Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
Tavegil Injektionslösung ist ein Antiallergikum zur intravenösen Anwendung bei allergischen Erkrankungen und Juckreiz. Der enthaltene Wirkstoff ist Clemastinfumarat .
- Wirkstoff(e)
- Clemastin
- Zulassungsinhaber
- Gebro Pharma GmbH
- Abgabestatus
- Apothekenpflichtig
- ATC Code
- R06AA04
Diese Zusammenfassung ersetzt nicht die Packungsbeilage und keine ärztliche Beratung.
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Gebrauchsinformation
Wofür wird Tavegil Injektionslösung angewendet?
Kurzzusammenfassung
Tavegil Injektionslösung ist ein Antiallergikum zur intravenösen Anwendung bei allergischen Erkrankungen und Juckreiz. Der enthaltene Wirkstoff ist Clemastinfumarat.
Tavegil Injektionslösung ist ein Antiallergikum zur intravenösen Anwendung bei allergischen Erkrankungen und Juckreiz.
Anwendungsgebiet
Zur Prämedikation gegebenenfalls auch in Kombination mit einem H2-Rezeptorantagonisten zur Vermeidung von Histamin-bedingten klinischen Reaktionen vor der Gabe von radiologischen Kontrastmitteln.
In der medizinischen Praxis wird Tavegil Injektionslösung ferner angewendet zur kurzfristigen Akutbehandlung von schweren allergischen Erkrankungen.
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Was ist vor der Einnahme von Tavegil Injektionslösung zu beachten?
Kurzzusammenfassung
Falls eine der hier aufgelisteten Beschwerden auf Sie zutrifft, darf Ihnen dieses Arzneimittel nicht verabreicht werden.
Tavegil Injektionslösung darf nicht angewendet werden
- wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber Clemastin, anderen Antihistaminika mit ähnlicher chemischer Struktur oder einem der sonstigen Bestandteile von Tavegil Injektionslösung sind;
- wenn Sie unter Porphyrie (gestörte Bildung des Blutfarbstoffes) leiden;
- wenn Sie an einer Einschränkung der Leber- oder Nierenfunktion leiden, da keine ausreichenden Daten vorliegen;
- bei Kindern unter 1 Jahr.
Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Tavegil Injektionslösung ist erforderlich,
- bei Patienten mit Engwinkelglaukom (Grüner Star);
- bei stenosierendem (einengendem) Magengeschwür;
- bei pyloroduodenaler Obstruktion (Verengung/Verschluss im Bereich Magenausgang und Zwölffingerdarm);
- bei symptomatischer Prostatavergrößerung mit Restharnbildung oder Blasenhalsobstruktion (Verengung/Verschluss des Blasenhalses);
- wenn Sie an Herzerkrankungen, dem angeborenen Long-QT-Syndrom oder Störungen der Blutsalze leiden, dürfen Sie Tavegil Injektionslösung nur unter besonderer strenger ärztlicher Indikationsstellung und ggf. EKG-Kontrollen anwenden.
Bei Anwendung von Tavegil Injektionslösung mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Die Wirkung von Schmerzmitteln, Schlafmitteln, Narkotika, Psychopharmaka und Alkohol kann verstärkt werden.
MAO-Hemmer verlängern und verstärken die anticholinergen Wirkungen von Antihistaminika.
Schwangerschaft und Stillzeit
Über die Anwendung von Tavegil Injektionslösung bei Schwangeren liegen keine Daten vor. Sie sollten Tavegil Injektionslösung deshalb während der Schwangerschaft nur auf ausdrückliche Anweisung Ihres Arztes anwenden und nur, wenn Ihr Arzt die Anwendung für eindeutig erforderlich hält.
Der Wirkstoff aus Tavegil Injektionslösung wird in die Muttermilch ausgeschieden. Da Substanzwirkungen auf den gestillten Säugling nicht auszuschließen sind, dürfen Sie Tavegil Injektionslösung in der Stillzeit nur auf ausdrückliche Anweisung Ihres Arztes anwenden und nur, wenn dieser eine Behandlung für eindeutig erforderlich hält.
Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.
Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Tavegil Injektionslösung
Dieses Arzneimittel enthält Sorbitol. Bitte wenden Sie Tavegil Injektionslösung erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt an, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.
