Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
Sevofluran ELC 100 % Flüssigkeit zur Herstellung eines Dampfs zur Inhalation Anwendungsgebiete Einleitung und Aufrechterhaltung einer Allgemeinanästhesie bei Erwachsenen und pädiatrischen Patienten aller Altersgruppen, einschließlich reifer Neugeborener (siehe Abschnitt 4.2 für Altersangaben).
- Wirkstoff(e)
- Sevofluran
- Zulassungsinhaber
- Elc Group s.r.o.
- Abgabestatus
- Apothekenpflichtig
- ATC Code
- N01AB08
Diese Zusammenfassung ersetzt nicht die Packungsbeilage und keine ärztliche Beratung.
Anzeige
Gebrauchsinformation
Wofür wird Sevofluran ELC 100 % Flüssigkeit zur Herstellung eines Dampfs zur Inhalation angewendet?
Sevofluran ELC 100 % Flüssigkeit zur Herstellung eines Dampfs zur Inhalation
Anwendungsgebiete
Einleitung und Aufrechterhaltung einer Allgemeinanästhesie bei Erwachsenen und pädiatrischen Patienten aller Altersgruppen, einschließlich reifer Neugeborener (siehe Abschnitt 4.2 für Altersangaben).
Anzeige
Was ist vor der Einnahme von Sevofluran ELC 100 % Flüssigkeit zur Herstellung eines Dampfs zur Inhalation zu beachten?
Gegenanzeigen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
Patienten, die eine bekannte oder vermutete genetische Veranlagung zu maligner Hyperthermie haben
Überempfindlichkeit gegen Sevofluran oder andere halogenierte Anästhetika
mäßige/schwere Leberfunktionsstörungen mit Ikterus, Fieber und/oder Eosinophilie ungeklärter Ursache in Zusammenhang mit halogenierten Inhalationsanästhetika in der Vorgeschichte
Patienten mit einer Kontraindikation für eine Allgemeinanästhesie
Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Hypotonie und Atemdepression nehmen mit zunehmender Narkosetiefe zu.
Während der Aufrechterhaltung der Anästhesie, führt eine steigende Konzentration von Sevofluran zu einem dosisabhängigen Blutdruckabfall. Sehr starker Blutdruckabfall kann mit der Narkosetiefe in Zusammenhang stehen und kann durch eine Verringerung der Sevoflurankonzentration korrigiert werden.
Wie bei allen Anästhetika ist bei Patienten, die hypovolämisch, hypotonisch oder allgemein geschwächt sind, besondere Vorsicht bei der Dosierung geboten.
Wie bei allen Anästhetika ist es wichtig, die hämodynamische Stabilität aufrechtzuerhalten, um bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit eine Myokardischämie zu vermeiden.
Bei Patienten mit einem Risiko für erhöhten intrakraniellen Druck sollte Sevofluran mit Vorsicht und in Verbindung mit Techniken zur Verringerung des intrakraniellen Drucks
(z. B. Hyperventilation) verabreicht werden.
Vorsicht ist geboten bei der Anwendung von Sevofluran zur Anästhesie in der Geburtshilfe, weil die relaxierende Wirkung auf den Uterus das Risiko einer Gebärmutterblutung erhöht (siehe Abschnitt 4.6).
Maligne Hyperthermie
Bei empfindlichen Patienten können Inhalationsanästhetika zu einem hypermetabolischen Zustand der Skelettmuskulatur mit erhöhtem Sauerstoffbedarf und zu einem klinischen Syndrom, das als maligne Hyperthermie bekannt ist, führen. Die Behandlung besteht aus Absetzen der Auslöser
(z. B. Sevofluran), intravenöser Gabe von Dantrolen-Natrium und einer unterstützenden Therapie. Ein Nierenversagen kann später auftreten, der Urinfluss muss überwacht und, wenn möglich, aufrechterhalten werden.
In klinischen Studien wurde ein Fall von maligner Hyperthermie gemeldet. Darüber hinaus wurden nach dem Inverkehrbringen Fälle von maligner Hyperthermie gemeldet. Einige dieser Fälle verliefen tödlich.
In seltenen Fällen wurden Inhalationsanästhetika mit erhöhten Kaliumwerten in Verbindung gebracht, die bei Kindern in der postoperativen Phase zu Herzrhythmusstörungen und zum Tode führten. Dies wurde bei Patienten mit latenten und auch offenkundigen neuromuskulären Erkrankungen beschrieben, insbesondere bei Duchenne-Muskeldystrophie. In den meisten, aber nicht allen Fällen, wurde gleichzeitig Suxamethonium angewendet. Diese Patienten wiesen Muskelschäden mit erhöhter Kreatinkinasekonzentration und Myoglobinurie auf. Diese Patienten wiesen nicht die klassischen Symptome maligner Hyperthermie, wie Muskelsteifheit, rascher Anstieg der Körpertemperatur oder vermehrter Sauerstoffbedarf und eine erhöhte Kohlendioxidproduktion, auf. Eine rasche und umfassende Behandlung der Hyperkaliämie und Arrhythmien wird empfohlen. Die nachfolgende Abklärung bzgl. latent neuromuskulärer Erkrankungen ist angezeigt.
