Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
FEIBA ist ein aus menschlichem Plasma hergestelltes Präparat, das die Blutstillung auch bei Verminderung oder Fehlen einzelner Gerinnungsfaktoren ermöglicht. FEIBA dient zur Behandlung und Prophylaxe von Blutungen bei Hemmkörperhämophilie-A- Patienten. FEIBA dient zur Behandlung von Blutungen bei Hemmkörperhämophilie-B-Patienten.
- Wirkstoff(e)
- Faktor-VIII-Inhibitor-bypass-Aktivität
- Zulassungsinhaber
- Takeda Manufacturing Austria AG
- Abgabestatus
- Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
- ATC Code
- B02BD03
Diese Zusammenfassung ersetzt nicht die Packungsbeilage und keine ärztliche Beratung.
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Gebrauchsinformation
Wofür wird FEIBA 100 E./ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Infusionslösung angewendet?
FEIBA ist ein aus menschlichem Plasma hergestelltes Präparat, das die Blutstillung auch bei Verminderung oder Fehlen einzelner Gerinnungsfaktoren ermöglicht.
FEIBA dient zur Behandlung und Prophylaxe von Blutungen bei Hemmkörperhämophilie-A- Patienten.
FEIBA dient zur Behandlung von Blutungen bei Hemmkörperhämophilie-B-Patienten.
FEIBA wird zur Behandlung und Prophylaxe von Blutungen bei Patienten ohne Hämophilie, die Inhibitoren gegen Faktor VIII erworben haben, eingesetzt.
Des Weiteren wird FEIBA zur Prophylaxe bei chirurgischen Eingriffen bei Hemmkörperhämophilie- A-Patienten eingesetzt.
FEIBA kann für alle Altersgruppen angewendet werden.
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Was ist vor der Einnahme von FEIBA 100 E./ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Infusionslösung zu beachten?
Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn bei Ihnen eine Allergie bekannt ist.
Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie eine kochsalzarme Diät einhalten müssen.
FEIBA darf nicht angewendet werden
In folgenden Situationen darf FEIBA nur angewendet werden, wenn keine Reaktion auf eine
Behandlung mit geeigneten Gerinnungsfaktorkonzentraten erwartet werden kann, z. B. bei sehr hohem Inhibitortiter:
Wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegen Faktor-VIII-Inhibitor-bypass-Aktivität oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.
- Wenn eine Disseminierte Intravasale Gerinnung (DIC) besteht (DIC = Verbrauchskoagulopathie, ein lebensbedrohlicher Zustand, bei dem es zu einer übermäßig stark ablaufenden Blutgerinnung mit ausgeprägter Blutgerinnselbildung in den Blutgefäßen kommt. Dies führt dann zum Verbrauch der Gerinnungsfaktoren im ganzen Körper.).
- Bei Herzinfarkt, akuter Thrombose und/oder Embolie: FEIBA darf nur bei lebensbedrohlichen Blutungsepisoden angewendet werden.
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie FEIBA anwenden, da es, wie bei allen intravenös verabreichten Plasmaprodukten, zu Überempfindlichkeitsreaktionen kommen kann. Damit Sie eine
allergische Reaktion möglichst frühzeitig erkennen können, achten Sie auf mögliche Frühsymptome einer Überempfindlichkeitsreaktion, wie z. B.:
- Hautrötung
- Hautausschlag
- Auftreten von Quaddeln auf der Haut (Nesselsucht/Urtikaria)
- Juckreiz am ganzen Körper
- Anschwellen von Lippen und Zunge
- Atembeschwerden/Atemnot
- Engegefühl in der Brust
- Allgemeines Unwohlsein
- Schwindel
- Blutdruckabfall
Andere Anzeichen von Überempfindlichkeitsreaktionen auf Plasmaprodukte sind Teilnahmslosigkeit (Lethargie) und Ruhelosigkeit.
Falls Sie ein oder mehrere der genannten Symptome bei sich feststellen, brechen Sie die Infusion sofort ab. Rufen Sie umgehend Ihren Arzt. Oben angegebene Symptome können frühe Anzeichen
eines anaphylaktischen Schocks sein. Schwere Symptome benötigen eine sofortige Notfallbehandlung.
Bei Überempfindlichkeit auf das Produkt oder einen der Bestandteile wird Ihr Arzt FEIBA nur dann
erneut verabreichen, wenn er sorgfältig den zu erwartenden Nutzen gegen das Risiko der Wiederverabreichung abgewogen hat und/oder wenn kein Ansprechen auf eine andere vorbeugende
Maßnahme oder ein alternatives Produkt erwartet werden kann.
- Bei starken Änderungen im Blutdruck oder der Pulsrate, bei Atembeschwerden, Husten oder Brustschmerzen ist die Infusion sofort abzubrechen und der Arzt zu kontaktieren. Der Arzt wird dann die geeigneten diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen einleiten.
- Bei Patienten mit Hemmkörperhämophilie oder erworbenen Inhibitoren gegen Gerinnungsfaktoren ist Vorsicht geboten. Während der Behandlung mit FEIBA können diese Patienten zur gleichen Zeit sowohl eine erhöhte Blutungsneigung als auch ein erhöhtes Thromboserisiko haben.
