Alizaprid ist ein Arzneistoff, der verwendet wird, um Übelkeit und Erbrechen vorzubeugen und zu behandeln.
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Grundlagen
Alizaprid ist ein Wirkstoff, der zur Vorbeugung und Behandlung von Symptomen wie Übelekeit und Erbrechen verwendet wird.
Anwendung und Indikationen
Alizaprid wird insbesondere bei Übelkeit eingesetzt, die durch Chemo- oder Strahlentherapie verursacht wird. Es wird auch zur Behandlung von Übelkeit vor und nach Operationen verwendet. Der Wirkstoff ist verschreibungspflichtig und ist momentan nur in Deutschand, Belgien, Luxemburg und Frankreich zugelassen. Es ist in Form von Tabletten oder Injetktionslösungen erhältlich und die Dosierung beträgt in der Regel 50 mg pro Tablette und 50 mg/2mL bei Injektionslsöungen.
Geschichte
Alizaprid wird von den Firmen Sanofi-Aventis Deutschland und Delpharm hergestellt und vertrieben.
Pharmakologie
Pharmakologie und Wirkmechanismus
Alizaprid ist ein Antiemetikum und gehört zur Gruppe der Prokinetika. Es ähnelt in Struktur und Wirkung dem häufig verwendeten Prokinetikum Metoclopramid. Alizaprid kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden, was sein Wirkung erst möglich macht.
Die antiemetische Wirkung von Alizaprid beruht auf seiner antagonistischen Wirkung an D2-Rezeptoren im Zentralnervensystem (ZNS). Die durch die meisten Reize ausgelöste Übelkeit und das Erbrechen werden dadurch verhindert.
Pharmakokinetik
Die Ausscheidung von Alizaprid erfolgt durch die Niere. Die Halbwertszeit beträgt etwa 3 Stunden.
Wechselwirkungen
Folgende Arzneistoffe können die Wirkung von Alizaprid verstärken:
- Schmerzmittel und Hustenstiller aus der Gruppe der Opioide
- Beruhigunsmittel und Sedativa (z.B: Barbiturate, Hypnotika)
- Benzodiazepine
- H1-Antihistaminika
- Bestimmte Antidepressiva (Mirtazapin, Doxepin, Mianserin, Amitriptylin)
- Clonidin und andere zentral wirksame Anithypertensiva
Die Wirkung der folgenden Arzneimittel kann durch die Einnahme von Alizaprid verstärkt werden:
- Neuroleptika wie Phenothiazine und Chlorpromazin werden verstärkt und verstärken auch die Wirkung von Alizaprid
- Antihypertensiva können das Risiko für eine zu starke Blutdrucksenkung erhöhen
Die folgenden Arzneistoffe bewirken eine Abschwächung oder Aufhebung der Wirkung von Alizaprid:
- Dopamin-Agonisten wie Levodopa, Ropinirol oder Cabergolin haben eine entgegengesetzt Wirkung am Dopaminrezeptor und können die Wirkung von Alizaprid aufheben
- Anticholinergika wie Atropin schwächen die Wirkung ab
Sonstige Wechselwirkungen:
Eine gleichzeitige Einnahme mit Kortisonpräparaten kann das Risiko für Muskelkrämpfe und unwillkürliche Bewegungen erhöhen.
Alkohol kann die beruhigende Wirkung von Alizaprid verstärken und sollte deshalb während der Einnahme nicht zu sich genommen werden.
Toxizität
Kontraindikationen
Bei den folgenden Zuständen und Patientengruppen darf Alizaprid nicht eingesetzt werden:
- Allergie gegen Alizaprid
- Tumor der Nebenniere (Phäochromozytom)
- Prolaktinabhängige Tumoren (beispielsweise Brustkrebs)
- gleichzeitige Einnahme mit Arzneimitteln zur Behandlung von Parkinson (Levodopa)
- gleichzeitige Einnahme mit Neuroleptika
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
- Schwangere
Nebenwirkungen
Durch die Passage der Blut-Hirn-Schranke kann es zu einer Reihe von Nebenwirkungen kommen. Dazu gehören:
- Überempfindlichkeitsreaktionen
- übermäßiger Milchfluss
- Brustvergrößerung beim Mann
- Zyklusstörungen
- Muskelverspannungen und Krämpfe
- Parkinson ähnliche Erscheinungen
- Erregungszustände
- Schwindel
- Kopfschmerzen
- Schläfrigkeit
- Schlaflosigkeit
- Blutdruckabfall
- Schweißausbrüche
- Durchfall
- Mundtrockenheit
Schwangerschaft und Stillzeit
Für die Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit sind zu wenige Daten vorhanden, die die Unbedenklichkeit von Alizaprid zu bestätigen. Ein Anwendung ist daher kontraindiziert.

Autor
Markus Falkenstätter, BSc
Student der Pharmazie
Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.