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Medikamente

Parevert

Parevert
Inhalt
  1. Was ist es und wofür wird es verwendet?
  2. Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?
  3. Wie wird es angewendet?
  4. Was sind mögliche Nebenwirkungen?
  5. Wie soll es aufbewahrt werden?
  6. Weitere Informationen
  7. Zieltierarten

Das Wichtigste in Kürze

Akute hypocalcämische und/oder hypomagnesiämische Zustände. Als Unterstützungstherapie bei Gefäßpermeabilitätsstörungen, z.B. bei Allergien, Urticaria , hämorrhagischer Diathese.

Zieltierarten
Rind, Pferd, Ziege, Schwein (Sau)
Wirkstoff(e)
Kohlenhydrate, Magnesiumchlorid, Calciumchlorid
Zulassungsinhaber
Serumwerk Bernburg AG
Abgabestatus
Apothekenpflichtig

Diese Zusammenfassung ersetzt nicht die Packungsbeilage und keine ärztliche Beratung.

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Gebrauchsinformation

Wofür wird Parevert bei Tieren angewendet?

Akute hypocalcämische und/oder hypomagnesiämische Zustände.

Als Unterstützungstherapie bei Gefäßpermeabilitätsstörungen, z.B. bei Allergien, Urticaria, hämorrhagischer Diathese.

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Für welche Tiere ist Parevert zugelassen?

Rind, Pferd, Ziege, Schwein (Sau)

Gegenanzeigen und Warnhinweise zu Parevert

Gegenanzeigen

Nicht anwenden:

- bei Hypercalcämie und Hypermagnesiämie - bei Herzinsuffizienz

- bei idiopathischer Hypocalcämie bei Fohlen - bei Kalzinose beim Rind

- in Folge hochdosierter Verabreichung von Vitamin D3-Präparaten - bei chronischer Niereninsuffizienz

- bei gleichzeitiger oder kurz danach erfolgender intravenöser Verabreichung von anorganischen Phosphatlösungen

Besondere Warnhinweise

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die sichere Anwendung bei den Zieltierarten: Es ist auf streng intravenöse Anwendung zu achten.

Die intravenöse Applikation muss langsam erfolgen.

Während der Infusion sind Herz und Kreislauf kontinuierlich zu überwachen. Beim Auftreten von Symptomen einer Überdosierung (insbesondere Herzrhythmusstörungen, Blutdruckabfall, Unruhe) ist die Infusion sofort abzubrechen.

Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen:

Calcium steigert die Wirksamkeit von Herzglycosiden.

Durch Calcium werden die kardialen Wirkungen von β-Adrenergika und Methylxanthinen verstärkt. Glucocorticoide erhöhen durch Vitamin D-Antagonismus die renale Ausscheidung von Calcium.

Überdosierung:

Bei zu schneller intravenöser Infusion oder Überdosierung kann es zu einer Hypercalcämie und/oder Hypermagnesiämie mit kardiotoxischen Erscheinungen wie Tachykardie nach initialer Bradykardie, Herzrhythmusstörungen und in schweren Fällen ventrikulärem Herzflimmern mit Herzstillstand, kommen. Als weitere hypercalcämische Symptome sind zu beachten: motorische Schwäche, Muskelzittern, gesteigerte Erregbarkeit, Unruhe, Schweißausbrüche, Polyurie, Blutdruckabfall, Depression sowie Koma.

In diesen Fällen ist die Infusion sofort abzubrechen.

Symptome einer Hypercalcämie können auch noch 6-10 Stunden nach der Infusion auftreten und dürfen aufgrund der Ähnlichkeit der Symptome nicht als Rezidiv der Hypocalcämie fehldiagnostiziert werden.

Wesentliche Inkompatibilitäten:

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Tierarzneimittel nicht mit anderen Tierarzneimitteln gemischt werden.

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Wie wird Parevert dosiert und angewendet?

Dosierung für jede Tierart, Art und Dauer der Anwendung

Zur langsamen intravenösen Anwendung.

Rind:

Akute hypocalcämische/ hypomagnesiämische Zustände:

50 ml Tierarzneimittel pro 50 kg Körpergewicht, (entsprechend 0,37 mmol Ca2+ und 0,15 mmol Mg2+ pro kg Körpergewicht)

Unterstützungstherapie bei Gefäßpermeabilitätsstörungen:

30 ml Tierarzneimittel pro 50 kg Körpergewicht, (entsprechend 0,22 mmol Ca2+ und 0,09 mmol Mg2+ pro kg Körpergewicht)

Kalb, Pferd, Ziege, Sau:

30 ml Tierarzneimittel pro 50 kg Körpergewicht, (entsprechend 0,22 mmol Ca2+ und 0,09 mmol Mg2+ pro kg Körpergewicht)

Die intravenöse Infusion muss langsam über einen Zeitraum von 20-30 min erfolgen.

Die Dosierungsangaben sind Richtwerte und immer dem bestehenden Defizit und dem jeweiligen Kreislaufzustand anzupassen.

Die erste Nachbehandlung darf frühestens nach 6 Stunden vorgenommen werden. Weitere Nachbehandlungen im Abstand von 24 Stunden, wenn sichergestellt ist, dass das Anhalten der Symptome auf einen weiterhin bestehenden hypocalcämischen/ hypomagnesiämischen Zustand zurückzuführen ist.

