Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
Levohelm 25 Mikrogramm/5 ml Lösung zum Einnehmen Levohelm 50 Mikrogramm/5 ml Lösung zum Einnehmen Levohelm 100 Mikrogramm/5 ml Lösung zum Einnehmen Anwendungsgebiete Levohelm ist angezeigt zur Behandlung von Hypothyreose (kongenital oder erworben), nichttoxische diffuse Struma, Struma in Verbindung mit einer Hashimoto-Thyreoiditis, Suppressionstherapie beim …
- Wirkstoff(e)
- Levothyroxin-Natrium
- Zulassungsinhaber
- Helm Pharmaceuticals GmbH
- Abgabestatus
- Apothekenpflichtig
- ATC Code
- H03AA01
Diese Zusammenfassung ersetzt nicht die Packungsbeilage und keine ärztliche Beratung.
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Gebrauchsinformation
Wofür wird Levohelm 50 Mikrogramm/5 ml Lösung zum Einnehmen angewendet?
Levohelm 25 Mikrogramm/5 ml Lösung zum Einnehmen
Levohelm 50 Mikrogramm/5 ml Lösung zum Einnehmen
Levohelm 100 Mikrogramm/5 ml Lösung zum Einnehmen
Anwendungsgebiete
Levohelm ist angezeigt zur Behandlung von Hypothyreose (kongenital oder erworben), nichttoxische diffuse Struma, Struma in Verbindung mit einer Hashimoto-Thyreoiditis, Suppressionstherapie beim Schilddrüsenkarzinom.
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Was ist vor der Einnahme von Levohelm 50 Mikrogramm/5 ml Lösung zum Einnehmen zu beachten?
Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Natriummethyl-4-hydroxybenzoat oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
- Bei Patienten mit Nebennierenrindeninsuffizienz ohne ausreichende Kortikosteroidbehandlung, unbehandelte Hypophysen Insuffizienz und unbehandelte Thyreotoxikose
- Die Behandlung mit Levohelm darf nicht bei Patienten mit akutem Myokardinfarkt, akuter Myokarditis und akuter Pankarditis eingeleitet werden.
- Eine Kombinationstherapie mit Levothyroxin und einem Thyreostatikum (zur Behandlung von Hyperthyreose) ist während der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.6).
Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Arzneimittel zur Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen sollten bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen einschließlich Myokardinsuffizienz, Hypertonie, Hypophysen oder Nebenniereninsuffizienz und älteren Patienten vorsichtig angewendet werden.
Da Patienten mit Nebennierenrindeninsuffizienz ungünstig auf eine Behandlung mit Levothyroxin reagieren können, wird empfohlen, vor der Behandlung mit Levothyroxin eine Therapie mit Kortikosteroiden einzuleiten.
Die Anwendung von Levothyroxin bei Diabetikern oder bei Patienten unter Glykosiden sollte ebenfalls vorsichtig erfolgen.
Eine subklinische Hyperthyreose kann mit Knochenverlust assoziiert sein. Um das Risiko einer Osteoporose möglichst gering zu halten, sollte die Dosis von Levothyroxin-Natrium auf die geringstmögliche wirksame Dosis titriert werden.
Bei koronarer Herzkrankheit, Herzinsuffizienz oder tachykarden Herzrhythmusstörungen sind auch leichtere medikamentös induzierte Hyperthyreosen unbedingt zu vermeiden. In diesen Fällen sind häufigere Kontrollen der Schilddrüsenhormonwerte durchzuführen.
Bei sekundärer Hypothyreose ist vor Einleitung der Substitutionstherapie die Ursache abzuklären. Gegebenenfalls muss im Fall einer kompensierten Nebennierenrindeninsuffizienz eine Ersatztherapie begonnen werden.
Bei Verdacht auf eine Schilddrüsenautonomie sollte vor der Behandlung ein TRH-Test oder eine Suppressionsszintigraphie durchgeführt werden.
Levothyroxin sollte nicht bei hyperthyreoter Stoffwechsellage angewendet werden, außer im Rahmen einer gleichzeitigen Supplementierung während einer medikamentösen Behandlung der Hyperthyreose mit Thyreostatika.
