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Grundlagen
Poly(styrol-co-divinylbenzol)sulfonsäure gehört chemisch gesehen zur Gruppe der Polystyrole. Es wird auch als sogenannter Kationenaustauscher bezeichnet, weil es aufrund seiner Struktur bestimmte positiv geladene Ionen (Kationen) binden kann. Es wird daher in der Industrie zur Wasseraufbereitung und auch in der Medizin zur Senkung des Kaliumspiegels im Blut verwendet.
Pharmakologie
Wirkmechanismus
Normalerweise wird bei medizinischer Anwendung das Natriumsalz der Poly(styrol-co-divinylbenzol)sulfonsäure genutzt. Bei Patienten, die kein zusätzliches Natrium aufnehmen dürfen (beispeilsweise bei Bluthochdruck), kann auch das Calciumsalz verwendet werden. Nach oraler Einnahme gelangt der Kationenaustauscher unverändert in den Darm. Im Darm wird das Natrium aus der Verbindung durch Kaliumionen (aufgrund des größeren Ionenradius und somit höherer Affinität) verdrängt. Das nun gebundene Kalium kann nun nicht mehr ins Blut aufgenommen werden und wird über den Darm ausgeschieden. So kann das mit der Nahrung aufgenommene Kalium nicht mehr ins Blut gelangen, wodurch der Serumkaliumspiegel sinkt.
Pharmakokinetik
Die Einnahme erfolgt meist oral (in Form eines Getränkes), kann aber auch rektal erfolgen. Poly(styrol-co-divinylbenzol)sulfonsäure wirkt ausschließlich im Darm und gelangt nicht ins Blut. Pharmakokinetische Parameter sind somit nicht relevant. Die Verbindung wird unverändert (bis auf die ausgetauschten Kationen) über den Stuhl ausgeschieden.
Toxizität
Kontraindikationen
Poly(styrol-co-divinylbenzol)sulfonsäure darf nicht angewendet werden bei:
- einem Serumkalium-Spiegel unterhalb 5 mmol/l
- Hypernatriämie
- gleichzeitiger Einnahme mit Sorbitol
- obstruktiven Darmerkankungen
Nebenwirkungen
Die Nebenwirkungen sind auf den Magen-Darm-Trakt beschränkt.
- Übelkeit
- Erbrechen
- Appetitlosigkeit
- Verstopfung
- Minderdurchblutungen des Darms
- Darmgeschwüre (selten)
Bei einer Überdosierung kann es zu schwerwiegenden Elektrolytverschiebungen (hauptsächlich Hypokaliämie und Hypernatriämie) im Blut kommen.

Autor
Markus Falkenstätter, BSc
Student der Pharmazie
Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Lektor
Mag. pharm. Stefanie Brandauer
Pharmazeutin
Stefanie Brandauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.