Thrombotische und thromboembolische Ereignisse, einschließlich disseminierter intravasaler Gerinnung (DIC), Venenthrombose, Lungenembolie, Herzinfarkt und Schlaganfall sind während der Behandlung mit FEIBA aufgetreten. Die gleichzeitige Behandlung mit rekombinantem Faktor VIIa (rFVIIa) erhöht wahrscheinlich das Risiko der Entwicklung von thromboembolischen Ereignissen. Einige dieser thromboembolischen Ereignisse traten nach Verabreichung hoher FEIBA-Dosen auf.
In einer von einer Fremdfirma durchgeführten Studie zur Beurteilung von Emicizumab (ein Arzneimittel zur Vorbeugung von Blutungen bei Patienten mit Hämophilie A), wurden einige Patienten nach Durchbruchsblutungen unter Emicizumab mit FEIBA zur Kontrolle der Blutungen
behandelt. Einige dieser Patienten entwickelten eine thrombotische Mikroangiopathie (TMA). Die TMA ist eine schwerwiegende und möglicherweise lebensbedrohliche Erkrankung. Bei Personen, die
unter einer TMA leiden, kann die innere Wandschicht der Blutgefäße beschädigt sein und es können sich Blutgerinnsel in den kleinen Blutgefäßen bilden. In einigen Fällen kann dies zur Schädigung der
Nieren und anderer Organe führen. Bitte kontaktieren Sie unverzüglich Ihren behandelnden Arzt oder ein Hämophilie-Zentrum, wenn Sie unter Prophylaxe mit Emicizumab eine Durchbruchsblutung
entwickeln.
Bei der Herstellung von Arzneimitteln aus menschlichem Blut oder Blutplasma wird eine Anzahl von Maßnahmen durchgeführt, um einer Übertragung von infektiösen Erregern auf Patienten vorzubeugen.
Dazu gehören die sorgfältige Auswahl der Blut- und Plasmaspender – um sicherzustellen, dass Personen mit Infektionsrisiko ausgeschlossen werden – sowie die Testung jeder einzelnen Spende und
der Plasmapools auf Virus- und Infektionsmarker. Die Hersteller dieser Produkte führen während der Verarbeitung von Blut oder Plasma auch Schritte zur Inaktivierung oder Entfernung von Viren durch. Trotzdem kann bei der Verabreichung von Arzneimitteln, die aus menschlichem Blut oder Plasma
hergestellt werden, das Risiko von Infektionskrankheiten durch Übertragung von infektiösen Erregern, auch bislang unbekannter Natur, nicht völlig ausgeschlossen werden.
Die oben angeführten Maßnahmen werden für umhüllte Viren wie z. B. HIV (Virus, das AIDS verursacht), Hepatitis-B-Virus und Hepatitis-C-Virus sowie für das nicht umhüllte Hepatitis-A-Virus
als wirksam erachtet. Diese Maßnahmen können gegebenenfalls bei manchen nicht umhüllten Viren wie z. B. Parvovirus B19 (Virus, das Ringelröteln verursacht) eingeschränkt wirksam sein.
Parvovirus-B19-Infektionen können bei Schwangeren (foetale Infektion) und bei Personen mit geschwächtem Immunsystem oder einigen Anämieformen (z. B. Sichelzellanämie oder hämolytische Anämie) zu schweren Erkrankungen führen.
Wird ein aus menschlichem Blut oder Plasma hergestelltes Faktor-VIII-Inhibitor-Arzneimittel regelmäßig/wiederholt verabreicht, müssen geeignete Impfungen (Hepatitis A und B) in Betracht
gezogen werden.
Nach der Verabreichung hoher Dosen von FEIBA kann der vorübergehende Anstieg von passiv
übertragenen Hepatitis-B-Oberflächen-Antikörpern zur Missinterpretation von positiven Ergebnissen serologischer Testungen führen.
FEIBA ist ein aus Plasma hergestelltes Arzneimittel und kann bestimmte Bestandteile (Isohämagglutinine, Erythrozyten-Antikörper) enthalten, die nach Infusion in den Patienten die Ergebnisse von einigen Bluttests beeinflussen können.
Bei jeder Verabreichung von FEIBA sind Produktname und Chargennummer mittels beigefügter Selbstklebeetikette in der Krankengeschichte zu dokumentieren, um die Verbindung zwischen Patient und verabreichter Produktcharge herstellen zu können.
Kinder
Über die Anwendung bei Kindern unter 6 Jahren liegen nur eingeschränkte klinische Daten vor. Es wird dasselbe Dosierungsschema wie bei Erwachsenen empfohlen, das an den klinischen Zustand des Kindes angepasst werden muss.
Anwendung von FEIBA zusammen mit anderen Arzneimitteln
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.
Es wurden keine ausreichenden und gut kontrollierten Studien zur gleichzeitigen oder sequentiellen Anwendung von FEIBA und rekombinantem Faktor VIIa, Antifibrinolytika oder Emicizumab durchgeführt. Werden systemische Antifibrinolytika wie Tranexamsäure und Aminocapronsäure
während der Behandlung mit FEIBA verabreicht, ist an die Möglichkeit thrombotischer Ereignisse zu denken. Daher sollen Antifibrinolytika für ca. 6 bis 12 Stunden nach der Verabreichung von FEIBA
nicht angewendet werden.
