Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
Bezeichnung des Tierarzneimittels Parofor 70 000 IE/g Pulver zum Eingeben über Trinkwasser, Milch oder Milchaustau- scher für Saugkälber und Schweine Paromomycin (als Sulfat) Anwendungsgebiet(e) Behandlung von durch Paromomycin-empfindliche ESCHERICHIA COLI verursachte Ma- gen-Darm-Infektionen.
- Zulassungsinhaber
- Huvepharma NV
Diese Zusammenfassung ersetzt nicht die Packungsbeilage und keine ärztliche Beratung.
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Gebrauchsinformation
Wofür wird Parofor 70 mg/g Pulver zum Eingeben über Trinkwasser, Milch oder Milchaustauscher für Saugkälber und Schweine angewendet?
Bezeichnung des Tierarzneimittels
Parofor 70 000 IE/g Pulver zum Eingeben über Trinkwasser, Milch oder Milchaustau- scher für Saugkälber und Schweine
Paromomycin (als Sulfat)
Anwendungsgebiet(e)
Behandlung von durch Paromomycin-empfindliche ESCHERICHIA COLI verursachte Ma- gen-Darm-Infektionen.
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Was ist vor der Einnahme von Parofor 70 mg/g Pulver zum Eingeben über Trinkwasser, Milch oder Milchaustauscher für Saugkälber und Schweine zu beachten?
Nicht anwenden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Paromomycin, andere Ami- noglykoside oder einen der sonstigen Bestandteile.
Nicht anwenden bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion. Nicht anwenden bei ruminierenden Tieren.
Nicht anwenden bei Puten aufgrund des Risikos, antimikrobielle Resistenzen bei Darmbakterien zu selektieren.
Wie wird Parofor 70 mg/g Pulver zum Eingeben über Trinkwasser, Milch oder Milchaustauscher für Saugkälber und Schweine angewendet?
Dosierung für jede Tierart, Art und Dauer der Anwendung
Zum Eingeben
Saugkälber: Verabreichung in Milch / Milchaustauscher Schweine: Verabreichung in Trinkwasser
Dauer der Behandlung: 3 - 5 Tage
Saugkälber: 17500 – 35000 IE pro kg Körpergewicht/Tag (entspricht 2,5 bis 5 g Tier- arzneimittel/10 kg Körpergewicht/Tag)
Schweine: 17500 – 28000 IE pro kg Körpergewicht/Tag (entspricht 2,5 bis 4 g Tierarz- neimittel/10 kg Körpergewicht/Tag)
Für die Verabreichung über das Trinkwasser, die Milch oder den Milchaustauscher soll- te die genaue tägliche Menge des Tierarzneimittels, basierend auf der empfohlenen Dosis, der Anzahl und dem Gewicht der zu behandelnden Tiere gemäß der folgenden Formel berechnet werden:
| Durchschnittliches | |||||
| mg Tierarzneimittel/kg | Körpergewicht | .... mg Tierarzneimit- | |||
| Körpergewicht/Tag | x | (kg)der zu behan- | |||
| tel pro Liter Trink- | |||||
| delnden Tiere | |||||
| = | wasser /Milch | ||||
| Durchschnittliche tägliche Aufnahme an Wasser / | /Milchaustauscher | ||||
| Milch / Milchaustauscher (Liter) pro Tier | |||||
Um eine korrekte Dosierung sicherzustellen, sollte das Körpergewicht so genau wie möglich bestimmt werden.
Die Aufnahme von medikiertem Wasser / medikierter Milch / medikiertem Milchaustau- scher hängt von mehreren Faktoren ab, einschließlich des klinischen Zustandes der Tiere und der lokalen Bedingungen, wie Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit. Um die richtige Dosierung zu erhalten, muss die Aufnahme von Trinkwasser / Milch /
Milchaustauscher überwacht und die Konzentration von Paromomycin entsprechend
angepasst werden.
Hinweise für die richtige Anwendung
Medikiertes Trinkwasser / medikierte Milch / medikierter Milchaustauscher und alle Stammlösungen müssen frisch zubereitet werden. Restmengen der medikierten Flüs- sigkeiten sollten nach 6 Stunden (in Milch / Milchaustauscher) oder 24 Stunden (in Wasser) entfernt werden.
Um die Verabreichung der genauen täglichen Menge von Tierarzneimittel sicherzustel- len, muss eine entsprechend geeichte Wiegeeinrichtung verwendet werden.
