Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
Fampridin Rontis ist ein Arzneimittel, das zur Verbesserung der Gehfähigkeit von erwachsenen Patienten (18 Jahre und älter) bei Gehbehinderung im Zusammenhang mit Multipler Sklerose (MS) angewendet wird.
- Wirkstoff(e)
- Fampridin
- Zulassungsinhaber
- Rontis Hellas Medical and Pharmaceutical Products S.A.
- Abgabestatus
- Apothekenpflichtig
- ATC Code
- N07XX07
Diese Zusammenfassung ersetzt nicht die Packungsbeilage und keine ärztliche Beratung.
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Gebrauchsinformation
Wofür wird Fampridin Rontis 10 mg Retardtabletten angewendet?
Fampridin Rontis ist ein Arzneimittel, das zur Verbesserung der Gehfähigkeit von erwachsenen
Patienten (18 Jahre und älter) bei Gehbehinderung im Zusammenhang mit Multipler Sklerose (MS)
angewendet wird. Bei Multipler Sklerose wird der Schutzmantel, der die Nerven umgibt, durch eine Entzündung zerstört, was Muskelschwäche, Muskelversteifung und Schwierigkeiten beim
Gehen zur Folge hat.
Fampridin Rontis enthält den Wirkstoff Fampridin, der zu einer Gruppe von Arzneimitteln gehört,
die als Kaliumkanalblocker bezeichnet werden. Diese Arzneimittel verhindern den Austritt von
Kalium aus den durch MS geschädigten Nervenzellen. Es wird angenommen, dass dieses Arzneimittel wirkt, indem es die Signalübertragung durch die Nerven normalisiert, so dass Sie besser gehen können.
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Was ist vor der Einnahme von Fampridin Rontis 10 mg Retardtabletten zu beachten?
Fampridin Rontis darf nicht eingenommen werden,
- wenn Sie allergisch gegen Fampridin oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,
-
wenn Sie einen Krampfanfall haben oder schon einmal einen Krampfanfall hatten (auch als
Anfall oder Schüttelkrampf bezeichnet), - wenn Ihr Arzt oder das Pflegepersonal Ihnen mitgeteilt hat, dass Sie mittelschwere oder schwere Nierenprobleme haben,
- wenn Sie ein Arzneimittel mit dem Wirkstoff Cimetidin einnehmen,
- wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, die Fampridin enthalten. Dies kann das Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen erhöhen.
Informieren Sie Ihren Arzt und nehmen Sie Fampridin Rontis nicht ein, wenn einer der oben aufgeführten Punkte auf Sie zutrifft.
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Fampridin Rontis einnehmen:
- wenn Sie Ihren Herzschlag (Herzklopfen) spüren,
- wenn Sie anfällig für Infektionen sind.
- wenn Ihnen von einem Arzt mitgeteilt wurde, dass Sie leichte Nierenprobleme haben.
- wenn in Ihrer medizinischen Vorgeschichte allergische Reaktionen aufgetreten sind.
-
wenn Sie Risikofaktoren haben oder Arzneimittel einnehmen, die sich auf das Risiko von
Krampfanfällen auswirken,
Sie sollten bei Bedarf eine Gehhilfe, z.B. einen Stock, benutzen, da dieses Arzneimittel dazu führen kann, dass Sie sich schwindlig oder unsicher fühlen. Das kann zu einem erhöhten Sturzrisiko führen.
Informieren Sie Ihren Arzt bevor Sie Fampridin Rontis einnehmen, wenn einer der oben aufgeführten Punkte auf Sie zutrifft.
Kinder und Jugendliche
Geben Sie Fampridin Rontis nicht Kindern oder Jugendlichen unter 18 Jahren.
Ältere Patienten
Vor Behandlungsbeginn und während der Behandlung sollte Ihr Arzt Ihre Nierenfunktion überprüfen.
Einnahme von Fampridin Rontis zusammen mit anderen Arzneimitteln
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen.
Sie dürfen Fampridin Rontis nicht einnehmen, wenn Sie andere Arzneimittel, die Fampridin enthalten, einnehmen.
Andere Arzneimittel mit Einfluss auf die Nierenfunktion
Ihr Arzt wird besonders vorsichtig sein, wenn Fampridin zusammen mit anderen Arzneimitteln angewendet wird, die Einfluss auf die Ausscheidung von Arzneimitteln über die Nieren haben können, wie beispielsweise Carvedilol, Propranolol und Metformin.
Schwangerschaft und Stillzeit
Wenn Sie schwanger sind oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.
Die Anwendung von Fampridin Rontis während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen.
Ihr Arzt wird den Nutzen Ihrer Behandlung mit Fampridin Rontis gegen das Risiko für Ihr Baby abwägen.
Sie sollten während der Behandlung mit diesem Arzneimittel nicht stillen.
Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Fampridin Rontis kann die Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen. Es kann Schwindelgefühl hervorrufen. Vergewissern Sie sich, dass Sie nicht davon betroffen sind, bevor Sie ein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen.
Wie wird Fampridin Rontis 10 mg Retardtabletten angewendet?
Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.
Fampridin Rontis ist verschreibungspflichtig und die Behandlung muss durch einen in der
Behandlung von MS erfahrenen Arzt überwacht werden.
Ihr Arzt wird Ihnen zunächst ein Rezept für 2 bis 4 Wochen ausstellen. Nach 2 bis 4 Wochen wird die Behandlung erneut beurteilt.