Propylenglycol kann Symptome wie nach Alkoholgenuss verursachen.
Enthält 6,5 Vol.-% Alkohol.
Eine gleichzeitige Einnahme von Makrolid-Antibiotika (z. B. Erythromycin, Clarithromycin) oder Antimycotika vom Azol-Typ (bestimmte Mittel gegen Pilzerkrankungen) sollte unterbleiben.
Tavegil Injektionslösung enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Ampulle, d. h. es ist nahezu „natriumfrei“.
Wie wird Tavegil Injektionslösung angewendet?
Kurzzusammenfassung
Dieses Arzneimittel wird von einem Arzt oder medizinischem Fachpersonal in der für Sie passenden Dosierung verabreicht.
Wenden Sie Tavegil Injektionslösung immer genau nach der Anweisung in dieser Gebrauchsinformation an. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.
Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:
Erwachsene:
1 Ampulle i.v.; langsame Gabe unter Kontrolle der Herzfrequenz.
Die Injektionslösung kann mit isotoner Kochsalzlösung oder 5%iger Glucoselösung im Verhältnis von 1:5 verdünnt werden.
Kinder ab 1 Jahr:
0,03 mg/kg Körpergewicht i.v.; langsame Gabe (Injektionsdauer etwa 2 Minuten) unter Kontrolle der Herzfrequenz. In der Regel ist eine einmalige Gabe ausreichend.
Zur Ermittlung der korrekten Kinderdosierung verwenden Sie bitte die folgende Gewichtstabelle.
Unter Verwendung einer Feindosierungsspritze (Tuberkulinspritze) können kleinere Volumina bis 1 ml adäquat entnommen werden (insbesondere für sehr kleine Volumina empfiehlt sich die Verwendung von Spritzen ohne Totraumvolumen). Bei größeren Volumina (ab 1 ml) kann eine 2 ml-Spritze verwendet werden.
| 7 | 0,21 |
| 8 | 0,24 |
| 9 | 0,27 |
| 10 | 0,30 |
| 11 | 0,33 |
| 12 | 0,36 |
| 13 | 0,39 |
| 14 | 0,42 |
| 15 | 0,45 |
| 16 | 0,48 |
| 17 | 0,51 |
| 18 | 0,54 |
| 19 | 0,57 |
| 20 | 0,60 |
| 21 | 0,63 |
| 22 | 0,66 |
| 23 | 0,69 |
| 24 | 0,72 |
| 25 | 0,75 |
| 26 | 0,78 |
| 27 | 0,81 |
| 28 | 0,84 |
| 29 | 0,87 |
| 30 | 0,90 |
| 31 | 0,93 |
| 32 | 0,96 |
| 33-35 | 1,00 |
| 36-38 | 1,10 |
| 39-41 | 1,20 |
| 42-45 | 1,30 |
| 46-48 | 1,40 |
| 49-51 | 1,50 |
| 52-55 | 1,60 |
| 56-58 | 1,70 |
| 59-61 | 1,80 |
| 62-65 | 1,90 |
| >65 | 2 |
Tavegil Injektionslösung wird entweder unverdünnt injiziert oder auf ein Volumen verdünnt, welches problemlos zu injizieren ist. Eine Verdünnung wird insbesondere bei Dosierungen unter 0,5 ml empfohlen (z. B. auf 1 ml in der Tuberkulinspritze). Die Verdünnung kann mit isotoner Kochsalzlösung oder 5%iger Glucoselösung erfolgen.
Art der Anwendung
Zur intravenösen Injektion.
Die i.v. Injektion sollte langsam erfolgen (Injektionsdauer etwa 2 Minuten).
Bei zusätzlicher Anwendung eines H2-Rezeptorantagonisten (keine Mischspritze) ist die Gebrauchsinformation des betreffenden pharmazeutischen Unternehmers zu beachten.
Die intramuskuläre Anwendung von Tavegil Injektionslösung steht im Ermessen des behandelnden Arztes, sollte jedoch auf die Fälle beschränkt bleiben, bei denen kein intravenöser Zugang möglich ist.
Tavegil Injektionslösung darf nicht intraarteriell verabreicht werden.
