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Wirkstoffe

Dienogest

Autor: Markus Falkenstätter, BScFachlich geprüft von Mag. pharm. Stefanie Brandauer (Pharmazeutin)
Inhalt
  1. Grundlagen
  2. Pharmakologie
  3. Toxizität

Dienogest ist ein Hormon das zur Empfängnisverhütung oder zur symptomatischen Behandlung der Endometriose eingesetzt wird.

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Grundlagen

Dienogest ist ein orales Gestagen (Hormon), welches in Kombination mit dem synthetisch hergestellten Hormon Ethinylestradiol zur Empfängnisverhütung oder als Monopräparat zur symptomatischen Behandlung der Endometriose eingesetzt wird.

Synthetisiert und patentiert wurde das Hormon 1977 von dem pharmazeutischen Unternehmen Jenapharm.

Pharmakologie

Pharmakodynamik

Dienogest aktiviert den Progesteronrezeptor zwar nur schwach, zeigt jedoch eine sehr starke progestagene Wirkung in der Gebärmutterschleimhaut, welche sich nach längerer Anwendung des Hormons verdünnt. Dies trägt neben der Linderung von Endometriosesymptomen auch dazu bei, dass Spermien sich erschwert einnisten können.

Weitere empfängnisverhütende Wirkungen durch Dienogest werden durch die Hemmung des Eisprungs und durch die Blockade des Gebärmutterhalses für Spermien verursacht.

Zudem hat Dienogest auch antiandrogene Wirkungen, das heißt es unterdrückt männliche Sexualhormone und lindert Symptome von Akne durch die Regulation der Talgproduktion. Hierfür wird der Wirkstoff häufig mit einer Estrogenkomponente (z.B. Ethinylestradiol) kombiniert.

Pharmakokinetik

Nach oraler Verabreichung wird Dienogest schnell mit einer Bioverfügbarkeit von 90% resorbiert. Die maximale Konzentration im Plasma wird nach 1,5 Stunden erreicht und das Hormon zirkuliert zu 90% an Album gebunden.
Dienogest wird vollständig durch das Enzym CYP3A4 verstoffwechselt und wird hauptsächlich mit dem Urin ausgeschieden. Die Halbwertszeit beträgt ca. 9-10 Stunden.

Toxizität

Nebenwirkungen

Häufige unerwünschte Nebenwirkungen sind Gewichtszunahme, Akne, Kopf-, Brust- und Unterleibsschmerzen, Menstruationsstörungen, Stimmungsschwankungen und Störungen des Gastrointestinaltraktes.

Toxikologische Daten

LD50 (Maus, oral): 4 mg/kg

Markus Falkenstätter, BSc

Autor

Markus Falkenstätter, BSc

Student der Pharmazie

Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Lektor

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Pharmazeutin

Stefanie Brandauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.


Redaktionelle Grundsätze

Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.