Es wurden vereinzelte Fälle von ventrikulären Arrhythmien bei Kindern und Jugendlichen mit Morbus Pompe berichtet.
Bei der Anwendung von Sevofluran bei Patienten mit hepatischen Grunderkrankungen oder unter Behandlung mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen Leberfunktionsstörungen verursachen, ist eine klinische Bewertung erforderlich. Bei Patienten, bei denen nach der Anwendung anderer Inhalationsanästhetika Leberschäden, Ikterus, ungeklärtesFieber oder Eosinophilie aufgetreten sind, wird empfohlen, die Anwendung von Sevofluran zu vermeiden, wenn eine Anästhesie mit intravenösen Arzneimitteln oder eine Regionalanästhesie möglich ist (siehe Abschnitt e4.3 und 4.8). Patienten, die in relativ kurzer Zeit wiederholt halogenierte Kohlenwasserstoffe einschließlich Sevofluran erhalten, haben ein erhöhtes Risiko für Leberschäden.
Aufgrund der geringen Anzahl an untersuchten Patienten mit Niereninsuffizienz (Serumkreatinin höher als 133 μmol/ Liter) liegen keine ausreichenden Erfahrungen zur Sicherheit bei Anwendung von Sevofluran in dieser Patientengruppe vor. Aus diesem Grund ist bei der Gabe von Sevofluran an Patienten mit Niereninsuffizienz Vorsicht geboten. Einige Studien mit Ratten haben Nephrotoxizität gezeigt bei Tieren, die höheren Konzentrationen von Compound A (Pentafluorisopropenyl Fluormethyläther (PIFE)) als in der klinischen Routinepraxis ausgesetzt waren. Der Mechanismus dieser renalen Toxizität bei Ratten ist nicht bekannt und die Relevanz für Menschen nicht erwiesen (Siehe Abschnitt 5.3). Bei Patienten mit Niereninsuffizienz wird eine post-operative Überwachung der Nierenfunktion empfohlen.
Im Zusammenhang mit der Anwendung von Sevofluran traten Krampfanfälle bei Kindern und jungen Erwachsenen sowie bei älteren Erwachsenen mit und ohne prädisponierende Risikofaktoren auf.
Bei Anwendung von Sevofluran ist bei Patienten mit einem Risiko für Krampfanfälle eine klinische Beurteilung durchzuführen. Die Tiefe der Narkose sollte bei Kindern begrenzt werden. Ein EEG kann die optimale Dosierung von Sevofluran ermöglichen und bei Patienten mit einer Prädisposition für Anfälle helfen, die Entwicklung von Anfällen zu verhindern (siehe Abschnitt 4.8).
Es wurden dystonische Bewegungen bei Kindern beobachtet (siehe Abschnitt 4.8).
Die Erholung von der Allgemeinanästhesie musssorgfältig beurteilt werden, bevor die Patienten aus dem Aufwachraum entlassen werden. Das Erwachen nach einer Narkose mit Sevofluran erfolgt normalerweise schnell, die Patienten benötigen daher möglicherweise bereits zu einem früheren Zeitpunkt postoperative Schmerzmittel. Das rasche Aufwachen kann bei Kindern von Unruhe und mangelnder Kooperation (in etwa 25 % der Fälle) begleitet sein.
Die Erfahrung mit der wiederholten Gabe von Sevofluran ist sehr begrenzt. Es wurden jedoch keine offensichtlichen Unterschiede hinsichtlich der Nebenwirkungen zwischen der ersten und den weiteren Gaben von Sevofluran festgestellt.
Sevofluran sollte bei Patienten mit Myasthenia gravis mit Vorsicht angewendet werden. Wie auch andere halogenierte Anästhetika kann Sevofluran in der Einleitungsphase Husten verursachen.
Sevofluran kann zu verlängerten QT-Intervallen führen. In der klinischen Praxis führt dies in seltenen Fällen zu Torsade des Pointes. Sevofluran sollte bei Risikopatienten wie älteren Patienten und Patienten mit kongenitalen QT-Verlängerungen mit Vorsicht angewendet werden.
Austausch von ausgetrocknetem CO2-Absorbern:
Eine exotherme Reaktion, ein verstärkter Abbau von Sevofluran und die Bildung von Abbauprodukten können auftreten, wenn der CO2-Absorber austrocknet, z. B. nach einem längeren Zeitraum mit trockenem Gasfluss durch den CO2-Absorber. Bei Anwendung von Sevofluran zusammen mit ausgetrocknetem Atemkalk, insbesondere wenn dieser Kaliumhydroxid enthielt, ist in seltenen Fällen über Überhitzung, Rauch und/oder spontanes Feuer in dem Narkosemittelverdampfer berichtet worden. Eine ungewöhnliche Verzögerung des Anstiegs oder ein unerwarteter Abfall der eingeatmeten Konzentration von Sevofluran im Vergleich zu den Einstellungen des Verdampfers könnte mit der Überhitzung des CO2-Absorber-Behälters in Zusammenhang stehen.
