Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
Rivastigmin dura 1,5 mg Hartkapseln Rivastigmin dura 3 mg Hartkapseln Rivastigmin dura 4,5 mg Hartkapseln Rivastigmin dura 6 mg Hartkapseln Anwendungsgebiete Zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz .
- Wirkstoff(e)
- Rivastigmin
- Zulassungsinhaber
- Viatris Germany GmbH
- Abgabestatus
- Apothekenpflichtig
- ATC Code
- N06DA03
Diese Zusammenfassung ersetzt nicht die Packungsbeilage und keine ärztliche Beratung.
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Gebrauchsinformation
Wofür wird Rivastigmin dura 3 mg Hartkapseln angewendet?
Rivastigmin dura 1,5 mg Hartkapseln Rivastigmin dura 3 mg Hartkapseln Rivastigmin dura 4,5 mg Hartkapseln Rivastigmin dura 6 mg Hartkapseln
Anwendungsgebiete
Zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz.
Zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Demenz bei Patienten mit idiopathischem Parkinson-Syndrom.
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Was ist vor der Einnahme von Rivastigmin dura 3 mg Hartkapseln zu beachten?
Gegenanzeigen
Diese Arzneimittel dürfen nicht angewendet werden bei Patienten mit
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile oder andere Carbamat-Derivate,
- Vorgeschichte mit Reaktionen an der Anwendungsstelle als Hinweis auf eine allergische Kontaktdermatitis mit Rivastigmin-Pflastern (siehe Abschnitt 4.4)
Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Das Auftreten und die Schwere von Nebenwirkungen nehmen in der Regel mit höheren Dosen zu. Wenn die Behandlung länger als drei Tage unterbrochen wurde, sollte sie mit einer Dosis von zweimal täglich 1,5 mg wieder aufgenommen werden, um möglicherweise auftretende Nebenwirkungen (z. B. Erbrechen) zu vermindern.
Hautreaktionen an der Applikationsstelle können bei der Anwendung von Rivastigmin- Pflastern auftreten und sind im Allgemeinen leicht bis mittelschwer. Diese Reaktionen sind nicht an sich ein Zeichen einer Sensibilisierung. Jedoch kann die Anwendung von Rivastigmin-Pflastern zu einer allergischen Kontaktdermatitis führen.
Eine allergische Kontaktdermatitis sollte vermutet werden, wenn sich die Reaktionen an der Applikationsstelle über die Pflastergröße hinaus ausbreiten, wenn es Anzeichen für eine intensivere lokale Reaktion (z. B. zunehmende Rötung, Ödem, Papeln, Bläschen) gibt und wenn sich die Symptome nicht innerhalb von 48 Stunden nach Entfernen des Pflasters deutlich verbessern. In diesen Fällen sollte die Behandlung abgebrochen werden (siehe Abschnitt 4.3).
Patienten, die eine Reaktion an der Applikationsstelle entwickeln, welche auf eine allergische Kontaktdermatitis auf Rivastigmin-Pflaster hindeutet und die weiterhin eine Behandlung mit Rivastigmin benötigen, sollte die Umstellung auf Rivastigmin oral nur nach negativem
Allergietest und unter strenger ärztlicher Überwachung erfolgen. Es ist möglich, dass manche Patienten, die durch die Anwendung von Rivastigmin-Pflastern gegenüber Rivastigmin sensibiliert sind, nicht in der Lage sind, Rivastigmin in irgendeiner Form anzuwenden.
Es gibt seltene Berichte nach Markteinführung über Patienten mit allergischer Dermatitis (disseminiert) nach Verabreichung von Rivastigmin, unabhängig von der Art der Anwendung (oral, transdermal). In diesen Fällen sollte die Behandlung abgebrochen werden (siehe Abschnitt 4.3).
Patienten und Pflegepersonal sind entsprechend zu unterweisen.
