Zum Inhalt springen

Wirkstoffe

Metamizol

Autor: Markus Falkenstätter, BScFachlich geprüft von Mag. pharm. Stefanie Brandauer (Pharmazeutin)
Inhalt
  1. Grundlagen
  2. Pharmakologie
  3. Toxizität

Anzeige

Grundlagen

Metamizol, auch bekannt unter den Kurzbezeichnungen Natriumnovaminsulfonat, Dipyron, Sulpyrin oder Noramidopyrin-Methansulfonat ist ein schmerzlindernder und fiebersenkender Wirkstoff aus der Gruppe der Nichtopioid-Analgetika. Metamizol hat aufgrund einer seltenen aber schwerwiegenden Nebenwirkung (Agranulozytose) heute in vielen Ländern keine Zulassung mehr. Im deutschsprachigen Raum ist die Anwendung jedoch noch weit verbreitet. Meist wird es in Form von Tabletten verabreicht.

Geschichte

N-Methyl-N-(2,3-Dimethyl-5-Oxo-1-Phenyl-3-Pyrazolin-4-yl-)aminomethansulfonsäure, die chemische Bezeichnung für Metamizol, war erstmals 1922 unter dem Namen Novalgin® von der Hoechst AG verfügbar. 

Pharmakologie

Pharmakodynamik

Der genaue Wirkmechanismus ist noch nicht entschlüsselt. Gesichert ist die Hemmung des Enzyms Cyclooxygenase, das für die Schmerzentstehung essenziell ist. Forscher vermuten jedoch hinter Opioid- und 5-HT-Rezeptoren weitere Angriffsziele des Arzneistoffes, welche auch zu gewissen Teilen die Schmerzwahrnehmung beeinflussen können. 

Pharmakokinetik

Metamizol wird ausschließlich als Natrium-Salz (Metamizol-Natrium) angewandt. Dadurch wird es möglich, den Stoff als Tablette zu verabreichen. Die Metabolisierung erfolgt in der Leber und die Bioverfügbarkeit beträgt rund 90%. Die Plasmahalbwertszeit beträgt rund 2,5 Stunden. Die Ausscheidung erfolgt über die Nieren.

Wechselwirkungen

Eine gleichzeitige Gabe mit Chlorpromazin sollte vermieden werden, da es zu einer gefährlichen Hypothermie kommen kann.

In Kombination mit Methotrexat kann es zu einer Leberschädigung kommen.

Toxizität

Nebenwirkungen

Aufgrund der seltenen und lebensbedrohlichen Nebenwirkung Agranulozytose wird Metamizol in vielen Ländern nicht mehr angewandt. Die Häufigkeit liegt bei einem Behandelten pro 1 000 000 Patienten. 

Andere Nebenwirkungen, die gelegentlich auftreten können, sind:

  • Niedriger Blutdruck (Hypotonie)
  • Arzneimittelexanthem (allergische Reaktion der Haut)
  • Rotfärbung des Urins
  • verminderte Anzahl von weißen Blutkörperchen (Leukopenie)
  • Hautreaktionen

Toxikologische Daten

LD50 (Ratte, oral):  4351 mg.kg−1

Markus Falkenstätter, BSc

Autor

Markus Falkenstätter, BSc

Student der Pharmazie

Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Lektor

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Pharmazeutin

Stefanie Brandauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.


Redaktionelle Grundsätze

Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.