Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
Teicoplanin Ibisqus 400 mg Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung oder einer Lösung zum Einnehmen Anwendungsgebiete Teicoplanin Ibisqus ist bei Erwachsenen und Kindern ab der Geburt indiziert zur parenteralen Behandlung von folgenden Infektionen (siehe Abschnitte 4.2, 4.4 und 5.1): komplizierte Haut- und Weichteilinfektionen Knochen- und …
- Wirkstoff(e)
- Teicoplanin
- Zulassungsinhaber
- IBIGEN S.r.l.
- Abgabestatus
- Apothekenpflichtig
- ATC Code
- J01XA02
Diese Zusammenfassung ersetzt nicht die Packungsbeilage und keine ärztliche Beratung.
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Gebrauchsinformation
Wofür wird Teicoplanin Ibisqus 400 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung oder einer Lösung zum Einnehmen angewendet?
Teicoplanin Ibisqus 400 mg Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung oder einer Lösung zum Einnehmen
Anwendungsgebiete
Teicoplanin Ibisqus ist bei Erwachsenen und Kindern ab der Geburt indiziert zur parenteralen Behandlung von folgenden Infektionen (siehe Abschnitte 4.2, 4.4 und 5.1):
- komplizierte Haut- und Weichteilinfektionen
- Knochen- und Gelenkinfektionen
- nosokomiale Pneumonien
- ambulant erworbene Pneumonien
- komplizierte Harnwegsinfektionen
- infektiöse Endokarditis
- Peritonitis, assoziiert mit kontinuierlicher ambulanter Peritonealdialyse (CAPD)
- Bakteriämie, die im Rahmen einer der oben aufgelisteten Indikationen auftritt
Teicoplanin Ibisqus ist auch angezeigt zur oralen Anwendung als Alternativbehandlung von durch Infektion mit Clostridium difficile verursachter Diarrhö und Kolitis.
Teicoplanin sollte falls erforderlich in Kombination mit anderen antibakteriellen Arzneimitteln eingesetzt werden.
Offizielle Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollten berücksichtigt werden.
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Was ist vor der Einnahme von Teicoplanin Ibisqus 400 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung oder einer Lösung zum Einnehmen zu beachten?
Gegenanzeigen
Überempfindlichkeit gegen Teicoplanin oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Teicoplanin sollte nicht intraventrikulär angewendet werden.
Überempfindlichkeitsreaktionen
Schwere, lebensbedrohliche Überempfindlichkeitsreaktionen, manchmal mit tödlichem Ausgang, wurden unter Teicoplanin beschrieben (z. B. anaphylaktischer Schock). Wenn eine allergische Reaktion auftritt, muss die Behandlung mit Teicoplanin sofort abgebrochen und geeignete Notfallmaßnahmen eingeleitet werden.
Bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Vancomycin sollte Teicoplanin mit Vorsicht angewendet werden, da eine allergische Kreuzreaktion, einschließlich eines tödlichen anaphylaktischen Schocks, nicht auszuschließen ist.
Das Auftreten eines „Red-Man-Syndroms“ (siehe unten) unter Vancomycin stellt jedoch keine
Kontraindikation für Teicoplanin dar.
Infusionsbedingte Reaktionen
In seltenen Fällen wurde (auch schon bei Erstanwendung) ein „Red-Man-Syndrom“ (Symptomenkomplex mit Pruritus, Urtikaria, Hautrötungen, Angioödem, Tachykardie, Blutdruckabfall, Dyspnoe) beobachtet.
Der Abbruch der Anwendung oder die Reduktion der Infusionsgeschwindigkeit kann zur Beendigung dieser Reaktionen führen. Infusionsbedingte Reaktionen können gemindert werden, wenn die Tagesdosis nicht als Bolus, sondern als Infusion über einen Zeitraum von 30 Minuten gegeben wird.
Schwere bullöse Reaktionen Schwere kutane Nebenwirkungen
Bei der Anwendung von Teicoplanin wurde über schwere kutane Nebenwirkungen (SCAR) einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxische epidermale Nekrolyse (TEN) und Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) berichtet, die lebensbedrohlich oder tödlich sein können (siehe Abschnitt 4.8).