Dosistitration: Kurz nach einer Dosissteigerung wurden Nebenwirkungen beobachtet, wie z. B. Bluthochdruck und Halluzinationen bei Patienten mit Alzheimer-Demenz bzw. eine Verschlechterung extrapyramidalmotorischer Symptome, insbesondere des Tremors, bei Patienten mit Parkinson-Demenz. Diese Nebenwirkungen können nach einer Dosisreduktion zurückgehen. In anderen Fällen wurde Rivastigmin abgesetzt (siehe Abschnitt 4.8).
Gastrointestinale Störungen wie Übelkeit, Erbrechen und Diarrhö sind dosisabhängig und können besonders zu Beginn der Therapie und/oder bei Dosissteigerung auftreten (siehe Abschnitt 4.8). Diese Nebenwirkungen treten häufiger bei Frauen auf. Patienten, die Krankheitszeichen oder Symptome einer Dehydrierung nach anhaltendem Erbrechen oder Durchfall zeigen, können mit intravenöser Flüssigkeitsgabe und Dosisreduktion oder Absetzen des Arzneimittels versorgt werden, wenn die Dehydrierung erkannt und sofort behandelt wird. Eine Dehydrierung kann schwere Folgen nach sich ziehen.
Patienten mit Alzheimer-Erkrankung verlieren möglicherweise an Gewicht. Cholinesteraseinhibitoren, darunter auch Rivastigmin, wurden mit dem Gewichtsverlust bei diesen Patienten in Zusammenhang gebracht. Während der Behandlung sollte das Gewicht der Patienten überwacht werden.
Im Falle von schwerem Erbrechen unter Behandlung mit Rivastigmin muss eine entsprechende Dosisanpassung erfolgen, wie in Abschnitt 4.2 beschrieben. Einige Fälle von schwerem Erbrechen waren mit einer Ösophagusruptur verbunden (siehe Abschnitt 4.8). Solche Fälle scheinen insbesondere nach Dosissteigerung oder unter hohen Dosen von Rivastigmin aufzutreten.
Eine QT-Verlängerung des Elektrokardiogramms kann bei Patienten auftreten, die mit bestimmten Cholinesterase-Hemmern, einschließlich Rivastigmin, behandelt werden. Rivastigmin kann Bradykardie verursachen, die einen Risikofaktor für das Auftreten von Torsade de Pointes darstellt, vor allem bei Patienten mit Risikofaktoren. Vorsicht ist geboten bei Patienten mit vorbestehender oder familiärer QTc-Verlängerung oder mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Torsade de Pointes; wie zum Beispiel solche mit nicht kompensierter Herzinsuffizienz, kürzlichem Herzinfarkt, Bradyarrhythmien, einer Prädisposition zu Hypokaliämien oder Hypomagnesämien oder mit Begleitmedikation, die bekannterweise zu einer QT-Verlängerung und/oder Torsade de Pointes führt. Eine klinische Überwachung (EKG) kann ebenfalls erforderlich sein (siehe Abschnitt 4.5 und 4.8).
Rivastigmin ist bei Patienten mit Sick-Sinus-Syndrom oder Reizleitungsstörungen (sinuatrialer Block, atrioventrikulärer Block) mit Vorsicht anzuwenden (siehe Abschnitt 4.8).
Rivastigmin kann die Magensäuresekretion erhöhen. Patienten mit floriden Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren oder mit einer Prädisposition für solche Erkrankungen sind mit Vorsicht zu behandeln.
Cholinesterasehemmer sind bei Patienten mit Asthma oder obstruktiven Lungenerkrankungen in der Vorgeschichte nur mit Vorsicht anzuwenden.
Cholinomimetika können Harnstauung und Krampfanfälle auslösen oder verstärken. Vorsicht ist geboten, wenn Patienten mit einer Neigung zu solchen Erkrankungen behandelt werden.
Die Anwendung von Rivastigmin bei Patienten mit schweren Formen von Alzheimer- Demenz oder Parkinson-Demenz, anderen Formen von Demenz oder anderen Formen von Gedächtnisstörungen (z. B. altersbedingter kognitiver Abbau) wurde nicht untersucht. Deshalb wird bei diesen Patientengruppen die Anwendung nicht empfohlen.
