Ibuprofen – ein Klassiker mit vielen Einsatzgebieten

Ibuprofen gilt weltweit als das am häufigsten eingesetzte Schmerzmittel. Es ist ein bewährtes, rezeptfrei erhältliches Arzneimittel, das schmerzlindernde, entzündungshemmende und fiebersenkende Eigenschaften hat. Apotheke.at informiert über den vielseitigen Klassiker und gibt Tipps für die sichere Anwendung.

Wirkweise: COX-Hemmung gegen Schmerz und Entzündung

Ibuprofen gehört zur Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) und blockiert im Körper die Enzyme Cyclooxygenase-1 und Cyclooxygenase-2. Dadurch wird die Bildung der Botenstoffe Prostaglandine gehemmt, das sind Gewebshormone, die Schmerzen, Entzündungen und Fieber auslösen. Mit dieser COX-Hemmung erzielt Ibuprofen eine dreifache Wirkung: Es lindert Schmerzen, dämmt Entzündungen ein und senkt Fieber. Im Unterschied zu Paracetamol weist Ibuprofen auch entzündungshemmende Eigenschaften auf und wird deshalb bei entzündungsbedingten Schmerzen eingesetzt. 

Vielfältige Anwendungsbereiche: Von Kopfschmerz bis Sportverletzung

Als bewährtes Medikament kommt Ibuprofen bei zahlreichen Beschwerden zum Einsatz. Typische Anwendungsgebiete sind leichte bis mäßig starke Schmerzen wie Kopf-, Zahn- oder Regelschmerzen, Migräneanfälle, aber auch entzündliche Beschwerden wie eine Mandel- oder Mittelohrentzündung sowie Fieber.

Aufgrund seiner entzündungshemmenden Eigenschaften wird Ibuprofen auch bei Beschwerden des Bewegungsapparats wie Sportverletzungen oder Rückenschmerzen eingesetzt. Vor und nach operativen Eingriffen wird Ibuprofen als Schmerzmittel häufig eingesetzt, da die thrombozytenhemmende Wirkung von Ibuprofen – anders als bei ASS – reversibel ist.

Verschiedene Darreichungsformen für jede Altersgruppe

Ibuprofen-Präparate gibt es in diversen Darreichungsformen - von Tabletten und Kapseln über kindgerechte Säfte und Zäpfchen bis hin zu Salben, Gelen oder Pflastern zur äußerlichen Anwendung. Für Kinder stehen spezielle niedrig dosierte Ibuprofen-Säfte oder -Zäpfchen zur Verfügung, um Fieber und Schmerzen sicher zu behandeln. Bei Muskel- und Gelenkschmerzen hat sich die lokale Anwendung bewährt: Ein Ibuprofen-Schmerzgel wird direkt auf die schmerzende Stelle aufgetragen und wirkt dort entzündungshemmend, während es den Körper kaum belastet.

Anwendung bei Kindern, Schwangeren und Stillenden

Es gibt Ibuprofen-Präparate, die bereits Säuglingen ab einem Alter von 3 Monaten verabreicht werden können. Wichtig ist, dass mindestens 6 kg Körpergewicht erreicht sind und vorher ärztlicher Rat eingeholt wird. Für Kinder ab 6 Monaten bis etwa 12 Jahre wird Ibuprofen dosiert nach Körpergewicht eingesetzt, meist als Saft, Zäpfchen oder Granulat. Ab 6 Jahren stehen darüber hinaus Tabletten oder Schmelztabletten zur Verfügung.

Für die Schwangerschaft gilt: Während des ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittels kann Ibuprofen eingenommen werden. Dennoch sollte dies nicht unkritisch und ohne ärztlichen Rat tagelang oder über mehrere Wochen geschehen. Ab der 20. Schwangerschaftswoche (letztes Drittel) warnen aktuelle EMA/FDA-Empfehlungen (2020) vor Nierenentwicklungsstörungen beim Fötus. Daher soll Ibuprofen nicht eingenommen werden. Stattdessen gilt Paracetamol als das Mittel der Wahl.

In der Stillzeit gilt neben Paracetamol auch Ibuprofen als Mittel der Wahl, da nur minimale Wirkstoffmengen in die Muttermilch übergehen. Bei längerer regelmäßiger Einnahme sollten stillende Mütter dennoch Rücksprache mit dem Arzt bzw. der Ärztin halten.

Sichere Anwendung und Grenzen der Selbstmedikation

Erwachsene können bis zu 400 mg Ibuprofen als Einzeldosis (maximal dreimal täglich, also 1.200 mg pro Tag) einnehmen. Die Selbstmedikation sollte jedoch auf wenige Tage begrenzt bleiben. Prinzipiell gilt, Schmerzmittel stets in der kleinsten noch wirksamen Dosis und für kürzest mögliche Zeit anzuwenden, um Nebenwirkungen zu minimieren. Sie sollten ohne ärztlichen Rat nicht häufiger als zehnmal im Monat und nicht länger als drei Tage hintereinander eingenommen werden.

Wichtige Einnahmehinweise im Überblick:

  • Ibuprofen nicht auf nüchternen Magen einnehmen (bei empfindlichem Magen am besten nach einer Mahlzeit), um die Verträglichkeit zu erhöhen.

  • Tabletten immer mit ausreichend Flüssigkeit schlucken

Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen (etwa aktiven Magen-/Darmgeschwüren oder schweren Leber- und Nierenerkrankungen) sollten vor der Einnahme ärztlichen Rat einholen, da Ibuprofen in solchen Fällen ungeeignet sein kann.

Weitere Informationen und Produkte rund um Ibuprofen finden Sie auf apotheke.at

Hinweis: Halten Schmerzen länger an, sind sehr stark oder treten ungewöhnliche Symptome auf, ist es ratsam, einen Arzt bzw. eine Ärztin zu konsultieren.


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Zuletzt aktualisiert am 05.08.2026

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