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Wirkstoffe

Doxorubicin

Autor: Markus Falkenstätter, BScFachlich geprüft von Mag. pharm. Stefanie Brandauer (Pharmazeutin)
Inhalt
  1. Grundlagen
  2. Pharmakologie
  3. Toxizität

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Grundlagen

Doxorubicin ist ein Chemotherapeutikum aus der Gruppe der Anthrazykline. Als intravenöse Therapie wird das Zytostatikum bei verschiedenen Karzinomen eingesetzt, darunter Krebserkrankungen von Lunge, Brust, Harnblase, Gebärmutterschleimhaut oder Magen. Auch bei Lymphomen und akuten Leukämien kommt es zum Einsatz. Beim hepatozellulären Karzinom kann Doxorubicin im Rahmen einer transarteriellen Chemoembolisation in die Arterien appliziert werden.

Pharmakologie

Pharmakodynamik
Doxorubicin interkaliert in die DNA und inhibiert dadurch die Topoisomerase II. Dieses Enzym entrollt die eng gewundene DNA und bereitet diese dadurch für die Transkription vor. Das Zystostatikum blockiert den Topoisomerase II-Komplex und stoppt damit die Replikation. Zusätzlich führt es möglicherweise zur Entstehung freier Radikale, welche die Zytotoxizität verstärken.

Pharmakokinetik
Bei oraler Einnahme liegt die Bioverfügbarkeit bei nur 5 %, weshalb das Medikament intravenös verabreicht wird. Im Blut liegt es zu 75 % proteingebunden vor. Die Metabolisierung erfolgt über die Leber. Die durchschnittliche Halbwertszeit liegt bei ein bis drei Stunden, ausgeschieden wird Doxorubicin über den Stuhl und den Urin.

Wechselwirkungen
Doxorubicin wird über die Enzyme CYP3A4 und CYP2D6 metabolisiert. Entsprechend können Inhibitoren bzw. Induktoren dieser Enzyme die Plasmaspiegel beeinflussen. Eine gleichzeitige oder frühere Anwendung kardiotoxischer Medikamente, wie 5-Fluorouracil, Paclitaxel oder Trastuzumab, kann die herzschädigende Wirkung erhöhen. In Kombination mit anderen Chemotherapeutika, wie beispielsweise Cytarabin, können verstärkte Nebenwirkungen wie Nekrosen und Blutung des Dickdarms oder schwere Infektionen auftreten.

Toxizität

Nebenwirkungen
Es kann eine Knochenmarksdepression, eine Nieren- sowie Hautschädigung auftreten. Die charakteristische Nebenwirkung der Anthrazykline ist ihre Kardiotoxizität, die zu einer dilatativen Kardiomyopathie und Herzinsuffizienz führen kann. Die kardiotoxische Aktivität ist abhängig von der kumulierten Dosis und kann durch liposomale oder pegylierte Darreichungsformen reduziert werden. Jedoch führen die liposomalen Formen vermehrt zu einem Hand-Fuß- Syndrom mit einer schmerzhaften Rötung und Schwellung der distalen Extremitäten.

Toxikologische Daten
Im Mausversuch betrugt die mittlere letale Dosis bei oraler Applikation 570 mg pro Kilogramm Körpergewicht., beim Menschen sind Dosen von über 500 mg pro Quadratmeter Körperoberfläche möglich.

Markus Falkenstätter, BSc

Autor

Markus Falkenstätter, BSc

Student der Pharmazie

Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Lektor

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Pharmazeutin

Stefanie Brandauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.


Redaktionelle Grundsätze

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