Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
sind akute und chronische Anämien . Für die Indikation zur Erythrozytentransfusion lassen sich keine universell anwendbaren unteren Grenzwerte für Hämoglobin oder Hämatokrit festlegen. Die Ursache der Anämie soll möglichst geklärt werden und, falls möglich, eine kausale Therapie eingeleitet werden.
- Wirkstoff(e)
- Erythrozyten (human)
- Zulassungsinhaber
- Herz- und Diabeteszentrum NRW Institut für Laboratoriums- und Transfusionsmedizin
- Abgabestatus
- Apothekenpflichtig
- ATC Code
- B05AX01
Diese Zusammenfassung ersetzt nicht die Packungsbeilage und keine ärztliche Beratung.
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Gebrauchsinformation
Wofür wird Human Erythrozytenkonzentrat NRW Herzzentrum leukozytendepletiert und bestrahlt angewendet?
sind akute und chronische Anämien. Für die Indikation zur Erythrozytentransfusion lassen sich keine universell anwendbaren unteren Grenzwerte für Hämoglobin oder Hämatokrit festlegen. Die Ursache der Anämie soll möglichst geklärt werden und, falls möglich, eine kausale Therapie eingeleitet werden. Die Entscheidung für die Transfusion von Erythrozyten oder für eine andere, gleichwertige Therapie ist abhängig vom klinischen Gesamtzustand des Patienten.
Das mit mindestens 25 Gy bestrahlte Erythrozytenkonzentrat ist besonders geeignet zur Anwendung bei gefährdeten Patienten, bei denen eine transfusionsassoziierte Graft-versus-Host-Reaktion vermieden werden soll, wie
- Föten (intrauterine Transfusion)
- Neugeborenen nach intrauterinen Transfusionen
- Neugeborenen bei Verdacht auf Immundefizienz
- Neugeborenen bei postpartaler Austauschtransfusion
- Patienten bei allogener Transplantation hämatopoetischer Stammzellen (aus peripherem Blut, Knochenmark oder Nabelschnurblut)
- Patienten 7 – 14 Tage vor autologer Stammzellentnahme
- Patienten bei autologer Stammzelltransplantation (bis ca. drei Monate nach Transplantation)
- Patienten mit schwerem Immundefektsyndrom (SCID)
- Patienten mit M. Hodgkin und Non-Hodgkin- Lymphomen (alle Stadien)
- Patienten bei Therapie mit Purin-Analoga (z.B. Fludarabin, Cladribin, Deoxycoformycin)
Empfohlen wird die Verwendung von bestrahlten Erythrozytenkonzentraten für:
- Patienten mit schwächeren Formen angeborener Immundefizienz
- Patienten nach allogener Transplantation hämatopoetischer Stammzellen bis zur Immunrekonstitution bzw. mindestens 6 Monate nach der Transplantation
- Patienten mit Graft-versus-Host-Reaktion nach allogener Transplantation hämatopoetischer Stammzellen
Keine ausreichende Evidenz liegt vor für die Verwendung von bestrahlten Erythrozytenkonzentraten
bei:
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Wie wird Human Erythrozytenkonzentrat NRW Herzzentrum leukozytendepletiert und bestrahlt angewendet?
Eine
sekundäre Hämosiderose kann bei Lang-
zeitsubstitution auftreten.
a) Dosierung
Insbesondere bei hohen Transfusionsgeschwin-
Bei einem
normalgewichtigen Erwachsenen ohne
digkeiten und Transfusionsvolumina kann es zur
gesteigerten
Erythrozytenumsatz ist nach Übertra-
Volumenüberlastung des Kreislaufs (Hypervolä-
gung eines Erythrozytenkonzentrates mit einem An-
mie, transfusionsassoziierte zirkulatorische Über-
stieg des Hämoglobinwertes um etwa 10 g/l (1g/dl
ladung) kommen.
bzw. 0,62 mmol/l) bzw. des Hämatokritwertes um et-
Bei
Massivtransfusionen von nicht erwärmten
wa 0,03 (3 %) zu rechnen. Bei Patienten mit Immun-
Erythrozytenkonzentraten kann eine transfusions-
hämolyse ist
der Hb-Anstieg entsprechend dem
induzierte Hypothermie auftreten.
