Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
EMB-Fatol® 1,0 g ist ein Arzneimittel zur Behandlung der Tuberkulose. EMB-Fatol® 1,0 g wird angewendet bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern, bei denen eine orale Einnahme nicht möglich oder eine Resorptionsstörung bekannt ist, zur Behandlung aller Formen und Stadien der Lungentuberkulose und der Tuberkulose sonstiger Organe mit Erregerempfindlichkeit …
- Wirkstoff(e)
- Ethambutol
- Zulassungsinhaber
- Riemser Pharma GmbH
- ATC Code
- J04AK02
Diese Zusammenfassung ersetzt nicht die Packungsbeilage und keine ärztliche Beratung.
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Gebrauchsinformation
Wofür wird EMB-Fatol 1,0 g angewendet?
EMB-Fatol® 1,0 g ist ein Arzneimittel zur Behandlung der Tuberkulose.
EMB-Fatol® 1,0 g wird angewendet bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern, bei denen eine orale Einnahme nicht möglich oder eine Resorptionsstörung bekannt ist,
- zur Behandlung aller Formen und Stadien der Lungentuberkulose und der Tuberkulose sonstiger Organe mit Erregerempfindlichkeit gegen Ethambutol, immer in Kombination mit weiteren antimykobakteriell wirksamen Arzneimitteln,
- zur empirischen Therapie in der Initialphase der Standardbehandlung der Tuberkulose bei zunächst unklaren Resistenzsituationen bzw. in Wiederbehandlungsfällen,
- zum Einsatz in modifizierten Therapieregimen der Tuberkulose bei nachgewiesener Resis- tenz gegen einen oder mehrere Standardkombinationspartner.
Eine möglichst schnelle Umstellung auf eine orale Therapie ist anzustreben.
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Was ist vor der Einnahme von EMB-Fatol 1,0 g zu beachten?
EMB-Fatol® 1,0 g darf nicht angewendet werden,
- wenn Sie allergisch gegen Ethambutol oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.
- wenn bei Ihnen eine Schädigung des Sehnervs bekannt ist (siehe unter 2. Besondere Vor- sicht bei der Anwendung von EMB-Fatol 1,0® g ist erforderlich).
- wenn Sie bereits an einer schwerwiegenden Augenerkrankung (z. B. im Rahmen eines Dia- betes, sog. diabetische Retinopathie) leiden.
- wenn bei Ihnen Augenschäden bekannt sind, die eine Kontrolle des Sehvermögens behin- dern.
- von Patienten, bei denen aus anderen Gründen eine zuverlässige Kontrolle des Sehvermö- gens nicht oder nicht mehr möglich ist.
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bevor Sie EMB-Fatol 1,0 g anwenden.
Besondere Vorsicht bei der Anwendung von EMB-Fatol® 1,0 g ist erforderlich
-
da Ethambutol eine einseitige oder beidseitige axiale retrobulbäre Neuritis des Nervus opti- cus (Entzündung des Sehnervs), die sich als Rot-Grün-Schwäche, Visusminderung bzw. Zentralskotom (umschriebener Gesichtsfeldausfall) äußert, oder eine periaxiale Neuritis des Nervus opticus, die sich als Einschränkung der Gesichtsfeldaußengrenze zeigt, verursachen kann. Deshalb sind regelmäßige augenärztliche Kontrolluntersuchungen (Visuskontrolle) vor
Therapiebeginn und in 4-wöchigen Abständen während der Gesamtdauer der Therapie zwingend erforderlich – bei Niereninsuffizienz häufiger. Achten Sie selbst auf Änderungen Ihres Sehvermögens (beim Zeitunglesen u. Ä.) während der Behandlung mit EMB-Fatol® 1,0 g und benachrichtigen Sie Ihren Arzt sofort bei Auffälligkeiten. Die Therapie mit EMB-Fatol® muss in solchen Fällen sofort unterbrochen werden, um irreversible Schäden zu vermeiden. - bei Kindern unter 6 Jahren, bei denen eine zuverlässige Kontrolle des Sehvermögens noch nicht möglich ist. Ethambutol sollte in dieser Altersgruppe nur nach strenger Nutzen-Risiko- Abwägung angewendet werden.