Wie andere Cholinomimetika kann Rivastigmin extrapyramidale Symptome verschlimmern oder hervorrufen. Eine Verschlechterung des Zustandes (u. a. Bradykinesie, Dyskinesie, abnormaler Gang) und ein vermehrtes Auftreten oder eine Verstärkung des Tremors wurden bei Patienten mit Parkinson-Demenz beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Dies führte in einigen Fällen zum Absetzen von Rivastigmin (z. B. Absetzen wegen Tremors bei 1,7 % der Patienten unter Rivastigmin gegenüber 0 % unter Placebo). Eine Überwachung dieser Nebenwirkungen wird empfohlen.
Besondere Patientengruppen
Bei Patienten mit klinisch signifikanten Nieren- oder Leberfunktionsstörungen können verstärkt Nebenwirkungen auftreten (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2). Die Empfehlungen zur Dosistitration nach individueller Verträglichkeit müssen genau eingehalten werden. Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz wurden nicht untersucht. Rivastigmin kann in dieser Patientenpopulation angewendet werden, eine engmaschige Überwachung ist erforderlich.
Bei Patienten mit einem Körpergewicht unter 50 kg können verstärkt Nebenwirkungen auftreten, und ein Therapieabbruch wegen Nebenwirkungen ist wahrscheinlicher.
Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Bei trächtigen Tieren überschritten Rivastigmin und/oder dessen Metaboliten die Plazentaschranke. Es ist nicht bekannt, ob dies für Menschen zutrifft. Es liegen keine klinischen Daten über exponierte Schwangere vor. In peri-/postnatalen Studien an Ratten wurde eine verlängerte Tragzeit beobachtet. Rivastigmin darf nicht während der Schwangerschaft verwendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.
Stillzeit
Bei Tieren wird Rivastigmin mit der Muttermilch ausgeschieden. Es ist nicht bekannt, ob Rivastigmin beim Menschen in die Muttermilch übertritt; daher dürfen Patientinnen während einer Behandlung mit Rivastigmin nicht stillen.
Fertilität
Bei Ratten wurden durch Rivastigmin keine Beeinträchtigungen der Fertilität oder Reproduktionsleistung beobachtet (siehe Abschnitt 5.3). Es sind keine Auswirkungen von Rivastigmin auf die Fertilität von Menschen bekannt.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.
Wie wird Rivastigmin dura 3 mg Hartkapseln angewendet?
Dosierung und Art der Anwendung
Die Behandlung ist durch einen Arzt zu beginnen und zu überwachen, der Erfahrung in der Diagnose und Therapie der Alzheimer-Demenz oder der Parkinson-Demenz besitzt. Die Diagnose ist nach den derzeit gültigen Richtlinien zu stellen. Eine Therapie mit Rivastigmin darf nur begonnen werden, wenn eine Bezugsperson zur Verfügung steht, die regelmäßig die Arzneimitteleinnahme des Patienten überwacht.
Dosierung Anfangsdosis
1,5 mg zweimal täglich.
Dosistitration
Die Anfangsdosis beträgt 1,5 mg zweimal täglich. Wenn diese Dosis nach mindestens zweiwöchiger Behandlung gut vertragen wird, kann die Dosis auf 3 mg zweimal täglich erhöht werden. Bei guter Verträglichkeit können weitere Dosissteigerungen auf 4,5 mg und dann 6 mg zweimal täglich erfolgen, wobei die Abstände zwischen den Dosissteigerungen mindestens zwei Wochen betragen sollen.
Falls während der Behandlung Nebenwirkungen (z. B. Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit), Gewichtsverlust oder bei Patienten mit Parkinson- Demenz eine Verschlechterung extrapyramidalmotorischer Symptome (z. B. des Tremors) beobachtet werden, können eine oder mehrere Einzelgaben ausgelassen werden. Bestehen die Nebenwirkungen trotzdem weiter, sollte vorübergehend auf die zuvor gut vertragene Dosierung zurückgegangen oder die Behandlung abgebrochen werden.
Erhaltungsdosis
Die wirksame Dosis beträgt 3 bis 6 mg zweimal täglich; für eine optimale Therapie sollten die Patienten die individuell höchste, noch gut verträgliche Dosis erhalten. Die empfohlene Höchstdosis liegt bei 6 mg zweimal täglich.