Hinweise für die richtige Anwendung

Siehe oben unter „Dosierung für jede Tierart, Art und Dauer der Anwendung“

10.   Wartezeiten  
Rind, Pferd, Ziege:  
essbare Gewebe Null Tage
Milch   Null Tage
Schwein:  
essbare Gewebe Null Tage

Welche Nebenwirkungen kann Parevert beim Tier haben?

Rind, Pferd, Ziege, Schwein (Sau):

Sehr selten Hypercalcämie (transient) 1
Unruhe 2
(< 1 Tier/10 000 behandelte Tiere,
Erhöhung der Atemfrequenz 2
einschließlich Einzelfallberichte):
Anstieg der Herzfrequenz 3
 
Unbestimmte Häufigkeit: initiale Bradykardie 2
  Muskelzittern 2
  vermehrter Speichelfluss 2
  Störung des Allgemeinbefindens 4

1 auch bei therapeutischer Dosierung (bedingt durch den Calciumgehalt). 2 in Folge der Hypercalcämie.

3 nach initialer Bradykardie als Zeichen für eine beginnende Überdosierung. In diesem Fall ist die Infusion abzubrechen.

4 kann als verzögerte Nebenwirkung auch noch 6-10 Stunden nach der Infusion auftreten und

darf nicht als Rezidiv der Hypocalcämie fehldiagnostiziert werden. (Siehe auch unter

„Besondere Warnhinweise“ im Unterabschnitt „Überdosierung“)

Die Meldung von Nebenwirkungen ist wichtig. Sie ermöglicht die kontinuierliche Überwachung der Verträglichkeit eines Tierarzneimittels. Falls Sie Nebenwirkungen, insbesondere solche, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind, bei Ihrem Tier feststellen, oder falls Sie vermuten, dass das Tierarzneimittel nicht gewirkt hat, teilen Sie dies bitte zuerst Ihrem Tierarzt mit. Sie können Nebenwirkungen auch an den Zulassungsinhaber unter Verwendung der Kontaktdaten am Ende dieser Packungsbeilage oder über Ihr nationales Meldesystem melden. Die Meldungen sind vorzugsweise durch einen Tierarzt an das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zu senden. Meldebögen und Kontaktdaten des BVL sind auf der Internetseite https://www.vet-uaw.de/ zu finden oder können per E-Mail (uaw@bvl.bund.de) angefordert werden. Für Tierärzte besteht die Möglichkeit der elektronischen Meldung auf der oben genannten Internetseite.

Wie ist Parevert aufzubewahren und zu entsorgen?

Besondere Lagerungshinweise

Arzneimittel unzugänglich für Kinder aufbewahren.

Für dieses Tierarzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich Nur klare Lösungen in unversehrten Behältnissen verwenden.

Sie dürfen dieses Tierarzneimittel nach dem auf dem Behältnis angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden.

Haltbarkeit nach dem ersten Öffnen/Anbruch der Primärverpackung:

Nach Anbruch sofort verbrauchen.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Entsorgung

Nicht aufgebrauchte Tierarzneimittel sind vorzugsweise bei Schadstoffsammelstellen abzugeben. Bei gemeinsamer Entsorgung mit dem Hausmüll ist sicherzustellen, dass kein missbräuchlicher Zugriff auf diese Abfälle erfolgen kann.

Tierarzneimittel dürfen nicht mit dem Abwasser bzw. über die Kanalisation entsorgt werden. Diese Maßnahmen dienen dem Umweltschutz.

Fragen Sie Ihren Tierarzt oder Apotheker, wie nicht mehr benötigte Arzneimittel zu entsorgen sind.

Weitere Informationen zu Parevert

Bezeichnung des Tierarzneimittels

Parevert, Infusionslösung für Rinder, Pferde, Ziegen, Schweine (Sauen)

2. Zusammensetzung    
1000 ml enthalten:    
Wirkstoffe:    
Calciumchlorid-Dihydrat 53,67 g
Magnesiumchlorid-Hexahydrat 30,0 g
Glucose-Monohydrat 27,5 g
Fructose 25,0 g

(entsprechend mmol/l: Ca 2+ 365, Mg 2+ 147, Cl - 1024)

Sonstiger Bestandteil:

Wasser für Injektionszwecke.

Steril und frei von Endotoxinen pH-Wert: 2,8 – 3,8

Energiegehalt: 840 kJ/l (200 kcal/l) Theoretische Osmolarität: 1815 mOsmol/l

Einstufung von Tierarzneimitteln

Tierarzneimittel, das der Verschreibungspflicht unterliegt.

Zulassungsnummern und Packungsgrößen

Zulassungsnummer: 3100218.00.00

Packungsgrößen: 500 ml; 10 x 500 ml

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in Verkehr gebracht.

Datum der letzten Überarbeitung der Packungsbeilage

04.01.2023

Detaillierte Angaben zu diesem Tierarzneimittel sind in der Produktdatenbank der Europäischen Union verfügbar (https://medicines.health.europa.eu/veterinary).

Kontaktangaben

Zulassungsinhaber und für die Chargenfreigabe verantwortlicher Hersteller und Kontaktangaben zur Meldung vermuteter Nebenwirkungen:

Serumwerk Bernburg AG

Hallesche Landstraße 105 b

06406 Bernburg

Tel.: +49 (0)3471 860 4300

Verschreibungspflichtig

Redaktionelle Grundsätze

Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.

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