- wenn bei Ihnen die Nierenfunktion eingeschränkt ist. In diesem Fall wird die Dosis von EMB- Fatol® 1,0 g von Ihrem Arzt angepasst. Er sollte außerdem regelmäßig Ihre Ethambutol- Plasmakonzentration kontrollieren.
- wenn Sie erhöhte Harnsäurewerte im Blut (Hyperurikämie) haben und/oder an Gicht leiden.
- Um hohe Serumspitzenkonzentrationen von Ethambutol zu vermeiden, wird EMB-Fatol® 1,0 g, Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung mit konstanter Geschwindigkeit als Infusion verdünnt über mindestens 2 Stunden verabreicht.
Kinder bis 12 Jahre
Bei der intravenösen Anwendung von Ethambutol-haltigen Arzneimitteln bei Kindern bis 12 Jahre ist Vorsicht geboten, da Ergebnisse klinischer Studien in dieser Altersgruppe nicht vor- liegen. Deshalb darf EMB-Fatol® 1,0 g nur bei lebenswichtiger Indikation und unter Kontrolle der Wirkstoffkonzentrationen im Serum angewendet werden.
Anwendung von EMB-Fatol 1,0 g zusammen mit anderen Arzneimitteln
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen.
EMB-Fatol® 1,0 g wird wie folgt beeinflusst:
Sonstige mögliche Wechselwirkungen:
- Mit Disulfiram behandelte chronische Alkoholiker weisen unter Behandlung mit Ethambutol ein erhöhtes Risiko für Sehschäden auf.
Störung von Laboruntersuchungen:
Ethambutol reagiert bei ausreichender Konzentration im Serum mit Phentolamin und gibt falsch positive Testbefunde bei der Diagnostik des Phäochromozytoms (Tumor der Neben- nierenrinde).
Schwangerschaft und Stillzeit
Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beab- sichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
In der Schwangerschaft und in der Stillzeit sollte EMB-Fatol® 1,0 g nur nach sorgfältiger Nutzen- Risiko-Abwägung durch den Arzt angewendet werden.
Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
EMB-Fatol® 1,0 g kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass z. B. die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Bei bereits vorhandenen Ethambutol-bedingten Sehstörungen ist die Sicherheit beim Steuern von Kraftfahrzeugen und beim Bedienen von Ma- schinen beeinträchtigt.
Wie wird EMB-Fatol 1,0 g angewendet?
Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker an. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.
Ethambutol gehört zu den Standardtherapeutika der Tuberkulose, immer im Rahmen einer Kombinationstherapie.
Die Wahl des Therapieregimes der Tuberkulose und der verwendeten Kombinationspartner stützt sich auf die lokale Resistenzsituation, die Ergebnisse der Resistenztestung des konkreten Patientenisolats und die Kooperationsbereitschaft und Zuverlässigkeit des Patienten (Compli- ance).
Standardtherapie der Tuberkulose:
Zur täglichen Therapie wird Ethambutol im Rahmen der Standardtherapie der Tuberkulose in der Initialphase zusammen mit Isoniazid, Rifampicin und Pyrazinamid über 2 Monate einge- setzt.
Für die Tuberkulosetherapie gelten für Ethambutol die folgenden auf das Körpergewicht (KG) bezogenen Dosierungen für eine 1-mal tägliche Anwendung.
Erwachsene und Jugendliche:
15 (15 – 20) mg/kg Körpergewicht
maximale Tagesdosis: 1600 mg
EMB-Fatol® 1,0 g, Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 100 mg Ethambutol- dihydrochlorid in 1 ml.