Aufgrund verfügbarer in vitro-Daten und klinischer Beobachtungen können bei gleichzeitiger
Verabreichung von FEIBA und rFVIIa mögliche Wechselwirkungen nicht ausgeschlossen werden, was möglicherweise zu einem thromboembolischen Ereignis führen kann. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie mit FEIBA behandelt werden, nachdem Sie Emicizumab (ein Arzneimittel zur Vorbeugung von Blutungen bei Patienten mit Hämophilie A) erhalten haben, da besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen zu beachten sind. Ihr Arzt wird Sie sorgfältig überwachen.
Wie alle anderen Blutgerinnungsfaktoren darf FEIBA vor der Verabreichung nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden, da dadurch die Wirksamkeit und Verträglichkeit der Zubereitung beeinträchtigt sein können.
Es ist ratsam einen gemeinsamen venösen Zugang vor und nach der Verabreichung von FEIBA mit einer physiologischen Kochsalzlösung zu spülen.
Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit
Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker
um Rat.
Über die Anwendung von FEIBA in der Schwangerschaft und Stillzeit entscheidet Ihr Arzt. Aufgrund des gesteigerten Thromboserisikos in der Schwangerschaft darf FEIBA nur unter sorgfältiger
medizinischer Überwachung und nur wenn es unbedingt nötig ist, angewendet werden. Informationen zu Parvovirus-B19-Infektionen sind in Abschnitt „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“
angegeben.
Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Es gibt keine Anzeichen, dass FEIBA Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen hat.
FEIBA enthält Natrium
500 E.
Dieses Arzneimittel enthält etwa 40 mg Natrium (Hauptbestandteil von Kochsalz/Speisesalz) pro Durchstechflasche. Dies entspricht 2 % der für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung.
1 000 E.
Dieses Arzneimittel enthält etwa 80 mg Natrium (Hauptbestandteil von Kochsalz/Speisesalz) pro Durchstechflasche. Dies entspricht 4 % der für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung.
2 500 E.
Dieses Arzneimittel enthält etwa 200 mg Natrium (Hauptbestandteil von Kochsalz/Speisesalz) pro Durchstechflasche. Dies entspricht 10 % der für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung.
Wie wird FEIBA 100 E./ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Infusionslösung angewendet?
Lösen Sie das gefriergetrocknete FEIBA-Pulver mit dem beigepackten Lösungsmittel auf und verabreichen Sie die Lösung in eine Vene.
Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt an. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.
Der Arzt hat, unter Berücksichtigung der Schwere Ihrer Blutgerinnungsstörung, des Ortes und Ausmaßes der Blutung sowie Ihres Allgemeinzustandes und Ansprechens auf das Arzneimittel, die für
Sie persönlich erforderliche Dosierung und Dosierungsintervalle bestimmt. Ändern Sie nicht von sich aus die von Ihrem Arzt bestimmte Dosierung und hören Sie nicht von sich aus mit der Anwendung des Arzneimittels auf.
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von FEIBA zu stark oder zu schwach ist.
Vor Verabreichung das Produkt auf Raum- oder Körpertemperatur erwärmen, falls nötig.
FEIBA erst unmittelbar vor der Verabreichung rekonstituieren (auflösen). Danach die Lösung unverzüglich verwenden (die Lösung enthält keine Konservierungsmittel).
Sanft schwenken, bis das gesamte Pulver gelöst ist. Stellen Sie sicher, dass FEIBA vollständig gelöst ist; sonst gelangen weniger FEIBA-Einheiten durch den Filter.
Trübe Lösungen oder solche mit Niederschlag sind zu verwerfen.
Angebrochene Behältnisse dürfen nicht wiederverwendet werden.
Nur das beigepackte Wasser für Injektionszwecke und den beigepackten Gerätesatz zur Rekonstitution (Auflösung) verwenden.
Werden andere als die beigepackten Gerätesätze verwendet, stellen Sie sicher, dass ein geeigneter Filter mit einer Porengröße von mindestens 149 Mikrometern verwendet wird.
Verwenden Sie das Produkt nicht, wenn seine sterile Barriere durchbrochen, seine Verpackung beschädigt ist oder es Zeichen von Verderb aufweist.
Nach der Rekonstitution nicht im Kühlschrank lagern.
Nach vollständiger Rekonstitution von FEIBA soll sofort mit der Injektion oder Infusion begonnen werden, die innerhalb von drei Stunden nach der Rekonstitution abgeschlossen sein muss.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.
Auflösung des Pulvers zur Herstellung einer Infusionslösung mit BAXJECT II-Hi-Flow:
1. Erwärmen der ungeöffneten Lösungsmitteldurchstechflasche (Wasser für Injektionszwecke) auf Raumtemperatur (15 °C – 25 °C), bzw. max. + 37 °C, falls erforderlich, beispielsweise unter Verwendung eines Wasserbades für einige Minuten.
