Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
Notfallsubstitution einer klinisch relevanten Blu- tungsneigung oder einer manifesten Blutung bei komplexen Störungen des Hämostasesystems, besonders bei schwerem Leberparenchymscha- den oder im Rahmen einer disseminierten in- travasalen Gerinnung (DIC). In jedem Fall hat die Behandlung der ursächlichen Krankheit Priorität.
- Zulassungsinhaber
- Herz- und Diabeteszentrum NRW Institut f Laboratoriums- und Transfusionsmedizin
Diese Zusammenfassung ersetzt nicht die Packungsbeilage und keine ärztliche Beratung.
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Gebrauchsinformation
Wofür wird Gefrorenes Frischplasma NRW Herzzentrum (mit CPD) angewendet?
- Notfallsubstitution einer klinisch relevanten Blu- tungsneigung oder einer manifesten Blutung bei komplexen Störungen des Hämostasesystems, besonders bei schwerem Leberparenchymscha- den oder im Rahmen einer disseminierten in- travasalen Gerinnung (DIC). In jedem Fall hat die Behandlung der ursächlichen Krankheit Priorität. Da eine DIC immer eine Komplikation einer schweren Grunderkrankung (z.B. Sepsis, Schock, Polytrauma) darstellt, sollte GFP nicht ohne Be- handlung der zugrunde liegenden Pathomecha- nismen verabreicht werden.
- Verdünnungs- und/oder Verlustkoagulopathien
- Substitution bei Faktor V – und / oder Faktor XI - Mangel
- Thrombotisch-thrombozytopenische Purpura
- Austauschtransfusion
Eine Gabe von GFP ist nicht angezeigt als Volumen-, Eiweiß- und Albuminersatz, zur Immunglobulinsubsti- tution und zur parenteralen Ernährung
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Wie wird Gefrorenes Frischplasma NRW Herzzentrum (mit CPD) angewendet?
a) DosierungDie Dosierung richtet sich nach dem klinischen Bild und dem Ergebnis von Blutgerinnungsuntersuchun- gen. Zur Orientierung hinsichtlich der initialen Dosis gilt die Faustregel: 1 ml Plasma/kg Körpergewicht erhöht den Faktorengehalt um bis zu 1 %. Um eine hämostyptische Wirkung zu erreichen, sind beim Er- wachsenen initial mindestens 3 bis 4 Einheiten Plasma erforderlich.
b) Art der Anwendung
zur i. v. Infusion nach Auftauen
- Häufigkeit der Verabreichung nach Indikationsstellung
d) Dauer der Behandlungnach Indikationsstellung
e) Überdosierung
Bei hoher Dosis besteht die Gefahr einer Kreislauf- überlastung.
f) Notfallmaßnahmen
Treten Unverträglichkeiten auf, so ist die Transfusion unverzüglich abzubrechen, der Venenzugang jedoch offenzuhalten und eine Behandlung, der Schwere der Symptome gemäß, nach den aktuellen Regeln der Notfalltherapie einzuleiten. Bei Hypervolämie kann eine Volumenreduktion angezeigt sein.
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Welche Nebenwirkungen hat Gefrorenes Frischplasma NRW Herzzentrum (mit CPD)?
- Insbesondere bei hohen Transfusionsgeschwin- digkeiten und Transfusionsvolumina kann es zur Volumenüberlastung des Kreislaufs (Hypervolä- mie, transfusionsassoziierte zirkulatorische Über- ladung) kommen, sie kann insbesondere bei Herzkreislauferkrankungen zu akutem Herzver- sagen mit Lungenödem führen.
- Zitratintoxikationen sind bei schneller Transfusion und bei größeren Volumina insbesondere bei Le- berfunktionsstörung, Schock, Azidose, Hypo- thermie sowie bei Neugeborenen möglich.
