Mericomb 1 mg darf nicht eingenommen werden bei
- bekanntem bestehenden oder frĂŒher aufgetretenem Brustkrebs bzw. einem entsprechenden Verdacht;
- bekannten anderen Tumoren, deren Wachstum durch Zufuhr bestimmter weiblicher Geschlechtshormone (Estrogene) angeregt wird (z. B. Krebs der GebÀrmutterschleimhaut) oder einem entsprechenden Verdacht;
- Blutungen aus der Scheide, deren Ursache vom Arzt nicht geklÀrt ist;
- unbehandelter ĂŒbermĂ€Ăiger Verdickung der GebĂ€rmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie);
- schweren Nierenfunktionsstörungen;
- akuter Lebererkrankung oder zurĂŒckliegenden Lebererkrankungen, so lange sich wichtige Leberwerte nicht normalisiert haben;
- bestehenden oder frĂŒher aufgetretenen venösen thromboembolischen Erkrankungen (Blutgerinnselbildung in den tiefen Venen, Lungenembolie);
- bestehenden oder erst kurze Zeit zurĂŒckliegenden arteriellen thromboembolischen Erkrankungen (Blutgerinnselbildung in den Arterien), z. B. anfallsartig auftretende Brustschmerzen mit Brustenge (Angina pectoris), Herzinfarkt;
- bekannter Ăberempfindlichkeit gegenĂŒber den Wirkstoffen oder einem Hilfsstoff;
- Stoffwechselerkrankungen mit Störung der Bildung des roten Blutfarbstoffes (Porphyrie).
Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Mericomb 1 mg ist erforderlich
Da Mericomb 1 mg kein Mittel zur EmpfĂ€ngnisverhĂŒtung ist, sollten geeignete nicht hormonelle MaĂnahmen ergriffen werden, um eine Schwangerschaft auszuschlieĂen.
Die Einnahme von Mericomb 1 mg sollte nur zur Behandlung solcher Beschwerden begonnen werden, welche die LebensqualitĂ€t beeintrĂ€chtigen. In jedem Fall sollte Ihr Arzt mindestens einmal jĂ€hrlich eine sorgfĂ€ltige AbschĂ€tzung von Nutzen und Risiken der Behandlung vornehmen. Die Behandlung sollte nur so lange fortgefĂŒhrt werden, wie der Nutzen die Risiken ĂŒberwiegt.
Medizinische Untersuchung/Kontrolluntersuchungen
Vor Beginn bzw. Wiederaufnahme einer Hormonersatztherapie sollte eine vollstĂ€ndige Erfassung aller wichtigen Krankheiten in Ihrer Vorgeschichte sowie bei nahen Verwandten durchgefĂŒhrt werden. Die Ă€rztliche Untersuchung (einschlieĂlich Unterleib und Brust) sollte sich an dieser Erfassung der Krankengeschichten sowie den Gegenanzeigen und Warnhinweisen fĂŒr dieses Arzneimittel orientieren.
WĂ€hrend der Behandlung sollten regelmĂ€Ăige Kontrolluntersuchungen durchgefĂŒhrt werden, die sich in HĂ€ufigkeit und Art nach Ihrer persönlichen Gesundheitssituation richten.
Ihr Arzt sollte Ihnen erlĂ€utern, welche VerĂ€nderungen Ihrer BrĂŒste Sie ihm mitteilen mĂŒssen. Die Untersuchungen, u. a. Röntgenaufnahmen der BrĂŒste (Mammographie), sollten entsprechend der gegenwĂ€rtig ĂŒblichen Vorsorgepraxis und vor dem Hintergrund Ihrer persönlichen Gesundheitssituation durchgefĂŒhrt werden.