2. Schutzkappen von Pulver- und Lösungsmitteldurchstechflasche entfernen und die Gummistopfen beider Durchstechflaschen reinigen. Die Durchstechflaschen auf eine ebene Oberfläche stellen.
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Welche Nebenwirkungen hat FEIBA 100 E./ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Infusionslösung?
Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Häufige Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)
Überempfindlichkeit, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, niedriger Blutdruck (Hypotonie), Hautrötung, Hepatitis-B Oberflächenantikörper positiv.
Nebenwirkungen mit nicht bekannter Häufigkeit (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
-
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems: Verbrauchskoagulopathie (DIC); Anstieg des
Inhibitortiters -
Erkrankungen des Immunsystems: anaphylaktische Reaktionen, Nesselausschlag am ganzen
Körper (Urtikaria) -
Erkrankungen des Nervensystems: Taubheitsgefühl in den Gliedmaßen (Hypästhesie),
Missempfinden (Parästhesie), Schlaganfall (verursacht durch eine Thrombose oder Embolie), Schläfrigkeit (Somnolenz), veränderter Geschmackssinn - Herzerkrankungen: Herzinfarkt, Herzrasen (Tachykardie)
-
Gefäßerkrankungen: Blutgerinnselbildung mit Ausschwemmung in die Gefäße
(thromboembolische Ereignisse, venöse und arterielle Thrombosen), hoher Blutdruck (Hypertonie), Hitzewallungen (Flush) -
Erkrankungen der Atemwege und des Brustraums: Verschluss der Lungenarterien durch ein
Blutgerinnsel (Lungenembolie), Verkrampfung der Bronchien (Bronchospasmus), erschwerte Ein- und Ausatmung durch Verengung der oberen Luftwege (Stenoseatmung), Husten, Atemnot (Dyspnoe) - Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts: Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes: Taubheitsgefühl im Gesicht, Anschwellen von Gesicht, Zunge und Lippen (Angioödem), Nesselausschlag am gesamten Körper (Urtikaria), Juckreiz
-
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort: Schmerzen an der
Injektionsstelle, allgemeines Unwohlsein, Hitzegefühl, Schüttelfrost, Fieber, Brustschmerzen, Beschwerden in der Brust - Untersuchungen: Blutdruckabfall, erhöhte Fibrin-D-Dimer-Spiegel im Blut
Eine schnelle intravenöse Infusion kann stechende Schmerzen und Taubheitsgefühl im Gesicht und in den Gliedmaßen sowie einen Blutdruckabfall verursachen.
Es wurde das Auftreten von Herzinfarkten beobachtet, die nach Dosen über der max. Tagesdosis
und/oder verlängerter Anwendung und/oder bei Anwesenheit von Risikofaktoren für Thromboembolien auftraten.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen Traisengasse 5
1200 WIEN ÖSTERREICH
Fax: + 43 (0) 50 555 36207 Website: http://www.basg.gv.at/
Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.
Wie ist FEIBA 100 E./ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Infusionslösung aufzubewahren?
Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.
Nicht über 25 °C lagern. Nicht einfrieren.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton nach „EXP“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.
Die Chargennummer bzw. Chargenbezeichnung wird nach der Abkürzung “Lot“ angeführt.
Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.
Weitere Informationen zu FEIBA 100 E./ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Infusionslösung
Was FEIBA enthält
Pulver
- Der Wirkstoff ist: Faktor-VIII-Inhibitor-bypass-Aktivität.
- 1 ml enthält 100 E. Faktor-VIII-Inhibitor-bypass-Aktivität.
-
FEIBA 100 E./ml ist in drei verschiedenen Darreichungsformen erhältlich:
- Die Darreichungsform FEIBA 500 E. enthält 500 E. (Einheiten) Faktor-VIII-Inhibitor- bypass-Aktivität in 200 – 600 mg humanem Plasmaprotein.
- Die Darreichungsform FEIBA 1 000 E. enthält 1 000 E. (Einheiten) Faktor-VIII- Inhibitor-bypass-Aktivität in 400 – 1 200 mg humanem Plasmaprotein.
- Die Darreichungsform FEIBA 2 500 E. enthält 2 500 E. (Einheiten) Faktor-VIII- Inhibitor-bypass-Aktivität in 1 000 – 3 000 mg humanem Plasmaprotein.
- FEIBA enthält auch die Faktoren II, IX und X, hauptsächlich in nicht-aktivierter Form sowie den aktivierten Faktor VII. Faktor-VIII-Gerinnungs-Antigen (FVIII C:Ag) sowie die Faktoren des Kallikrein-Kinin-Systems sind, falls überhaupt, nur in Spuren vorhanden.
- Die sonstigen Bestandteile sind: Natriumchlorid und Natriumcitrat.
Lösungsmittel
Wasser für Injektionszwecke
Wie FEIBA aussieht und Inhalt der Packung
FEIBA 100 E./ml ist eine weiße, fast weiße oder hellgrüne gefriergetrocknete pulvrige oder bröckelige Festsubstanz. Der pH-Wert der gebrauchsfertigen Lösung liegt zwischen 6,5 – 7,3.