In experimentellen Studien wurden unter Verwendung von ausgetrockneten CO2-Absorbern und maximalen Sevoflurankonzentrationen (8 %) über einen längeren Zeitraum (≥ 2 Stunden)
Sevofluran-Abbauprodukte (Methanol, Formaldehyd, Kohlenmonoxid und Compound A, B, C und D) im Kreissystem beobachtet. Die Formaldehydkonzentrationen entsprachen den Mengen, die bekannterweise zu leichten Atemwegsreizungen führen. Die klinische Relevanz dieser Ergebnisse ist nicht bekannt. Wenn der behandelnde Arzt ein Austrocknen des CO2-Absorbers vermutet, ist dieser vor der Anwendung von Sevofluran auszutauschen. Bei den meisten CO2-Absorbern wird ein Austrocknen nicht notwendigerweise durch eine Veränderung des Farbindikators angezeigt. Ein nicht wesentlich veränderter Farbindikator ist daher kein Beweis für einen ausreichenden Feuchtigkeitsgehalt. CO2-Absorber sind daher unabhängig vom Zustand des Farbindikators regelmäßig auszutauschen.
Bei der Anwendung von halogenierten Inhalationsanästhetika wie Sevofluran kann in Einzelfällen ein junktionaler Rhythmus am AV-Übergang auftreten, insbesondere, wenn zuvor ein Vagolytikum wie Atropin gegeben wurde.
Eine Allgemeinanästhesie, einschließlich mit Sevofluran, sollte bei Patienten mit mitochondrialen Störungen mit Vorsicht durchgeführt werden.
Obwohl die Wiedererlangung des Bewusstseins nach der Anwendung von Sevofluran in der Regel innerhalb weniger Minuten eintritt, ist der Einfluss auf die geistigen Fähigkeiten in den 2 bis 3 Tagen nach der Anästhesie nicht untersucht worden. Wie bei anderen Anästhetika können kleine Stimmungsschwankungen mehrere Tage nach der Anwendung bestehen bleiben. Die Patienten sollten darauf hingewiesen werden, dass das Ausführen von Handlungen, die Wachsamkeit erfordern, wie z. B. das Führen eines Fahrzeugs oder das Bedienen gefährlicher Maschinen, nach einer Allgemeinanästhesie vorübergehend eingeschränkt sein kann (siehe Abschnitt 4.7).
Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Es liegen keine hinreichenden und gut kontrollierten Studien bei Schwangeren vor. Deshalb sollte Sevofluran in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn dies unbedingt erforderlich ist.
Wehen und Geburt
Die Sicherheit von Sevofluran für Mutter und Kind wurde in einer klinischen Studie belegt, in der Sevofluran zur Anästhesie bei Kaiserschnittgeburten angewendet wurde. Die Sicherheit einer Anwendung von Sevofluran während der Wehen oder bei einer Vaginalgeburt wurde nicht nachgewiesen.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Sevofluran in die Muttermilch ausgeschieden wird. Daher ist bei Anwendung von Sevofluran bei stillenden Müttern Vorsicht geboten.
Fertilität
Reproduktionsstudien bei Ratten und Kaninchen mit Sevofluran in Dosierungen von bis zu 1 MAC erbrachten keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Fertilität.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Sevofluran ist stabil, wenn es unter normalen Raumlichtbedingungen aufbewahrt wird. Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Sevofluran sollte mittels eines speziell für die Anwendung mit Sevofluran kalibrierten Verdampfers verabreicht werden, wobei ein für Sevofluran-spezifische Verdampfer konzipiertes Schlüssel-Füllsystem oder andere geeignete Sevofluran-spezifische Füllsysteme für Verdampfer zu verwenden sind.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.
Wie wird Sevofluran ELC 100 % Flüssigkeit zur Herstellung eines Dampfs zur Inhalation angewendet?
Dosierung und Art der Anwendung
Die Prämedikation sollte je nach Bedarf des einzelnen Patienten und nach dem Ermessen des Anästhesisten ausgewählt werden.
Sevofluran sollte mittels eines speziell für die Anwendung mit Sevofluran kalibrierten Verdampfers verabreicht werden, so dass die verabreichte Konzentration genau kontrolliert werden kann. Die MAC-Werte (Minimale Alveoläre Konzentration) für Sevofluran nehmen mit dem Alter des Patienten und der beigefügten Menge Distickstoffmonoxid (N2O) ab. Die Dosierung ist individuell anzupassen und – unter Berücksichtigung von Alter und klinischem Zustand des Patienten – so lange zu titrieren, bis die gewünschte Wirkung erreicht ist. Die folgende Tabelle zeigt die durchschnittlichen MAC-Werte für die verschiedenen Altersgruppen.