Uni.Blutspendedienst OWL
Institut für Laboratoriums- und Transfusionsmedizin
Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen
Unive rsitä tsklinik d e r Ruhr-Unive rsitä t Bo c hum
| Transfusionsassoziierte akute Lungeninsuffizienz | frorenes Frischplasma enthält weder körpereigene | |||||
| (TRALI) | Substanzen in unphysiologischer Konzentration noch | |||||
| In seltenen Fällen werden anaphylaktoide Reakti- | körperfremde Stoffe. | |||||
| onen beobachtet. | Hemmkörpern gegen Gerin- 7. | Weitere Hinweise |
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| Eine Bildung | von | |||||
| nungsfaktoren ist möglich. | a) Angaben zur Aufbewahrung und Haltbarkeit | |||||
| Das Risiko einer bakteriellen Kontamination lässt | „Gefrorenes Frischplasma NRW Herzzentrum | |||||
| sich nicht mit letzter Sicherheit ausschließen. | (mit CPD)“ ist 36 Monate bei - 30°C bis -40°C | |||||
| Bei der Anwendung von aus menschlichem Blut | (Toleranz ± 3°C) bis zu dem auf dem Etikett an- | |||||
| hergestellten Arzneimitteln ist die Übertragung | gegebenen Verfalldatum haltbar (Kühlkette be- | |||||
| von Infektionskrankheiten durch Übertragung von | achten). | |||||
| Erregern - auch bislang unbekannter Natur - nicht | Plasma darf nach Ablauf des Verfalldatums nicht | |||||
| völlig auszuschließen. Dies gilt z.B. für Hepatiti- | mehr angewendet werden. | |||||
| den, seltener für das erworbene Immundefekt- | Gefrorenes Plasma muss unmittelbar vor der In- | |||||
| syndrom (AIDS). | fusion bei Temperaturen nicht über 37°C aufge- | |||||
| Im Vereinigten Königreich Großbritannien und | taut werden. Alle Proteinniederschläge (Kryopro- | |||||
| Nordirland wurde über Einzelfälle berichtet, in de- | teine) müssen gelöst sein, deshalb ist während | |||||
| nen bei Empfängern von Transfusionen, deren | des Auftauvorgangs auf gute Durchmischung des | |||||
| Spender später an der varianten Creutzfeldt- | Beutelinhaltes zu achten, Schütteln ist zu vermei- | |||||
| Jakob Krankheit (vCJK) erkrankten, ebenfalls der | den. | |||||
| „Erreger“ (so genannte Prionen) nachgewiesen | Zum Auftauen der Plasmen dürfen nur für diesen | |||||
| wurde. Bei der vCJK handelt es sich um eine in | Zweck geeignete Geräte eingesetzt werden. | |||||
| Deutschland bislang nicht beobachtete Erkran- | Das Risiko der | bakteriellen Kontamination des | ||||
| kung, die durch den Verzehr von bestimmten | GFP beim Auftauen muss vermieden werden. | |||||
| Nahrungsmitteln aus BSE-kranken Rindern er- | Der tiefgefrorene Beutel ist zerbrechlich. | |||||
| worben werden kann. | Ein durch das | Transfusionsbesteck geöffneter | ||||
| Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen |
Plasmabeutel muss unverzüglich, spätestens je- | |||||
| 1. Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkun- | doch innerhalb von 6 Stunden transfundiert wer- | |||||
| gen nach der Zulassung ist von großer Wichtig- | den. | |||||
| keit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwa- | Aufgetautes Plasma darf nicht wieder für Trans- | |||||
| chung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arz- | fusionszwecke eingefroren werden. | |||||
| neimittels. Angehörige von Gesundheits-berufen | ||||||
| sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Ne- | b) Optische Prüfung |
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| benwirkung dem Bundesinstitut für Impfstoffe und | Unmittelbar vor der Transfusion muss jeder Plasma- | |||||
| biomedizinische | Arzneimittel, | Paul-Ehrlich- | beutel einer optischen Qualitätsprüfung unterzogen | |||