Die Erhaltungstherapie kann solange fortgeführt werden, wie der Patient daraus einen therapeutischen Nutzen zieht. Daher sollte der klinische Nutzen von Rivastigmin regelmäßig beurteilt werden, insbesondere bei Patienten, die mit weniger als 3 mg zweimal täglich behandelt werden. Wenn sich nach dreimonatiger Behandlung mit der Erhaltungsdosis die Progression der Demenzsymptomatik nicht günstig entwickelt hat, sollte die Behandlung abgebrochen werden.
Eine Beendigung der Therapie ist auch in Betracht zu ziehen, wenn ein therapeutischer Nutzen nicht mehr nachweisbar ist.
Das Ansprechen auf Rivastigmin kann nicht für jeden Einzelfall vorhergesagt werden. Bei Parkinson-Patienten mit mittelschwerer Demenz wurde jedoch ein größerer Behandlungseffekt gesehen, ebenso bei Parkinson-Patienten mit visuellen Halluzinationen (siehe Abschnitt 5.1).
Der Erfolg der Behandlung wurde in placebokontrollierten Studien nicht über 6 Monate hinaus untersucht.
Wiederaufnahme der Behandlung
Wenn die Behandlung länger als drei Tage unterbrochen wurde, sollte sie mit einer Dosis von zweimal täglich 1,5 mg wieder aufgenommen werden. Anschließend sollte die Dosistitration wie oben angegeben erfolgen.
Nieren- und Leberinsuffizienz
Bei Patienten mit einer leicht bis mittelschwer eingeschränkten Nieren- oder Leberfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich. Aufgrund der erhöhten Plasmaspiegel in diesen Patientengruppen sollten jedoch die Empfehlungen zur Dosistitration nach individueller Verträglichkeit genau eingehalten werden, da bei Patienten mit klinisch signifikanten Nieren- oder Leberfunktionsstörungen verstärkt dosisabhängige Nebenwirkungen auftreten können. Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz wurden nicht untersucht. Rivastigmin Hartkapseln können jedoch bei dieser Patientengruppe unter engmaschiger Überwachung angewendet werden (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
Kinder und Jugendliche
Es gibt im Anwendungsgebiet Alzheimer-Demenz keinen relevanten Nutzen von Rivastigmin dura bei Kindern und Jugendlichen.
Art der Anwendung
Rivastigmin sollte zweimal täglich, mit dem Frühstück und dem Abendessen, eingenommen werden. Die Kapseln sollen im Ganzen geschluckt werden.
Überdosierung
Symptome
In den meisten Fällen unbeabsichtigter Überdosierung traten keine klinischen Anzeichen oder Symptome auf, und fast alle Patienten setzten die Behandlung mit Rivastigmin fort.
Es wurde eine cholinerge Toxizität mit muskarinischen Symptomen berichtet, die mit moderaten Vergiftungserscheinungen wie Miosis, Hitzegefühl, Verdauungsstörungen einschließlich Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, Bradykardie, Bronchospasmus und erhöhter Bronchialsekretionen, Hyperhidrose, unfreiwilligem Wasserlassen und/oder Stuhlgang, Tränenfluss, Hypotonie und vermehrtem Speichelfluss einherging.
In schwereren Fällen können nikotinerge Effekte entwickelt werden, wie Muskelschwäche, Faszikulationen, Krampfanfälle und Atemstillstand mit möglichem tödlichen Ausgang. Darüber hinaus gab es nach der Markteinführung Fälle von Schwindel, Tremor, Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Bluthochdruck, Halluzinationen und Unwohlsein.
Behandlung
Da Rivastigmin eine Plasmahalbwertszeit von etwa 1 Stunde hat und die Acetylcholinesterase über einen Zeitraum von etwa 9 Stunden hemmt, wird für den Fall einer asymptomatischen Überdosierung empfohlen, in den folgenden 24 Stunden die weitere Einnahme von Rivastigmin auszusetzen. Bei Überdosierung mit schwerer Übelkeit und Erbrechen ist die Gabe von Antiemetika zu erwägen. Ggf. sollte bei anderen unerwünschten Reaktionen symptomatisch behandelt werden.