Altersangepasste MAC-Werte für Erwachsene, Kinder und Jugendliche
| Sevofluran 100 % | Sevofluran 100 % Flüssigkeit | |||
| Flüssigkeit zur Herstellung | ||||
| Alter des Patienten | zur Herstellung eines Dampfs | |||
| (Jahre) | eines Dampfs zur | zur Inhalation in 65 % | ||
| Inhalation in Sauerstoff | ||||
| N2O/35 % O2 | ||||
| (O2) | ||||
| – 1 Monate* | 3,3 % | 2,0 %** | ||
| - < 6 Monate | 3,0 % | |||
| Monate - < 3 Jahre | 2,8 % | |||
| – 12 | 2,5 % | |||
| 2,6 % | 1,4 % | |||
| 2,1 % | 1,1 % | |||
| 1,7 % | 0,9 % | |||
| 1,4 % | 0,7 % |
*Bei reifen Neugeborenen. Bei Frühgeborenen wurden keine MAC-Werte bestimmt. ** Bei Kindern im Alter von 1 bis < 3 Jahren wurden 60 % N2O/40 % O2 verwendet.
Einleitung der Narkose
Ein kurzwirksames Barbiturat oder ein anderes intravenöses Einleitungsmittel kann angewendet werden, gefolgt von der Inhalation von Sevofluran.
Eine Anästhesieeinleitung nur mit Sevofluran kann erreicht werden durch Inhalation von
0,5 - 1,0 % Sevofluran in Sauerstoff mit oder ohne Distickstoffmonoxid, wobei die Konzentration von Sevofluran in Schritten von 0,5 - 1,0 % bis auf maximal 8 % bei Erwachsenen und Kindern erhöht wird, bis die erforderliche Narkosetiefe erreicht ist.
Bei Erwachsenen führen inspiratorische Konzentrationen von bis zu 5 % Sevofluran in der Regel in weniger als zwei Minuten zu einer für chirurgische Eingriffe ausreichenden Narkosetiefe. Bei Kindern führen inspiratorische Konzentrationen von bis zu 7 % Sevofluran üblicherweise in weniger als zwei Minuten zu einer ausreichenden Narkosetiefe für chirurgische Eingriffe.
Aufrechterhaltung der Narkose
Die für chirurgische Eingriffe ausreichende Narkosetiefe kann durch Inhalation von 0,5 - 3 % Sevofluran in Sauerstoff mit oder ohne begleitende Gabe von Distickstoffmonoxid aufrechterhalten werden.
Aufwachphase
Das Erwachen nach einer Narkose mit Sevofluran erfolgt normalerweise schnell. Die Patienten benötigen daher möglicherweise bereits zu einem früheren Zeitpunkt postoperative Schmerzmittel. Wie bei anderen halogenierten Inhalationsanästhetika sollte eine mehrmalige Anwendung innerhalb kurzer Zeit mit Vorsicht erfolgen.
Ältere Patienten
Die minimale alveoläre Konzentration (MAC) nimmt mit zunehmendem Lebensalter ab. Bei einem 80-Jährigen beträgt die durchschnittliche Sevoflurankonzentration, die für das Erreichen der MAC notwendig ist, ca. 50 % der Konzentration, die für einen 20-Jährigen erforderlich ist (siehe obige Tabelle zum Einfluss des Alters auf MAC-Werte für Sevofluran).
Kinder und Jugendliche
Die MAC-Werte für Kinder und Jugendliche je nach Alter bei Anwendung von Sauerstoff mit oder ohne gleichzeitige Anwendung von Distickstoffmonoxid sind der obigen Tabelle zu entnehmen.
Niereninsuffizienz
Aufgrund der geringen Anzahl an untersuchten Patienten mit Niereninsuffizienz (Serumkreatinin höher als 133 μmol/ Liter) liegen keine ausreichenden Erfahrungen zur Sicherheit bei Anwendung von Sevofluran in dieser Patientengruppe vor. Aus diesem Grund ist bei der Gabe von Sevofluran an Patienten mit Niereninsuffizienz Vorsicht geboten. Einige Studien mit Ratten haben Nephrotoxizität gezeigt bei Tieren, die höheren Konzentrationen von Compound A (Pentafluorisopropenyl Fluormethyläther (PIFE)) als in der klinischen Routinepraxis ausgesetzt waren. Der Mechanismus dieser renalen Toxizität bei Ratten ist nicht bekannt und die Relevanz für Menschen nicht erwiesen (Siehe Abschnitt 5.3). Bei Patienten mit Niereninsuffizienz wird eine post-operative Überwachung der Nierenfunktion empfohlen.
Art der Anwendung
Zur Inhalation.