| Institut, Paul-Ehrlich-Straße 51 - 59, 63225 Lan- | werden. Der Inhalt beschädigter Beutel (z.B. Risse in | |||||
| gen, Telefon +49 6 10 37 70, Telefax: +49 61 03 | der Folie) darf auf keinen Fall zur Transfusion ver- | |||||
| 77 12 34, Website: www.pei.de | anzuzeigen. | wendet werden. | ||||
| 2. Patienten sind darüber zu informieren, dass sie | ||||||
| sich an Ihren Arzt oder das medizinische Fach- | c) Zusammensetzung des Fertigarzneimittels |
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| personal wenden sollen, wenn sie Nebenwirkun- | ||||||
| gen bemerken. Dies gilt auch für Nebenwirkun- | Wirkstoffe (nach Art und Menge): |
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| gen, die nicht in dieser Gebrauchsinformation und | ||||||
| 0,75 bis 0,82 ml/ml gerinnungsaktives Humanplasma | ||||||
| Fachinformation angegeben sind. Patienten kön- | ||||||
| aus einer einzelnen Vollblutspende | ||||||
| nen Nebenwirkungen auch direkt dem Paul- | ||||||
| Ehrlich-Institut | anzeigen. Indem Patienten Ne- | Sonstige Bestandteile: |
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| benwirkungen | melden, können sie | dazu beitra- | ||||
| CPD-Stabilisator (Ph.Eur.) | ||||||
| gen, dass mehr Informationen über die Sicherheit | ||||||
| Restzellgehalt: | ||||||
| dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt wer- | < 6,0 x 109/ l | |||||
| Erythrozyten: | ||||||
| den. | ||||||
| Leukozyten: | < 1 x 106/ Einheit | |||||
6. Pharmakologische Eigenschaften |
Thrombozyten: | < 50 x 109/ l | ||||
| Das Plasma einer Einzelblutspende in Stabilisatorlö- | d) Darreichungsform und Inhalt, Behältnis |
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| sung enthält neben den Gerinnungs- und Fibrinoly- | ||||||
| seproenzymen auch deren Inhibitoren. Die Protein- | 200 – 380 ml Infusionslösung im PVC-Beutel mit CE- |
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| konzentration ist abhängig vom Eiweißspiegel des | Zertifikat | |||||
| einzelnen Blutspenders. Die Aktivität der im aufge- | e) Angaben zum pharmazeutischen Unterneh- |
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| tauten Plasma gemessenen Enzyme und Inhibitoren | ||||||
| unterliegt individuellen Schwankungen und muss | mer/Inhaber der Zulassung sowie |
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| mindestens 70% ihrer ursprünglichen Aktivität betra- | f) Angaben zum Hersteller, der das Fertigarznei- |
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| gen. Durch die Leukozytendepletion vor dem Tieffrie- | mittel für das Inverkehrbringen freigegeben hat | |||||
| ren auf < 1 x 106 Leukozyten pro Standardpackung | Institut für Laboratoriums- und Transfusionsmedizin | |||||
| wird das Risiko einer Immunisierung gegen humane | Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen | |||||
| leukozytäre Alloantigene (HLA) stark vermindert. Ge- | Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum |
Uni.Blutspendedienst OWL |
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| Institut für Laboratoriums- und Transfusionsmedizin | ||||||
| Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen | ||||||
Unive rsitä tsklinik d e r Ruhr-Unive rsitä t Bo c hum |
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| Georgstraße 11, 32545 Bad Oeynhausen | gemaßnahmen zur Erhaltung der Unversehrtheit der | |||||
| Blutzubereitung vor der Transfusion und Anweisun- | ||||||
g) Zulassungsnummer |
gen zur Nachuntersuchung der Patienten für die | |||||
| 10572a/97-1 | Feststellung des Transfusionserfolges, eventuell ge- | |||||