Schilddrüsenhormone eignen sich nicht für eine Gewichtsreduktion. Physiologische Dosen induzieren bei euthyreoten Patienten keinerlei Gewichtsabnahme. Supraphysiologische Dosen können schwere oder sogar lebensbedrohliche Nebenwirkungen besitzen, insbesondere in Kombination mit bestimmten Substanzen zur Gewichtsreduktion und insbesondere mit sympathomimetischen Aminen (siehe auch Abschnitt 4.9).
Die Anfertigung einer prätherapeutischen EKG-Aufnahme ist sinnvoll, da durch eine Hypothyreose induzierte Veränderungen mit Hinweisen auf eine Ischämie verwechselt werden könnten. Bei einem zu raschen Anstieg des Metabolismus (der zu Diarrhoe, Nervosität, beschleunigtem Puls, Insomnie, Tremor und zuweilen zu anginösem Schmerz bei latenter Myokardischämie führt), sollte die Dosis reduziert oder die Behandlung 1-2 Tage lang unterbrochen und dann in einer niedrigeren Dosis wiederaufgenommen werden.
Ist ein Levothyroxin-Behandlungsschema einmal festgelegt, sollte die Umstellung auf ein anderes schilddrüsenhormonhaltiges Arzneimittel nur unter Überwachung der labordiagnostischen und klinischen Parameter erfolgen. Die Überwachung des therapeutischen Gleichgewichts beim Wechsel von Levothyroxin-Medikamenten ist bei bestimmten Risikopatienten in folgenden Kategorien von besonderer Bedeutung: Patienten, die wegen Schilddrüsenkrebs behandelt werden, aber auch an Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herz- oder Koronar-Herzinsuffizienz und Rhythmusstörungen) leiden, Schwangere, Kinder und ältere Menschen sowie in bestimmten Situationen, in denen das therapeutische Gleichgewicht besonders schwer zu erreichen war.
Dieses Arzneimittel enthält:
Natriummethyl-4-hydroxybenzoat kann Überempfindlichkeitsreaktionen, auch Spätreaktionen, hervorrufen.
Glycerol kann Kopfschmerzen, Magenverstimmung und Durchfall hervorrufen.
Kinder und Jugendliche
Eltern von Kindern, die mit einem Schilddrüsenhormon behandelt werden, sollten darauf hingewiesen werden, dass es in den ersten wenigen Therapiemonaten zu partiellem Haarausfall kommen kann. Dieser Effekt ist jedoch in der Regel vorübergehender Natur und das Haarwachstum setzt anschließend üblicherweise wieder ein.
Die hämodynamischen Parameter sind zu überwachen, wenn eine Behandlung mit Levothyroxin bei Frühgeborenen mit einem sehr niedrigen Geburtsgewicht begonnen wird, da es aufgrund der nicht ausgereiften Nebennierenfunktion zu einem Kreislaufkollaps kommen kann (siehe Abschnitt 4.8).
Interferenzen mit Laboruntersuchungen:
Biotin kann Immunassays zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion, die auf einer Biotin- Streptavidin-Wechselwirkung basieren, beeinflussen und damit zu fälschlicherweise verringerten oder fälschlicherweise erhöhten Testergebnissen führen. Das Risiko einer Interferenz steigt bei höheren Dosen von Biotin.
Bei der Auswertung der Ergebnisse von Laboruntersuchungen ist eine mögliche Interferenz mit Biotin zu berücksichtigen, insbesondere wenn eine Unstimmigkeit mit dem klinischen Erscheinungsbild festgestellt wird.
Bei Patienten, die biotinhaltige Arzneimittel oder Produkte einnehmen, sollte bei Anforderung eines Schilddrüsenfunktionstests das Laborpersonal entsprechend informiert werden. Falls verfügbar, sollten alternative Tests angewendet werden, die für eine Interferenz mit Biotin nicht anfällig sind (siehe Abschnitt 4.5).
Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Frauen, bei denen unter der Behandlung der Hypothyreose mit einer Erhaltungsdosis eine Schwangerschaft eintritt, müssen engmaschig überwacht werden. Levothyroxin ist im zweiten und dritten Trimenon eher schlecht plazentagängig, im ersten Drittel der Schwangerschaft kann die Plazentagängigkeit aber eventuell besser sein. Für Levothyroxin sind weder kanzerogene noch teratogene Wirkungen bekannt.