Sevofluran wird über eine Gesichtsmaske oder einen Endotrachealtubus verabreicht. Sevofluran darf nur von Personen angewendet werden, die in der Durchführung von Allgemeinanästhesien geschult sind. Die technische Ausrüstung zur Aufrechterhaltung freier
Atemwege, künstlicher Beatmung, Sauerstoffanreicherung und zur Kreislaufreanimation muss zur sofortigen Verfügung stehen. Sevofluran muss mittels eines speziell für die Anwendung mit Sevofluran kalibrierten Verdampfers verabreicht werden, so dass die verabreichte Konzentration genau kontrolliert werden kann. Wenn der Kohlendioxid-Absorber ausgetrocknet ist, muss er vor der Anwendung von Sevofluran ausgetauscht werden (siehe Abschnitt 4.4.)
Überdosierung
Zu den Symptomen einer Überdosierung gehören Atemdepression und Kreislaufinsuffizienz.
Im Falle einer Überdosierung sind folgende Schritte zu unternehmen: Abbrechen der Sevofluran- Zufuhr; Offenhalten der Atemwege und gegebenenfalls Einleitung einer assistierten oder kontrollierten Beatmung mit reinen Sauerstoff und Aufrechterhaltung einer angemessenen kardiovaskulären Funktion.
Anzeige
Welche Nebenwirkungen hat Sevofluran ELC 100 % Flüssigkeit zur Herstellung eines Dampfs zur Inhalation?
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Die Wirkung von nicht-depolarisierenden Muskelrelaxanzien wird durch Sevofluran potenziert; daher muss die Dosierung dieser Arzneimittel entsprechend angepasst werden, wenn sie zusammen mit Sevofluran angewendet werden.
Hinsichtlich der Sensibilisierung des Myokards gegenüber der arrhythmogenen Wirkung von exogen angewendetem Epinephrin/Adrenalin verhält sich Sevofluran ähnlich wie Isofluran.
Die MAC-Werte von Sevofluran sinken unter zusätzlicher Anwendung von Distickstoffmonoxid gemäß der Tabelle „Altersangepasste MAC-Werte“ (siehe Abschnitt 4.2).
Es ist zu erwarten, dass Benzodiazepine und Opiate die MAC-Werte von Sevofluran reduzieren. Opioide (z. B. Alfentanil und Sufentanil) können, wenn sie gleichzeitig mit Sevofluran angewendet werden, zu einem synergistischen Abfall des Herzschlags, des Blutdrucks und der Atemfrequenz führen.
Wie bei anderen Substanzen können nach Anwendung eines intravenösen Anästhetikums, z. B. Propofol, geringere Konzentrationen von Sevofluran erforderlich sein.
Der Metabolismus von Sevofluran kann durch bekannte Induktoren von CYP2E1 (z. B. Isoniazid und Alkohol) gesteigert werden Er wurd aber nicht durch Barbiturate induziert werden.
Signifikante Anstiege der Plasmafluoridkonzentrationen wurden durch erhöhte Aktivität von CYP2E1 beobachtet.
Sevofluran kann die negativen inotropen, chronotropen und dromotropen Wirkungen von Betablockern verstärken (durch Blockieren der kardiovaskulären Kompensationsmechanismen).
Die Patienten sollten vor einem Absetzen von Betablockern gewarnt werden und ein abruptes Absetzen des Arzneimittels ist in jedem Fall zu vermeiden. Der Anästhesist muss über eine Betablocker-Therapie informiert werden.
Die Epinephrin/Adrenalin- und Norepinephrin-Dosierung für die lokale hämostatische Wirkung bei subkutanen oder gingivalen Injektionen sollte auf z. B., 0,1 mg Epinephrin/Adrenalin innerhalb von 10 Minuten oder 0,3 mg innerhalb einer Stunde bei Erwachsenen, begrenzt werden. Die parenterale Anwendung von Epinephrin/Adrenalin und Norepinephrin wird nicht empfohlen.
Schwere Rhythmusstörungen wurden im Zusammenhang mit Isoprenalin (erhöhte kardiovaskuläre Reaktivität) beobachtet und daher wird davon abgeraten.
Amphetamine und Derivative können ebenso wie Ephedrin und Derivate präoperative hypertensive Krisen verursachen. Es wird empfohlen, die Einnahme der entsprechenden Arzneimittel einige Tage vor dem chirurgischen Eingriff zu unterbrechen.
Gleichzeitige Anwendung von MAO-Inhibitoren: Das Risiko eines Kollapses während der Operation kann nicht ausgeschlossen werden, da dies bei anderen halogenierten Inhalationsanästhetika beobachtet wurde.
Sevofluran hat sich bei gleichzeitiger Anwendung mit verschiedenen Wirkstoffen, die regelmäßig in der Chirurgie angewendet werden, als sicher und wirksam erwiesen, z. B. mit Arzneimitteln, die auf das zentrale Nervensystem wirken, mit Arzneimitteln, die auf das autonome Nervensystem wirken, mit Muskelrelaxanzien , mit Antiinfektiva, einschließlich Aminoglykosiden, mit Hormonen und synthetischen Hormonersatzstoffen, mit Blutprodukten und mit Herz-Kreislauf- Arzneimitteln, einschließlich Epinephrin/Adrenalin.