Pulver und Lösungsmittel befinden sich in Durchstechflaschen aus Glas, die mit einem Gummistopfen verschlossen sind.
Packungsgrößen: 1 x 500 E. 1 x 1 000 E. 1 x 2 500 E.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Packungsinhalt:
- 1 Durchstechflasche mit FEIBA 500 E. / 1 000 E. / 2 500 E. Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung
- 1 Durchstechflasche mit 5 ml / 10 ml / 25 ml Wasser für Injektionszwecke
- 1 BAXJECT II Hi-Flow zur Auflösung
- 1 Einmalspritze
- 1 Flügelkanüle
Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller
Takeda Manufacturing Austria AG Industriestraße 67
1221 Wien Österreich
Z.Nr. 242132
Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:
Österreich: FEIBA 100 E./ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Infusionslösung Bulgarien: FEIBA 100 U/ml powder and solvent for solution for infusion
Kroatien: FEIBA 100 U/ml prašak i otapalo za otopinu za infuziju
Zypern: FEIBA 100 U/ml κόνις και διαλύτης για διάλυμα προς έγχυση
Tschechische Republik: FEIBA
Dänemark: Feiba
Estland: FEIBA 100 Ü/ML
Finnland: Feiba
Deutschland: FEIBA 500 E. konzentriert, FEIBA 1 000 E. konzentriert, FEIBA 2 500 E. konzentriert Griechenland: FEIBA 100 U/ml κόνις και διαλύτης για διάλυμα προς έγχυση
Irland: FEIBA 100 U/ml powder and solvent for solution for infusion
Lettland: Feiba 100 V/ml pulveris un šķīdinātājs infūziju šķīduma pagatavošanai
Litauen: Feiba 100 V/ml milteliai ir tirpiklis infuziniam tirpalui
Malta: FEIBA 100 U/ml powder and solvent for solution for infusion
Niederlande: FEIBA 100 E./ML, poeder en oplosmidel voor oplossing voor injectie
Norwegen: Feiba
Rumänien: FEIBA 100 U/ml pulbere şi solvent pentru soluţie injectabilă
Slowakei: FEIBA 100 U/ml prášok a rozpúšt’adlo na infúzny roztok
Slowenien: FEIBA 100 e./ml prašek in vehikel za raztopino za infundiranje
Spanien: FEIBA 100 U/ml polvo y disolvente para solución para perfusión
Schweden: Feiba 100 enheter/ml pulver och vätska till infusionsvätska, lösning
Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im August 2024.
Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:
Die Behandlung soll von einem in der Behandlung von Gerinnungsstörungen erfahrenen Arzt eingeleitet und überwacht werden.
Dosierung
Dosierung und Behandlungsdauer hängen von der Schwere der Hämostasestörung, der Lokalisation und dem Ausmaß der Blutung sowie dem klinischen Zustand des Patienten ab.
Dosierung und Häufigkeit der Verabreichung müssen sich immer nach der klinischen Wirksamkeit im Einzelfall richten.
Als allgemeine Richtlinie wird eine Dosis von 50 – 100 E. FEIBA pro kg Körpergewicht (KG) empfohlen, wobei eine Einzeldosis von 100 E./kg KG und eine Tageshöchstdosis von 200 E./kg KG nicht überschritten werden darf, außer die Schwere der Blutung begründet und rechtfertigt die Anwendung höherer Dosen.
Aufgrund patientenspezifischer Faktoren kann das Ansprechen auf ein Bypassing Präparat variieren. In einer Blutungssituation kann der Patient auf ein Produkt unzureichend reagieren und auf ein anderes ansprechen. Im Fall eines unzureichenden Ansprechens auf ein Bypassing Präparat soll an die Verabreichung eines anderen gedacht werden.
Kinder und Jugendliche
Über die Anwendung bei Kindern unter 6 Jahren liegen nur eingeschränkte klinische Daten vor. Es wird dasselbe Dosierungsschema wie bei Erwachsenen empfohlen, das an den klinischen Zustand des Kindes angepasst werden muss.
1) Spontane Blutungen
Gelenks-, Muskel- und Weichteilblutung
Bei leichten bis mittleren Blutungen wird eine Dosis von 50 – 75 E./kg KG in 12-stündigen Intervallen empfohlen. Die Behandlung soll bis zum Eintreten einer eindeutigen Verbesserung der klinischen
Symptome, wie z. B. Nachlassen der Schmerzen, Abnahme der Schwellung oder Verbesserung der Beweglichkeit des Gelenkes, fortgesetzt werden.
Für große Muskel- und Weichteilblutungen, wie z. B. retroperitoneale Blutungen, wird eine Dosis von 100 E./kg KG im 12-Stunden Intervall empfohlen.
Schleimhautblutungen
Es wird eine Dosis von 50 E./kg KG alle 6 Stunden unter sorgfältiger Überwachung des Patienten (Sichtkontrolle der Blutung, wiederholte Hämatokritbestimmung) empfohlen. Wenn die Blutung nicht zum Stillstand kommt, kann die Dosis auf 100 E./kg KG gesteigert werden, wobei eine Tagesdosis von 200 E./kg KG nicht überschritten werden darf.
