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Das Wichtigste in Kürze
Zur Behandlung von: infizierten Wunden, Abszessen, Mundhöhlen- und Zahninfektionen, die durch Clindamycin- empfindliche Stämme von Staphylococcus spp., Streptococcus spp., Bacteroides spp., Fusobacterium necrophorum oder Clostridium perfringens verursacht werden.
- Zieltierarten
- Hund.
- Wartezeit
- Nicht zutreffend.
- Wirkstoff(e)
- Clindamycin
- Zulassungsinhaber
- Zoetis Österreich GmbH
- Abgabestatus
- Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
- ATC Code
- QJ01FF01
Diese Zusammenfassung ersetzt nicht die Packungsbeilage und keine ärztliche Beratung.
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Gebrauchsinformation
Wofür wird Antirobe 75 mg - Kapseln für Hunde bei Tieren angewendet?
Zur Behandlung von:
infizierten Wunden, Abszessen, Mundhöhlen- und Zahninfektionen, die durch Clindamycin-
empfindliche Stämme von Staphylococcus spp., Streptococcus spp.,
Bacteroides spp., Fusobacterium necrophorum oder Clostridium perfringens verursacht werden.
-
Osteomyelitis (Knochenmarksentzündung) verursacht durch Clindamycin-empfindliche
Staphylococcus aureus.
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Für welche Tiere ist Antirobe 75 mg - Kapseln für Hunde zugelassen?
Hund.
Gegenanzeigen und Warnhinweise zu Antirobe 75 mg - Kapseln für Hunde
Gegenanzeigen
Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Nicht anwenden bei Kaninchen, Hamstern, Meerschweinchen, Chinchillas, Pferden und Wiederkäuern, da die Aufnahme von Clindamycin bei diesen Tierarten zu sehr schweren und gelegentlich tödlichen Magen-Darm-Störungen führen kann.
Besondere Warnhinweise
Besondere Warnhinweise:
Während einer längeren (einen Monat oder länger andauernden) Behandlung sollten in regelmäßigen Abständen Leber- und Nierenfunktionstests und hämatologische Untersuchungen (Blutuntersuchungen) durchgeführt werden. Bei Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der Nieren- und/oder Beeinträchtigung der Leberfunktion sowie gleichzeitigen schweren Stoffwechselstörungen sollte die Verabreichung des Tierarzneimittels mit Vorsicht erfolgen und die Behandlung mittels Serumuntersuchung überwacht werden.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die sichere Anwendung bei den Zieltierarten:
Bei Anwendung des Tierarzneimittels sind die amtlichen, nationalen und örtlichen Richtlinien für den Einsatz von Antibiotika einzuhalten.
Die Anwendung des Tierarzneimittels sollte auf einer Empfindlichkeitsprüfung der vom Tier isolierten Zielbakterien beruhen. Ist dies nicht möglich, sollte die Therapie auf den örtlichen epidemiologischen Daten und Kenntnissen zur Empfindlichkeit der Zielerreger auf lokaler/regionaler Ebene beruhen.
Vor Anwendung sollten die beteiligten Erreger durch bakteriologische Nachweisverfahren bestimmt und deren Empfindlichkeit gegenüber Clindamycin sichergestellt werden. Insbesondere bei Vorliegen einer Infektion mit Staphylococcus pseudintermedius ist vor der Anwendung eine Resistenzbestimmung durchzuführen.
Ein Antibiotikum mit einem geringeren Risiko der Resistenzselektion (niedrigere AMEG-Kategorie) sollte als Mittel der ersten Wahl zur Behandlung verwendet werden, sofern die Empfindlichkeitsprüfung dessen Wirksamkeit nahelegt.
Eine von den Vorgaben in der Gebrauchsinformation abweichende Anwendung des Tierarzneimittels kann die Prävalenz von Bakterien mit Resistenz gegen Clindamycin erhöhen und die Wirksamkeit der Behandlung herabsetzen.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Anwender:
Lincosamide (Lincomycin, Clindamycin, Pirlimycin) können Überempfindlichkeitsreaktionen (allergische Reaktionen) verursachen. Personen mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Lincosamide sollten den Kontakt mit dem Tierarzneimittel vermeiden.
Nach der Anwendung Hände waschen.
Bei versehentlicher Einnahme können Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen und Durchfall auftreten. Es ist daher darauf zu achten, eine versehentliche Einnahme zu vermeiden.
Bei versehentlicher Einnahme, insbesondere durch Kinder, ist unverzüglich ein Arzt zu Rate zu ziehen und die Packungsbeilage oder das Etikett vorzuzeigen.
Trächtigkeit und Laktation:
Die Unbedenklichkeit des Tierarzneimittels während der Trächtigkeit und Laktation von Hündinnen sowie von
Zuchtrüden ist nicht belegt. Clindamycin überwindet die Plazenta- und die Blut-Milch-Schranke. Die Behandlung säugender Hündinnen kann bei den Welpen Durchfall verursachen. Nur anwenden nach entsprechender Nutzen-Risiko-Bewertung durch den behandelnden Tierarzt.
