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Fenofibrat ist ein Wirkstoff, der zur Behandlung von Hypercholesterinämien und Hyperlipidämien eingesetzt wird.
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Grundlagen
Fenofibrat ist ein Wirkstoff, der zur Behandlung von Hypercholesterinämien und Hyperlipidämien eingesetzt wird. Eine Hypercholesterinämie wird anhand von Blutbefunden festgestellt, wenn Patienten zu hohe Cholesterinwerte haben. Eine Hyperlipidämie ist ein Überschuss an Lipiden (Fetten) im Blut. Man spricht hier umgangssprachlich auch von “Blutfetten”. Beide Blutwerte sollten nicht zu hoch sein, da sonst das Risiko für Gefäßverkalkungen steigt und somit das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall steigt. Fenofibrat gehört zur Gruppe der Fibrate und ist ein Lipidsenker. Es ist als Monopräparat, aber auch als Kombipräparat mit Simvastatin erhältlich. Es liegt meist als weißes kristallines Pulver vor, ist unlöslich in Wasser und ein Prodrug. Ein Prodrug ist ein inaktiver Wirkstoff, der erst im Körper, dort wo er wirken soll, in seine aktive Form umgewandelt wird. Die aktive Form des Fenofibrats ist die Fenofibrinsäure.

Wirkung
Fenofibrat wirkt, indem es an die Peroxisom Proliferator-aktivierten Rezeptoren (PPAR) bindet. Durch diese Bindung wird der Lipidstoffwechsel angekurbelt. Unter anderem werden der LDL- (Low Density Lipoprotein)Cholesterin-Wert, die Triglyceride und Apolipoprotein B gesenkt. Gleichzeitig wird der HDL-(High Density Lipoprotein)Cholesterin-Wert erhöht. PPAR gehört zu den nukleären Rezeptoren. Nach deren Aktivierung kommt es zu einer Erhöhung der Lipid-, Glucose- und Aminosäurenhomöostase. Durch den erhöhten Lipidstoffwechsel kann es zur Leberschädigung kommen.
Fenofibrat wird in der Leber abgebaut. Die Halbwertszeit, also die Zeit, die der Körper benötigt, um die Hälfte des Wirkstoffes auszuscheiden, liegt bei etwa 23 Stunden. Die maximale Plasmakonzentration (Cmax), also die maximale Konzentration des Wirkstoffes im Blutplasma (flüssigen zellfreien Anteil des Blutes), beträgt 6-9,5 mg/L und wird nach 4-6 Stunden erreicht.
Dosierung
Nehmen Sie Fenofibrat immer genau wie in der Packungsbeilage beschrieben bzw. genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein.
Erwachsene:
Die übliche empfohlene Dosis liegt bei 250 mg Fenofibrat täglich.
Nebenwirkungen
Es kann zu folgenden Nebenwirkungen kommen:
Häufig:
- Bauchschmerzen
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfall
- Blähungen
- erhöhte Transaminasen
- erhöhter Homocysteinspiegel im Blut
Gelegentlich:
- tiefe Beinvenenthrombose
- Lungenembolie (Lungeninfarkt)
- Kopfschmerzen
- Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)
- Gallensteine
- Überempfindlichkeit der Haut
- Muskelschwäche
- Muskelkrämpfe
- Muskelerkrankungen
- Sexuelle Dysfunktion
- erhöhter Kreatininwert im Blut
Selten:
- erniedrigter Hämoglobinwert im Blut
- erniedrigte Leukozytenzahl
- Überempfindlichkeit
- Leberentzündung (Hepatitis)
- Haarausfall (Alopezie)
- Lichtempfindlichkeit der Haut
- erhöhter Blutharnstoff
Häufigkeit unbekannt:
- Lungenerkrankungen
- Gelbsucht
- Gallenblasenentzündung
- Gallengangsentzündung
- Gallenkolik
- Erythema multiforme
- Stevens-Johnson-Syndrom
- toxische epidermale Nekrolyse
- Rhabdomyolyse
- Fatigue
Wechselwirkungen
Bei gleichzeitiger Einnahme von folgenden Arzneimitteln können Wechselwirkungen auftreten:
- “Blutverdünner” (orale Antikoagulanzien)
- Ciclosporin
- andere Fibrate oder Medikamente zur Senkung der Blutfettwerte
- Medikamente zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2 (Glitazone)
- mit CYP450 Enzymen
Gegenanzeigen
Fenofibrat darf in folgenden Fällen NICHT eingenommen werden:
- bei Überempfindlichkeit gegen Fenofibrat
- bei Leberinsuffizienz
- bei Gallenblasenerkrankungen
- bei schweren Niereninsuffizienzen
- bei Bauchspeicheldrüsenentzündungen
- bei bekannten photoallergischen oder phototoxischen Reaktionen bei anderen Fibraten oder Ketoprofen
Altersbeschränkung
Fenofibrat sollte unter 18 Jahren NICHT angewendet werden.
Schwangerschaft & Stillzeit
In der Schwangerschaft sollte Fenofibrat nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abschätzung durch einen Arzt angewendet werden. Im Tierversuch konnten keine schädigenden Wirkungen nachgewiesen werden. Bei Dosierungen, die bereits für die Mutter toxisch waren, konnten ebenfalls toxische Effekte beim ungeborenen Baby festgestellt werden.
In der Stillzeit sollte Fenofibrat NICHT angewendet werden, da nicht bekannt ist, ob der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht.

Autor
Thomas Hofko
Student der Pharmazie
Thomas Hofko befindet sich im letzten Drittel seines Bachelorstudiums der Pharmazie und ist Autor und Lektor für pharmazeutische Themen. Er interessiert sich besonders für die Bereiche Klinische Pharmazie und Phytopharmazie.
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.