Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
Partusisten intrapartal ist ein Arzneimittel zur Behandlung akuter Gefahrenzustände des Ungeborenen unter der Geburt. Partusisten intrapartal wird angewendet bei Dystokien (ungeordnete Wehentätigkeit) in der Eröffnungs- und Austreibungsperiode (z. B. spontan bzw.
- Wirkstoff(e)
- Fenoterol, Fenoterolhydrobromid
- Zulassungsinhaber
- HIKMA Farmaceutica (Portugal)
- Abgabestatus
- Apothekenpflichtig
- ATC Code
- G02CA03
Diese Zusammenfassung ersetzt nicht die Packungsbeilage und keine ärztliche Beratung.
Anzeige
Gebrauchsinformation
Wofür wird Partusisten intrapartal angewendet?
Partusisten intrapartal ist ein Arzneimittel zur Behandlung akuter Gefahrenzustände des Ungeborenen unter der Geburt.
Partusisten intrapartal wird angewendet bei Dystokien (ungeordnete Wehentätigkeit) in der Eröffnungs- und Austreibungsperiode (z. B. spontan bzw. durch Vorliegen eines Geburtshindernisses oder durch Überstimulierung mit Wehen auslösenden Arzneimitteln entstandene Hyperaktivität [gesteigerte Tätigkeit] des Uterus [Gebärmutter] bis hin zum Tetanus uteri [Uteruskrampf]). Intrauterine Asphyxie (drohende Erstickung des Ungeborenen), z. B. Dezelerationen (wehenabhängige Abnahme der Herzfrequenz des Ungeborenen) bzw. beginnende bis mittelgradige Azidose (Übersäuerung des Blutes). Geburtshilfliche Notfälle (z. B. Nabelschnurvorfall, drohende Uterusruptur [Gebärmutterriss]). Zur Uterusrelaxation (Entspannung der Gebärmuttermuskulatur) bei akuten Indikationen wie z. B. bei Sectio (Kaiserschnitt).
Anzeige
Wie wird Partusisten intrapartal angewendet?
Sie werden niemals gebeten, das Arzneimittel selbst anzuwenden. Sie erhalten das Arzneimittel immer von einer entsprechend qualifizierten Person nach sorgfältiger Abwägung der Vorteile von Partusisten intrapartal für Ihr Kind und der möglichen unerwünschten Wirkungen der Behandlung für Sie.
Sie erhalten Partusisten intrapartal durch einen Arzt, bei dem entsprechende medizinische Versorgungsmöglichkeiten vorhanden sind, um eine kontinuierliche Überwachung Ihres eigenen und des Gesundheitszustandes Ihres Kindes während der Anwendung zu gewährleisten.
Folgende Maßnahmen werden bei Bedarf ergriffen:
Blutdruck und Herzfrequenz
Ihr Arzt wird eine Senkung der Dosis oder das Absetzen von Partusisten intrapartal in Betracht ziehen, wenn Ihre Herzfrequenz 120 Schläge/Minute überschreitet.
- Elektrokardiografie (EKG, elektrische Aktivität des Herzens)
Informieren Sie Ihren Arzt unverzüglich, wenn bei Ihnen während der Behandlung Schmerzen in der Brust auftreten. Wenn das EKG Veränderungen zeigt und Sie Schmerzen in der Brust haben, wird der Arzt die Anwendung von Partusisten intrapartal beenden.
Wasser- und Salzbilanz im Körper
Informieren Sie Ihren Arzt unverzüglich, wenn bei Ihnen während der Behandlung Husten oder Atemnot auftreten. Wenn es Anzeichen dafür gibt, dass sich Wasser in Ihrer Lunge ansammelt (sogenanntes Lungenödem), z. B. Husten oder Atemnot, kann der Arzt die Anwendung von Partusisten intrapartal beenden.
- Blutzuckerspiegel und Abfall des pH-Werts im Körper zusammen mit einem Anstieg von Milchsäure im Blut (so genannte Laktatazidose)
- Kaliumspiegel des Blutes (ein niedriger Kaliumspiegel kann mit einem Risiko für unregelmäßigen Herzschlag einhergehen)
Dosierung und Art der Anwendung
Eine Ampulle Partusisten intrapartal (25 Mikrogramm Fenoterolhydrobromid) wird mit 4 ml geeigneter Trägerlösung (siehe unten) unmittelbar vor dem Gebrauch in einer Spritze aufgezogen.
