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Grundlagen
Orphenadrin ist ein zentral wirksames Muskelrelaxans und gehört zur Gruppe der H1-Antihistaminika. Es wird zur Behandlung von schmerzhaften Verspannungen der Skelettmuskulatur und Parkinson eingesetzt.
Orphenadrin ist verschreibungspflichtig und wird meist in Form von Tabletten oder flüssigen Zubereitungen zur Einnahme gegeben. In manchen Fällen wird es auch intravenös verabreicht. Es ist entweder als Monopräparat oder in Kombination mit Paracetamol oder Diclofenac erhältlich.
Pharmakologie
Pharmakodynamik
Orphenadrin ist ein sogenanntes Anticholinergikum mit Wirkung auf das Zentralnervensystem. Auf das periphere Nervensystem wirkt sich Orphenadrin nur sehr wenig aus. Zusätzlich zeigt es Eigenschaften eines Antihistaminikum, sowie die eines Lokalanästhetikums.
Der Wirkmechanismus beruht primär auf einer Blockade von Glutamatrezeptoren. Glutamat ist ein sehr wichtiger erregender Neurotransmitter im menschlichen Gehirn. Kommt es zu einer Blockade durch Orphenadrin werden die Muskeln weniger stark erregt und es kommt zu einer Entspannung.
Pharmakokinetik
Orphenadrin wird hauptsächlich durch den Magen-Darm-Trakt ins Blut aufgenommen. Die Plasmaproteinbindung beträgt 95% und die Plasmahalbwertszeit beträgt zwischen 13-20 Stunden. Der Abbau des Wirkstoffs findet gänzlich in den Zellen der Leber statt.
Wechselwirkungen
Die Wirkstoffe Amantadin, Chinidin, MAO-Hemmer und manche trizyklische Antidepressiva können die anticholinerge Wirkung von Orphenadrin verstärken. Orphenadrin kann die Wirkung von L-Dopa verstärken. Bei der gleichzeitigen Einnahme von Chlorpromazin besteht die Gefahr einer Unterkühlung. Der Konsum von Alkohol sollte während der Einnahme von Orphenadrin gemieden werden.
Toxizität
Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Schwindelgefühl, Sehstörungen, Übelkeit und Erbrechen.
Toxikologische Daten
Oral, Maus LD50 = 100 mg/kg; oral, Ratte LD50 = 255 mg/kg

Autor
Markus Falkenstätter, BSc
Student der Pharmazie
Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Lektor
Mag. pharm. Stefanie Brandauer
Pharmazeutin
Stefanie Brandauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.