Kinder bis 12 Jahre:
(bei denen eine Kontrolle des Sehvermögens zuverlässig durchgeführt werden kann) 20 (15 – 25) mg/kg Körpergewicht
Jede Tuberkulose im Kindesalter sollte in enger Abstimmung mit erfahrenen Fachzentren versorgt werden.
Ihr behandelnder Arzt entscheidet über die für Sie richtige Dosis und Dauer der Anwen- dung.
Intermittierende Therapie bei Tuberkulose:
Es wird empfohlen, die Medikamente zur Therapie der Tuberkulose täglich über den gesamten Therapiezeitraum anzuwenden, da dieses Vorgehen eine maximale Therapiesicherheit garan- tiert.
Die intermittierende Therapie der Tuberkulose wird in Deutschland nicht empfohlen. Falls sich eine tägliche Medikamentengabe aus zwingenden Gründen nicht realisieren lässt, sollte die in- termittierende Therapie nur in der Kontinuitätsphase und nur bei HIV-negativen Patienten mit voll medikamentensensibler Tuberkulose und als überwachte Therapie erfolgen.
Erwachsene:
3x/Woche: 30 mg/kg Körpergewicht
Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion
Die Dosierung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion richtet sich nach der vorhande- nen glomerulären Filtrationsrate (GFR in ml/min). Die Dosisanpassung wird durch Änderung des Dosierungsintervalls vorgenommen und gegebenenfalls mittels Serumspiegelbestimmungen kontrolliert. Eine Dosisanpassung in Abhängigkeit von Serumspiegelbestimmungen ist jedoch bei Patienten mit einer schwerwiegenden Einschränkung der Nierenfunktion erforderlich.
| Dosierungsintervall | nach GFR | [ml/min] | ||
| Dosis [mg/kg KG] | 30 - 60 | 10 - 29 | GFR < 10 | Bemerkungen |
| 15 | 24 h | 48 h | 48 h* | Möglichst vermeiden. Okulares Risiko erhöht Tests |
* Serumspiegel-Bestimmungen durchführen: Ethambutol: Cmax = 2 – 6 mg/l 2 Stunden nach Einnahme (Spitzenspie- gel) oder < 1,0 mg/l vor der nächsten Dosis (Talspiegel)
Ethambutol ist gut dialysierbar. Es erfolgt eine rasche Ausscheidung bei Hämodialyse (t1/2 = 2 Std.), eine mäßige Ausscheidung bei Peritonealdialyse (CAPD, t1/2 = 5 Std.) EMB-Fatol® sollte an Dialysetagen 4 - 6 Stunden vor der Dialyse oder unmittelbar nach der Dialyse angewendet werden.
Dosierung bei eingeschränkter Leberfunktion
Nur bei schweren Leberstörungen treten erhöhte Ethambutol-Konzentrationen im Serum auf, sodass auch hier Serumspiegelbestimmungen erforderlich sind.
Art der Anwendung
Die tägliche intravenöse Gabe von EMB-Fatol® 1,0 g, Konzentrat zur Herstellung einer Infusi- onslösung erfolgt als Infusion. Hierzu werden 500 ml isotonische Natriumchloridlösung oder iso- tonische Glucoselösung mit der erforderlichen Menge an EMB-Fatol® 1,0 g, Konzentrat zur Her- stellung einer Infusionslösung (entsprechend der angegebenen Tagesdosis) versetzt. Die Infu- sionslösung muss vor Anwendung visuell geprüft werden. Nur klare Lösungen ohne sichtbare Partikel verwenden. Die Dauer der Infusion soll mindestens 2 Stunden betragen. Nicht aufge- brauchtes Konzentrat oder Infusionslösung ist zu verwerfen.
Die Tagesdosis wird in einer Einzelgabe intravenös verabreicht.