Da Erhöhungen im Serum TSH bereits in den ersten 4 Wochen der Schwangerschaft auftreten können, sollten Schwangere, die Levothyroxin einnehmen, ihr TSH in jedem Trimester messen lassen, um zu bestätigen, dass die TSH-Werte im mütterlichen Serum im trimesterspezifischen Schwangerschaftsbezugsbereich liegen. Ein erhöhter TSH-Wert im Serum sollte durch eine Erhöhung der Dosis von Levothyroxin korrigiert werden. Da die postpartalen TSH-Werte den Werten vor der Geburt ähnlich sind, sollte die Levothyroxindosis unmittelbar nach der Geburt wieder auf die Dosis vor der Schwangerschaft zurückkehren. Ein Serum-TSH-Wert sollte 6-8 Wochen nach der Geburt erreicht werden.
Die Behandlung mit Levothyroxin sollte insbesondere während der Schwangerschaft und Stillzeit konsequent fortgesetzt werden. Der Dosierungsbedarf kann sich während der Schwangerschaft sogar erhöhen.
Die Erfahrung zeigt, dass es im empfohlenen therapeutischen Dosisbereich beim Menschen keine Anhaltspunkte für eine arzneimittelbedingte Teratogenität und/oder Fetotoxizität gibt. Übermäßig hohe Levothyroxin-Dosierungen während der Schwangerschaft können sich auf die fetale und postnatale Entwicklung eventuell negativ auswirken.
Eine Kombinationstherapie mit Levothyroxin und einem Thyreostatikum zur Behandlung der Hyperthyreose ist während der Schwangerschaft nicht angezeigt. Eine solche Kombination würde höhere Thyreostatikadosen erfordern, von denen Plazentagängigkeit und die Auslösung von Hypothyreose beim Säugling bekannt sind.
Diagnostische Schilddrüsensuppressionstests dürfen während der Schwangerschaft nicht
durchgeführt werden, da die Applikation radioaktiver Substanzen bei Schwangeren kontraindiziert ist.
Stillzeit
Levothyroxin geht während der Stillzeit in die Muttermilch über, jedoch reichen die im empfohlenen therapeutischen Dosisbereich erreichten Konzentrationen nicht aus, um die Entwicklung einer Hyperthyreose oder die Suppression der TSH-Ausschüttung beim Säugling hervorzurufen.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht über 25 °C lagern.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.
Wie wird Levohelm 50 Mikrogramm/5 ml Lösung zum Einnehmen angewendet?
Dosierung und Art der Anwendung
Dosierung
Erwachsene
Die Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen sollte grundsätzlich auf individueller Basis unter Berücksichtigung des klinischen Ansprechens, der Ergebnisse biochemischer Tests und regelmäßiger Kontrolluntersuchungen festgelegt werden.
Die individuelle Tagesdosis sollte auf Grundlage von labordiagnostischen und klinischen Untersuchungen bestimmt werden. Da einige Patienten erhöhte Konzentrationen von T4 und fT4 aufweisen, stellt die basale Serumkonzentration des schilddrüsenstimulierenden Hormons eine zuverlässigere Grundlage für die nachfolgende Behandlung dar.
Patienten, deren Therapie von der Lösung zum Einnehmen auf die Tablettenform umgestellt wird oder umgekehrt, sollten engmaschig beobachtet werden. Dies gilt auch, wenn Patienten auf andere Levothyroxin-haltige Lösung zum Einnehmen umgestellt werden.
| Hypothyreose (kongenital oder erworben) | ||
| Erwachsene, Kinder über 12 Jahren | ||
| • | Anfangsdosis | 50 – 100 Mikrogramm täglich vor dem |
| Frühstück | ||
| • | Übliche Erhaltungsdosis | 100 – 200 Mikrogramm täglich |
Die Anfangsdosis wird alle 3-4 Wochen in Schritten zu 25-50 Mikrogramm angepasst, bis das klinische Ansprechen sowie die Konzentration von Thyroxin und des schilddrüsenstimulierenden Hormons im Plasma darauf hinweisen, dass die Schilddrüsenunterfunktion korrigiert ist und eine Erhaltungsdosis erreicht wurde.