Andere schwere Blutungen
Bei schweren Blutungen, wie z. B. ZNS-Blutungen, wird eine Dosis von 100 E./kg KG im 12-stündigen Intervall empfohlen. In Einzelfällen kann FEIBA auch in 6-stündigen Intervallen verabreicht werden, bis eine deutliche Verbesserung des klinischen Zustandes erreicht wird. (Die maximale Tagesdosis von 200 E./kg KG darf nicht überschritten werden!)
2) Operationen
Bei chirurgischen Eingriffen kann präoperativ eine Initialdosis von 100 E./kg KG verabreicht werden und eine weitere Dosis von 50 – 100 E./kg KG nach 6 – 12 Stunden. Als postoperative
Erhaltungsdosis können 50 – 100 E./kg KG im 6 bis 12-stündigen Intervall verabreicht werden; Dosierung, Dosisintervalle und -dauer der peri- und postoperativen Therapie richten sich nach dem
chirurgischen Eingriff, dem Allgemeinzustand des Patienten und der klinischen Wirksamkeit im Einzelfall. (Die maximale Tagesdosis von 200 E./kg KG darf nicht überschritten werden!)
3) Prophylaxe bei Hämophilie A-Patienten mit Inhibitoren
Blutungsprophylaxe bei Patienten mit hohem Inhibitortiter und häufigen Blutungen nach
erfolgloser Immuntoleranzinduktion (ITI) oder wenn eine ITI nicht in Betracht gezogen wird:
Eine Dosis von 70 bis 100 E./kg KG jeden zweiten Tag wird empfohlen. Bei Bedarf kann die Dosis auf 100 E./kg täglich erhöht oder schrittweise gesenkt werden.
Blutungsprophylaxe bei Patienten mit hohem Inhibitortiter während einer
Immuntoleranzinduktion (ITI):
FEIBA kann begleitend zur Faktor VIII Anwendung in einem Dosisbereich von 50 – 100 E./kg KG 2 x tgl. verabreicht werden bis der Faktor-VIII Inhibitortiter auf < 2 B.E.* gesunken ist.
* 1 Bethesda Einheit ist definiert als die Menge an Antikörpern, die 50 % FVIII-Aktivität in inkubiertem Plasma (2 h bei 37 °C) inhibiert.
4) Anwendung von FEIBA bei speziellen Patientengruppen
In Kombination mit Faktor-VIII-Konzentrat wurde FEIBA auch zur Langzeittherapie eingesetzt, um eine vollständige und bleibende Eliminierung des Faktor-VIII-Inhibitors zu erreichen.
Überwachung
Im Fall einer unzureichenden Antwort auf das Arzneimittel wird empfohlen eine Thrombozytenzählung durchzuführen, da eine ausreichende Zahl funktionell intakter Thrombozyten
für die Wirksamkeit von FEIBA als notwendig erachtet wird.
Aufgrund des komplexen Wirkmechanismus gibt es keine direkte Überwachung der Wirkstoffe. Gerinnungstests, wie die Vollblutgerinnungszeit (WBCT), das Thromboelastogramm (TEG, r-Wert)
und die aPTT zeigen üblicherweise nur eine geringe Verkürzung und müssen nicht mit der klinischen Wirksamkeit korrelieren. Deshalb haben diese Tests nur eine geringe Aussagekraft bei der
Überwachung der Therapie mit FEIBA.
Art der Anwendung
FEIBA soll langsam intravenös verabreicht werden. FEIBA ist mit einer Infusionsgeschwindigkeit von 2 E./kg KG pro Minute zu infundieren. Bei Patienten, die die Infusionsgeschwindigkeit von
2 E./kg KG pro Minute gut vertragen haben, kann die Geschwindigkeit bei nachfolgenden Infusionen bis zu einem Maximum von 10 E./kg KG pro Minute erhöht werden.
FEIBA soll erst unmittelbar vor der Verabreichung aufgelöst werden. Danach soll die Lösung
unverzüglich verwendet werden (die Lösung enthält keine Konservierungsmittel). Trübe Lösungen oder solche mit Niederschlag sind zu verwerfen. Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial
ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.
Überwachung der Therapie
Einzeldosen von 100 E./kg KG und Tagesdosen von 200 E./kg KG dürfen nicht überschritten werden. Patienten, die eine Einzeldosis von 100 E./kg KG oder mehr erhalten, sind sorgfältig, insbesondere in
Hinblick auf die Entwicklung einer DIC und/oder einer akuten koronaren Ischämie und das Auftreten von Symptomen anderer thrombotischer oder thromboembolischer Ereignisse zu überwachen. Hohe Dosen von FEIBA dürfen nur so lange wie unbedingt nötig – um die Blutung zu stillen – verabreicht werden.
Im Falle von klinisch signifikanten Änderungen im Blutdruck oder in der Pulsrate, bei Atembeschwerden, Husten oder Brustschmerzen muss die Infusion sofort abgebrochen und geeignete diagnostische und therapeutische Maßnahmen müssen eingeleitet werden. Aussagekräftige Laborparameter für eine DIC sind Abfall von Fibrinogen, Abfall der Thrombozytenzahl und/oder
Anwesenheit von Fibrin-/Fibrinogenabbauprodukten (FDP). Andere Parameter für die DIC sind eine deutlich verlängerte Thrombinzeit, Prothrombinzeit oder aPTT. Bei Patienten mit
Hemmkörperhämophilie oder erworbenen Inhibitoren gegen die Faktoren VIII, IX und/oder XI ist die aPTT durch die Grundkrankheit verlängert.
