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Wirkstoffe

Spironolacton

Autor: Markus Falkenstätter, BScFachlich geprüft von Mag. pharm. Stefanie Brandauer (Pharmazeutin)
Inhalt
  1. Grundlagen
  2. Pharmakologie
  3. Toxizität

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Grundlagen

Spironolacton ist ein Aldosteronantagonist und gehört zur Gruppe der kaliumsparenden Diuretika. Klinisch wird es bei Bluthochdruck, bei primärem und sekundärem Hyperaldosteronismus oder nephrotischem Syndrom eingesetzt.

Pharmakologie

Pharmakodynamik
Das Diuretikum hemmt die Wirkung des Mineralokortikoids Aldosteron im distalen Tubulus und Sammelrohr der Niere. Der wesentliche Effekt von Aldosteron besteht in der Rückresorption von Natrium, wodurch vermehrt Kalium ausgeschieden wird. Durch die Blockade wird vermehrt Natrium über den Urin ausgeschieden. Gleichzeitig wird weniger Kalium ausgeschieden, sodass die Plasmakonzentration ansteigt.

Pharmakokinetik
Die Bioverfügbarkeit bei oraler Einnahme beträgt ca. 73 %, durch gleichzeitige Nahrungsaufnahme kann diese gesteigert werden. Im Plasma liegt das Diuretikum zu über 90 % gebunden an Proteine vor. Die Ausscheidung erfolgt hauptsächlich über die Nieren, hierbei beträgt die Halbwertszeit 1 bis 2 Stunden. Die Wirkung tritt verzögert nach 2 bis 3 Tagen ein, der maximale Effekt ist nach 5 Tagen erreicht.

Wechselwirkungen
Die gleichzeitige Einnahme von anderen kaliumsparenden Diuretika, wie Amilorid oder Triamteren, oder Eplerenon darf nicht erfolgen. Ebenso können Furosemid, Digoxin, Neomycin oder Adrenalin in Kombination mit Spironolacton eine Hyperkaliämie begünstigen.

Toxizität

Nebenwirkungen
Häufig treten Hyperkaliämien auf, die bis zu Muskellähmungen und Herzrhythmusstörungen führen können. Insbesondere eine parallele Medikation mit ACE-Hemmern oder Sartanen kann eine Hyperkaliämie begünstigen, weshalb bei diesen Patienten regelmäßige Kalium-Kontrollen erfolgen sollten. Weiterhin tritt häufig eine Erhöhung der Harnsäure auf, die Gichtanfälle auslösen kann. Bei Männern kann es zu einer meist reversiblen Vergrößerung der Brustdrüsen (Gynäkomastie) kommen.

Toxikologische Daten
In Tierexperimenten an Ratten lag die mittlere letale Dosis bei oraler Aufnahme bei über 1000 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Spironolacton ist während Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert.

Markus Falkenstätter, BSc

Autor

Markus Falkenstätter, BSc

Student der Pharmazie

Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Lektor

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Pharmazeutin

Stefanie Brandauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.


Redaktionelle Grundsätze

Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.