Unter der Anwendung von Teicoplanin wurde auch über akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP) berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Zum Zeitpunkt der Verschreibung sollten Patienten über die Anzeichen und Symptome schwerer Hautreaktionen (z. B. fortschreitender Hautausschlag, oft mit Blasen oder Schleimhautläsionen oder Pustelausschlag oder andere Anzeichen einer Hautüberempfindlichkeit) informiert und engmaschig überwacht werden. Wenn Anzeichen und Symptome auftreten, die auf schwere Hautreaktionen hinweisen, sollte Teicoplanin abgesetzt und eine alternative Behandlung in Betracht gezogen werden
Antibakterielles Wirkspektrum
Teicoplanin hat ein begrenztes antibakterielles Wirkspektrum (Gram-positive Erreger). Es ist zur Behandlung einiger Infektionstypen nicht als Monotherapie geeignet, es sei denn die Empfindlichkeit des Erregers ist nachgewiesen oder es besteht der begründete Verdacht, dass der oder die am wahrscheinlichsten vorliegenden Erreger empfindlich gegenüber Teicoplanin sind.
Für eine rationale Antibiotika-Therapie mit Teicoplanin sollten das antibakterielle Wirkspektrum, das Sicherheitsprofil des Wirkstoffs und die Eignung der antibiotischen Standardtherapie für den einzelnen Patienten bei der Therapieentscheidung berücksichtigt werden. Auf dieser Basis sollte Teicoplanin vorwiegend bei schweren Infektionen eingesetzt werden, bei denen die antibiotische Standardtherapie als ungeeignet eingestuft wird.
Thrombozytopenie
Unter der Anwendung von Teicoplanin wurde über Thrombozytopenie berichtet (siehe
Abschnitt 4.8). Während der Behandlung sollten in regelmäßigen Abständen hämatologische Untersuchungen einschließlich eines großen Blutbilds erfolgen.
Nierentoxizität
Bei Patienten, die Teicoplanin erhielten, wurde über Nephrotoxizität und Nierenversagen berichtet (siehe Abschnitt 4.8).
Patienten mit einer eingeschränkten Nierenfunktion Patienten, die das Teicoplanin-Therapieschema mit hoher Initial-/Startdosis erhalten, und Patienten, die Teicoplanin in Verbindung mit oder anschließend an eine Behandlung mit anderen Arzneimitteln mit nephrotoxischem Potenzial (z.B. Aminoglykoside, Colistin, Amphotericin B, Ciclosporin und
Cisplatin) erhalten, sollten sorgfältig überwacht werden und Hörtests durchführen lassen(siehe
Abschnitt „Ototoxizität“ unten).
Da Teicoplanin vorwiegend über die Nieren ausgeschieden wird, muss die Dosis bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion angepasst werden (siehe Abschnitt 4.2).
Ototoxizität
Wie bei anderen Glykopeptiden wurde bei mit Teicoplanin behandelten Patienten über Ototoxizität (Taubheit, Tinnitus) berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Patienten, bei denen während der Behandlung mit Teicoplanin Anzeichen und Symptome einer Beeinträchtigung des Hörvermögens oder einer Innenohrerkrankung auftreten, sollten sorgfältig bewertet und überwacht werden, insbesondere bei längerer Behandlungsdauer und bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion. Patienten, die Teicoplanin in Verbindung mit oder anschließend an eine Behandlung mit anderen Arzneimitteln mit nephrotoxischem und/oder neuro-/ototoxischem Potenzial (z.B. Aminoglykoside, Colistin, Amphotericin B, Ciclosporin, Cisplatin, Furosemid und Etacrynsäure) erhalten, sollten sorgfältig überwacht und der Nutzen von Teicoplanin bewertet werden, wenn das Hörvermögen abnimmt.
Besondere Vorsicht ist bei Patienten geboten, die Teicoplanin zusammen mit anderen ototoxischen und/oder neurotoxischen Arzneimitteln erhalten, für die regelmäßige Blutuntersuchungen sowie Leber- und Nierenfunktionstests empfohlen werden.
Superinfektion
Wie bei anderen Antibiotika kann insbesondere die längere Anwendung von Teicoplanin zur Vermehrung von nicht empfindlichen Mikroorganismen führen. Falls eine Superinfektion auftritt, ist diese entsprechend zu behandeln.
Wichtige Informationen über sonstige Bestandteile
Das Arzneimittel enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) pro Durchstechflasche.
Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Teicoplanin bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben bei hohen Dosen eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3): Bei Ratten kam es vermehrt zu Totgeburten und neonataler Mortalität. Das potenzielle Risiko für Menschen ist nicht bekannt.