Für die Verabreichung des Tierarzneimittels können im Handel erhältliche Dosierpum- pen verwendet werden. Die Löslichkeit des Tierarzneimittels wurde bei der maximalen Konzentration von 95 g/l getestet.
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Welche Nebenwirkungen hat Parofor 70 mg/g Pulver zum Eingeben über Trinkwasser, Milch oder Milchaustauscher für Saugkälber und Schweine?
In seltenen Fällen wurde weicher Kot beobachtet.
Aminoglykosid-Antibiotika wie Paromomycin können Oto- und Nephrotoxizität verursa- chen.
Die Angaben zur Häufigkeit von Nebenwirkungen sind folgendermaßen definiert:
Sehr häufig (mehr als 1 von 10 behandelten Tieren zeigen Nebenwirkungen)
Häufig (mehr als 1 aber weniger als 10 von 100 behandelten Tieren)
Gelegentlich (mehr als 1 aber weniger als 10 von 1000 behandelten Tieren)
Selten (mehr als 1 aber weniger als 10 von 10.000 behandelten Tieren)
Sehr selten (weniger als 1 von 10.000 behandelten Tieren, einschließlich Einzelfallbe- richte).
Falls Sie Nebenwirkungen, insbesondere solche, die nicht in der Packungsbeilage auf- geführt sind, bei Ihrem Tier feststellen, oder falls Sie vermuten, dass das Tierarzneimit- tel nicht gewirkt hat, teilen Sie dies bitte Ihrem Tierarzt oder Apotheker mit.
Alternativ können Berichte über Verdachtsfälle von Nebenwirkungen über das
nationale Meldesystem erfolgen (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittel-
sicherheit, Mauerstr. 39 - 42, 10117 Berlin).
Wie ist Parofor 70 mg/g Pulver zum Eingeben über Trinkwasser, Milch oder Milchaustauscher für Saugkälber und Schweine aufzubewahren?
Arzneimittel unzugänglich für Kinder aufbewahren.
Nicht über 25 °C lagern. Beutel fest verschlossen halten.
Verwenden Sie dieses Tierarzneimittel nicht mehr nach dem Verfalldatum, das auf dem
Beutel nach „Verwendbar bis“ angegeben ist. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.
Haltbarkeit nach dem Öffnen des Behältnisses: 6 Monate Haltbarkeit nach Rekonstitution in Trinkwasser: 24 Stunden
Haltbarkeit nach Rekonstitution in Milch / Milchaustauscher: 6 Stunden
Weitere Informationen zu Parofor 70 mg/g Pulver zum Eingeben über Trinkwasser, Milch oder Milchaustauscher für Saugkälber und Schweine
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung bei Tieren:
Die Aufnahme der Medikation von Tieren kann sich als Folge der Erkrankung verän- dern. Bei unzureichender Aufnahme von Wasser/Milch sollten die Tiere nach Anwei- sung des Tierarztes mit einem geeigneten injizierbaren Tierarzneimittel parenteral be- handelt werden.
Die Anwendung des Tierarzneimittels sollte in Kombination mit einem guten Betriebs- management erfolgen, unter anderem mit einer optimalen Hygiene, einer sachgerech- ten Lüftung und der Vermeidung von Überbelegung.
Da das Tierarzneimittel potenziell ototoxisch und nephrotoxisch ist, wird empfohlen, die Nierenfunktion zu überprüfen.
Bei der Anwendung bei neugeborenen Tieren sollte aufgrund der höheren gastrointes- tinalen Resorption von Paromomycin bei Neonaten mit größter Sorgfalt vorgegangen werden. Diese höhere Resorption kann zu einem gesteigerten Risiko in Bezug auf Oto- und Nephrotoxizität führen. Die Anwendung des Produkts bei neugeborenen Tieren sollte nur nach entsprechender Nutzen-Risiko-Bewertung durch den behandelnden Tierarzt erfolgen.
Eine längere oder wiederholte Anwendung des Tierarzneimittels sollte anhand eines verbesserten Betriebsmanagements und durch Reinigungs- und Desinfektionsmaß- nahmen vermieden werden.