Die Verabreichung von FEIBA bei Patienten mit Inhibitoren kann zu einem vorübergehenden anamnestischen Anstieg des Inhibitorspiegels führen. Unter kontinuierlicher FEIBA-Verabreichung
können die Inhibitoren mit der Zeit wieder absinken. Klinische und publizierte Daten zeigen, dass sich die Wirksamkeit von FEIBA nicht verringert.
Patienten mit Hemmkörperhämophilie oder erworbenen Inhibitoren gegen Gerinnungsfaktoren können während der Behandlung mit FEIBA zur gleichen Zeit sowohl eine erhöhte Blutungsneigung als auch
ein erhöhtes Thromboserisiko haben.
Labortests und klinische Wirksamkeit
In vitro Tests, wie aPTT, Vollblutgerinnungszeit (WBCT) und Thromboelastogramme (TEG) müssen
als Wirksamkeitsnachweis nicht mit dem klinischen Bild korrelieren. Deshalb können Versuche, diese Werte durch Erhöhung der FEIBA-Dosen zu normalisieren, nicht erfolgreich sein und sind sogar
wegen der möglichen Gefahr durch Überdosierung eine DIC auszulösen stark abzulehnen.
Signifikanz der Thrombozytenzahl
Im Fall einer unzureichenden Antwort auf die Behandlung mit FEIBA wird empfohlen eine Thrombozytenzählung durchzuführen, da eine ausreichende Zahl funktionell intakter Thrombozyten
für die Wirksamkeit von FEIBA notwendig ist.
Behandlung von Hämophilie-B-Patienten mit Inhibitoren
Aufgrund der Seltenheit der Erkrankung ist die Erfahrung bei Hämophilie-B-Patienten mit Faktor-IX- Inhibitor begrenzt. 5 Hämophilie-B-Patienten mit Inhibitoren wurden mit FEIBA im Rahmen von
klinischen Studien, entweder vorbeugend oder bedarfsweise oder bei chirurgischen Eingriffen, behandelt:
In einer prospektiven, offenen, randomisierten, parallelen klinischen Studie mit Hämophilie A- oder -B-Patienten mit anhaltenden hochtitrigen Inhibitoren (090701, PROOF), wurden 36 Patienten
randomisiert zu entweder 12 Monaten ± 14 Tagen vorbeugender oder bedarfsweiser Behandlung. Die 17 Patienten mit vorbeugender Behandlung erhielten 85 ± 15 E./kg FEIBA jeden zweiten Tag, die
19 Patienten mit bedarfsweiser Behandlung wurden nach individueller Verschreibung des Arztes behandelt. 2 Hämophilie-B-Patienten mit Inhibitoren waren in der Gruppe mit bedarfsweiser
Behandlung und 1 Hämophilie-B-Patient in der Gruppe mit vorbeugender Behandlung eingeschlossen. Die auf ein Jahr hochgerechnete mittlere Blutungsrate (ABR) für alle Arten von Blutungsepisoden bei Patienten in der Gruppe mit vorbeugender Behandlung (mittlere ABR = 7,9) war geringer als diejenige von Patienten in der Gruppe mit bedarfsweiser Behandlung (mittlere ABR = 28,7), was eine 72,5%ige Verringerung der mittleren ABR im Vergleich der beiden Behandlungsgruppen bedeutet.
In einer anderen beendeten, prospektiven nicht-interventionellen Überwachungsstudie zur Anwendung von FEIBA vor, während und kurz nach einer Operation (PASS-INT-003, SURF) wurden insgesamt 34 chirurgische Eingriffe an 23 Patienten durchgeführt. Die Mehrheit der Patienten (18) waren
Patienten mit angeborener Hämophilie A mit Inhibitoren, 2 waren Patienten mit Hämophilie B mit Inhibitoren, und 3 Patienten hatten eine erworbene Hämophilie A mit Inhibitoren. Die Dauer der
Anwendung von FEIBA lag zwischen 1 und 28 Tagen, mit einem Durchschnittswert von 9 Tagen und einem statistischen Mittelwert (Median) von 8 Tagen. Die mittlere kumulative Dosis lag bei 88 347 E. und die mediane Dosis bei 59 000 E. Bei Hämophilie B-Patienten mit Inhibitoren betrug die längste Behandlungsdauer mit FEIBA 21 Tage und die maximale Dosis lag bei 7 324 E.
Zusätzlich wird in der Literatur über 48 Patienten berichtet, bei denen FEIBA zur Behandlung und Vorbeugung von Blutungsepisoden bei Hämophilie-B-Patienten mit Faktor-IX-Inhibitor angewendet wurde (34 Patienten mit Hämophilie B mit Inhibitoren wurden bedarfsweise behandelt,
6 Hämophilie B-Patienten mit Inhibitoren wurden vorbeugend behandelt und 8 Hämophilie-B- Patienten mit Inhibitoren wurden bei chirurgischen Eingriffen behandelt).