Johanniskraut
Unter einer Langzeitbehandlung mit Johanniskraut wurden bei Patienten, die eine Narkose mit Inhalationsanästhetika erhielten, Fälle einer schweren Hypotonie und eines verzögerten Aufwachens aus der Narkose beschrieben.
Kalzium-Antagonisten
Bei gleichzeitiger Behandlung mit Verapamil und Sevofluran wurde das Auftreten einer atrioventrikulären Überleitungsstörung beobachtet.
Bei Patienten, die mit Kalziumkanalblockern, insbesondere mit Dihydropyridin-Derivaten, behandelt werden, kann Sevofluran zu einer deutlichen Hypotonie führen. Bei gleichzeitiger Anwendung von Kalziumkanalblockern und Inhalationsanästhetika ist wegen des Risikos additiver negativ inotroper Wirkungen Vorsicht geboten.
Vasodilatatoren
Sevofluran hat eine gefäßerweiternde Wirkung. Daher kann die blutdrucksenkende Wirkung von gefäßerweiternden Arzneimitteln verstärkt werden.
Narkoanalgetika
Die Wirkung von Sevofluran kann durch Narkoanalgetika verstärkt werden.
Muskelrelaxanzien
Sevofluran beeinflusst – ebenso wie andere Inhalationsanästhetika – die Intensität und die Dauer der durch nicht-depolarisierende Muskelrelaxanzien hervorgerufenen neuromuskulären Blockade. Es wird empfohlen, etwa ein Drittel bis die Hälfte der üblichen Dosis dieser Wirkstoffe anzuwenden.
Eine Verringerung der Dosis nicht-depolarisierender Muskelrelaxanzien während der Narkoseeinleitung kann zu einem verzögerten Einsetzen der für die endotracheale Intubation geeigneten Bedingungen oder zu einer unzureichenden Muskelrelaxation führen, da die Verstärkung der Wirkung der neuromuskulären Blocker einige Minuten nach Beginn der Anwendung von Sevofluran zu beobachten ist. Die Wirkung nicht-depolarisierender Muskelrelaxanzien kann mit Neostigmin antagonisiert werden.
Untersucht wurden die Wechselwirkungen mit den nicht-depolarisierenden Muskelrelaxantien Vecuronium, Pancuronium und Atracurium.
In Ermangelung spezifischer Leitlinien:
- für die endotracheale Intubation sollte die Dosis der nicht-depolarisierenden Muskelrelaxanzien nicht reduziert werden; und
-
während der Aufrechterhaltung der Anästhesie ist es wahrscheinlich, dass die Dosis der nicht-depolarisierenden Muskelrelaxanzien im Vergleich zur Dosis während einer Narkose mit Distickstoffmonoxid / Opiaten reduziert ist.
Die Gabe zusätzlicher Dosen von Muskelrelaxanzien sollte auf der Grundlage einer Nervenstimulation erfolgen.
Wird Sevofluran als Ergänzung zu einerr Alfentanil-Distickstoffmonoxid-Anästhesie angewendet, potenziert es die mit Pancuronium, Vecuronium oder Atracurium ausgelöste neuromuskuläre Blockade.
Die Wirkung von Sevofluran auf Succinylcholin und die Dauer der depolarisierenden neuromuskulären Blockade wurde nicht untersucht.
Die gleichzeitige Anwendung von Succinylcholin und Inhalationsanästhetika war in seltenen Fällen mit Herzrhythmusstörungen und dem Tod von pädiatrischen Patienten in der postoperativen Phase, aufgrund eines Anstiegs des Kaliumspiegels im Serum, verbunden.
Barbiturate
Die Anwendung von Sevofluran ist kompatibel mit Barbituraten, die üblicherweise bei Operationen angewendet werden.
Nebenwirkungen
Wie andere Inhalationsanästhetika kann auch Sevofluran eine dosisabhängige kardiale und respiratorische Depression verursachen. Die meisten Nebenwirkungen sind von leichtem bis mäßigem Schweregrad und von vorübergehender Dauer. Postoperativ wurden häufig Übelkeit und Erbrechen beobachtet, mit einer Inzidenz, die vergleichbar mit anderen Inhalationsanästhetika ist. Solche Nebenwirkungen treten häufig nach Operationen und Allgemeinanästhesie auf und können entweder auf das Inhalationsanästhetikum oder auf andere intraoperative oder postoperative Medikation und auf das individuelle Ansprechen des Patienten auf den chirurgischen Eingriff zurückzuführen sein.
Daten über Nebenwirkungen stammen aus kontrollierten klinischen Studien in den USA und Europa an über 3200 Patienten. Art, Schwere und Häufigkeit der Nebenwirkungen waren vergleichbar mit denen anderer Inhalationsanästhetika.
Am häufigsten kam es unter Anwendung von Sevofluran zu Übelkeit (24 %) und Erbrechen (17 %). Agitiertheit trat bei Kindern häufig auf (23 %).
