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Wirkstoffe

Thiamin (Vitamin B1)

Autor: Markus Falkenstätter, BScFachlich geprüft von Mag. pharm. Stefanie Brandauer (Pharmazeutin)
Inhalt
  1. Grundlagen
  2. Pharmakologie
  3. Toxizität

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Grundlagen

Thiamin, auch bekannt als Vitamin B1, ist ein essentieller Mikronährstoff aus der Gruppe der B-Vitamine. Thiamin spielt eine Schlüsselrolle im intrazellulären Glukosestoffwechsel und trägt wesentlich dazu bei, dass der Körper Kohlenhydrate und Fett in Energie umwandeln kann. Es ist für ein normales Wachstum und eine normale Entwicklung unerlässlich und trägt zur Aufrechterhaltung der Funktion des Herzens sowie des Nerven- und Verdauungssystems bei. Thiamin wird vom Körper nicht gespeichert, weshalb der Bedarf stets direkt aus der Nahrung bezogen wird. Es ist vor allem in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und in Fleisch und Fisch zu finden.

Als Arzneimittel, wird Thiamin hauptsächlich bei einem Vitamin-B1-Mangel gegeben. Am häufigsten ist ein Mangel bei Personen, die sich bevorzugt von weißem Reis und zusätzlich sehr einseitig ernähren. Alkoholiker und Menschen mit Magen-Darm-Erkankungen können ebenfalls von einem Mangel betroffen sein. Die Einnahme bei einer Substitutionstherapie erfolgt peroral.

Thiamin wurde erstmals von Umetaro Suzuki in Japan bei der Untersuchung von Beriberi-Patienten entdeckt.

Pharmakologie

Pharmakodynamik

Thiamin ist lediglich die Transportform des Vitamins. Thiaminphosphat-Derivate sind als aktive Formen an zahlreichen zellulären Prozessen beteiligt. In seiner Phosphatform hat Thiamin vor allem wichtige Funktionen als Coenzym bei Decarboxylierungsreaktionen durch bestimmte Enzyme wie Pyruvat-Dehydrogenase und Alpha-Ketoglutarat-Dehydrogenase. Als Coenzym der Transketolase spielt es ebenfalls eine wichtige Rolle des Pentosephosphatzyklus. Thiamintriphosphat (TTP) kommt in hohen Konzentrationen in Neuronen vor, an deren Axonen es die Funktionalität der Ionenkanäle aufrechterhält.

Pharmakokinetik

Die Proteinbindung von Thiamin liegt bei ca. 90-94%. 

Toxizität

Toxikologische Daten

Mit toxischen Erscheinungen nach der Einnahme ist nicht zu rechnen, da ein Überschuss sofort vom Körper ausgeschieden wird. Langfristige Supplementierung von Dosen über 3 Gramm pro Kologramm Körpergewicht zu Toxizitätserscheinungen führen kann. 

 LD50, oral, Maus = 8224 mg/kg, 

LD50, oral, Ratte = 3710 mg/kg.

Markus Falkenstätter, BSc

Autor

Markus Falkenstätter, BSc

Student der Pharmazie

Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Lektor

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Pharmazeutin

Stefanie Brandauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.


Redaktionelle Grundsätze

Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.

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