Situationen, die eine besondere Ă€rztliche Ăberwachung erfordern
Eine engmaschige Ăberwachung Ihres Gesundheitszustandes ist erforderlich, wenn bei Ihnen eine der folgenden Situationen oder Erkrankungen vorliegt oder frĂŒher vorlag bzw. sich wĂ€hrend einer Schwangerschaft oder einer zurĂŒckliegenden Hormonbehandlung verschlechtert hat. Dies gilt auch fĂŒr den Fall, dass eine der nachfolgend genannten Erkrankungen im Laufe der aktuellen Hormonersatztherapie mit Mericomb 1 mg auftritt bzw. sich verschlechtert, insbesondere:
- gutartige Geschwulst in der Muskelschicht der GebĂ€rmutter (Uterusmyom) oder Ansiedlung von GebĂ€rmutterschleimhaut auĂerhalb der GebĂ€rmutter (Endometriose);
- in der Vergangenheit aufgetretene Blutgerinnsel in den GefĂ€Ăen (Thromboembolien) oder entsprechende Risikofaktoren hierfĂŒr (siehe unten);
- Risikofaktoren fĂŒr Estrogen-abhĂ€ngige Krebserkrankungen, z. B. Auftreten von Brustkrebs bei nahen Blutsverwandten (z. B. Mutter, GroĂmutter, Schwestern);
- Bluthochdruck;
- Lebererkrankungen (z. B. gutartige Lebergeschwulst â Leberadenom); wenn bei Ihnen eine leichte chronische Lebererkrankung vorliegt, sollte die Leberfunktion alle 812 Wochen kontrolliert werden;
- Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) mit oder ohne Beteiligung der GefĂ€Ăe,
- Gallensteinerkrankungen (Cholelithiasis);
- MigrÀne oder (schwere) Kopfschmerzen;
- Schmetterlingsflechte (systemischer Lupus erythematodes, eine bestimmte Autoimmunerkrankung);
- ĂŒbermĂ€Ăige Verdickung der GebĂ€rmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie) in der Vorgeschichte;
- KrampfanfÀlle (Epilepsie);
- Asthma;
- Versteifung der Verbindungen zwischen den Gehörknöchelchen (Otosklerose).
GrĂŒnde fĂŒr einen sofortigen Therapieabbruch
Die Therapie muss bei Auftreten von Gegenanzeigen sowie in den folgenden Situationen abgebrochen werden:
- Gelbsucht oder Verschlechterung der Leberfunktion;
- deutliche Erhöhung des Blutdrucks;
- neues Auftreten MigrĂ€ne-artiger Kopfschmerzen oder anderer Symptome, die Anzeichen fĂŒr einen GefĂ€Ăverschluss sein könnten (siehe Abschnitt ?Venöse Thromboembolie?);
- Schwangerschaft.
ĂbermĂ€Ăige Verdickung der GebĂ€rmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie)
Bei Frauen mit GebĂ€rmutter wurde festgestellt, dass das Risiko einer Endometriumhyperplasie (ĂŒbermĂ€Ăige Verdickung der GebĂ€rmutterschleimhaut) und eines Endometriumkarzinoms (Krebs der GebĂ€rmutterschleimhaut) erhöht ist, wenn Estrogene alleine (Estrogen-Monotherapie), d. h. ohne zusĂ€tzliche Gabe eines Gelbkörperhormons (Gestagen), angewendet werden (siehe Abschnitt 4. ?Welche Nebenwirkungen sind möglich??). Mit zunehmender Dauer einer solchen Estrogen-Monotherapie erhöht sich dieses Risiko.
Daten aus Studien besagen, dass bei etwa 5 von 1.000 Frauen, die keine Hormonersatztherapie anwenden, zwischen ihrem 50. und 65. Lebensjahr ein Endometriumkarzinom festgestellt wird. Bei Anwenderinnen einer Estrogen-Monotherapie erhöht sich das Risiko in AbhĂ€ngigkeit von der Dauer der Behandlung und der Estrogen-Dosis um das 2- bis 12fache gegenĂŒber Nichtanwenderinnen. Bei Frauen mit GebĂ€rmutter wird dieses Risiko durch die zusĂ€tzliche Anwendung eines Gestagens zu dem Estrogen (pro Zyklus mindestens 12 Tage lang) weitgehend vermindert.
In den ersten Monaten einer Hormonersatztherapie können Durchbruch- und Schmierblutungen auftreten. Wenn solche Blutungen ĂŒber die ersten Behandlungsmonate hinausgehen, erst nach einer lĂ€ngeren Behandlungszeit einsetzen oder diese nach Beendigung der Hormonersatztherapie anhalten, sollten Sie so schnell wie möglich Ihren Arzt aufsuchen, um die Ursache der Blutungen feststellen zu lassen. Gegebenenfalls muss durch Beurteilung einer Gewebeprobe der GebĂ€rmutterschleimhaut eine bösartige Geschwulst ausgeschlossen werden.