Im Fall einer Hypothyreose wird die Behandlung in der Regel während des gesamten Lebens fortgeführt.
Kinder und Jugendliche
Die Erhaltungsdosis liegt im Allgemeinen bei 100-150 Mikrogramm pro m² Körperoberfläche.
Bei Neugeborenen und Kleinkindern mit kongenitaler Hypothyreose, wo eine rasche Substitution wichtig ist, beträgt die empfohlene Anfangsdosis 10-15 Mikrogramm pro kg KG täglich in den ersten 3 Monaten. Danach sollte die Dosis entsprechend den klinischen Befunden und den Schilddrüsenhormon- und TSH-Werten individuell angepasst werden.
Bei Kindern mit erworbener Hypothyreose beläuft sich die empfohlene Anfangsdosis auf 12,5-50 Mikrogramm täglich. Die Dosis sollte langsam alle 2-4 Wochen entsprechend den klinischen Befunden und den Schilddrüsenhormon und TSH-Werten angepasst werden, bis die volle Substitutionsdosis erreicht ist.
Kleinkinder sollten die Tagesgesamtdosis mindestens eine halbe Stunde vor der ersten Mahlzeit des Tages erhalten.
Nichttoxische diffuse Struma oder Struma in Verbindung mit einer Hashimoto-Thyreoiditis
Die empfohlene Dosis beträgt 50-200 μg/Tag.
Bei Patienten mit nichttoxischer diffuser Struma und normalen T4- und TSH Werten kann eine Behandlung mit Levothyroxin in Betracht gezogen werden. Wenn es nach 6-12 Monaten zu keiner wahrnehmbaren Verminderung der Strumagröße gekommen ist, sollte die Thyroxintherapie beendet werden.
Im Fall einer nichttoxischen Struma und einer Struma in Verbindung mit einer Hashimoto- Thyreoiditis wird die Behandlung in der Regel während des gesamten Lebens fortgeführt.
Suppressionstherapie beim Schilddrüsenkarzinom
Die empfohlene Dosis beträgt 150-300 μg/Tag.
Erwachsene und ältere Patienten
Bei älteren Patienten, bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit sowie bei Patienten mit schwerer oder seit längerer Zeit bestehender Hypothyreose ist die Behandlung mit Schilddrüsenhormonen besonders vorsichtig einzuleiten. Die Behandlung sollte mit einer niedrigen Anfangsdosis begonnen werden (zum Beispiel 12,5 Mikrogramm/Tag), die dann
unter häufiger Kontrolle der Schilddrüsenhormone langsam und in größeren Zeitabständen gesteigert wird (zum Beispiel langsame Steigerung um 12,5 Mikrogramm/Tag alle 14 Tage). Daher ist gegebenenfalls eine Dosierung in Betracht zu ziehen, die unter der optimalen Dosierung für eine komplette Ersatztherapie liegt und somit nicht zu einer vollständigen Korrektur der TSH-Werte führt.
Art der Anwendung
Lösung zum Einnehmen. Levohelm ist vorzugsweise als Einzeldosis auf leeren Magen einzunehmen, üblicherweise vor dem Frühstück. Die Dosen sollten in einem Intervall von mehreren Stunden getrennt werden.
Überdosierung
Ein erhöhter T3-Wert ist ein zuverlässigerer Indikator für eine Überdosierung als ein erhöhter T4- oder fT4-Wert.
Akute Vergiftungen sind in der Regel von mittlerer Schwere, wenn keine kardiale Vorgeschichte vorliegt, auch bei versehentlicher Einnahme bei Kindern. In symptomatischen Fällen können klinische Wirkungen innerhalb weniger Stunden auftreten oder bei einer Einzeldosis um einige Tage verzögert werden und ein oder mehrere Anzeichen einer Thyreotoxikose beinhalten (siehe unten).
Im Falle einer Überdosierung treten Symptome auf, die eine deutliche Zunahme der Stoffwechselaktivität aufweisen (siehe Abschnitt 4.8). Bei wiederholten Dosen von supratherapeutischen Dosen wurden die folgenden Anzeichen einer Hyperthyreose
beobachtet und definieren in den schwerwiegenden Fällen einen Zustand der Thyrotoxikose:
- Verdauungsstörungen: Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall, erhöhter Appetit, Abnehmen
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Tachykardie, Vorhofflimmern, Arrhythmie oder Extrasystolen, Bluthochdruck, Brustschmerzen, Angina, kongestive Herzinsuffizienz, kardiogener Kollaps.