Alle Nebenwirkungen, die in klinischen Studien oder nach der Markteinführung gemeldet wurden und bei denen zumindest ein möglicher Zusammenhang mit der Anwendung von Sevofluran besteht, sind in der unten stehenden Tabelle, geordnet nach MedDRA-Systemorganklasse, bevorzugtem Terminus und Häufigkeit des Auftretens, aufgeführt. Bei den Häufigkeitsangaben zu
Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:
Sehr häufig (≥1/10);
Häufig ( 1/100, <1/10)
Gelegentlich ((≥1/1 000, <1/100) Selten (≥1/10 000, <1/1 000)
Sehr selten (<1/10 000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Nach der Markteinführung werden unerwünschte Wirkungen freiwillig aus einer Population mit
unbekannter Expositionsrate gemeldet. Daher ist es nicht möglich, die tatsächliche Häufigkeit von unerwünschten Ereignissen zu schätzen, und die Häufigkeit ist „nicht bekannt“. In klinischen
Studien waren Art, Schweregrad und Häufigkeit der Nebenwirkungen bei den mit Sevofluran behandelten Patienten und den Patienten der Kontrollgruppen vergleichbar.
Übersicht über die in klinischen Studien und nach Markteinführung aufgetretenen Nebenwirkungen
Zusammenfassung der häufigsten Nebenwirkungen in klinischen Studien zu Sevofluran und nach Markteinführung
| Systemorganklasse | Häufigkeit | Nebenwirkung | |
| Erkrankungen des Blutes und | Gelegentlich | Leukopenie | |
| des Lymphsystems | Leukozytose | ||
| Psychiatrische Erkrankungen | Sehr häufig | Agitiertheit | |
| Gelegentlich | Verwirrtheitszustände | ||
| Schläfrigkeit | |||
| Häufig | Schwindel | ||
| Erkrankungen des | Kopfschmerzen | ||
| Nervensystems | Krampfanfälle2,3 | ||
| Nicht bekannt | Dystonie | ||
| Erhöhter intrakranieller Druck | |||
| Herzerkrankungen | Sehr häufig | Bradykardie | |
| Häufig | Tachykardie | ||
| Kompletter AV-Block | |||
| Kardiale Arrhythmien | |||
| (einschließlich ventrikulärer | |||
| Gelegentlich | Arrhythmien) | ||
| Vorhofflimmern | |||
| Arrhythmie | |||
| Ventrikuläre Extrasystolen | |||
| Supraventrikuläre | |||
| Extrasystolen Extrasystolen | |||
| (ventrikulär, supraventrikulär, | |||
| bei Bigeminus) | |||
| Nicht bekannt | Herzstillstand4 | ||
| Kammerflimmern | |||
| Torsade-de-pointes | |||
| Ventrikuläre Tachykardie | |||
| Verlängerung der QT-Zeit im | |||
| EKG | |||
| Gefäßerkrankungen | Sehr häufig | Hypotonie | |
| Häufig | Hypertonie | ||
| Erkrankungen der Atemwege, | Sehr häufig | Husten | |
| des Brustraums und | Atemprobleme | ||
| Mediastinums | Häufig | Atemdepression | |
| Laryngospasmus | |||
| Atemwegsobstruktion | |||
| Gelegentlich | Lungenödem | ||
| Apnoe | |||
| Hypoxie | |||
| Asthma | |||
| Nicht bekannt | Bronchospasmus | ||
| Dyspnoe1 | |||
| Keuchende Atmung1 | |||
| Apnoische Pausen | |||
| Erkrankungen des | Sehr häufig | Übelkeit | |
| Gastrointestinaltrakts | Erbrechen | ||
| Häufig | Gesteigerte | ||
| Speicheldrüsensekretion | |||
| Nicht bekannt | Pankreatitis | ||
| Stoffwechsel- und | Nicht bekannt | Hyperkaliämie | |
| Ernährungsstörungen | |||
| Erkrankungen der Nieren und | Gelegentlich | Harnverhaltung | |
| Glucosurie | |||
| Harnwege | |||
| Nicht bekannt | Tubulointerstitielle Nephritis | ||
| Häufig | Schüttelfrost | ||
| Allgemeine Erkrankungen | Fieber | ||
| und Beschwerden am | Beschwerden in der Brust1 | ||
| Verabreichungsort | Nicht bekannt | Maligne Hyperthermie1,2 | |
| Ödem |
| Anormale Blutzuckerwerte | |||
| Anormale | |||
| Leberfunktionswerte5 | |||
| Häufig | Anormale Anzahl an weißen | ||
| Blutkörperchen | |||
| Erhöhte Aspartat- | |||
| Untersuchungen | Aminotransferase-Werte | ||
| Erhöhte Fluoridwerte im Blut1 | |||
| Erhöhtes Serumkreatinin | |||
| Erhöhte Alanin- | |||
| Gelegentlich | Aminotransferase-Werte | ||
| Erhöhte Lactatdehydrogenase- | |||
| Werte im Blut | |||
| Erkrankungen des | Nicht bekannt | Anaphylaktische Reaktion1 | |
| Immunsystems | Anaphylaktoide Reaktion | ||
| Überempfindlichkeit1 | |||
| Hepatitis1,2 | |||
| Leber- und | Nicht bekannt | Leberversagen1,2 | |
| Gallenerkrankungen | Lebernekrose1,2 | ||
| Ikterus | |||
| Pruritus | |||
| Erkrankungen der Haut und | Nicht bekannt | Ausschlag1 | |
| des Unterhautgewebes | Urtikaria | ||
| Kontaktdermatitis1 | |||
| Schwellung im Gesicht1 | |||
| Skelettmuskulatur-, | Nicht bekannt | Muskelrigidität | |
| Bindegewebs- und | |||
| Knochenerkrankungen | |||
| Verletzung, Vergiftung und | Häufig | Hypothermie | |
| durch Eingriffe bedingte | |||
| Komplikationen |
- Siehe Abschnitt 4.8 – Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen.