1 ml dieser gebrauchsfertigen Injektionslösung enthält 5 Mikrogramm Fenoterolhydrobromid.
Die so vorbereitete Lösung wird Ihnen in der Regel über 2-3 Minuten intravenös injiziert (2 ml/min entsprechen 10 Mikrogramm/min).
Anschließend ist eine kurzfristige, kontinuierliche Infusion mit bis zu 4 Mikrogramm Fenoterolhydrobromid pro Minute (Partusisten, Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung) möglich.
Die Dosierung ist den individuellen Bedürfnissen unter Berücksichtigung von Wirksamkeit und Verträglichkeit anzupassen.
Trägerlösungen:
Folgende Trägerlösungen wurden geprüft und können zum Herstellen der gebrauchsfertigen Injektionslösung verwendet werden: Glukoselösung 5 %, physiologische Kochsalzlösung, Ringerlösung, Ringer-Lactat-Lösung, Xylitlösung 5 %, Xylitlösung 10 %.
Folgende Trägerlösungen wurden geprüft, zeigten Unverträglichkeit und dürfen nicht verwendet werden: Jonosteril® Bas, Plasmasteril®, Plasmasteril® mit Elektrolyten, Sterofundin®, Tutofusin® B.
Weitere Lösungen wurden nicht geprüft und sollen deshalb nicht verwendet werden.
Die intravenöse Injektion von Partusisten intrapartal sollte möglichst durchgeführt werden, während Sie sich in Seitenlage befinden, unter EKG-Kontrolle (Elektrokardiogramm, Herzstromkurve) bei Ihnen und Überwachung Ihrer Pulsfrequenz (Anzahl der Pulsschläge pro Zeiteinheit) und Ihres Blutdruckes sowie der Herzfrequenz (Anzahl der Herzschläge pro Zeitheinheit) Ihres Ungeborenen.
Falls Sie eine individuell gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber Sympathomimetika haben, darf Partusisten intrapartal bei Ihnen nur unter besonders sorgfältiger ärztlicher Überwachung und in niedriger, dem Einzelfall angepasster Dosierung gegeben werden.
Dauer der Anwendung
Partusisten intrapartal ist als einmalige Injektion zur Behandlung akuter Gefahrenzustände des Ungeborenen unter der Geburt vorgesehen.
Bei fehlender oder unzureichender Wirkung kann die Einzeldosis noch einmal wiederholt werden.
Anzeige
Welche Nebenwirkungen hat Partusisten intrapartal?
Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:
| Sehr häufig: | mehr als 1 Behandelte von 10 | |
| Häufig: | 1 bis 10 | Behandelte von 100 |
| Gelegentlich: | 1 bis 10 | Behandelte von 1.000 |
| Selten: | 1 bis 10 | Behandelte von 10.000 |
| Sehr selten: | weniger als 1 Behandelte von 10.000 | |
| Häufigkeit nicht | Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar | |
| bekannt: |
Wesentliche Nebenwirkungen, die bei der wehenhemmenden Behandlung auftreten können:
Selten: Brustschmerzen (aufgrund von Herzproblemen wie Angina).
Wenn Sie dies bemerken, informieren Sie Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal unverzüglich.