Fortpflanzungsfähigkeit:
Laboruntersuchungen an Ratten ergaben keine Hinweise auf teratogene Wirkungen oder auf eine wesentliche
Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfähigkeit von weiblichen und männlichen Tieren durch Clindamycin auch nach Behandlung mit hohen Dosen.
Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen:
Für Clindamycin wurde eine neuromuskuläre Hemmwirkung nachgewiesen, die die Wirkung von anderen neuromuskulär blockierenden Wirkstoffen verstärken kann. Eine gleichzeitige Anwendung solcher Wirkstoffe sollte daher mit Vorsicht erfolgen.
Eine partielle Kreuzresistenz besteht insbesondere mit Erythromycin sowie gegenüber anderen Makrolidantibiotika. Clindamycin darf nicht gleichzeitig mit Chloramphenicol oder Makroliden angewendet werden, da beide ihren Angriffspunkt an der 50 S ribosomalen Subunit haben und sich deshalb gegenseitig antagonisieren können. Bei gleichzeitiger Verabreichung von Clindamycin und Aminoglykosidantibiotika (z.B. Gentamicin) lassen sich negative Wechselwirkungen (akutes Nierenversagen) nicht vollständig ausschließen.
Aluminiumsalze und -hydroxide, Kaolin und Aluminium-Magnesium-Silicat-Komplexe können die Resorption von Lincosamiden im Darm reduzieren. Tierarzneimittel, die diese Stoffe enthalten, sollten mindestens 2 Stunden vor Clindamycin verabreicht werden.
Cyclosporin: Clindamycin kann die Konzentration dieses Immunsuppressivums verringern, wodurch
das Risiko eines Wirkungsverlustes besteht.
Überdosierung:
Bei einer 30-fachen Überdosierung, d.h. 300 mg/kg wurden bei Hunden keine Symptome beobachtet. Gelegentlich wurden Erbrechen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Leukozytose und ein Anstieg von Leberenzymwerten (AST, ALT) festgestellt. In solchen Fällen ist die Behandlung unverzüglich abzubrechen und eine symptomatische Behandlung der Tiere einzuleiten.
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Wie wird Antirobe 75 mg - Kapseln für Hunde dosiert und angewendet?
Dosierung für jede Tierart, Art und Dauer der Anwendung
Zum Eingeben.
Um eine korrekte Dosierung zu gewährleisten, sollte das Körpergewicht so genau wie möglich ermittelt werden.
Infizierte Wunden und Abszesse:
5,5 mg Clindamycin/kg KGW alle 12 Stunden über 7 - 10 Tage (d.h. 2 x täglich eine Kapsel pro 13,5 kg KGW) oder
11 mg Clindamycin/kg KGW alle 24 Stunden über 7 - 10 Tage (1 x täglich zwei Kapseln pro 13,5 kg KGW).
Falls erforderlich, kann die Behandlung bis zu 28 Tage fortgesetzt werden.
Mundhöhlen- und Zahninfektionen:
- 5,5 mg Clindamycin/kg KGW alle 12 Stunden über 7 - 10 Tage (d.h. 2 x täglich eine Kapsel pro 13,5 kg KGW) oder
11 mg Clindamycin/kg KGW alle 24 Stunden über 7 - 10 Tage (1 x täglich zwei Kapseln pro 13,5 kg KGW).
Falls erforderlich, kann die Behandlung bis zu 28 Tage fortgesetzt werden.
Osteomyelitis (Knochenmarksentzündung):
- 11 mg Clindamycin/kg KGW alle 12 Stunden über mindestens 28 Tage (d.h. 2 x täglich zwei Kapseln pro 13,5 kg KGW).
Hinweise für die richtige Anwendung
Sollte bei der Behandlung von infizierten Wunden, Abszessen, Mundhöhlen- und Zahninfektionen nach 4 Tagen keine Besserung eintreten, ist der behandelnde Tierarzt zu verständigen.
Sollte bei der Behandlung einer Knochenmarksentzündung nach 14 Tagen keine Besserung eintreten, ist der behandelnde Tierarzt zu Rate zu ziehen.
Welche Wartezeit gilt für Antirobe 75 mg - Kapseln für Hunde?
Nicht zutreffend.
Welche Nebenwirkungen kann Antirobe 75 mg - Kapseln für Hunde beim Tier haben?
| Hund: | ||
| Gelegentlich | Störung der gastrointestinalen Flora1 | |
| (1 bis 10 Tiere / 1 000 behandelte | ||
| Tiere): | ||
| Selten | Erbrechen | |
| (1 bis 10 Tiere / 10.000 behandelte | Durchfall | |
| Tiere): |
1 Clindamycin verursacht gelegentlich das übermäßige Wachstum von nicht empfindlichen Organismen wie resistenten Clostridien und Hefen. In diesem Fall sind je nach klinischer Situation entsprechende therapeutische Maßnahmen zu ergreifen.