Deshalb sollte Teicoplanin während der Schwangerschaft nicht verwendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich. Ein potenzielles Risiko für Schädigungen des Innenohrs und der Nieren des Fötus kann nicht ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 4.4).
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Teicoplanin beim Menschen in die Muttermilch übergeht. Bei Tieren ist der Übergang von Teicoplanin in die Muttermilch nicht untersucht. Die Entscheidung, abzustillen oder die Therapie mit Teicoplanin abzubrechen, sollte einerseits den Wert der Muttermilch für den Säugling, andererseits den Nutzen von Teicoplanin für die Mutter berücksichtigen.
Fertilität
Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf eine verminderte Fertilität.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Ungeöffnete Durchstechflaschen:
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution/Verdünnung des Arzneimittels siehe Abschnitt 6.3.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Dieses Arzneimittel ist nur zur einmaligen Anwendung geeignet.
Herstellung der rekonstituierten Lösung:
Zur Rekonstitution der Lösung werden 3,2 ml Wasser für Injektionszwecke in die 400-mg- Durchstechflasche mit dem Pulver injiziert. Um ein Schäumen der Lösung zu vermeiden, wird das Wasserlangsam zugegeben und die Durchstechflasche wird vorsichtig gedreht, bis das gesamte Pulver gelöst ist. Wenn sich Schaum bildet, wird die Lösung etwa 15 Minuten stehen gelassen, so dass sich der Schaum auflöst. Nur klare gelbliche Lösungen dürfen eingesetzt werden.
| Nominelle Teicoplanin-Menge in derDurchstechflasche | 400 mg |
| Volumen der Durchstechflasche | 10 ml |
| Volumen, das die nominelle Teicoplanin-Menge enthält | 3,0 ml |
| (entnommen mit einer 5-ml-Spritze miteiner 23-G-Kanüle) |
Die rekonstituierte Lösung kann direkt injiziert, nach weiterer Verdünnung infundiert oder oral eingenommen werden.
Herstellung der verdünnten Lösung vor Infusion
Teicoplanin Ibisqus kann in folgenden Infusionslösungen verdünnt angewendet werden:
- Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %)
- Ringerlösung
- Ringer-Laktatlösung
- 5 % Glukoselösung
- 10% Glukoselösung
- 0,18 % Natriumchlorid- und 4 % Glukoselösung
- 0,45% Natriumchlorid- und 5% Glukoselösung
- Peritonealdialyselösung mit 1,36 % oder 3,86 % Glukoselösung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen
Anforderungen zu entsorgen.
Wie wird Teicoplanin Ibisqus 400 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung oder einer Lösung zum Einnehmen angewendet?
Dosierung und Art der Anwendung
Dosierung
Dosierung und Dauer der Anwendung sollten individuell angepasst werden unter Beachtung von Art und Schwere der Infektion sowie des Ansprechens des Patienten auf die Therapie und von Patientenfaktoren wie Alter und Nierenfunktion.
Bestimmung der Serumkonzentration
Zur Optimierung der Behandlung sollten während der Einstellung der Dosis die Teicoplanin- Serumkonzentrationen überwacht werden, um sicherzustellen, dass Mindesttalspiegel erreicht werden:
- Bei den meisten Infektionen durch Gram-positive Bakterien sollten die Talspiegel mindestens 10 mg/l betragen, wenn sie mittels Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie (HPLC) bestimmt werden, oder mindestens 15 mg/l, wenn sie mittels Fluoreszenz-Polarisations- Immunoassay (FPIA) bestimmt werden.
- Bei Endokarditis und anderen schweren Infektionen sollten die Teicoplanin-Talspiegel 15 bis 30 mg/l betragen, wenn sie mittels HPLC bestimmt werden, oder 30 bis 40 mg/l, wenn sie mittels FPIA bestimmt werden.
Während der weiteren Behandlung (Erhaltungsphase) sollte das Monitoring mindestens einmal pro Woche fortgeführt werden, um sicherzustellen, dass die Konzentrationen stabil sind.