- Allgemeine Störungen: Fieber, Rötung der Haut, Schwitzen.
- Neurologische Störungen: Reizbarkeit, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Unruhe, Verwirrung, Mydriasis, Krämpfe bei prädisponierten Patienten, Bewusstseinsstörungen, Koma, akute Psychose.
Die Symptome können sich in Form von ausgeprägtem beta-adrenergen Effekten wie Tachykardie, Angstzustände, Agitierheit und Hyperkinese äußern. Sie lassen sich mit Betablockern abschwächen. Wurden sehr hohe Dosen eingenommen, kann eine Plasmapherese erwogen werden.
Nach einer Überdosierung, insbesondere zu Beginn der Behandlung, wurden bei epileptischen Patienten seltene Anfallsfälle berichtet.
Thyreotoxische Krisen wurden gelegentlich nach massiver oder chronischer Intoxikation und Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz, Koma und Tod gemeldet.
Je nach Ausmaß der Überdosierung wird empfohlen, dass der Patient die Einnahme des Produkts einstellt und sich einer Untersuchung unterzieht.
Eine Überdosierung lässt sich, wenn die Einnahme erst kurz zurückliegt, mittels Magenspülung/induziertem Erbrechen behandeln. Die Gabe von Propranolol und sonstige unterstützende Maßnahmen dienen der Aufrechterhaltung der Zirkulation. Thyreostatika wie Propylthiouracil und Lithium bringen wegen der verzögerten Resorption/des späten Wirkungseintritts wahrscheinlich keinen Nutzen im Sinne der Vermeidung einer thyreotoxischen Krise.
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Welche Nebenwirkungen hat Levohelm 50 Mikrogramm/5 ml Lösung zum Einnehmen?
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Die Wirkungen von Warfarin, Dicoumarol, Acenocoumarol, Phenindion und wahrscheinlich
auch von anderen Antikoagulantien werden durch die gleichzeitige Anwendung von Schilddrüsenpräparaten verstärkt.
Bei zwei Patienten unter Levothyroxin wurde darüber berichtet, dass Lovastatin in einem Fall eine Hypothyreose und im zweiten Fall eine Hyperthyreose induzierte. Unter gleichzeitiger Behandlung mit entzündungshemmenden Mitteln wie Phenylbutazon oder Acetylsalicylsäure und Levothyroxin wurden falsch erniedrigte Gesamtplasmaspiegel beobachtet. Levothyroxin beschleunigt die Metabolisierung von Propranolol.
Falls bei Patienten unter Digitalis eine Therapie mit Levothyroxin eingeleitet wird, muss die Digoxin-Dosis eventuell angepasst werden, bei hyperthyreoten Patienten ist im Behandlungsverlauf gegebenenfalls eine langsame Steigerung der Digoxin-Dosis nötig, da die Patienten anfangs relativ empfindlich auf Digoxin reagieren.
Arzneimittel zur Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen erhöhen den metabolischen Bedarf und sollten nur vorsichtig zusammen mit anderen Arzneimitteln angewendet werden, welche die Herzfunktion beeinflussen, etwa Sympathomimetika, da dieser Effekt dadurch verstärkt werden könnte.
Schilddrüsenhormone können außerdem die Empfindlichkeit der Katecholamin-Rezeptoren erhöhen.
Amiodaron kann die Wirkungen von Schilddrüsenhormonen, die bei der Behandlung der Hypothyreose eingesetzt werden, reduzieren.
Die antidepressive Reaktion auf Imipramin, Amitriptylin und möglicherweise auch auf andere trizyklische Antidepressiva kann bei gleichzeitiger Anwendung von Levothyroxin beschleunigt werden.
Die Wirkungen von Levothyroxin können bei gleichzeitiger Gabe von Sertralin abgeschwächt sein.
Bei gleichzeitiger Gabe von Ketamin wurde vereinzelt über ausgeprägte Hypertonie und Tachykardie berichtet.