Brustkrebs
In verschiedenen Studien wurde bei Frauen, die im Rahmen einer Hormonersatztherapie ĂŒber mehrere Jahre Estrogene, Estrogen-Gestagen-Kombinationen oder Tibolon angewendet hatten, ein erhöhtes Brustkrebsrisiko festgestellt. Dieses erhöhte Risiko zeigte sich fĂŒr alle Formen einer Hormonersatztherapie nach einigen Anwendungsjahren. Es steigt mit zunehmender Behandlungsdauer an, kehrt jedoch einige (spĂ€testens fĂŒnf) Jahre nach Beendigung der Behandlung auf das altersentsprechende Grundrisiko zurĂŒck.
Bei Frauen mit einer Estrogen-Gestagen-Hormonersatztherapie ist das Risiko einer Brustkrebserkrankung höher als bei Frauen, die nur Estrogene anwenden. Das Risiko ist unabhÀngig von der Art des Gestagens und der Weise, wie es mit dem Estrogen kombiniert wird (kontinuierlich oder sequenziell). Es gibt keinen Unterschied im Risiko hinsichtlich der verschiedenen Anwendungsarten (z. B. als Tablette oder Pflaster).
Es gibt Hinweise, dass die Brusttumore bei Frauen, die eine bestimmte Kombination aus einem Estrogen und einem Gestagen (konjugierte equine Estrogene, fortlaufend kombiniert mit Medroxyprogesteronacetat) anwenden, etwas gröĂer sind und hĂ€ufiger TochtergeschwĂŒlste in den benachbarten Lymphknoten ausgebildet haben als die Brusttumore unbehandelter Frauen.
Die Anzahl der zusÀtzlichen BrustkrebsfÀlle ist im Altersbereich zwischen 45 und 65 Jahren weitgehend unabhÀngig vom Alter der Frauen bei Beginn der Hormonersatztherapie.
In einer ?Million Women Study? genannten Studie wurde der Einfluss verschiedener PrÀparate zur Hormonersatztherapie auf das Brustkrebsrisiko untersucht. Berechnet auf 1.000 Frauen besagen die Ergebnisse Folgendes:
Betrachtet man 1.000 Frauen, die keine Hormone angewendet haben, so wird im Durchschnitt bei 32 Frauen zwischen ihrem 50. und 64. Lebensjahr ein Brustkrebs festgestellt werden.
Bei 1.000 Frauen, die nur mit einem Estrogen (d. h. ohne Gestagen) behandelt wurden, wurden im entsprechenden Altersabschnitt im Durchschnitt
- nach 5-jÀhriger Therapie 1,5 zusÀtzliche BrustkrebsfÀlle;
- und nach 10-jÀhriger Therapie 5 zusÀtzliche BrustkrebsfÀlle festgestellt.
Bei 1.000 Frauen, die mit einer Kombinationstherapie (d. h. Estrogen und Gestagen) behandelt wurden, wurden im entsprechenden Altersabschnitt im Durchschnitt
- nach 5-jÀhriger Therapie 6 zusÀtzliche BrustkrebsfÀlle;
- und nach 10-jÀhriger Therapie 19 zusÀtzliche BrustkrebsfÀlle festgestellt.
Laut SchÀtzung der so genannten?WHI-Studie? (mit fortlaufend kombinierter Gabe von konjugierten equinen Estrogenen und Medroxyprogesteronacetat) ergeben sich folgende Berechnungen des Brustkrebsrisikos:
- Von 1.000 Frauen der Altersgruppe 50 bis 79 Jahre, die keine Hormonersatztherapie erhalten hatten, wurde innerhalb von 5 Jahren bei 16 Frauen Brustkrebs festgestellt.
- Bei 1.000 Frauen, die mit einer Kombination aus Estrogen und Gestagen behandelt wurden, traten innerhalb von 5 Jahren 4 zusÀtzliche FÀlle von Brustkrebs auf.
Die Hormonersatztherapie, insbesondere die Kombination aus Estrogenen und Gestagenen, verringert die DurchlĂ€ssigkeit des BrustdrĂŒsengewebes fĂŒr Röntgenstrahlen. Dadurch kann der Nachweis eines Brustkrebses bei Untersuchung der Brust mit Röntgenstrahlen (Mammographie) erschwert werden.