Die Anwendung des Tierarzneimittels sollte auf einer Empfindlichkeitsprüfung der Bak- terien, die von dem Tier isoliert wurden, basieren. Wenn dies nicht möglich ist, sollte die Therapie auf lokalen (regionalen, betriebsspezifischen) epidemiologischen Informa- tionen hinsichtlich der Empfindlichkeit der Zielbakterien basieren. Offizielle, nationale und regionale Richtlinien für Antibiotika sollten berücksichtigt werden
Eine Verwendung des Tierarzneimittels, die von den Angaben in der Fachinformation abweicht, kann die Prävalenz von Paromomycin-resistenten Bakterien erhöhen und die Wirksamkeit der Behandlung mit Aminoglykosiden aufgrund einer möglichen Kreuzre- sistenz verringern.
Aminoglykoside sind in der Humanmedizin wichtige Antibiotika. Daher sollten sie in der Tiermedizin nicht als Mittel der ersten Wahl eingesetzt werden.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Person, die das veterinärmedizinische
Produkt anwendet:
Dieses Produkt enthält Paromomycin. Dieser Stoff kann bei manchen Menschen aller- gische Reaktionen auslösen. Personen mit bekannter Überempfindlichkeit (Allergie) gegen Aminoglykoside sollten den Kontakt mit dem Tierarzneimittel vermeiden. Treten nach Exposition Symptome wie Hautausschlag auf, ist ein Arzt zu Rate zu ziehen und die Packungsbeilage oder das Etikett vorzuzeigen. Bei schwerwiegenden Symptomen wie Anschwellen des Gesichts, der Lippen und der Augenlider oder Auftreten von Atemnot ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen.
Bei der Handhabung des Tierarzneimittels sollte persönliche Schutzausrüstung, beste- hend aus Schutzkleidung und undurchlässigen Handschuhen, getragen werden. Beim Umgang mit dem Tierarzneimittel nicht essen, trinken oder rauchen. Nach der Anwendung Hände waschen.
Bei versehentlichem Verschlucken ist sofort ein Arzt zu Rate zu ziehen und die Pa- ckungsbeilage oder das Etikett vorzuzeigen.
Bei der Handhabung dieses Tierarzneimittels muss das Einatmen von Staub durch das Tragen einer Einweg-Halbmaske gemäß der europäischen Norm EN 149 oder eines Mehrweg-Atemschutzgerätes gemäß der europäischen Norm EN 140 mit einem Filter nach EN 143 vermieden werden.
In einem gut belüfteten Bereich handhaben. Vermeiden Sie das Einatmen des Pulvers während der Zubereitung des medikierten Wassers oder Milchaustauschers. Kontakt mit der Haut und den Augen vermeiden. Bei versehentlichem Kontakt mit der Haut oder den Augen gründlich mit Wasser spülen und den Arzt konsultieren, wenn die Rei- zung anhält.
Trächtigkeit:
Laborstudien an Ratten und Kaninchen haben keine Hinweise auf teratogene, fötotoxi- sche oder maternotoxische Wirkungen ergeben. Ein Einsatz wird während der gesam- ten Trächtigkeit nicht empfohlen.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und andere Wechselwirkungen:
Allgemeinanästhetika und Muskelrelaxantien erhöhen die neuromuskulär blockierende Wirkung der Aminoglykoside, was zu akuten Lähmungen und Atemstillstand führen kann. Nicht gleichzeitig mit Schleifendiuretika und potenziell oto- oder nephrotoxischen Substanzen verwenden.
Überdosierung:
Paromomycin wird bei oraler Verabreichung kaum systemisch resorbiert. Schädliche Auswirkungen aufgrund einer versehentlichen Überdosierung sind sehr unwahrschein- lich.
Unverträglichkeiten:
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Tierarzneimittel nicht mit anderen Tierarzneimitteln gemischt werden.
13. Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Entsorgung von nicht verwendetem Arzneimittel oder von Abfallmaterialien, sofern erforderlich
Nicht aufgebrauchte Tierarzneimittel sind vorzugsweise bei Schadstoffsammelstellen abzugeben. Bei gemeinsamer Entsorgung mit dem Hausmüll ist sicherzustellen, dass kein missbräuchlicher Zugriff auf diese Abfälle erfolgen kann. Tierarzneimittel dürfen nicht mit dem Abwasser bzw. über die Kanalisation entsorgt werden.
Der Wirkstoff Paromomycin ist in der Umwelt sehr schwer abbaubar.
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.


