (z. B. Biperiden) zurück.
- Asthenie (schnelle Ermüdbarkeit/Schwäche), Müdigkeit
Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)
- Verwirrtheit, Halluzination
- Dystonien [Muskelkrämpfe, Schiefhals, okulogyre Krisen (ungewöhnliche Augenbewegungen), Kiefersperre] und Sitzunruhe. Diese Symptome bilden sich in der Regel nach Gabe eines Anticholinergikums (z. B. Biperiden) zurück.
- Ohnmacht, Krampfanfall
- Blutdruckabfall, im Allgemeinen beim Aufstehen
-
Blutgerinnsel in den Venen, vor allem in den Beinen (mit Schwellungen, Schmerzen und Rötungen der Beine).
Wenn Sie eines dieser Symptome bei sich beobachten, holen Sie bitte unverzüglich ärztlichen Rat ein (siehe
Abschnitt 2 „Was sollten Sie vor der Einnahme von Tiaprid 100 - 1 A Pharma beachten?“). - Verstopfung (siehe Abschnitt 2, Absatz „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“)
- Hautausschlag (einschließlich mit Hautrötung einhergehend oder knotig-fleckiger Hautausschlag)
- Gewichtszunahme
Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)
- Verminderung der Zahl weißer Blutkörperchen (Leukopenie, Neutropenie, Agranulozytose)
- erniedrigte Natriumspiegel im Blut, erhöhte Spiegel des antidiuretischen Hormons (Syndrom der inadäquaten ADH- Sekretion, SIADH)
- Bewusstseinsverlust
- Frühdyskinesien. Dieses Symptom bildet sich in der Regel nach der Gabe eines Anticholinergikums (z. B. Biperiden) zurück.
- Nach einer längeren Behandlungsdauer (mehr als 3 Monate) wurde, wie bei allen Arzneimitteln zur Behandlung von seelischen/psychischen Störungen (Neuroleptika), über das Auftreten von Spätdyskinesien, die durch rhythmische, unwillkürliche Bewegungen vornehmlich der Zunge und/oder der Gesichtsmuskulatur gekennzeichnet sind, berichtet. Treten solche Bewegungsstörungen auf, ist umgehend ein Arzt zu informieren, der über die erforderlichen Maßnahmen entscheidet. Als Gegenmittel sollen Antiparkinsonmittel nicht eingesetzt werden, da sie unwirksam sind oder die Symptome verstärken können.
- Wie bei allen Neuroleptika kann ein malignes neuroleptisches Syndrom auftreten, das unter Umständen einen tödlichen Ausgang nehmen kann (siehe unter Abschnitt 2. „Was sollten Sie vor der Einnahme von Tiaprid 100 - 1 A Pharma beachten?“).
-
Fälle von Reizleitungsstörungen am Herzen (QT-Intervall-Verlängerungen) sowie von schwerwiegenden
Herzrhythmusstörungen (wie Torsade de pointes, ventrikuläre Tachykardien) bis hin zu Kammerflimmern oder Herzstillstand und plötzlichem Tod wurden berichtet (siehe auch unter Abschnitt 2. „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“ und „Einnahme von Tiaprid 100 - 1 A Pharma zusammen mit anderen Arzneimitteln“). -
Blutgerinnsel, die möglicherweise über die Blutbahn in die Lunge gelangen und dort Brustschmerzen sowie
Schwierigkeiten beim Atmen verursachen können. Wenn Sie eines dieser Symptome bei sich beobachten, holen Sie bitte unverzüglich ärztlichen Rat ein (siehe Abschnitt 2. „Was sollten Sie vor der Einnahme von Tiaprid 100 -
1 A Pharma beachten?“). Lungenembolien können manchmal tödlich verlaufen. - bestimmte Formen der Lungenentzündung, die durch versehentliches Einatmen von z. B. Nahrung oder Flüssigkeit ausgelöst wird (Aspirationspneumonie), beeinträchtigte Atmung (Atemdepression)
-
Blockierung im Darm, Darmverschluss (Ileus) (siehe Abschnitt 2, Absatz „Warnhinweise und
Vorsichtsmaßnahmen“) - erhöhte Leberenzymwerte
- Hautausschlag (Nesselsucht)
- erhöhte Kreatinphosphokinase-Werte im Blut, Zerstörung von Muskelfasern und Schmerzen in den Muskeln (Rhabdomyolyse)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Bewegungsstörungen (extrapyramidale Symptome) beim Neugeborenen, Entzugserscheinungen beim Neugeborenen (siehe Abschnitt 2 „Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit“)
• Sturz, insbesondere bei älteren Patienten
Meldung von Nebenwirkungen
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
Abt. Pharmakovigilanz
Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3
D-53175 Bonn
Website: https://www.bfarm.de
anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.
Wie ist Tiaprid 100 - 1 A Pharma aufzubewahren?
Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.
Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Behältnis nach „verwendbar bis“ oder „verw. bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z. B. nicht über die Toilette oder das Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden Sie unter https://www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.
6 Inhalt der Packung und weitere Informationen
Was Tiaprid 100 - 1 A Pharma enthält
Der Wirkstoff ist Tiapridhydrochlorid.
1 Tablette enthält 111,1 mg Tiapridhydrochlorid, entsprechend 100 mg Tiaprid.
Die sonstigen Bestandteile sind: Mannitol (Ph.Eur.), mikrokristalline Cellulose, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Povidon K30, hochdisperses Siliciumdioxid
Wie Tiaprid 100 - 1 A Pharma aussieht und Inhalt der Packung
Tiaprid 100 - 1 A Pharma sind weiße, runde Tabletten mit einer Kreuzbruchrille auf beiden Seiten.
Tiaprid 100 - 1 A Pharma ist in Packungen mit 10, 20, 50, 100 und 120 Tabletten erhältlich.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Pharmazeutischer Unternehmer
1 A Pharma GmbH
Industriestraße 18
83607 Holzkirchen
Telefon: (08024) 908-3030
Hersteller
Salutas Pharma GmbH
Otto-von-Guericke-Allee 1
39179 Barleben
Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im{Monat JJJJ].
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.