Einige Arzneimittel, wie Lithium, wirken unmittelbar auf die Schilddrüse und hemmen die Freisetzung von Schilddrüsenhormonen, was zu einer klinischen Hypothyreose führt.
Die Resorption von Levothyroxin im Darm wird durch Sucralfat, Natriumpolystyrolsulfonat oder Cholestyramin reduziert.
Colesevelam: In einer Wechselwirkungsstudie mit gesunden Probanden hat Colesevelam den AUC- und Cmax-Wert von Levothyroxin verringert, wenn die Einnahme gleichzeitig bzw. nach einer Stunde erfolgte. Keine Wechselwirkung wurde beobachtet, wenn Colesevelam frühestens vier Stunden nach Levothyroxin eingenommen wurde.
Cimetidin, Aluminiumhydroxid, Calciumcarbonat und Eisensulfat vermindern ebenfalls die Resorption von Levothyroxin aus dem GI-Trakt. Levothyroxinhaltige Arzneimittel sollten daher mindestens 2 Stunden vor der Verabreichung dieser Arzneimittel eingenommen werden.
Es hat sich gezeigt, dass die gleichzeitige Anwendung von Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital, Primidon oder Rifampicin und Levothyroxin mit einer verstärkten Metabolisierung von Levothyroxin einhergeht.
Angesichts der potentiellen Wechselwirkung mit hypoglykämischen Substanzen sollten diabetische Patienten im Hinblick auf einen gesteigerten Bedarf an Insulin oder oralen Antidiabetika überwacht werden.
Östrogen, östrogenhaltige Präparate und orale Kontrazeptiva können den Bedarf an Levothyroxin erhöhen.
Umgekehrt können Androgene und Kortikosteroide die Seerumkonzentration Thyroxin- bindender Globuline vermindern.
Bei einem unter Behandlung mit Levothyroxin stabilisierten Patienten wurde nach Gabe von Chloroquin mit Proguanil zur Malariaprophylaxe eine erhöhte Konzentration des schilddrüsenstimulierenden Hormons festgestellt.
Unter gleichzeitiger Behandlung mit entzündungshemmenden Mitteln wie Phenylbutazon oder Acetylsalicylsäure und Levothyroxin wurden falsch erniedrigte Gesamtplasmaspiegel beobachtet.
Proteasehemmer
Proteasehemmer (z. B. Ritonavir, Indinavir, Lopinavir) können die Wirkung von Levothyroxin beeinflussen. Eine engmaschige Kontrolle der Schilddrüsenhormonwerte wird empfohlen. Die Levothyroxin-Dosis ist gegebenenfalls anzupassen.
Sevelamer
Sevelamer kann die Resorption von Levothyroxin vermindern. Es wird daher empfohlen, die Patienten zu Beginn und nach Beendigung der gleichzeitigen Behandlung im Hinblick auf Veränderungen der Schilddrüsenfunktion zu überwachen. Bei Bedarf ist die Levothyroxin- Dosis anzupassen.
Tyrosinkinasehemmer
Tyrosinkinasehemmer (z. B. Imatinib, Sunitinib) können die Wirksamkeit von Levothyroxin herabsetzen. Es wird daher empfohlen, die Patienten zu Beginn und nach Beendigung der gleichzeitigen Behandlung im Hinblick auf Veränderungen der Schilddrüsenfunktion zu überwachen. Bei Bedarf ist die Levothyroxin-Dosis anzupassen.
Propylthiouracil, Glukokortikoide, Beta-Rezeptorenblocker, Amiodaron und iodhaltige Kontrastmittel
Diese Substanzen hemmen die periphere Umwandlung von T4 zu T3.
Amiodaron kann wegen seines hohen Iodanteils sowohl eine Hyperthyreose als auch eine Hypothyreose auslösen. Im Fall einer nodulären Struma mit einer möglicherweise unerkannten Autonomie ist besondere Vorsicht angebracht.
Enzyminduzierende Arzneimittel
Enzyminduzierende Arzneimittel wie Barbiturate oder Carbamazepin können die hepatische Clearance von Levothyroxin steigern.
Sojahaltige Produkte
Sojahaltige Produkte können die intestinale Resorption von Levothyroxin vermindern. Daher kann insbesondere zu Beginn und nach Beendigung einer Ernährung mit sojahaltigen Ergänzungsmitteln eine Anpassung der Dosis von Levohelm nötig sein.
