Anzeige
Grundlagen
Cinnarizin ist ein Antihistaminikum und Calciumkanalblocker aus der Gruppe der Diphenylmethylpiperazine. Es wird bei Übelkeit und Erbrechen aufgrund von Reisekrankheit oder anderen Ursachen wie Chemotherapie, Schwindel oder der Ménière-Krankheit verschrieben. Cinnarizin wird durch den Mund eingenommen.
Pharmakologie
Pharmakodynamik
Cinnarizin ist ein Antihistaminikum und ein Calciumkanalblocker. Histamine vermitteln eine Reihe von Aktivitäten wie Kontraktion der glatten Muskulatur der Atemwege und des Magen-Darm-Trakts, Vasodilatation, Herzstimulation, Sekretion von Magensäure, Förderung der Interleukin-Freisetzung und Chemotaxis von Eosinophilen und Mastzellen. Cinnarizin blockiert auch muskarinische Acetylcholinrezeptoren. Cinnarizin hemmt durch seine Wirkung auch Calciumkanäle wodurch ein relaxierender Effekt auf die glatte Muskulatur der Blutgefäße erzielt wird.
Pharmakokinetik
Cinnarizin wird am häufigsten oral in Tablettenform eingenommen. Nach der Einnahme wird die Substanz recht schnell resorbiert und erreicht innerhalb von 1-3 Stunden nach der Verabreichung die maximale Plasmakonzentration. Cinnarizin ist aufgrund seiner hohen Lipophilie ZNS-gängig weshalb es eine sedierende Wirkung auf Patienten haben kann. Cinnarizin wird in der Leber metabolisiert und danach zu einem Drittel über den Urin und zu zwei Dritteln über den Stuhl ausgeschieden. Die Eliminationshalbwertszeit schwankt je nach Alter des Patienten zwischen 3,4-60 Stunden.
Toxizität
Nebenwirkungen
Mögliche Nebenwirkungen sind
- Schläfrigkeit
- Schwitzen
- Mundtrockenheit
- Kopfschmerzen
- Hautprobleme
- Lethargie
- Magen-Darm-Reizungen
- Überempfindlichkeitsreaktionen
- Bewegungsprobleme/Muskelsteifigkeit
- Zittern
Da Cinnarizin Schläfrigkeit und verschwommenes Sehen verursachen kann, ist es wichtig, dass während der Anwendung keine schweren Maschinen bedient werden, wenn sich Nebenwirkungen bemerkbar machen.

Autor
Markus Falkenstätter, BSc
Student der Pharmazie
Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Lektor
Mag. pharm. Stefanie Brandauer
Pharmazeutin
Stefanie Brandauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
