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Grundlagen
Suxamethonium wird auch als Succinylcholin bezeichnet und das einzige klinisch eingesetzte depolarisierende Muskelrelaxans. Durch seinen sehr schnellen Wirkungseintritt wird das Medikament insbesondere zur Narkoseeinleitung bei nicht-nüchternen Patienten verwendet.
Pharmakologie
Pharmakodynamik
Suxamethonium wirkt agonistisch an nikotinergen Acetylcholinrezeptoren der motorischen Endplatte. Durch die Bindung des Muskelrelaxans an den Rezeptor wird eine dauerhafte Depolarisation und dadurch eine Muskellähmung ausgelöst. Im Gegensatz zu den nicht-depolarisierenden Muskelrelaxanzien lässt sich die Wirkung von Suxamethonium nicht durch Acetylcholinesterase-Inhibitoren oder Suggamadex antagonisieren.
Pharmakokinetik
Die volle Wirkung von Succinylcholin entfaltet sich bereits nach etwa einer Minute, diese hält für drei bis zehn Minuten an. Die Elimination erfolgt durch die Pseudocholinesterase in der Leber und im Blutplasma.
Wechselwirkungen
Verschiedene Medikamente, darunter Cimetidin, Promazin oder Ketamin, können die Aktivität der Pseudocholinesterase reduzieren und dadurch die Wirkdauer von Suxamethonium verlängern. Bei gleichzeitiger Anwendung können Herzglykoside eine Hyperkaliämie und Propofol Bradykardien verstärken.
Toxizität
Nebenwirkungen
Durch die initiale Depolarisation kommt es zu Muskelzuckungen, welche durch den Untergang von Muskelzellen zu einer starken Erhöhung des Kaliumwertes im Blut mit daraus folgenden Herzrhythmusstörungen oder Herz-Kreislauf-Stillstand führen können. Insbesondere eine bereits länger bestehende Immobilisierung, Verbrennungen oder Polytraumata können dies begünstigen. Durch die Muskelzuckungen kann auch der Augeninnendruck ansteigen, weshalb das Medikament bei Verletzungen des Augapfels nicht angewendet werden sollte. Weiterhin können bei einigen Patienten nach der Operation Muskelkater-
ähnliche Beschwerden auftreten. In seltenen Fällen kann Succinylcholin Auslöser der lebensgefährlichen malignen Hyperthermie mit Rhabdomyolyse, Kreislauf- und Nierenversagen sein. Bei
entsprechenden Risikofaktoren, wie bekannten Muskelerkrankungen, sollte ein anderes Muskelrelaxans verwendet werden.
Toxikologische Daten
Suxamethonium löst durch Lähmung der Muskulatur einen Atemstillstand aus und wird deswegen in den USA als einer der Inhaltsstoffe der Todesspritze eingesetzt.

Autor
Markus Falkenstätter, BSc
Student der Pharmazie
Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Lektor
Mag. pharm. Stefanie Brandauer
Pharmazeutin
Stefanie Brandauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.