Handhabung der OPC (one-point-cut)-Ampullen – Anfeilen nicht erforderlich!
Farbpunkt nach oben
Im Ampullenspieß befindliche Lösung durch Klopfen oder Schütteln nach unten fließen lassen.
Farbpunkt nach oben
Ampullenspieß nach unten abbrechen.
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Tavegil Injektionslösung zu stark oder zu schwach ist.
Wenn Sie eine größere Menge Tavegil Injektionslösung angewendet haben, als Sie sollten
Im Falle einer beabsichtigten oder versehentlichen Überdosierung informieren Sie bitte umgehend Ihren Arzt oder Apotheker, damit er über den Schweregrad und ggf. erforderliche weitere Maßnahmen entscheiden kann.
Wenn Sie die Anwendung von Tavegil Injektionslösung vergessen haben
Verwenden Sie nicht die doppelte Dosis, wenn Sie die vorherige Anwendung vergessen haben. Führen Sie die Anwendung wie in der Dosierungsanleitung beschrieben fort.
Wenn Sie die Anwendung von Tavegil Injektionslösung abbrechen
Unterbrechen Sie die Behandlung oder beenden Sie die Anwendung vorzeitig, so müssen Sie damit rechnen, dass sich die gewünschte Wirkung nicht einstellt bzw. das Krankheitsbild sich wieder verschlechtert. Nehmen Sie deshalb bitte Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie die Behandlung beenden oder unterbrechen wollen.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
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Welche Nebenwirkungen hat Tavegil Injektionslösung?
Kurzzusammenfassung
Unter Tavegil Injektionslösung kann es sehr häufig zu Müdigkeit, vorwiegend bei Kindern auch zu Erregungszuständen des ZNS kommen. Gelegentlich können Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Schwindel, Hautreaktionen, Übelkeit, Magenbeschwerden und Verstopfung auftreten. Selten kann es zu einer Tachykardie kommen.
Wie alle Arzneimittel kann Tavegil Injektionslösung Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:
Sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10
Häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100
Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000
Selten: 1 bis 10 Behandelte von 10.000
Sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10.000
Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Unter Tavegil Injektionslösung kann es sehr häufig zu Müdigkeit, vorwiegend bei Kindern auch zu Erregungszuständen des ZNS kommen. Häufig kann es zu einer schwerwiegenden Sedierung (Somnolenz) kommen. Gelegentlich können Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Schwindel, Hautreaktionen, Übelkeit, Magenbeschwerden und Verstopfung auftreten. Selten kann es zu einer Tachykardie kommen.
Selten können Überempfindlichkeitsreaktionen (Hautausschlag, Atemnot, Schock) vor-kommen.
Meldung von Nebenwirkungen
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175
Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.
Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.
Wie ist Tavegil Injektionslösung aufzubewahren?
Kurzzusammenfassung
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren. Nicht über 30 °C lagern.
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und Faltschachtel nach ”Verwendbar bis” angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden.
Aufbewahrungshinweis
Nicht über 30 °C lagern.
Weitere Informationen zu Tavegil Injektionslösung
Was Tavegil Injektionslösung enthält
Der Wirkstoff ist Clemastinfumarat.
1 Ampulle mit 2 ml Injektionslösung enthält 2,68 mg Clemastinfumarat, entsprechend 2 mg Clemastin.
Die sonstigen Bestandteile sind:
Wasser für Injektionszwecke; Propylenglycol; Ethanol; Sorbitol; Natriumcitrat.
Enthält 6,5 Vol.-% Alkohol.
Wie Tavegil Injektionslösung aussieht und Inhalt der Packung
Tavegil Injektionslösung ist in Packungen mit 5 Ampullen oder als Klinikpackung erhältlich.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht
Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller
Gebro Pharma GmbH
Bahnhofbichl 13
AT-6391 Fieberbrunn
Mitvertrieb:
Pharmore GmbH
Gildestraße 75
DE-49479 Ibbenbüren
Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im Oktober 2018.

Autor
Markus Falkenstätter, BSc
Student der Pharmazie
Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Lektor
Mag. pharm. Stefanie Brandauer
Pharmazeutin
Stefanie Brandauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.


