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Aceclofenac ist ein Wirkstoff zur Behandlung von Schmerzen und Entzündungen. Er gehört zur Gruppe der NSAR - nichtsteroidalen Antirheumatika.
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Grundlagen
Aceclofenac ist ein Wirkstoff zur Behandlung von Schmerzen und Entzündungen. Er gehört zur prominenten Gruppe der NSAR - nichtsteroidalen Antirheumatika, zu der auch Ibuprofen oder Aspirin gehören. Aceclofenac ist strukturell mit Diclofenac, ebenfalls einem NSAR, verwandt. Aceclofenac scheint eine stärkere entzündungshemmende (antiinflammatorische) Wirkung zu haben, als andere Vertreter der NSAR.

Wirkung
Aceclofenac wirkt - wie andere NSAR - durch Hemmung der Enzyme Cyclooxygenase I & II (COX-1 und COX-2). Diese beiden Enzyme sind maßgeblich in Entzündungsreaktionen involviert. Die Cyclooxygenasen-1&2 sind für die Bildung von Entzündungsmediatoren verantwortlich. Entzündungsmediatoren sind Stoffe, die Entzündungsreaktionen beeinflussen. Dazu zählen Prostaglandin E2 (PGE2), Cytokine, Interleukine und Tumor-Nekrose-Faktoren.
Aceclofenac wird über die Leber abgebaut und über den Urin ausgeschieden. Die Bioverfügbarkeit von Aceclofenac, also zu wie viel Prozent der Wirkstoff im Blut verfügbar ist, liegt bei 60%. Die Halbwertszeit, also die Zeit, die der Körper benötigt, um die Hälfte des Wirkstoffes auszuscheiden, beträgt 4 Stunden. Die maximale Plasmakonzentration (Cmax), also die maximale Konzentration des Wirkstoffes im Blutplasma (flüssiger zellfreier Anteil des Blutes), wird nach 1,25-3 Stunden erreicht.
Dosierung
Nehmen Sie Aceclofenac immer genau wie in der Packungsbeilage beschrieben bzw. genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein.
Die übliche empfohlene Dosis beträgt 100 mg täglich. Die maximale Tagesdosis sollte 200 mg nicht überschreiten.
Nebenwirkungen
Es kann zu folgenden Nebenwirkungen kommen:
Häufig:
Gelegentlich:
- Blähungen
- Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
- Verstopfung
- Erbrechen
- Mundschleimhautgeschwüre
- Juckreiz
- Hautausschlag
- entzündliche Hautreaktion (Dermatitis)
- Nesselsucht (Urtikaria)
- erhöhter Serumharnstoff
- erhöhtes Serumkreatinin
Selten:
- Anschwellen des Gesichts, der Zunge oder der Kehle mit Schluckbeschwerden
- Sehstörungen
- hoher Blutdruck
- Herzinsuffizienz
- Kurzatmigkeit
- Magen-Darmblutungen
- verringerte Anzahl roter Blutkörperchen (Anämie)
- schwere allergische Reaktionen
Sehr selten:
- Gelbfärbung der Haut und Augen (Hepatitis/Pankreatitis)
- Bluterbrechen
- Stevens-Johnson-Syndrom
- Bronchospasmus
- Knochenmarksdepression
- Veränderung der Anzahl von Blutzellen
- Abnormer Zerfall der roten Blutkörperchen (hämolytische Anämie)
- erhöhter Blutkaliumspiegel
- Depression
- eigenartige Träume
- Schlaflosigkeit
- Gefühlsstörungen der Haut
- Zittern
- Schläfrigkeit
- Kopfschmerzen
- Geschmacksempfindungsstörungen
- Ohrgeräusche (Tinnitus)
- Herzklopfen oder Herzrasen
- Hitzewallungen
- Gefäßentzündung
- Entzündungen im Mund
- Magengeschwür
- Darmdurchbruch
- Verschlimmerung von Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
- kleine Hauteinblutungen (Petechien)
- Hautirritation (Ekzem)
- Flüssigkeitseinlagerungen
- Müdigkeit
- Beinkrämpfe
- Gewichtszunahme
- schwerwiegende Hautinfektionen bei gleichzeitiger Windpockenkrankheit
Wechselwirkungen
Bei gleichzeitiger Einnahme von folgenden Arzneimitteln können Wechselwirkungen auftreten:
- bei Einnahme von NSAR (Aspirin, Ibuprofen,...)
- bei Medikamenten zur Behandlung von Depressionen (SSRI)
- Lithium
- Medikamente zur Behandlung einer Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen (Digoxin)
- Medikamente zur Behandlung von Bluthochdruck
- Medikamente zur Erhöhung der Harnausscheidung (Diuretika)
- Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen (Antikoagulantien)
- Methotrexat
- Steroide
- Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems (Ciclosporin und Tacrolimus)
- Medikamente zur Behandlung von HIV (Zidovudin)
- Medikamente zur Senkung des Blutzuckerspiegels (Antidiabetika)
Gegenanzeigen
Aceclofenac darf in folgenden Fällen NICHT eingenommen werden:
- bei Allergie gegen Aceclofenac oder anderen NSAR
- bei Einnahme von NSAR mit nachfolgenden Symptomen wie Asthmaanfall, Bronchospasmus, laufende oder juckende Nase und Nesselsucht
- bei akuten Blutungen oder Blutungsstörungen
- bei aktuellen oder vergangenen Magengeschwüren oder Darmblutungen
- bei schwerer Nierenfunktionsstörung
- bei aktueller oder vergangener Herzkrankheit und/oder Hirngefäßkrankheit wie Herzinfarkt, Schlaganfall, TIA oder verstopften Gefäßen
- bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK)
- bei schweren Leberfunktionsstörungen
- im letzten Schwangerschaftsdrittel
Altersbeschränkung
Aceclofenac sollte erst ab 18 Jahren angewendet werden.
Schwangerschaft & Stillzeit
Schwangerschaft
In der Schwangerschaft sollte Aceclofenac bis zur 28. Schwangerschaftswoche nur nach Absprache mit Ihrem Arzt eingenommen werden. Nach der 28. Schwangerschaftswoche sollte Aceclofenac NICHT mehr eingenommen werden.
Im 1. Schwangerschaftsdrittel wurde kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko berichtet.
Im 2.&3. Schwangerschaftsdrittel (speziell ab der 28. Schwangerschaftswoche) kann es zum Verschluss des Ductus arteriosus Botalli beim Ungeborenen kommen, was zu einer Schädigung der Nierenfunktion führen kann. Die Einnahme nach der 28. Schwangerschaftswoche kann auch zu zahlreichen gesundheitlichen Problemen beim Neugeborenen führen, wie z.B. eine persistierende pulmonale Hypertonie (PPHN) oder eine nektrotisierende Enterokolitis (NEC). Eine Alternative ist Paracetamol, das in der gesamten Schwangerschaft angewendet werden kann.
Stillzeit
In der Stillzeit sollte Aceclofenac NICHT angewendet werden, da es in die Muttermilch übergehen kann. Eine Alternative ist Paracetamol.
Geschichte zum Wirkstoff
Aceclofenac wurde 1991 entwickelt, indem man Diclofenac chemisch veränderte. Aceclofenac bereitet durch die Modifikation weniger gastrointestinale Beschwerden, was das Ziel der Entwicklung war.

Autor
Thomas Hofko
Student der Pharmazie
Thomas Hofko befindet sich im letzten Drittel seines Bachelorstudiums der Pharmazie und ist Autor und Lektor für pharmazeutische Themen. Er interessiert sich besonders für die Bereiche Klinische Pharmazie und Phytopharmazie.
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.