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Grundlagen
Fexofenadin ist ein Antihistaminikum der zweiten Generation, das zur Behandlung verschiedener allergischer Symptome eingesetzt wird. Fexofenadin ist indiziert für die symptomatische Behandlung von allergischer Rhinitis und chronischer idiopathischer Urtikaria. Im Gegensatz zu Antihistaminika der ersten Generation kann Fexofenadin nicht die Blut-Hirn-Schranke überwinden, wodurch es zu weniger zentralenen Nebenwirkungen wie Sedierung kommt.
Fexofenadin ist ein Metabolit des Antihistaminikums Terfenadin, welcher aufgrund seiner günstigen Eigenschaften als eigenständiger Arzneistoff auf den Markt gebracht wurde. Es wurde 1979 patentiert und kam 1996 in den medizinischen Gebrauch. Es steht auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation.
Pharmakologie
Pharmakodynamik
Der H1-Histaminrezeptor ist für die Vermittlung von Überempfindlichkeitsreaktionen und allergischen Reaktionen verantwortlich. Die Exposition gegenüber einem Allergen führt zur Degranulation von Mastzellen und basophilen Granulozyten, die dann Histamin und andere Entzündungsmediatoren freisetzen. Histamin bindet in weiterer Folge an H1-Rezeptoren und aktiviert diese, was zu einer weiteren Freisetzung von entzündungsfördernden Botenstoffen, wie z. B. Interleukinen führt. Diese nachgeschalteten Effekte der Histaminbindung sind für eine Vielzahl von allergischen Symptomen wie Juckreiz, Rhinorrhoe und tränende Augen verantwortlich.
Fexofenadin hat eine starke und selektive Affinität für H1-Rezeptoren und gilt als sogenannter "inverser Agonist", da es an die inaktive Form des Rezeptors bindet und diese stabilisiert, wodurch seine Aktivierung und die nachfolgenden Effekte verhindert werden. Fexofenadin überwindet nicht die Blut-Hirn-Schranke und hat daher keine signifikanten Auswirkungen auf das ZNS.
Pharmkokinetik
Fexofenadin wird nach oraler Verabreichung rasch resorbiert und seine absolute Bioverfügbarkeit beträgt etwa 33 %. Die Zeit bis zur maximalen Plasmakonzentration nach oraler Verabreichung beträgt etwa 1-3 Stunden. Fexofenadin ist zu 60-70 % an Plasmaproteine gebunden, hauptsächlich an humanes Serumalbumin und saures Alpha-1-Glykoprotein. Lediglich 5 % der eingenommenen Dosis werden in der Leber abgebaut. Der restliche Anteil wird unverändert vom Körper ausgeschieden, wobei ein Großteil (etwa 80 %) biliär und der übrige Anteil über den Urin ausgeschieden wird.
Wechselwirkungen
- Die gleichzeitige Einnahme von Erythromycin oder Ketoconazol mit Fexofenadin erhöht die Plasmaspiegel von Fexofenadin.
- Fexofenadin sollte nicht mit Apfel-, Orangen- oder Grapefruitsaft eingenommen werden, da diese die Absorption des Arzneimittels verringern können. Grapefruitsaft kann die Plasmakonzentration von Fexofenadin erheblich verringern.
- Aluminium- oder magnesiumhaltige Antazida sollten nicht innerhalb von 15 Minuten nach der Einnahme von Fexofenadin eingenommen werden, da sie die Absorption des Medikaments um fast 50 % verringern.
Toxizität
Nebenwirkungen
Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören:
- Kopfschmerzen
- Rücken- und Muskelschmerzen
- Miosis
- Übelkeit
- Menstruationsbeschwerden
- Husten
In seltenen Fällen wurden auch Angstzustände und Schlaflosigkeit verzeichnet.

Autor
Markus Falkenstätter, BSc
Student der Pharmazie
Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Lektor
Mag. pharm. Stefanie Brandauer
Pharmazeutin
Stefanie Brandauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.