Venöse Thromboembolie
Die Anwendung von Arzneimitteln zum Hormonersatz ist im Vergleich zur Nichtanwendung mit einem zwei- bis dreifach erhöhten Risiko fĂŒr VerschlĂŒsse der tiefen Venen durch Blutgerinnsel (Thrombosen) verbunden, die sich unter UmstĂ€nden lösen und in die Lunge gelangen können (Lungenembolie). Thrombosen und Lungenembolie werden als venöse thromboembolische Erkrankungen bezeichnet. Das Risiko fĂŒr das Auftreten venöser thromboembolischer Erkrankungen ist insbesondere im ersten Jahr der Hormonersatzbehandlung erhöht.
Die Auswertung neuerer Studien, die das Risiko fĂŒr solche thromboembolische Erkrankungen untersuchten, fĂŒhrte zu folgenden Ergebnissen:
Alle Frauen haben ein altersabhÀngiges Grundrisiko, eine venöse thromboembolische Erkrankung zu erleiden. Innerhalb von 5 Jahren erkranken daran etwa 3 von 1.000 Frauen im Alter von 50 bis 59 Jahren, die keine Hormone anwenden. Bei Frauen dieser Altersgruppe, die Hormone anwenden, sind es etwa 7 von 1.000 Frauen, d. h. es ist mit 4 zusÀtzlichen FÀllen zu rechnen.
Unter Frauen im Alter von 60 bis 69 Jahren, die keine Hormone anwenden, erleiden innerhalb von 5 Jahren 8 von 1.000 Frauen eine venöse thromboembolische Erkrankung. Bei 1.000 Frauen der gleichen Altersgruppe, die Hormone anwenden, ist mit etwa 17 FÀllen zu rechnen, d. h. es treten etwa 9 zusÀtzliche FÀlle auf.
Allgemein anerkannte Risikofaktoren fĂŒr die Entwicklung venöser thromboembolischer Erkrankungen sind:
- venöse thromboembolische Erkrankungen in der eigenen Krankheitsgeschichte bzw. eine entsprechende familiÀre Belastung;
- erhebliches Ăbergewicht (so genannter ?Body Mass Index? (BMI) ĂŒber 30 kg/m2);
- Schmetterlingsflechte (systemischer Lupus erythematodes, eine bestimmte Autoimmunerkrankung).
Ăber die Bedeutung von Krampfadern (Varizen) fĂŒr das Auftreten einer venösen thromboembolischen Erkrankung besteht keine einheitliche Meinung.
Patientinnen mit venösen thromboembolischen Erkrankungen in der Vorgeschichte oder bekannter Neigung zur Bildung von inneren Blutgerinnseln (Thrombosen) haben ein erhöhtes Risiko, eine solche Erkrankung erneut zu erleiden. Eine Hormonersatztherapie kann dieses Risiko erhöhen.
Wenn bei Ihnen oder Ihren nahen Blutsverwandten Blutgerinnsel bzw. deren Verschleppung im Blutstrom (venöse thromboembolische Erkrankungen) oder wiederholte spontane Fehlgeburten aufgetreten sind, sollte geklĂ€rt werden, ob eine Neigung zu venösen thromboembolischen Erkrankungen vorliegt. Bis dahin bzw. bis zum Beginn einer Behandlung mit Mitteln zur Hemmung der Blutgerinnung dĂŒrfen Sie keine HormonersatzprĂ€parate anwenden. Sollten Sie bereits mit Gerinnungshemmern behandelt werden, sollte Ihr Arzt Nutzen und Risiko einer Hormonersatztherapie sorgfĂ€ltig gegeneinander abwĂ€gen.
Das Risiko fĂŒr venöse thromboembolische Erkrankungen kann bei lĂ€ngerer Ruhigstellung (z. B. BettlĂ€gerigkeit, Bein im Gipsverband) sowie schwereren Verletzungen oder gröĂeren Operationen vorĂŒbergehend erhöht sein. Bei Patientinnen, die eine Hormonersatztherapie durchfĂŒhren, sollten, wie bei allen Patienten nach erfolgten Operationen, die VorsorgemaĂnahmen zur Verhinderung einer venösen thromboembolischen Erkrankung Ă€uĂerst genau eingehalten werden.