- Siehe Abschnitt 4.4.
- Siehe Abschnitt 4.8 – Kinder und Jugendliche.
- Seit der Markteinführung gibt es nur sehr seltene Meldungen über einen Herzstillstand in Zusammenhang mit der Anwendung von Sevofluran.
- Gelegentliche Fälle von vorübergehenden Veränderungen der Leberfunktionstests wurden bei Anwendung von Sevofluran und Vergleichssubstanzen berichtet.
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Während und nach der Sevofluran-Anästhesie kann es zu einem vorübergehenden Anstieg der anorganischen Fluorid-Konzentration im Serum kommen. Die anorganischen Fluorid- Konzentrationen erreichen in der Regel innerhalb von zwei Stunden nach der Sevofluran- Anästhesie ihr Maximum und gehen anschließend innerhalb von 48 Stunden nach dem Narkoseende wieder auf präoperative Werte zurück. In klinischen Studien konnte kein Zusammenhang zwischen den erhöhten Fluorid-Konzentrationen und einer Beeinträchtigung der Nierenfunktion festgestellt werden.
In seltenen Fällen wurde über eine postoperative Hepatitis berichtet. Außerdem wurden nach der Markteinführung in seltenen Fällen Leberversagen und Lebernekrose in Zusammenhang mit der Anwendung potenter Inhalationsanästhetika, einschließlich Sevofluran, gemeldet. Allerdings lassen diese Berichte keine gesicherte Aussage zur Inzidenz oder einem Zusammenhang mit der Anwendung von Sevofluran zu (siehe Abschnitt 4.4).
In seltenen Fällen wurden Überempfindlichkeitsreaktionen berichtet (u. a. Kontaktdermatitis, Hautausschlag, Dyspnoe, Giemen, Beschwerden im Brustbereich, Gesichtsödem, Lidödem, Erythem, Urtikaria, Pruritus, Bronchospasmen, anaphylaktische oder anaphylaktoide Reaktionen), insbesondere in Zusammenhang mit einer berufsbedingten Langzeitexposition gegenüber Inhalationsanästhetika, einschließlich Sevofluran.
Bei empfindlichen Personen können potente Inhalationsanästhetika einen hypermetabolischen Zustand der Skelettmuskulatur auslösen, der zu einem hohen Sauerstoffbedarf führen und ein klinisches Syndrom auslösen kann, das als maligne Hyperthermie bekannt ist (siehe Abschnitt 4.4).
Kinder und Jugendliche
Die Anwendung von Sevofluran wurde mit Krampfanfällen in Verbindung gebracht. Viele dieser Krampfanfälle traten bei Kindern ab 2 Monaten und bei Jugendlichen auf wobei meist keine prädisponierenden Risikofaktoren vorlagen. In einigen Fällen wurden keine anderen Arzneimittel gleichzeitig gegeben, und mindestens ein Fall wurde durch Elektroenzephalographie (EEG) bestätigt. Obwohl es sich in vielen Fällen um einzelne Krampfanfälle handelte, die spontan oder nach Behandlung abklangen, wurden auch Fälle mit mehrfachen Krampfanfällen berichtet. Die Krampfanfälle sind während oder kurz nach der Sevofluran-Induktion aufgetreten, in Notfällen und während der postoperativen Erholung bis zu einem Tag nach der Anästhesie.
Sevofluran sollte bei Patienten, bei denen möglicherweise ein Risiko für das Auftreten eines Krampfanfalls besteht, nur nach klinischer Bewertung angewendet werden (siehe Abschnitt 4.4).
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg- Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Wie ist Sevofluran ELC 100 % Flüssigkeit zur Herstellung eines Dampfs zur Inhalation aufzubewahren?
2 Jahre
Nach Anbruch nicht länger als 48 Tagen verwenden.
Weitere Informationen zu Sevofluran ELC 100 % Flüssigkeit zur Herstellung eines Dampfs zur Inhalation
Jede 250 ml Flasche enthält Sevofluran 100 % (V/V).
7007252.00.00
01.10.2023
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.