Orlistat
Bei gleichzeitiger Einnahme von Orlistat und Levothyroxin kann eine Schilddrüsenunterfunktion und/oder eine verminderte Kontrolle der Unterfunktion auftreten. Dies ist möglicherweise auf eine verringerte Absorption von Iodsalzen und/oder Levothyroxin zurückzuführen.
Interferenzen mit Laboruntersuchungen:
Biotin kann Immunassays zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion, die auf einer Biotin- Streptavidin-Wechselwirkung basieren, beeinflussen und damit zu fälschlicherweise verringerten oder fälschlicherweise erhöhten Testergebnissen führen (siehe Abschnitt 4.4).
Wirkungen von Cytochrom-F-450-induzierenden Arzneimitteln: Enzyminduzierende Arzneimittel wie beispielsweise Arzneimittel, die Johanniskraut
(Hypericum perforatum L.) enthalten, können die hepatische Clearance von Levothyroxin erhöhen, was zu reduzierten Serumkonzentrationen des Schilddrüsenhormons führen kann. Deswegen kann bei Patienten, die eine Schilddrüsenersatztherapie erhalten, eine Erhöhung der Dosis des Schilddrüsenhormons erforderlich sein, wenn diese Arzneimittel gleichzeitig angewendet werden.
Protonenpumpeninhibitoren (PPI):
Die gleichzeitige Anwendung mit PPI kann zu einer Abnahme der Absorption der Schilddrüsenhormone führen, da die PPI einen Anstieg des pH-Werts im Magen verursachen. Während der gleichzeitigen Behandlung werden eine regelmäßige Überwachung der Schilddrüsenfunktion und eine klinische Überwachung empfohlen. Es kann notwendig sein, die Dosis der Schilddrüsenhormone zu erhöhen.
Vorsicht ist auch geboten, wenn die Behandlung mit PPI beendet wird.
Nebenwirkungen
Die folgenden Nebenwirkungen sind in der Regel auf eine übermäßig hohe Dosierung zurückzuführen und entsprechen der Hyperthyreose-Symptomatik (siehe Abschnitt 4.9): Herzrhythmusstörungen, pektanginöse Beschwerden, Tachykardie, Zephalalgie, Menstruationsstörungen, Pseudotumor cerebri, Krämpfe in der Skelettmuskulatur, Kopfschmerzen, Unruhe, Erregbarkeit, Gesichtsrötung, Kreislaufkollaps bei Frühgeborenen mit niedrigem Geburtsgewicht (siehe Abschnitt 4.4), Schwitzen, Diarrhoe, starker Gewichtsverlust und Muskelschwäche, Insomnie, Tremor, Fieber, Erbrechen, Palpitationen und Hitzeunverträglichkeit.
Diese Reaktionen klingen üblicherweise nach einer Dosisreduktion bzw. nach Absetzen der Behandlung wieder vollständig ab.
Außerdem wurde über Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Hautausschlag, Pruritus, Nesselausschlag, Ödem und Angioödem berichtet.
Über die Verschlechterung einer Kardiopathie wurde ebenfalls berichtet (Herzversagen, Angina pectoris, Herzrhythmusstörungen).
Darüber hinaus besteht bei Kindern die Möglichkeit einer Hyperkalziurie. Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko- Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Weitere Informationen zu Levohelm 50 Mikrogramm/5 ml Lösung zum Einnehmen
5 ml Lösung zum Einnehmen enthalten 25 Mikrogramm Levothyroxin-Natrium 5 ml Lösung zum Einnehmen enthalten 50 Mikrogramm Levothyroxin-Natrium 5 ml Lösung zum Einnehmen enthalten 100 Mikrogramm Levothyroxin-Natrium
Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung Natriummethyl-4-hydroxybenzoat (E 219): 9 mg pro 5 ml Dosiervolumen. Glycerol: 3780 mg pro 5 ml Dosiervolumen.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
ZULASSUNGSNUMMER(N)
25 Mikrogramm: 2201482.00.00
50 Mikrogramm: 2201483.00.00
100 Mikrogramm: 2201484.00.00
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 12. Juni 2019
10. STAND DER INFORMATION
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.