Wenn bei Ihnen eine Operation geplant ist, informieren Sie Ihren Arzt. Wenn nach einer vorgesehenen Operation, vor allem bei Eingriffen in der Bauchregion oder orthopÀdischen Operationen an den Beinen, mit einer lÀngeren Ruhigstellung zu rechnen ist, sollte erwogen werden, ob eine Unterbrechung der Hormonersatztherapie 4 bis 6 Wochen vor dem Eingriff möglich ist. Die Behandlung sollte gegebenenfalls erst wieder aufgenommen werden, wenn Ihre BewegungsfÀhigkeit vollstÀndig wiederhergestellt ist.
Falls bei Ihnen nach Beginn der Hormonersatztherapie Anzeichen einer venösen thromboembolischen Erkrankung auftreten bzw. ein Verdacht darauf besteht, muss die Behandlung mit Mericomb 1 mg sofort abgebrochen werden. Wenn Sie bei sich mögliche Anzeichen fĂŒr eine venöse thromboembolische Erkrankung bemerken (z. B. schmerzhafte Schwellung eines Beins, plötzlicher Schmerz im Brustkorb, Atemnot), mĂŒssen Sie umgehend Kontakt mit Ihrem Arzt aufnehmen.
Erkrankung der HerzkranzgefĂ€Ăe
Aus groĂen klinischen Studien gibt es keine Hinweise auf einen Nutzen in Bezug auf Erkrankungen der HerzkranzgefĂ€Ăe durch Anwendung von Arzneimitteln zur Hormonersatztherapie mit einer bestimmten Wirkstoffkombination (konjugierte Estrogene, fortlaufend kombiniert mit Medroxyprogesteronacetat). Zwei groĂe klinische Studien zeigten ein möglicherweise erhöhtes Risiko fĂŒr Erkrankungen der HerzkranzgefĂ€Ăe im ersten Jahr der Anwendung und insgesamt keinen Nutzen. FĂŒr andere Arzneimittel zur Hormonersatztherapie mit anderen Wirkstoffen (wie Mericomb 1 mg) gibt es bisher nur wenige Daten aus groĂen klinischen Studien, in denen die Wirkungen auf Erkrankungen der HerzkranzgefĂ€Ăe untersucht wurden. Daher ist es unklar, ob diese Ergebnisse auch fĂŒr andere Arzneimittel zur Hormonersatztherapie gelten.
Schlaganfall
In einer groĂen klinischen Studie (WHI-Studie) wurde ein erhöhtes Risiko fĂŒr SchlaganfĂ€lle bei gesunden Frauen wĂ€hrend einer Behandlung mit einer bestimmten Wirkstoffkombination (konjugierte Estrogene, fortlaufend kombiniert mit Medroxyprogesteronacetat) gefunden.
Demnach erleiden etwa 3 von 1.000 Frauen im Alter von 50 bis 59 Jahren, die keine Hormone anwenden, einen Schlaganfall innerhalb einer Zeitspanne von 5 Jahren bzw. etwa 11 von 1.000 Frauen im Alter von 60 bis 69 Jahren. Bei Frauen im Alter von 50 bis 59 Jahren, die diese Arzneimittel anwenden, tritt etwa 1 zusÀtzlicher Schlaganfall pro 1.000 Frauen auf. Bei Frauen im Alter von 60 bis 69 Jahren, die diese Arzneimittel anwenden, sind es etwa 4 zusÀtzliche FÀlle pro 1.000 Frauen.
Es ist nicht bekannt, ob dieses erhöhte Risiko auch auf andere Arzneimittel zur Hormonersatztherapie zutrifft.
Eierstockkrebs
Es liegen Hinweise aus einigen epidemiologischen Studien vor, dass eine Langzeitbehandlung ĂŒber mindestens 5 bis 10 Jahre mit Estrogen allein (d. h. ohne Zusatz von Gestagen) bei Frauen mit entfernter GebĂ€rmutter mit einem erhöhten Risiko fĂŒr einen Eierstockkrebs verbunden ist. Ob dieses Risiko auch besteht, wenn zusĂ€tzlich zu dem Estrogen ein Gestagen angewendet wird, ist nicht geklĂ€rt.
Sonstige ErkrankungszustÀnde
Patientinnen mit eingeschrÀnkter Funktion der Niere oder des Herzens
Estrogene können eine FlĂŒssigkeitsansammlung im Körper bewirken; daher sollten Sie, wenn bei Ihnen Herz- oder Nierenfunktionsstörungen vorliegen, sorgfĂ€ltig beobachtet werden. Wenn Sie an einer schweren Nierenfunktionsstörung leiden, sollten Sie engmaschig ĂŒberwacht werden, weil ein Anstieg der im Blut zirkulierenden Estrogene zu erwarten ist.
