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Wirkstoffe

Trastuzumab

Autor: Markus Falkenstätter, BScFachlich geprüft von Mag. pharm. Stefanie Brandauer (Pharmazeutin)
Inhalt
  1. Grundlagen
  2. Pharmakologie
  3. Toxizität

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Grundlagen

Trastuzumab ist ein monoklonaler Antikörper, der an den HER2-Rezeptor bindet. Das Medikament wird einzeln oder in Kombination mit Chemotherapeutika zur Therapie von Brust- oder Magenkrebs eingesetzt, wenn die Tumorzellen den Zielrezeptor exprimieren.

Pharmakologie

Pharmakodynamik
HER2 ist die Abkürzung für „human epidermal growth factor receptor 2“. Wird dieser Rezeptor aktiviert, fördert die entstehende Signalkaskade die Zellproliferation und verhindert den programmierten Zelltod, die Apoptose. Aus diesem Grund kann eine Überexpression dieses Onkogens das Tumorwachstum fördern. Trastudzumab bindet an den HER2-Rezeptor und blockiert dadurch die proliferativen Effekte. Etwa 30 % aller Brustkrebs-, und7-34 % der Magenkarzinom-Erkrankungen weisen eine vermehrte Rezeptordichte auf und können mit dem Antikörper behandelt werden.

Pharmakokinetik
Der Antikörper wird intravenös verabreicht und nach Bindung an den Zielrezeptor intrazellulär metabolisiert. Die Elimination ist dosisabhängig und von verschiedenen Faktoren abhängig. Die Halbwertszeit liegt bei etwa 28 Tagen, erst etwa 24 Wochen nach Therapieende ist die Ausscheidung beendet.

Wechselwirkungen
Eine gleichzeitige Anwendung von Trastuzumab mit einem Chemotherapeutikum aus der Gruppe der Anthrazykline kann das Risiko einer Herzschädigung erhöhen.

Toxizität

Nebenwirkungen
Häufig treten Grippe-ähnliche Beschwerden auf, darunter Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Schüttelfrost oder Gliederschmerzen. Eine seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkung von Trastuzumab ist seine Kardiotoxizität. Trastuzumab blockiert mehrere Signalwege, die für die Funktion und Struktur von Herzmuskelzellen essenziell sind. Dies kann eine Herzinsuffizienz auslösen, weshalb die Anwendung bei kardial bereits vorgeschädigten Patienten nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung durchgeführt werden sollte.

Toxikologische Daten
Aufgrund möglicher fetaler Schädigungen muss während der Trastuzumab- Therapie und bis zu 6 Monate danach die Kontrazeption sichergestellt sein.

Markus Falkenstätter, BSc

Autor

Markus Falkenstätter, BSc

Student der Pharmazie

Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Lektor

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Pharmazeutin

Stefanie Brandauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.


Redaktionelle Grundsätze

Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.