Schweregrad der Erkrankung reduziert. Bei akuten
Das Risiko einer bakteriellen Kontamination lässt
Anämien infolge Blutverlustes ist in Abhängigkeit von
sich nicht mit letzter Sicherheit ausschließen.
diesem zu dosieren. Hierbei ist unter Umständen ei-
Bei der Anwendung von aus menschlichem Blut
ne zusätzliche, dem Einzelfall sachgerecht ange-
hergestellten Arzneimitteln ist die Übertragung
passte Volumensubstitution notwendig.
von Infektionskrankheiten durch Übertragung von
b) Art der Anwendung
Erregern - auch bislang unbekannter Natur - nicht
völlig auszuschließen. Dies gilt z.B. für Hepatiti-
zur i. v. Infusion
den,
seltener für das erworbene Immundefekt-
Uni.Blutspendedienst OWL
Institut für Laboratoriums- und Transfusionsmedizin
Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen
| syndrom (AIDS). | Sonderfälle der Erythrozytentransfusion wie Massiv- | ||||||
| | Im Vereinigten | Königreich Großbritannien und | transfusionen, bei Föten, Früh- und Neugeborenen | ||||
| Nordirland wurde über Einzelfälle berichtet, in de- | sowie bei anurischen Patienten unbedenklich in der | ||||||
| nen bei Empfängern von Transfusionen, deren | vorliegenden Konzentration. Es liegen keine Berichte | ||||||
| Spender später an der varianten Creutzfeldt- | über Mannitol-assoziierte unerwünschte Reaktionen | ||||||
| Jakob Krankheit (vCJK) erkrankten, ebenfalls der | bei der Erythrozytentransfusion vor. | ||||||
| „Erreger“ (so genannte Prionen) nachgewiesen | |||||||
| wurde. Bei der vCJK handelt es sich um eine in 7. | Weitere Hinweise | ||||||
| Deutschland bislang nicht beobachtete Erkran- | a) Angaben zur Aufbewahrung und Haltbarkeit | ||||||
| kung, die durch den Verzehr von bestimmten | Das Produkt „Human-Erythrozytenkonzentrat | ||||||
| Nahrungsmitteln aus BSE-kranken Rindern er- | NRW Herzzentrum leukozytendepletiert und be- | ||||||
| worben werden kann. | strahlt“ ist bei sachgerechter Lagerung zwischen | ||||||
| Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen | +2 und +6°C 14 Tage bis zu dem auf dem Etikett | ||||||
| angegebenen Datum haltbar. Nach Ablauf des | |||||||
| 1. Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkun- | Verfalldatums darf das Erythrozytenkonzentrat | ||||||
| gen nach der Zulassung ist von großer Wichtig- | nicht mehr verwendet werden. | ||||||
| keit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwa- | Während des Transports darf die Kühlkette nur | ||||||
| chung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arz- | kurz unterbrochen werden. | ||||||
| neimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen | | Erwärmte Erythrozytenkonzentrate dürfen nicht | |||||
| sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Ne- | erneut gelagert werden. | ||||||
| benwirkung dem Bundesinstitut für Impfstoffe und | |||||||
| biomedizinische | Arzneimittel, | Paul-Ehrlich- | Eine durch das Transfusionsbesteck geöffnete Kon- | ||||
| Institut, Paul-Ehrlich-Straße 51 – 59, 63225 Lan- | serve muss unverzüglich, spätestens jedoch inner- | ||||||
| gen, Telefon +49 6 10 37 70, Telefax: +49 61 03 | halb von 6 Stunden transfundiert werden. | ||||||
| 77 12 34, Website: www.pei.de anzuzeigen. | |||||||
| 2. Patienten sind darüber zu informieren, dass sie | b) Optische Prüfung | ||||||