Folgende Nebenwirkungen wurden ebenfalls bei allen Beta-Agonisten wie Partusisten intrapartal bei der Anwendung zur Wehenhemmung beobachtet (Bezieht sich eine der folgenden Nebenwirkungen auf das Ungeborene oder das Neugeborene, so ist dies jeweils angegeben):
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
| Häufig: | Hypoglykämie (erniedrigter Blutzucker) beim Neugeborenen; niedriger |
| Kaliumspiegel im Blut, wodurch es zu Muskelschwäche, Durst- oder | |
| Kribbelgefühl kommen kann | |
| Selten: | hohe Konzentrationen an Blutzucker (Glucose) und/oder Milchsäure im Blut |
| Häufigkeit nicht | verminderte Blutzuckertoleranz (erhöhte Empfindlichkeit gegenüber |
| bekannt: | Blutzucker) beim Neugeborenen, metabolische Azidose |
| (stoffwechselbedingter Säureüberschuss im Blut) bei der Mutter und beim | |
| Neugeborenen | |
| Psychiatrische Erkrankungen | |
| Häufig: | Angstzustände, Unruhe |
| Häufigkeit nicht | psychische Veränderungen, Erregungszustände |
| bekannt: | |
| Erkrankungen des Nervensystems | |
| Häufig: | Schwindel, Zittern |
| Gelegentlich: | Kopfschmerz |
| Herzerkrankungen | |
| Sehr häufig: | Herzklopfen (Palpitationen), Anstieg der Herzfrequenz (schneller Herzschlag) |
| Gelegentlich: | Angina pectoris (Engegefühl in der Brust), Herzrhythmusstörungen |
| Selten: | untypischer oder unregelmäßiger Herzschlag |
| Häufigkeit nicht | EKG-Veränderungen, Minderdurchblutung des Herzens, Steigerung der |
| bekannt: | kindlichen Herzfrequenz (Anstieg der Herzschläge pro Zeiteinheit) |
| Gefäßerkrankungen | |
| Häufig: | niedriger Blutdruck, der Benommenheit oder Schwindelgefühl verursachen |
| kann; Abfall des unteren Blutdruckwertes | |
| Gelegentlich: | Anstieg des oberen Blutdruckwertes |
| Selten: | Flush (Errötung des Gesichts) |
| Erkrankungen der Atemwege und des Brustraums | |
| Gelegentlich: | Ansammlung von Flüssigkeit in der Lunge (Lungenödem), die zu |
| Atemproblemen führen kann | |
| Selten: | Atemnot |
Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts
| Sehr häufig: | Übelkeit |
| Häufig: | Erbrechen |
| Häufigkeit nicht | Verminderung der Magen-Darm-Tätigkeit; Verdauungsstörungen |
| bekannt: | |
| Erkrankungen der Leber und der Galle | |
| Häufigkeit nicht | Anstieg der Transaminasen (bestimmte Leberwerte) |
| bekannt: | |
| Erkrankungen der Haut, des Unterhautzellgewebes und des Immunsystems | |
| Häufig: | vermehrtes Schwitzen |
| Häufigkeit nicht | allergische Reaktionen, (allergische) Hautreaktionen (z. B. Hautausschlag, |
| bekannt: | Juckreiz, Nesselsucht) |
| Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen | |
| Häufigkeit nicht | Rhabdomyolyse (Muskelzellschädigung), muskuläre Schwäche, |
| bekannt: | Muskelschmerz, Krämpfe |
| Erkrankungen der Nieren und Harnwege | |
| Häufigkeit nicht | Abnahme der Urinausscheidung, Harnverhalt, Herabsetzung des |
| bekannt: | Bewegungsvermögens des oberen Harntraktes |
| Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen | |
| Häufigkeit nicht | Verschlechterung einer bestehenden Plazentainsuffizienz |
| bekannt: | (Mutterkuchenschwäche) |
Meldung von Nebenwirkungen
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte,
Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.
Wie ist Partusisten intrapartal aufzubewahren?
Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.
Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.
Aufbewahrungsbedingungen
Die Ampullen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.
Weitere Informationen zu Partusisten intrapartal
Was Partusisten intrapartal enthält:
Der Wirkstoff ist Fenoterolhydrobromid.
1 Ampulle mit 1 ml Konzentrat zur Herstellung einer Injektionslösung enthält 25 Mikrogramm Fenoterolhydrobromid.
Die sonstigen Bestandteile sind:
Salzsäure (zur pH-Einstellung), Wasser für Injektionszwecke
Wie Partusisten intrapartal aussieht und Inhalt der Packung:
Ampullen aus farblosem Glas mit je 1 ml klarem Konzentrat zur Herstellung einer Injektionslösung
Originalpackung mit 5 Ampullen zu je 1 ml Konzentrat zur Herstellung einer Injektionslösung Klinikpackung mit 25 (5 x 5) Ampullen zu je 1 ml Konzentrat zur Herstellung einer Injektionslösung Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller
Hikma Farmacêutica (Portugal), S.A. Estrada do Rio da Mó 8, 8A - 8B, Fervença 2705-906 Terrugem SNT
Portugal
Mitvertrieb
Hikma Pharma GmbH
Lochhamer Str. 13
82152 Martinsried
Deutschland
Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Januar 2019.
Weitere Darreichungsformen
Partusisten®, 0,5 mg/10 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.