Erwachsene und ältere Patienten mit normaler Nierenfunktion
| Initialdosis | Erhaltungsdosis | |||||
| Ziel- | Ziel- | |||||
| Indikation | Serumtalspiegel in | |||||
| Therapieeinleitung | Serumtalspiegel | Erhaltungsdosis | ||||
| an Tag 3 bis 5 | der | |||||
| Erhaltungsphase | ||||||
| • | Komplizierte | 6 mg/kg | 6 mg/kg | |||
| Haut- und | Körpergewicht | Körpergewicht | ||||
| Weichteilinfektio | alle12 Stunden für | intravenös oder | ||||
| • | nen | 3 intravenöse oder | > 15 mg/l1 | intramuskulär | > 15 mg/l1 einmal | |
| Pneumonie | intramuskuläre | einmal täglich | wöchentlich | |||
| • | Komplizierte | Anwendungen | ||||
| Harnwegsinfektio | ||||||
| nen | ||||||
| • | Knochen- und | 12 mg/kg | 12 mg/kg | |||
| Gelenkinfektionen | Körpergewicht alle | > 20 mg/l1 | Körpergewicht | > 20 mg/l1 | ||
| 12 Stunden für 3 bis | intravenös oder | |||||
| 5 intravenöse | intramuskulär | |||||
| Anwendungen | einmal täglich | |||||
| • | Infektiöse | 12 mg/kg | ||||
| Endokarditis | Körpergewicht alle | 12 mg/kg | ||||
| 12 Stunden für 3 bis | 30 bis 40 mg/l1 | Körpergewicht | > 30 mg/l1 | |||
| 5 intravenöse | intravenös oder | |||||
| Anwendungen | intramuskulär | |||||
| einmal täglich | ||||||
| 1 Bestimmt mittels FPIA |
Anwendungsdauer
Die Dauer der Behandlung wird abhängig vom klinischen Ansprechen des Patienten festgelegt. Bei infektiöser Endokarditis ist im Allgemeinen eine Mindestbehandlung über 21 Tage erforderlich. Die Dauer der Behandlung sollte einen Zeitraum von 4 Monaten nicht überschreiten.
Kombinationstherapie
Teicoplanin hat ein begrenztes antibakterielles Wirkspektrum (Gram-positiv). Es ist zur Behandlung einiger Infektionstypen nicht als Monotherapie geeignet, es sei denn, die Empfindlichkeit des Erregers ist nachgewiesen oder es besteht der begründete Verdacht, dass der oder die am wahrscheinlichsten vorliegenden Erreger empfindlich gegenüber Teicoplanin sind.
Mit Clostridium-difficile-Infektionen assoziierte Diarrhö und Kolitis
Empfohlen wird die Einnahme (oral) von zweimal täglich 100 bis 200 mg Teicoplanin für 7 bis 14 Tage.
Ältere Patienten
Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich, sofern die Nierenfunktion nicht eingeschränkt ist (siehe unten).
Erwachsene und ältere Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
Bis zum 4. Behandlungstag ist eine Dosisanpassung nicht erforderlich, dann sollte die Dosis so angepasst werden, dass die Talspiegel bei mindestens 10 mg/l, wenn sie mittels HPLC bestimmt werden, oder mindestens 15 mg/l, wenn sie mittels FPIA bestimmt werden, liegen.
Nach dem vierten Tag:
- Bei leichter bis mäßiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 30 bis 80 ml/min): Die Erhaltungsdosis sollte halbiert werden, entweder durch Gabe der Dosis jeden zweiten Tag oder durch einmal tägliche Gabe der halben Dosis.
- Bei starker Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance niedriger als 30 ml/min) und bei Hämodialysepatienten: Die Erhaltungsdosis sollte ein Drittel der Normaldosis betragen, entweder durch Gabe der Dosis jeden dritten Tag oder durch einmal tägliche Gabe von einem Drittel der Dosis.
Teicoplanin wird nicht durch Hämodialyse eliminiert.
Patienten mit kontinuierlicher ambulanter Peritonealdialyse (CAPD)
Nach einer initialen intravenösen Einzeldosis von 6 mg/kg Körpergewicht werden in der ersten Woche 20 mg/l im Beutel mit der Dialyseflüssigkeit gegeben, dann 20 mg/l in jedem zweiten Beutel in der zweiten Woche und in der dritten Woche 20 mg/l mit dem nächtlichen Beutel.
Kinder und Jugendliche
Für Kinder über 12 Jahre gelten die gleichen Empfehlungen wie für Erwachsene.
Neugeborene und Säuglinge bis zu einem Alter von 2 Monaten Initialdosis
Am ersten Tag werden einmal 16 mg/kg Körpergewicht als intravenöse Infusion gegeben.
Erhaltungsdosis
Einmal tägliche intravenöse Infusion von 8 mg/kg Körpergewicht.