| sich an Ihren Arzt oder das medizinische Fach- | Unmittelbar vor der Transfusion muss jedes Erythro- | ||||||
| personal wenden sollen, wenn sie Nebenwirkun- | zytenkonzentrat einer optischen Qualitätsprüfung un- | ||||||
| gen bemerken. Dies gilt auch für Nebenwirkun- | terzogen werden, auffällige Erythrozytenkonzentrate | ||||||
| gen, die nicht in dieser Gebrauchsinformation und | dürfen nicht verwendet werden. | ||||||
| Fachinformation angegeben sind. Patienten kön- | |||||||
| nen Nebenwirkungen auch direkt dem Paul- | c) Zusammensetzung des Fertigarzneimittels | ||||||
| Ehrlich-Institut anzeigen. Indem Patienten Ne- | |||||||
| benwirkungen melden, können | sie dazu beitra- | Wirkstoffe (nach Art und Menge): | |||||
| gen, dass mehr Informationen über die Sicherheit | |||||||
| Human-Erythrozyten aus | einer einzelnen | Vollblut- | |||||
| dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt wer- | |||||||
| spende; | |||||||
| den. | |||||||
| Hämatokrit 0,50 bis 0,70 l/l | |||||||
| 6. Pharmakologische Eigenschaften | Sonstige Bestandteile: | ||||||
| Die | wirksamen Bestandteile von | Erythrozytenkon- | |||||
| CPD-Stabilisator (Ph.Eur.) | |||||||
| zentraten sind morphologisch und funktionell intakte | |||||||
| PAGGS-M-Additivlösung | (Natriumchlorid, | Adenin, | |||||
| Erythrozyten, die als Träger des Hämoglobins für die | |||||||
| Guanosin, Glukose-Monohydrat, Natriumdihydrogen- | |||||||
| Aufnahme, den Transport und die Abgabe der Atem- | |||||||
| phosphat-Dihydrat, Natriummonohydrogenphosphat- | |||||||
| gase verantwortlich sind. Als Folge der Lagerung | |||||||
| kommt es zu zunehmender Rigidität der Erythrozyten | Dihydrat, Mannitol, Wasser für Injektionszwecke) | ||||||
| sowie zu funktionellen Veränderungen, wie der Ab- | Human-Plasma | ||||||
| nahme des ATP- und 2,3 DPG-Gehalts sowie der | Rest-Leukozyten < 1 x 10 | / Standardpackung | |||||
| Freisetzung von Inhaltstoffen, wie z.B. Kalium, LDH | |||||||
| und Hb. Nach Transfusion tritt im Organismus des | d) Darreichungsform und Inhalt, Behältnis | ||||||
| Empfängers eine | weitgehende Rekonstitution der | ||||||
| 220 – 400 ml (Standardpackung) | |||||||
| Erythrozytenfunktion ein. Durch die Leukozytende- | |||||||
| pletion auf < 1 x 106 Leukozyten pro Standardpa- | 50 – 80 ml (Kleinpackung zur Anwendung bei Neu- | ||||||
| ckung wird das Risiko einer Immunisierung gegen | geborenen) | ||||||
| humane leukozytäre Alloantigene (HLA) und durch | Suspension im Kunststoffbeutel mit CE-Zertifikat | ||||||
| die Bestrahlung mit mindestens 25 Gy die Übertra- | |||||||
| gung mitosefähiger immunkompetenter Lymphozyten | Das Volumen jedes Erythrozytenkonzentrates ist auf | ||||||
| stark vermindert, somit die Gefahr einer transfusions- | |||||||
| dem Etikett deklariert. | |||||||
| assozierten Graft-versus-Host-Reaktion vermieden. | |||||||
| Erythrozytenkonzentrate enthalten | weder körperei- | e) | Angaben zum pharmazeutischen Unterneh- | ||||
| gene Stoffe in unphysiologischer Konzentration noch | |||||||
| mer/Inhaber der Zulassung sowie | |||||||
| körperfremde Stoffe, mit Ausnahme von Mannitol. | |||||||
| f) Angaben zum Hersteller, der das Fertigarznei- | |||||||
| Mannitol weist in der niedrigen Konzentration als Zu- | |||||||
| mittel für das Inverkehrbringen freigegeben hat | |||||||
| satz der Additivlösung im Erythrozytenkonzentrat | |||||||