Die Meldung von Nebenwirkungen ist wichtig. Sie ermöglicht die kontinuierliche Überwachung der Verträglichkeit eines Tierarzneimittels. Falls Sie Nebenwirkungen, insbesondere solche, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind, bei Ihrem Tier feststellen, oder falls Sie vermuten, dass das Tierarzneimittel nicht gewirkt hat, teilen Sie dies bitte zuerst Ihrem Tierarzt mit. Sie können Nebenwirkungen auch an den Zulassungsinhaber unter Verwendung der Kontaktdaten am Ende dieser Packungsbeilage oder über Ihr nationales Meldesystem melden:
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen Traisengasse 5
1200 WIEN
E-Mail: basg-v-phv@basg.gv.at Website: https://www.basg.gv.at/
Wie ist Antirobe 75 mg - Kapseln für Hunde aufzubewahren und zu entsorgen?
Besondere Lagerungshinweise
Außerhalb der Sicht und Reichweite von Kindern aufbewahren.
Nicht über 25°C lagern. Vor Licht schützen.
Sie dürfen das Tierarzneimittel nach dem auf dem Behältnis angegebenen Verfalldatum nach „Exp.“ nicht mehr anwenden.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Entsorgung
Arzneimittel sollten nicht über das Abwasser oder den Haushaltsabfall entsorgt werden.
Nutzen Sie Rücknahmesysteme für die Entsorgung nicht verwendeter Tierarzneimittel oder daraus entstandener Abfälle nach den örtlichen Vorschriften und die für das betreffende Tierarzneimittel geltenden nationalen Sammelsysteme. Diese Maßnahmen dienen dem Umweltschutz.
Fragen Sie Ihren Tierarzt oder Apotheker, wie nicht mehr benötigte Arzneimittel zu entsorgen sind.
Weitere Informationen zu Antirobe 75 mg - Kapseln für Hunde
Bezeichnung des Tierarzneimittels
Antirobe 75 mg - Kapseln für Hunde
Zusammensetzung
| Eine Kapsel enthält: | |
| Wirkstoff: | |
| Clindamycin (als Clindamycin-Hydrochlorid) | 75 mg |
Sonstige Bestandteile:
Laktose
Maisstärke
Talkum
Magnesiumstearat
Kapsel aus Hartgelatine mit gelbem Oberteil, weißem Unterteil und schwarzem Aufdruck: Zoetis Logo und „Clin 75“. Die Kapsel enthält ein weißes Pulver.
Einstufung von Tierarzneimitteln
Tierarzneimittel, das der Verschreibungspflicht unterliegt.
Zulassungsnummern und Packungsgrößen
Z. Nr.: 8-00171
Packungsgröße:
80 Kapseln in Faltschachtel mit Blisterstreifen
Datum der letzten Überarbeitung der Packungsbeilage
09/2026
Detaillierte Angaben zu diesem Tierarzneimittel sind in der Produktdatenbank der Europäischen Union verfügbar (https://medicines.health.europa.eu/veterinary).
Kontaktdaten
Zulassungsinhaber und Kontaktdaten zur Meldung vermuteter Nebenwirkungen: Zoetis Österreich GmbH
Floridsdorfer Hauptstraße 1 A 1210 Wien
Tel: +43 (0)1 2701100 100 tierarzneimittelsicherheit@zoetis.com
Für die Chargenfreigabe verantwortlicher Hersteller: FAREVA AMBOISE
Zone Industrielle,
29 route des Industries
37530 Pocé-sur-Cisse France
Weitere Informationen
Clindamycin ist ein halbsynthetisches Makrolid-Antibiotikum der Lincomycingruppe, das durch Hemmung der bakteriellen Proteinsynthese überwiegend bakteriostatisch wirkt.
Für Clindamycin wurde eine in-vitro-Aktivität gegen folgende Mikroorganismen nachgewiesen: grampositive aerobe Kokken wie Streptokokken (nicht jedoch Enterokokken) und Staphylokokken; grampositive anaerobe Kokken, wie Peptostreptokokken und mikroaerophile Streptokokken; gramnegative anaerobe Stäbchen, wie Bakteroidesarten und Fusobakterien sowie gegen grampositive anaerobe Stäbchen, wie insbesondere Clostridium perfringens (meist empfindlich). Bei Oxacillin- bzw. Methicillin-resistenten Staphylokokken der S. pseudintermedius-Gruppe (MRSP), liegen zu einem großen Teil Mehrfachresistenzen vor, die neben Clindamycin auch Enrofloxacin, Erythromycin, Trimethoprim/Sulfamethoxazol und z. T. Tetracyclin betreffen.
Es kann zu einer Resistenz gegen Lincosamide allein kommen, Clindamycin und Lincomycin weisen jedoch auch eine Kreuzresistenz auf, die auch bei Erythromycin und anderen Makrolidantibiotika zu beobachten ist.
In Europa scheint die Inzidenz einer Resistenz gegen Lincosamide bei Staphylococcus spp. weit gestreut zu sein, mit einem gewichteten arithmetischen Mittelwert der Resistenz von etwa 25 % bei
Staphylococcus pseudintermedius und Staphylococcus aureus (EFSA, 2021).
Rezept- und apothekenpflichtig.
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.