Kinder von 2 Monaten bis 12 Jahre Initialdosis
Eine intravenöse Dosis von 10 mg/kg Körpergewicht wird alle 12 Stunden gegeben insgesamt über 3 Gaben.
Erhaltungsdosis
Intravenöse Gabe von 6 bis 10 mg/kg Körpergewicht einmal täglich.
Art der Anwendung
Teicoplanin kann sowohl intravenös als auch intramuskulär gegeben werden.
Die intravenöse Anwendung kann als Injektion über 3 bis 5 Minuten oder als Infusion über 30 Minuten erfolgen.
Bei Neugeborenen erfolgt die Anwendung ausschließlich als intravenöse Infusion.
Für die Anleitung zur Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung siehe Abschnitt 6.6.
Überdosierung
Symptome
Es wurden Fälle von versehentlicher, exzessiver Überdosierung bei Kindern berichtet. In einem Fall kam es zu Erregtheit bei einem 29 Tage alten Neugeborenen nach intravenöser Anwendung von 400 mg (95 mg/kg).
Maßnahmen
Zur Therapie einer Überdosierung empfehlen sich allgemeine symptomatische Maßnahmen. Teicoplanin ist durch Hämodialyse nicht und durch Peritonealdialyse nur langsam entfernbar.
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Welche Nebenwirkungen hat Teicoplanin Ibisqus 400 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung oder einer Lösung zum Einnehmen?
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.
Teicoplanin- und Aminoglykosidlösungen sind inkompatibel und dürfen für die Anwendung als Injektionslösung nicht miteinander gemischt werden. Sie sind aber kompatibel in Dialyseflüssigkeiten und können bei der Behandlung von CAPD-bedingter Peritonitis uneingeschränkt eingesetzt werden.
Nur mit Vorsicht sollte Teicoplanin zusammen mit oder nachfolgend zu Substanzen gegeben werden, von denen bekannt ist, dass sie die Nieren- und/oder neuro-/Hörfunktion beeinträchtigen
können. Zu diesen Arzneimitteln zählen Aminoglykoside, Colistin, Amphotericin B, Ciclosporin, Cisplatin, Furosemid und Etacrynsäure (siehe Abschnitt 4.4 „Nephrotoxizität“ und „Ototoxizität“).
Ein synergistischer toxischer Effekt der Kombination mit Teicoplanin konnte jedoch nicht nachgewiesen werden.
In klinischen Studien wurde Teicoplanin vielen Patienten gegeben, die bereits verschiedene andere Arzneimittel erhielten, darunter waren Antibiotika, Antihypertensiva, Anästhetika, Mittel gegen Herzerkrankungen und Antidiabetika, ohne dass Wechselwirkungen beobachtet wurden.
Kinder und Jugendliche
Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
Nebenwirkungen
Tabellarische Übersicht der Nebenwirkungen
In der unten stehenden Tabelle werden alle Nebenwirkungen gelistet, die häufiger als bei Placebo und bei mehr als einem Patienten aufgetreten sind; folgende Konvention wird verwendet:
Sehr häufig (1/10);
Häufig (≥1/100, <1/10) Gelegentlich (≥1/1.000, <1/100) Selten (≥1/10.000, <1/1.000)
Sehr selten (<1/10.000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad geordnet.
Bei Dosierungen von zweimal täglich 12 mg/kg Körpergewicht sollten die Patienten hinsichtlich des Auftretens von Nebenwirkungen überwacht werden (siehe Abschnitt 4.4).