Bei massiver Überdosierung kann Atropin verabreicht werden. Initial werden 0,03 mg/kg Atropinsulfat intravenös empfohlen; weitere Dosen sollten nach der klinischen Reaktion bemessen werden. Die Verwendung von Scopolamin als Antidot ist nicht zu empfehlen.
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Welche Nebenwirkungen hat Rivastigmin dura 3 mg Hartkapseln?
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Aufgrund seiner Hemmwirkung auf die Cholinesterase kann Rivastigmin während einer Anästhesie die Wirkungen von Muskelrelaxantien vom Succinylcholintyp verstärken. Vorsicht ist geboten bei der Auswahl von Anästhetika. Mögliche Dosisanpassungen oder eine zeitweilige Unterbrechung der Behandlung können gegebenenfalls in Betracht gezogen werden.
Aufgrund seiner pharmakodynamischen Wirkungen und möglicher additiver Effekte sollte Rivastigmin nicht zusammen mit anderen Cholinomimetika gegeben werden. Ein Einfluss von Rivastigmin auf die Wirkung von Anticholinergika kann nicht ausgeschlossen werden (z. B. Oxybutynin, Tolterodin).
Es wurde über additive Effekte berichtet, die bei kombiniertem Gebrauch von verschiedenen Betablockern (einschließlich Atenolol) und Rivastigmin zu Bradykardie führen (die möglicherweise eine Synkope zur Folge haben kann). Kardiovaskuläre Betablocker werden mit dem höchsten Risiko assoziiert, es wurde in diesem Zusammenhang aber auch über Patienten berichtet, die andere Betablocker verwenden. Es ist daher Vorsicht geboten, wenn Rivastigmin zusammen mit Betablockern und auch mit anderen Bradykardie-auslösenden Mitteln (z. B. Klasse-III Antiarrhythmika, Kalziumkanalantagonisten, Digitalis-Glykosid, Pilocarpin) angewendet wird.
Da Bradykardie ein Risikofaktor für das Auftreten von Torsade de Pointes ist, sollte die Kombination von Rivastigmin mit anderen QT-Verlängerung- oder Torsade de Pointes- induzierenden Arzneimitteln wie Antipsychotika z. B. einige Phenothiazine (Chlorpromazin, Levomepromazin), Benzamide (Sulpirid, Sultoprid, Amisulprid, Tiaprid, Veraliprid), Pimozid, Haloperidol, Droperidol, Cisaprid, Citalopram, Diphemanil, Erythromycin i.v., Halofantrin, Mizolastin, Methadon, Pentamidin und Moxifloxacin, mit Vorsicht beobachtet werden und es könnte eine klinische Überwachung (EKG) ebenfalls erforderlich sein.
In Studien an gesunden Probanden wurden keine pharmakokinetischen Wechselwirkungen zwischen Rivastigmin und Digoxin, Warfarin, Diazepam oder Fluoxetin beobachtet. Die unter Warfarin verlängerte Prothrombinzeit wird von Rivastigmin nicht beeinflusst. Nach gleichzeitiger Gabe von Digoxin und Rivastigmin wurden keine unerwünschten Wirkungen auf die kardiale Erregungsleitung beobachtet.
Aufgrund der Art des Abbaus im Körper erscheinen metabolische Arzneimittelwechselwirkungen unwahrscheinlich, obwohl Rivastigmin möglicherweise den durch Butyrylcholinesterase vermittelten Abbau anderer Arzneimittel hemmt.
Nebenwirkungen
Zusammenfassung des Sicherheitsprofiles
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen sind gastrointestinaler Art, wie Übelkeit (38%) und Erbrechen (23%), insbesondere während der Titrationsphase. Weibliche Patienten zeigten sich in den klinischen Studien empfindlicher in Bezug auf gastrointestinale Nebenwirkungen und Gewichtsverlust als männliche.
Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen
Die Nebenwirkungen in Tabelle 1 und Tabelle 2 sind gemäß MedDRA Systemorganklassen
und Häufigkeitskategorien aufgelistet. Die Häufigkeitskategorien entsprechen folgender Konvention: Sehr häufig (≥ 1/10); Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10); Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100); Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000); Sehr selten (< 1/10.000); Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Die in der folgenden Tabelle 1 aufgeführten Nebenwirkungen sind bei Patienten mit Alzheimer-Demenz aufgetreten, die mit Rivastigmin behandelt wurden.
Tabelle 1
Infektionen und parasitäre Erkrankungen
| Sehr selten | Harnwegsinfektion |
| Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen | |
| Sehr häufig | Appetitlosigkeit |
| Häufig | Verminderter Appetit |
| Nicht bekannt | Dehydration |
| Psychiatrische Erkrankungen | |
| Häufig | Albträume, Agitiertheit, Verwirrtheit, Angstgefühle |
| Gelegentlich | Schlaflosigkeit, Depression |
| Sehr selten | Halluzinationen |
| Nicht bekannt | Aggression, Ruhelosigkeit |
| Erkrankungen des Nervensystems | |
| Sehr häufig | Schwindel |
| Häufig | Kopfschmerzen, Somnolenz, Tremor |
| Gelegentlich | Synkope |
| Selten | Krampfanfälle |
| Sehr selten | Extrapyramidale Symptome (einschließlich |
| Verschlechterung einer Parkinson-Krankheit) | |
| Nicht bekannt | Pleurothotonus (Pisa-Syndrom) |
| Herzerkrankungen | |
| Selten | Angina pectoris |
| Sehr selten | Herzrhythmusstörungen (z. B. Bradykardie, AV- |
| Block, Vorhofflimmern und Tachykardie) | |
| Nicht bekannt | Sick-Sinus-Syndrom |
| Gefäßerkrankungen | |
| Sehr selten | Hypertonie |
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | |
| Sehr häufig | Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö |
| Häufig | Bauchschmerzen und Dyspepsie |
| Selten | Magen- und Duodenalulzera |
| Sehr selten | Gastrointestinale Blutungen, Pankreatitis |
| Nicht bekannt | Einige Fälle von schwerem Erbrechen waren mit einer |
| Ösophagusruptur verbunden (siehe Abschnitt 4.4). | |
| Leber- und Gallenerkrankungen | |
| Gelegentlich | Erhöhte Leberfunktionswerte |
| Nicht bekannt | Hepatitis |
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes | |
| Häufig | Hyperhidrose |
| Selten | Hautausschlag |
| Nicht bekannt | Pruritus, allergische Dermatitis (disseminiert) |
| Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort | |
| Häufig | Müdigkeit und Asthenie, Unwohlsein |
| Gelegentlich | Stürze |
| Untersuchungen | |
| Häufig | Gewichtsverlust |
Folgende weitere Nebenwirkungen wurden mit Rivastigmin transdermalen Pflastern beobachtet: Delirium, Fieber, verminderter Appetit, Harninkontinenz (häufig), psychomotorische Überaktivität (gelegentlich), Erythem, Urtikaria, Hautbläschen, allergische Dermatitis (nicht bekannt).
Tabelle 2 zeigt Nebenwirkungen, die in klinischen Studien berichtet wurden, die speziell bei mit Rivastigmin-Kapseln behandelten Patienten mit Parkinson-Demenz auftraten.