Dauer der Anwendung
Die Dauer der intravenösen Anwendung von EMB-Fatol® 1,0 g, Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung soll grundsätzlich begrenzt sein. Im weiteren Verlauf der Therapie soll möglichst schnell auf eine orale Gabe umgestellt werden.
Die Dauer der Anwendung von Ethambutol gegen Tuberkulose richtet sich grundsätzlich nach dem jeweils verwendeten Therapieregime.
Bei Vorliegen einer Resistenz gegen einen der verwendeten Kombinationspartner der Stan- dardtherapie (z. B. Isoniazid oder Rifampicin) oder bei Vorliegen einer Multiresistenz (Resis- tenznachweis mindestens gegen Isoniazid und Rifampicin) wird Ethambutol bei gegebener Sen-
sibilität über den gesamten Zeitraum des verlängerten und modifizierten Therapieregimes ein- gesetzt.
Wenn Sie eine größere Menge von EMB-Fatol® 1,0 g angewendet haben, als Sie sollten
Folgende Erscheinungen können auftreten: Appetitlosigkeit, Erbrechen, Magen-Darm- Störungen, Fieber, Kopfschmerzen, Schwindel, Verwirrtheit, Halluzinationen und/oder Sehstö- rungen.
Zur Behandlung einer Überdosierung ist kein Gegenmittel bekannt. Eine Dialyse ist möglich. Die Behandlung richtet sich nach den Symptomen. Zur Behandlung neurologischer Nebenwirkungen bzw. Sehstörungen werden die Vitamine B1, B6 und B12, Kallikrein und Steroide empfohlen.
Wenn Sie die Anwendung von EMB-Fatol® 1,0 g vergessen haben
Wenden Sie nicht die doppelte Menge an, wenn Sie die vorherige Anwendung vergessen ha- ben.
Wenn Sie die Anwendung von EMB-Fatol® 1,0 g abbrechen
Durch unregelmäßige Anwendung und/oder durch vorzeitige Beendigung der Behandlung kön- nen Tuberkuloseerreger widerstandsfähig (resistent) gegen das Arzneimittel werden. Dadurch gefährden Sie Heilungsaussichten und verschlechtern spätere Behandlungsmöglichkeiten.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
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Welche Nebenwirkungen hat EMB-Fatol 1,0 g?
Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Die Häufigkeitsangaben zu den im Folgenden genannten Nebenwirkungen variieren in der zu- grunde liegenden gängigen Literatur erheblich. Aussagefähige Studien mit Angabe von ausrei- chenden Patientenpopulationen liegen nicht vor.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:
Sehr häufig: kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen Häufig: kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen Gelegentlich: kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen Selten: kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen Sehr selten: kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
| Sehr häufig (> 1/10) | Häufig (> 1/100 bis < 1/10) | Gelegentlich (> 1/1.000 bis < 1/100) | Selten (> 1/10.000 bis < 1/1.000) | Sehr selten K 1/10.000) | Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) |
| Augenerkrankungen | |||||
| Dosisabhän- gige Entzündung des Sehnervs (Nervus opticus- Neuritis) mit Verlust der Rot-Grün- Unterschei- dung, Visusver- schlechterung, Zentralskotom bzw. Einschränkung der Gesichts- feldaußen- grenzen* | Irreversible Sehschäden (Blindheit) bei nicht rechtzeitiger Unterbrechung der Therapie | ||||
| Erkrankungen des | Nervensystems | ||||
| Taubheitsge- fühl / Sensibilitäts- störungen (v.a. in den Gliedmaßen), Kopfschmer- zen, Schwindel, Fingerzittern | |||||
| Psychiatrische | Erkrankungen | ||||
| Verwirrtheits- zustände, Desorientiert- heit, Wahnvorstel- lungen | |||||
| Erkrankungen der | Nieren und Harnwege | ||||
| Toxische Auswirkungen auf die Nieren |
Erkrankungen des Nervensystems