| System- | Häufig | Gelegentlich | Selten | Sehr selten | Nicht bekannt | |
| organklasse | (≥ 1/100 bis | (≥ 1/1.000 bis < | (≥ 1/10.000 | (< 1/10.000) | (Häufigkeit auf | |
| < 1/10) | 1/100) | bis < | Grundlage der | |||
| 1/1.000) | verfügbaren | |||||
| Daten nicht | ||||||
| abschätzbar) | ||||||
| SmPC_Teicoplanin_400mg_DE_Ver004 |
| System- | Häufig | Gelegentlich | Selten | Sehr selten | Nicht bekannt |
| organklasse | (≥ 1/100 bis | (≥ 1/1.000 bis < | (≥ 1/10.000 | (< 1/10.000) | (Häufigkeit auf |
| < 1/10) | 1/100) | bis < | Grundlage der | ||
| 1/1.000) | verfügbaren | ||||
| Daten nicht | |||||
| abschätzbar) | |||||
| Infektionen und | Abszess | Superinfektion | |||
| parasitäre | (übermäßige | ||||
| Erkrankungen | Vermehrung nicht | ||||
| empfindlicher | |||||
| Mikro- | |||||
| organismen) | |||||
| Erkrankungen | Leukopenie, | Agranulozytose, | |||
| des Blutes und | Thrombozytope | Neutropenie | |||
| des | nie, | Panzytopenie | |||
| Lymphsystems | Eosinophilie | ||||
| Erkrankungen | Anaphylaktisch | Arzneimittel- | |||
| des | e Reaktionen | reaktion mit | |||
| Immunsystems | (Anaphylaxie, | Eosinophilie und | |||
| siehe Abschnitt | systemischen | ||||
| 4.4) | Symptomen | ||||
| (DRESS), | |||||
| anaphylaktischer | |||||
| Schock (siehe | |||||
| Abschnitt 4.4) | |||||
| Erkrankungen | Schwindel/ | Krampfanfälle | |||
| des | Benommenheit, | ||||
| Nervensystems | Kopfschmerz | ||||
| Erkrankungen | Taubheit, | ||||
| des Ohrs und des | Hörverlust | ||||
| Labyrinths | (siehe Abschnitt | ||||
| 4.4), Tinnitus, | |||||
| vestibuläre | |||||
| Störung | |||||
| Gefäßerkrankun | Phlebitis | Thrombophlebitis | |||
| gen | |||||
| Erkrankungen | Bronchospasmu | ||||
| der Atemwege, | s | ||||
| des Brustraums | |||||
| und | |||||
| Mediastinums | |||||
| Erkrankungen | Diarrhö, | ||||
| des Gastro- | Erbrechen, | ||||
| intestinaltrakts | Übelkeit | ||||
| System- | Häufig | Gelegentlich | Selten | Sehr selten | Nicht bekannt |
| organklasse | (≥ 1/100 bis | (≥ 1/1.000 bis < | (≥ 1/10.000 | (< 1/10.000) | (Häufigkeit auf |
| < 1/10) | 1/100) | bis < | Grundlage der | ||
| 1/1.000) | verfügbaren | ||||
| Daten nicht | |||||
| abschätzbar) | |||||
| Erkrankungen | Exanthem, | Rötung des | Toxische | ||
| der Haut und des | Erythem | Oberkörper | epidermale | ||
| Unterhaut- | (Rötung), | s | Nekrolyse, | ||
| zellgewebes | Juckreiz | („Red-Man- | Stevens-Johnson- | ||
| Syndrom“, | Syndrom; Akute | ||||
| siehe | generalisierte | ||||
| Abschnitt | exanthematische | ||||
| 4.4) | Pustulose; | ||||
| Erythema | |||||
| multiforme, | |||||
| Angioödem, | |||||
| exfoliative | |||||
| Dermatitis, | |||||
| Urtikaria (siehe | |||||
| Abschnitt 4.4) | |||||
| Erkrankungen | Erhöhter | Niereninsuffizien | |||
| der Nieren und | Serumkreatinin | z (einschl. akutes | |||
| Harnwege | wert | Nierenversagen) | |||
| (siehe unten | |||||
| Abschnitt | |||||
| „Beschreibung | |||||
| ausgewählter | |||||
| Nebenwirkungen“ | |||||
| )* | |||||
| Allgemeine | Schmerzen, | Abszess an der | |||
| Erkrankungen | Fieber | Injektionsstelle, | |||
| und Beschwerden | Schüttelfrost | ||||
| am | (Rigor) | ||||
| Verabreichungs- | |||||
| ort | |||||
| System- | Häufig | Gelegentlich | Selten | Sehr selten | Nicht bekannt |
| organklasse | (≥ 1/100 bis | (≥ 1/1.000 bis < | (≥ 1/10.000 | (< 1/10.000) | (Häufigkeit auf |
| < 1/10) | 1/100) | bis < | Grundlage der | ||
| 1/1.000) | verfügbaren | ||||
| Daten nicht | |||||
| abschätzbar) | |||||
| Untersuchungen | Erhöhte | ||||
| Transaminasew | |||||
| erte | |||||
| (vorübergehend | |||||
| anomale | |||||
| Transaminasen- | |||||
| werte), Anstieg | |||||
| der alkalischen | |||||
| Phosphatase im | |||||
| Serum | |||||
| (vorübergehend | |||||
| anomale | |||||
| Serumwerte der | |||||
| alkalischen | |||||
| Phosphatase), | |||||
| Anstieg des | |||||
| Serumkreatinins | |||||
| (vorübergehend | |||||
| er Anstieg des | |||||
| Serumkreatinins | |||||
| ) | |||||
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
*Basierend auf Literaturberichten, liegt die geschätzte Nephrotoxizitätsrate bei Patienten, die das Therapieschema mit niedriger Initialdosis von durchschnittlich 6 mg/kg zweimal täglich erhalten, gefolgt von einer Erhaltungsdosis von durchschnittlich 6 mg/kg einmal täglich, bei etwa 2 %.