Tabelle 2
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
| Häufig | Verminderter Appetit, Dehydration |
| Psychiatrische Erkrankungen | |
| Häufig | Schlaflosigkeit, Angst, Ruhelosigkeit, visuelle |
| Halluzinationen, Depression | |
| Nicht bekannt | Aggression |
| Erkrankungen des Nervensystems | |
| Sehr häufig | Tremor |
| Häufig | Schwindel, Somnolenz, Kopfschmerzen, |
| Verschlechterung einer Parkinson-Krankheit, | |
| Bradykinesie, Dyskinesie, Hypokinesie, | |
| Zahnradphänomen | |
| Gelegentlich | Dystonie |
| Nicht bekannt | Pleurothotonus (Pisa-Syndrom) |
| Herzerkrankungen | |
| Häufig | Bradykardie |
| Gelegentlich | Vorhofflimmern, AV-Block |
| Nicht bekannt | Sick-Sinus-Syndrom |
| Gefäßerkrankungen | |
| Häufig: | Hypertension |
| Gelegentlich: | Hypotension |
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | |
| Sehr häufig | Übelkeit, Erbrechen |
| Häufig | Diarrhö, Bauchschmerzen und Dyspepsie, |
| gesteigerte Speicheldrüsensekretion | |
| Leber- und Gallenerkrankungen | |
| Nicht bekannt | Hepatitis |
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes | |
| Häufig | Hyperhidrose |
| Nicht bekannt | Allergische Dermatitis (disseminiert) |
| Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort | |
| Sehr häufig | Stürze |
| Häufig | Müdigkeit und Asthenie, Gangstörungen, |
| Parkinson-Gangart |
In einer Studie an Patienten mit Parkinson-Demenz unter Behandlung mit Rivastigmin transdermalen Pflastern wurden folgende weitere Nebenwirkungen beobachtet: Agitation (häufig).
In Tabelle 3 sind die Anzahl und der Prozentsatz an Patienten aus der klinischen Studie über 24 Wochen mit Rivastigmin an Patienten mit Parkinson-Demenz aufgelistet, bei denen vorher definierte Nebenwirkungen auftraten, die eine Verschlechterung der Parkinson- Symptomatik widerspiegeln können.
Tabelle 3
| Vordefinierte Nebenwirkungen, die Ausdruck einer | ||
| Verschlechterung von Parkinson-Symptomen bei | Rivastigmin | Placebo |
| Patienten mit Parkinson-Demenz sein können | n (%) | n (%) |
| Gesamtzahl untersuchter Patienten | 362 (100) | 179 (100) |
| Gesamtzahl der Patienten mit vordefinierten | (27,3) | (15,6) | ||
| Nebenwirkung(en) | ||||
| Tremor | (10,2) | (3,9) | ||
| Sturz | 21 (5,8) | 11 (6,1) | ||
| Parkinson-Krankheit (Verschlechterung) | 12 (3,3) | (1,1) | ||
| Gesteigerte Speicheldrüsensekretion | (1,4) | |||
| Dyskinesie | (1,4) | (0,6) | ||
| Parkinsonismus | (2,2) | (0,6) | ||
| Hypokinesie | (0,3) | |||
| Bewegungsstörung | (0,3) | |||
| Bradykinesie | (2,5) | (1,7) | ||
| Dystonie | (0,8) | (0,6) | ||
| Abnormer Gang | (1,4) | |||
| Muskelstarre | (0,3) | |||
| Gleichgewichtsstörung | (0,8) | (1,1) | ||
| Skelettmuskelsteife | (0,8) | |||
| Rigor | (0,3) | |||
| Motorische Störungen | (0,3) |
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko- Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de, anzuzeigen.
Wie ist Rivastigmin dura 3 mg Hartkapseln aufzubewahren?
3 Jahre
Weitere Informationen zu Rivastigmin dura 3 mg Hartkapseln
Rivastigmin dura 1,5 mg Hartkapseln
Jede Kapsel enthält Rivastigmin[(R,R)-tartrat] (Rivastigminhydrogentartrat) entsprechend 1,5 mg Rivastigmin.
Rivastigmin dura 3 mg Hartkapseln
Jede Kapsel enthält Rivastigmin[(R,R)-tartrat] (Rivastigminhydrogentartrat) entsprechend 3 mg Rivastigmin.
Rivastigmin dura 4,5 mg Hartkapseln
Jede Kapsel enthält Rivastigmin[(R,R)-tartrat] (Rivastigminhydrogentartrat) entsprechend 4,5 mg Rivastigmin.
Rivastigmin dura 6 mg Hartkapseln
Jede Kapsel enthält Rivastigmin[(R,R)-tartrat] (Rivastigminhydrogentartrat) entsprechend 6 mg Rivastigmin.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/DATUM DER VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 7. Dezember 2010 Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 17. März 2015
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.