Taubheitsge- fühl / Sensibilitäts- störungen (v.a. in den Gliedmaßen), Kopfschmer- zen, Schwindel, Fingerzittern
Psychiatrische Erkrankungen
Verwirrtheits- zustände, Desorientiert- heit, Wahnvorstel- lungen
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeToxische Auswirkungen auf die Nieren
| Sehr häufig (> 1/10) | Häufig (> 1/100 bis < 1/10) | Gelegentlich (> 1/1.000 bis < 1/100) | Selten (> 1/10.000 bis < 1/1.000) | Sehr selten K 1/10.000) | Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) |
| Stoffwechsel- und | Ernährungsstörungen | ||||
| Erhöhte Harnsäure- werte im Blut (insbesondere bei Gichtpatienten) | |||||
| Erkrankungen des | Immunsystems | ||||
| Allergische Reaktionen wie Hautausschlag (Exanthem), Juckreiz, Fieber und/oder Abnahme der weißen Blutzellen (Leukopenie) | Schwere akute Überempfind- lichkeitsreak- tionen (anaphylak- tischer Schock) | Entzündliche Veränderung der Lunge (Pneumonitis) Abnahme bestimmter weißer Blutzellen, der neutrophilen Granulozyten (Neutropenie) mit einer Zunahme der eosinophilen Granulozyten (Eosinophilie), schwere Hautreaktionen (Steven- Johnson- Syndrom) | |||
| Erkrankungen des | Gastrointestinaltrakts | ||||
| Blähungen, Völlegefühl, Bauchschmerz en (abdominale Beschwerden), Übelkeit | |||||
| Erkrankungen | der Haut und | des Unterhautzellgewebes | |||
| Juckreiz, Hautausschlag (Exantheme), Knötchenflech- te (Lichen) |
| Sehr häufig (> 1/10) | Häufig (> 1/100 bis < 1/10) | Gelegentlich (> 1/1.000 bis < 1/100) | Selten (> 1/10.000 bis < 1/1.000) | Sehr selten K 1/10.000) | Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) |
| Leber- und | Gallenerkrankungen | ||||
| Störungen der Leberfunktion (Zunahme bestimmter Enzyme, der sog. Transamina- sen, Leberentzün- dung) | |||||
| Erkrankungen | des Blutes | und des | Lymphsystems | ||
| Abnahme weißer Blutzellen (Leukopenie) (im Rahmen allergischer Reaktionen) | Blutbildver- änderungen wie Abnahme der Zahl der Blutplättchen (Thrombozyto- penie) | Abnahme bestimmter weißer Blutzellen (Neutropenie) mit einer Zunahme der eosinophilen Granulozyten (Eosinophilie) (im Rahmen allergischer Reaktionen) | |||
| Erkrankungen | der Atemwege, des | Brustraums und | Mediastinums | ||
| Entzündliche Veränderung der Lunge (Pneumonitis) (im Rahmen allergischer Reaktionen) |
Störungen der Leberfunktion (Zunahme bestimmter Enzyme, der sog. Transamina- sen, Leberentzün- dung)*
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
| Sehr häufig (> 1/10) | Häufig (> 1/100 bis < 1/10) | Gelegentlich (> 1/1.000 bis < 1/100) | Selten (> 1/10.000 bis < 1/1.000) | Sehr selten K 1/10.000) | Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) |
| Leber- und | Gallenerkrankungen | ||||
| Störungen der Leberfunktion (Zunahme bestimmter Enzyme, der sog. Transamina- sen, Leberentzün- dung) | |||||
| Erkrankungen | des Blutes | und des | Lymphsystems | ||
| Abnahme weißer Blutzellen (Leukopenie) (im Rahmen allergischer Reaktionen) | Blutbildver- änderungen wie Abnahme der Zahl der Blutplättchen (Thrombozyto- penie) | Abnahme bestimmter weißer Blutzellen (Neutropenie) mit einer Zunahme der eosinophilen Granulozyten (Eosinophilie) (im Rahmen allergischer Reaktionen) | |||
| Erkrankungen | der Atemwege, des | Brustraums und | Mediastinums | ||
| Entzündliche Veränderung der Lunge (Pneumonitis) (im Rahmen allergischer Reaktionen) |
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Entzündung des Sehnervs: Bei frühzeitigem Bemerken entsprechender Symptome sowie unver- züglichem Absetzen von EMB-Fatol ist die Symptomatik in der Regel reversibel.