| Institut für Laboratoriums- und Transfusionsmedizin | |||||||
| keine relevanten Eigenwirkungen auf. Es ist auch für | |||||||
Uni.Blutspendedienst OWL Institut für Laboratoriums- und Transfusionsmedizin Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen
Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum Georgstraße 11, 32545 Bad Oeynhausen
g) Zulassungsnummer
10679a/95
h) Datum der Erteilung der Zulassung
14.01.1997
i) Arzneimittelstatus
Verschreibungspflichtig
8. Sonstige Hinweise
Maßnahmen zur Reduktion des Übertragungsrisikos von Infektionserregern:
Da bei der Anwendung von aus menschlichem Blut hergestellten Arzneimitteln die Übertragung von Infektionskrankheiten nicht völlig auszuschließen ist, werden Maßnahmen getroffen, um das Risiko einer Übertragung von infektiösem Material zu minimieren: Für die Herstellung des Produkts „Human-Erythrozytenkonzentrat NRW Herzzentrum leukozytendepletiert und bestrahlt“ werden ausschließlich Spenden gesunder Spender verwendet, die mit negativem Ergebnis getestet wurden auf Humanes Immundefizienz Virus (Anti-HIV-1/2-Ak, HIV-1 Genom), Hepatitis-B Virus (HBsAg, Anti-HBc-Ak), Hepatitis-C Virus (Anti- HCV-Ak, HCV-Genom) und Treponema pallidum (Anti-Treponema pallidum-Ak).
Bei der Testung auf Hepatitis B Virus besteht insofern die Ausnahme, dass das Ergebnis der o.g. Testung auf Anti-HBc-Ak in bestimmten Fällen auch reaktiv sein darf. In diesen Fällen wird durch weitere Tests (HBV-Genom, Anti-HBs-Ak quantitativ) nach heutigem Kenntnisstand sichergestellt, dass beim Spender keine Infektiosität vorliegt.
Spender mit bekanntem West-Nil-Virus-Risiko (WNV) sind zu 100% mittels WNV-Genom (NAT) negativ getestet.
Darüber hinaus kann durch die Leukozytendepletion das Risiko einer Übertragung von leukozytenassoziierten Viren (HTLV-I/II, CMV, EBV u.a.) und Bakterien (Yersinia enterocolitica) entscheidend vermindert werden.
Qualitätssicherung:
Für die Transfusion von Erythrozytenkonzentraten sind von den Einrichtungen der Krankenversorgung Maßnahmen im Rahmen der Qualitätssicherung nach § 15 des Transfusionsgesetzes zu ergreifen. Dazu gehören u.a. detaillierte Anweisungen sowohl für die Indikationsstellung, für die Auswahl der Präparate und deren Dosierung abhängig von Hämoglobinwert und dem klinischen Allgemeinzustand des Patienten bei unterschiedlichen Grunderkrankungen,
Vorsorgemaßnahmen zur Erhaltung der Unversehrtheit der Konserve vor der Transfusion, die Überwachung der Anwendung und Anweisungen zur Nachuntersuchung der Patienten für die Feststellung des Transfusionserfolges, eventuell gebildeter Antikörper und zu ergreifender Prophylaxe.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung:
Die ordnungsgemäße Entsorgung von angebrochenen bzw. nicht mehr verwendbaren Präparaten ist entsprechend den Vorgaben der Einrichtung der Krankenversorgung sicherzustellen.
Die jeweils aktuellen „Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Hämotherapie)“ sowie gegebenenfalls ergänzende Veröffentlichungen der Bundesärztekammer und des Paul-Ehrlich-Instituts sind zu berücksichtigen.
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Weitere Informationen zu Human Erythrozytenkonzentrat NRW Herzzentrum leukozytendepletiert und bestrahlt
29.09.2014
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.