Patientinnen mit einer bestimmten Fettstoffwechselstörung (HypertriglyzeridÀmie)
Wenn bei Ihnen bestimmte Blutfettwerte (Triglyzeride) erhöht sind, sollten Ihre Blutfettwerte wĂ€hrend der Behandlung mit Mericomb 1 mg engmaschig ĂŒberwacht werden, weil im Zusammenhang mit einer Estrogen-Therapie in seltenen FĂ€llen von einem starken Triglyzeridanstieg im Blut mit einer nachfolgenden EntzĂŒndung der BauchspeicheldrĂŒse berichtet wurde.
Einfluss von Mericomb 1 mg auf die Laborparameter der SchilddrĂŒse, der Geschlechtshormone und von Kortikosteroiden
Estrogene können die Ergebnisse bestimmter Labortests beeinflussen (z. B. SchilddrĂŒsentests; Spiegel von Geschlechtshormon-bindendem Protein und Kortikoid-bindendem Protein). Wenn bei Ihnen ein solcher Test durchgefĂŒhrt werden soll, informieren Sie den verantwortlichen Arzt darĂŒber, dass Sie eine Hormonersatztherapie anwenden. Die Konzentrationen der Hormone, die in den o. g. Tests untersucht werden und die fĂŒr die Hormonwirkung verantwortlich sind, bleiben dabei unverĂ€ndert, d. h., Sie mĂŒssen nicht mit Symptomen wie z. B. bei einer SchilddrĂŒsenunterfunktion rechnen.
Die Konzentration bestimmter EiweiĂstoffe im Blut (Angiotensinogen/Renin-Substrat, 1-Antitrypsin und Coeruloplasmin) kann verĂ€ndert sein.
Hirnleistungsstörung (Demenz)
Es ist nicht schlĂŒssig nachgewiesen, dass sich durch eine Hormonersatztherapie die geistigen FĂ€higkeiten (GedĂ€chtnis, Wahrnehmung, Denken, Lernen, Urteilungsvermögen, Erinnerung etc.) verbessern. Aus einer groĂen Studie gibt es Hinweise auf ein erhöhtes Risiko fĂŒr eine Hirnleistungsstörung (?wahrscheinliche Demenz?) bei Frauen, die nach dem 65. Lebensjahr eine Hormonersatztherapie mit einer bestimmten Wirkstoffkombination (konjugierte equine Estrogene, fortlaufend kombiniert mit Medroxyprogesteronacetat) begonnen haben. Es ist nicht bekannt, ob diese Erkenntnisse auch fĂŒr jĂŒngere Frauen nach der letzten Regelblutung bzw. andere Hormonersatztherapie-PrĂ€parate gelten.
Kinder
Mericomb 1 mg darf nicht bei Kindern angewendet werden.
Ăltere Menschen
Es liegen nur begrenzte Erfahrungen bei der Behandlung von Frauen ĂŒber 65 Jahren vor.
Schwangerschaft
Sie dĂŒrfen Mericomb 1 mg in der Schwangerschaft nicht einnehmen. Wenn Sie wĂ€hrend der Behandlung mit Mericomb 1 mg schwanger werden, sollte die Behandlung sofort abgebrochen werden.
Die meisten Beobachtungsstudien, die hinsichtlich einer unbeabsichtigten Aussetzung des Fetus gegenĂŒber Estrogenen und Gestagenen von Bedeutung sind, zeigten beim Fetus keine Missbildungen oder Giftwirkungen.
Stillzeit
Sie dĂŒrfen Mericomb 1 mg in der Stillzeit nicht einnehmen.
VerkehrstĂŒchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Es wurden keine unerwĂŒnschten Wirkungen auf die FĂ€higkeit zur aktiven Teilnahme am StraĂenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beschrieben.
Wichtige Warnhinweise ĂŒber bestimmte Bestandteile von Mericomb 1 mg
Dieses Arzneimittel enthĂ€lt Lactose. Bitte nehmen Sie Mericomb 1 mg daher erst nach RĂŒcksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer ZuckerunvertrĂ€glichkeit leiden.