In einer nichtinterventionellen Unbedenklichkeitsprüfung auf der Grundlage von Beobachtungen (Post-Authorisation Safety Study), die 300 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 63 Jahren (Behandlung von Knochen- und Gelenkinfektionen, Endokarditis oder anderen schweren Infektionen) einschloss, die das Therapieschema mit hoher Initialdosis von 12 mg/kg zweimal täglich (5 Initialdosen im Median) erhielten, gefolgt von einer Erhaltungsdosis von 12 mg/kg einmal täglich, betrug die beobachtete Rate einer bestätigten Nephrotoxizität 11,0 % (95 %-Konfidenzintervall [KI] = [7,4 %; 15,5 %]) über die ersten
10 Tage. Die kumulative Rate einer Nephrotoxizität von Behandlungsbeginn bis 60 Tage nach der letzten Dosis betrug 20,6 % (95 %-KI = [16,0 %; 25,8 %]). Bei Patienten, die mehr als 5 hohe Initialdosen von 12 mg/kg zweimal täglich erhielten, gefolgt von einer Erhaltungsdosis von 12 mg/kg einmal täglich, betrug die beobachtete kumulative Rate einer Nephrotoxizität von Behandlungsbeginn bis 60 Tage nach der letzten Verabreichung 27 % (95 %-KI = [20,7 %;
35,3 %]) (siehe Abschnitt 4.4).
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg- Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Wie ist Teicoplanin Ibisqus 400 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung oder einer Lösung zum Einnehmen aufzubewahren?
Haltbarkeit des Pulvers: 3 Jahre.
Haltbarkeit der zubereiteten Lösung
Die chemische und physikalische Stabilität der vorschriftsmäßig zubereiteten Lösung wurde für 24 Stunden bei 2 bis 8 °C nachgewiesen.
Aus mikrobiologischer Sicht sollte die Zubereitung sofort verwendet werden. Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort eingesetzt wird, ist der Anwender für die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich. Sofern die Herstellung der gebrauchsfertigen Zubereitung nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt, ist diese nicht länger als 24 Stunden bei 2 bis 8 °C aufzubewahren. Eine Aufbewahrung über den Zeitraum der nachgewiesenen chemischen und physikalischen Stabilität hinaus ist zu vermeiden.
Haltbarkeit der verdünnten Lösung
Die chemische und physikalische Stabilität der vorschriftsmäßig zubereiteten Lösung wurde für 24 Stunden bei 2 bis 8 °C nachgewiesen.
Aus mikrobiologischer Sicht sollte die Zubereitung sofort verwendet werden. Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort eingesetzt wird, ist der Anwender für die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich.Sofern die Herstellung der gebrauchsfertigen Zubereitung nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt, ist diese nicht länger als 24 Stunden bei 2 bis 8 °C aufzubewahren. Eine Aufbewahrung über den Zeitraum der nachgewiesenen chemischen und physikalischen Stabilität hinaus ist zu vermeiden.
Weitere Informationen zu Teicoplanin Ibisqus 400 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung oder einer Lösung zum Einnehmen
1 Durchstechflasche enthält 400 mg Teicoplanin, entsprechend mindestens 400.000 I. E. Nach der Rekonstitution enthält die Lösung 400 mg Teicoplanin in 3,0 ml.
Hilfsstoffe mit bekannter Wirkung: Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Ampulle, d.h. es ist im Wesentlichen „natriumfrei“.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
ZULASSUNGSNUMMER(N)
97165.00.00
DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG
26.04.2018
10. STAND DER INFORMATION
August 2023
11. VERKAUFSABGRENZUNG
Verschreibungspflichtig
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.