In einer prospektiven, offenen und randomisierten Crossover-Studie (091501) wurde die Verträglichkeit und Sicherheit von FEIBA, das in normalem oder um 50 % reduziertem Volumen rekonstituiert wird, und von schnelleren Infusionsgeschwindigkeiten bei Hämophiliepatienten mit
Inhibitoren untersucht. 33 Patienten wurden behandelt, und 28 Patienten schlossen die Studie ab. In der Studie wurde FEIBA in einem um 50 % reduzierten Volumen (100 E./ml Konzentration)
rekonstituiert und bei allen Patienten in der angegebenen Dosis von 85 E./kg ± 15 E./kg mit Infusionsgeschwindigkeiten von 2, 4 und 10 E./kg/min intravenös infundiert. Die primären Endpunkte waren Verträglichkeit und Sicherheit mit dem um 50 % reduzierten Volumen (erhöhte Konzentration)
bei Standard- und erhöhten Infusionsgeschwindigkeiten. Die Studie zeigte, dass sowohl die höhere Konzentration (100 E./ml) als auch die höheren Infusionsgeschwindigkeiten (4 und 10 E./kg/min) gut
vertragen wurden und dass das Sicherheitsprofil bei der angegebenen Dosis von 85 E./kg ± 15 E./kg vergleichbar war. Bei den Patienten, die das um 50 % reduzierte Volumen (erhöhte Konzentration) mit der Standardinfusionsgeschwindigkeit von 2 E./kg/min erhielten, war die Rate der behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse (Treatment Emergent Adverse Events, TEAE)
ähnlich hoch wie bei den Patienten, die das reguläre Volumen (50 E./ml Konzentration) mit der gleichen Infusionsgeschwindigkeit erhielten. Bei der Infusionsgeschwindigkeit von 4 E./kg/min
wurden keine damit verbundenen TEAE gemeldet. Bei den Patienten, die das um 50 % reduzierte Volumen (100 E./ml) bei einer Infusionsgeschwindigkeit von 10 E./kg/min erhielten, trat 1 damit zusammenhängendes, nicht schwerwiegendes TEAE auf. Bei den Patienten, die das um 50 %
reduzierte Volumen (erhöhte Konzentration) bei den erhöhten Infusionsgeschwindigkeiten von 4 und 10 E./kg/min erhielten, traten keine schwerwiegenden TEAE, keine Überempfindlichkeitsreaktionen,
keine Reaktionen an der Infusionsstelle, keine thrombotischen TEAE und keine TEAE auf, die zum Absetzen des Arzneimittels oder zum Abbruch der Studie führten. Insgesamt entsprachen die in der Studie beobachteten TEAE dem bekannten Sicherheitsprofil von FEIBA bei Patienten mit Hämophilie mit Inhibitoren.
In einer offenen, unkontrollierten, nicht-interventionellen Beobachtungsstudie zur Sicherheit von FEIBA nach der Zulassung (PASS-EU-006) wurden 75 Patienten mit FEIBA behandelt (Durchschnittsalter 34,8 Jahre, 70 Männer und 5 Frauen), davon 73 mit Hämophilie A mit Inhibitoren
und 2 mit Hämophilie B mit Inhibitoren. Von den 65 Patienten mit angeborener Hämophilie hatten 63 eine angeborene Hämophilie A und 2 eine angeborene Hämophilie B. Zu Beginn der Studie wurde
43 Patienten FEIBA zur Prophylaxe und 32 Patienten FEIBA zur Bedarfsbehandlung verschrieben.
Höhere Infusionsraten (> 2 E./kg/min) wurden bei 6 pädiatrischen Patienten im Alter zwischen 11 Monaten und 11 Jahren und bei 5 Jugendlichen im Alter von 13 bis 16 Jahren angewendet.
Von den 320 Infusionen mit einer verfügbaren Infusionsgeschwindigkeit bei 7 pädiatrischen und
6 jugendlichen Patienten gab es 129 Infusionen (40,3%) bei 2 Patienten (beide pädiatrisch) mit einer Infusionsrate > 10 E./kg/min, 26 Infusionen (8,1%) bei 7 Patienten (4 Kinder; 3 Jugendliche) mit einer Infusionsrate > 4 und ≤ 10 E./kg/min, 135 Infusionen (42,2%) bei 7 Patienten (3 Kinder;
4 Jugendliche) mit einer Infusionsrate > 2 und ≤ 4 E./kg/min und 30 Infusionen (9,4%) bei 3 Patienten (1 Kind; 2 Jugendliche) mit einer Infusionsrate ≤ 2 E./kg/min.
Es liegen auch vereinzelte Berichte über die Anwendung von FEIBA bei der Behandlung von Patienten mit erworbenen Inhibitoren gegen die Faktoren IX, X, XI und XIII vor.
In seltenen Fällen wurde FEIBA außerdem bei Patienten angewendet, bei denen ein von-Willebrand- Faktor-Inhibitor vorhanden war.
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