| bildeter Antikörper und Hemmkörper gegen Gerin- | ||||||
h) Datum der Verlängerung der Zulassung |
nungsfaktoren, | für | zu | ergreifende | Pro- | |
| 15.08.2006 | phylaxemaßnahmen etc. | |||||
i) Arzneimittelstatus |
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die |
Beseiti- |
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gung: |
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| Verschreibungspflichtig | ||||||
| Die ordnungsgemäße Entsorgung von angebroche- | ||||||
8. Sonstige Hinweise |
nen bzw. nicht | mehr |
verwendbaren Präparaten ist | |||
| entsprechend den Vorgaben der Einrichtung der | ||||||
| Maßnahmen zur Reduktion des Übertragungsrisikos |
Krankenversorgung sicherzustellen. | |||||
von Infektionserregern: |
Die jeweils aktuellen “Richtlinien zur Gewinnung von | |||||
Da bei der Anwendung von aus menschlichem |
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| Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von | ||||||
Blut hergestellten Arzneimitteln die Übertragung |
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Blutprodukten (Hämotherapie)“ sowie gegebenenfalls |
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von Infektionskrankheiten nicht völlig auszu- |
ergänzende Veröffentlichungen der Bundesärzte- | |||||
schließen ist, werden Maßnahmen getroffen, um |
kammer und des Paul-Ehrlich-Instituts sind zu be- | |||||
das Risiko einer Übertragung von infektiösem |
rücksichtigen. | |||||
Material zu minimieren: Für die Herstellung von |
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„Gefrorenem Frischplasma NRW Herzzentrum |
9. Datum der letzten Überarbeitung |
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| (mit CPD)“ werden ausschließlich Spenden ge- | 29.09.2014 |
sunder Spender verwendet, die mit negativem Ergebnis getestet wurden auf Humanes Immun- defizienz Virus (Anti-HIV-1/2-Ak, HIV-1 Genom), Hepatitis-B Virus (HBsAg, Anti-HBc-Ak), Hepati- tis-C Virus (Anti-HCV-Ak, HCV-Genom) und Treponema pallidum (Anti-Treponema pallidum- Ak).Bei der Testung auf Hepatitis B Virus besteht inso- fern die Ausnahme, dass das Ergebnis der o.g. Tes- tung auf Anti-HBc-Ak in bestimmten Fällen auch re- aktiv sein darf. In diesen Fällen wird durch weitere Tests (HBV-Genom, Anti-HBs-Ak quantitativ) nach heutigem Kenntnisstand sichergestellt, dass beim Spender keine Infektiosität vorliegt.
Spender mit bekanntem West-Nil-Virus-Risiko (WNV) sind zu 100% mittels WNV-Genom (NAT) negativ getestet.
Das Plasma wird einer Quarantänelagerung von 4 Monaten unterzogen. Das bedeutet, dass nach 4 Monaten der Plasmaspender erneut auf alle Infekti- onsmarker wie bei der Spende getestet wird und dass das „Gefrorene Frischplasma NRW Herzzent- rum (mit CPD)“ erst nach erneut negativem Ergebnis für den Arzneimittelverkehr freigegeben wird.
Darüber hinaus kann durch die Leukozytendepletion das Risiko einer Übertragung von leukozytenasso- zierten Viren (CMV, HTLV-1/2, EBV u.a.) und Bakte- rien (Yersinia enterocolitica) vermindert werden.
Qualitätssicherung: Für die Transfusion von GFP sind von den Einrichtungen der Krankenversorgung Maßnahmen im Rahmen der Qualitätssicherung nach § 15 des Transfusionsgesetzes zu ergreifen. Dazu gehören u.a. detaillierte Anweisungen sowohl für die Indikationsstellung und Dosierung abhängig von der Grunderkrankung und dem klinischen Er- scheinungsbild (z.B. bei Verlust- und/oder Verdün- nungskoagulopathie, Substitution bei Faktor V- und Faktor XI-Mangel, thrombotisch-thrombozytope- nischer Purpura, Austauschtransfusionen), Vorsor-
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.