Erhöhte Harnsäurewerte: Bei etwa 50 % der behandelten Patienten, insbesondere bei Gichtpa- tienten, werden erhöhte Harnsäurewerte im Blut gefunden. Es wird ein konkurrierender Mecha- nismus bei der Elimination der Harnsäure im Tubulusapparat angenommen. Dieser Befund kann
bereits 24 Stunden nach einer einzigen Dosis oder auch erst nach 90 Tagen Therapie erstmals auftreten und wird möglicherweise durch gleichzeitige Therapie mit Isoniazid und Pyridoxin be- günstigt. Im Zusammenhang mit 4-fach Kombinationstherapien (Rifampicin, Isoniazid, Pyra- zinamid und Ethambutol) sind auch Fälle von Arthralgien aufgetreten.
Störungen der Leberfunktion: Diese können besonders unter hohen Dosen von Ethambutol auf- treten.
Gegenmaßnahmen
Bei Auftreten schwerer Überempfindlichkeitsreaktionen und/oder eines anaphylaktischen Schocks (akute, lebensbedrohliche allergische Allgemeinreaktion) ist die Behandlung mit EMB- Fatol® 1,0 g sofort abzubrechen und die üblichen entsprechenden Notfallmaßnahmen müssen durch einen Arzt eingeleitet werden.
Meldung von Nebenwirkungen
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.
Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
Abt. Pharmakovigilanz
Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3
D-53175 Bonn
Website: www.bfarm.de
anzeigen.
Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.
Wie ist EMB-Fatol 1,0 g aufzubewahren?
Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.
Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Flasche und der Faltschachtel angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des an- gegebenen Monats.
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Zubereitung wurde für 24 Stunden bei 20 °C nachgewiesen.
Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort eingesetzt wird, ist der Anwender für die Dauer und Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich. Sofern die Herstellung der ge-
brauchsfertigen Zubereitung nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt, ist diese nicht länger als 24 Stunden bei 2 bis 8 °C aufzubewahren.
Nicht aufgebrauchtes Konzentrat oder Infusionslösung ist zu verwerfen.
Weitere Informationen zu EMB-Fatol 1,0 g
Was EMB-Fatol 1,0 g enthält
Der Wirkstoff ist: Ethambutoldihydrochlorid.
1 Flasche mit 10 ml enthält 1,0 g Ethambutoldihydrochlorid.
Die sonstigen Bestandteile sind: Wasser für Injektionszwecke, Natriumhydroxid.
Wie EMB-Fatol 1,0 g aussieht und Inhalt der Packung
EMB-Fatol® 1,0 g, Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung ist eine klare, farblose Flüs- sigkeit.
EMB-Fatol® 1,0 g, Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung ist in Packungen mit 10 Fla- schen zu je 10 ml erhältlich.
Für die orale Weiterbehandlung stehen EMB-Fatol® 100 mg Tabletten und EMB-Fatol® 250 mg / 400 mg / 500 mg Filmtabletten zur Verfügung.
Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller
Pharmazeutischer Unternehmer
RIEMSER Pharma GmbH An der Wiek 7
17493 Greifswald - Insel Riems phone +49 30 338427-0
fax +49 38351 308 e-mail info@RIEMSER.com
Hersteller
SW Pharma GmbH
Robert-Koch-Straße 1
66578 Schiffweiler
Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im April 2016.
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.