Die empfohlene Dosis beträgt eine Tablette morgens und eine Tablette abends (im Abstand von 12 Stunden). Nehmen Sie nicht mehr als zwei Tabletten pro Tag ein. Sie müssen zwischen der
Einnahme der Tabletten immer einen Abstand von 12 Stunden einhalten. Nehmen Sie die Tabletten nicht häufiger als alle 12 Stunden ein.
Fampridin Rontis ist zum Einnehmen.
Schlucken Sie die Tablette im Ganzen mit Wasser. Die Tablette darf nicht geteilt, zerdrückt, aufgelöst, gelutscht oder gekaut werden. Dies kann das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen.
Dieses Arzneimittel sollte auf nüchternen Magen, nicht zusammen mit Nahrungsmitteln, eingenommen werden.
Wenn Sie eine größere Menge von Fampridin Rontis eingenommen haben, als Sie sollten
Wenden Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt, wenn Sie zu viele Tabletten eingenommen haben. Nehmen Sie die Fampridin Rontis-Packung mit zum Arzt.
Im Fall einer Überdosierung können Sie Schweißausbrüche, leichtes Zittern (Tremor), Verwirrtheit, Gedächtnisverlust (Amnesie) und Krampfanfälle bemerken. Sie können auch andere
Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht aufgeführt sind.
Wenn Sie die Einnahme von Fampridin Rontis vergessen haben
Wenn Sie die Einnahme einer Tablette vergessen haben, nehmen Sie nicht als Ausgleich für die verpasste Dosis zwei Tabletten gleichzeitig ein. Sie müssen zwischen der Einnahme der Tabletten immer einen Abstand von 12 Stunden einhalten.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
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Welche Nebenwirkungen hat Fampridin Rontis 10 mg Retardtabletten?
Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Wenn Sie einen Krampfanfall haben, setzen Sie Fampridin Rontis sofort ab und informieren Sie umgehend Ihren Arzt.
Wenn Sie unter einem oder mehreren der folgenden allergischen (Überempfindlichkeits-) Symptomen leiden: Schwellungen von Gesicht, Mund, Lippen, Hals oder Zunge, Rötung oder Jucken der Haut, Engegefühl in der Brust oder Atemprobleme, setzen Sie Fampridin Rontis sofort
ab und suchen Sie umgehend Ihren Arzt auf.
Nebenwirkungen sind nachfolgend nach Häufigkeit aufgeführt:
Sehr häufige Nebenwirkungen (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)
Harnwegsinfektion.
Häufige Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)
- Gefühl des Schwankens,
- Schwindelgefühl,
- Drehschwindel (Vertigo)
- Kopfschmerzen,
- Schwäche- und Müdigkeitsgefühl,
- Schlafstörungen,
- Angst,
- leichtes Zittern (Tremor),
- Taubheit oder Kribbeln der Haut,
- Halsschmerzen,
- Erkältung (Nasopharyngitis),
- Grippe (Influenza),
- Virusinfektion
- Atemschwierigkeiten (Kurzatmigkeit),
- Übelkeit,
- Erbrechen,
- Verstopfung,
- Magenverstimmung,
- Rückenschmerzen,
- spürbarer Herzschlag (Herzklopfen).
Gelegentliche Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)
- Krampfanfälle,
- allergische Reaktion (Überempfindlichkeit),
- Schwere Allergie (anaphylaktische Reaktion),
- Anschwellen von Gesicht, Lippen, Mund oder Zunge (Angioödem),
- Neues Auftreten oder Verschlimmerung von Nervenschmerzen im Gesicht (Trigeminusneuralgie),
- hohe Herzfrequenz (Herzrasen),
- Schwindelgefühl oder Bewusstlosigkeit (Hypotonie),
- Ausschlag/juckender Ausschlag (Urtikaria),
- Brustkorbbeschwerden.
Meldung von Nebenwirkungen
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.
Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und
Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website:
www.bfarm.de anzeigen.
Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.
Wie ist Fampridin Rontis 10 mg Retardtabletten aufzubewahren?
Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.
Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Blisterpackung nach „verwendbar bis“ bzw. „verw. bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das
Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z.B. nicht über die Toilette oder das
Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden Sie unter www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.
Weitere Informationen zu Fampridin Rontis 10 mg Retardtabletten
Was Fampridin Rontis enthält
-
Der Wirkstoff ist Fampridin.
Jede Retardtablette enthält 10 mg Fampridin. - Die sonstigen Bestandteile sind:
Beginn und Beurteilung der Behandlung mit Fampridin Rontis
- Die Erstverordnung sollte auf zwei bis vier Wochen Therapie begrenzt sein, da ein klinischer Behandlungserfolg im Allgemeinen innerhalb von zwei bis vier Wochen nach Behandlungsbeginn mit Fampridin Rontis erkennbar sein sollte.
-
Zur Beurteilung der Verbesserung nach zwei bis vier Wochen wird die Bewertung der
Gehfähigkeit, z.B. durch die Durchführung des Timed 25 Foot Walk-Tests (T25FW) oder die Anwendung der Bewertungsskala MSWS-12 (Twelve Item Multiple Sclerosis Walking Scale) empfohlen. Wenn keine Verbesserung beobachtet wird, sollte Fampridin Rontis abgesetzt werden. - Fampridin Rontis sollte abgesetzt werden, wenn Patienten keine positive Wirkung berichten.
Wiederholte Beurteilung der Behandlung mit Fampridin Rontis
Wenn der Arzt beobachtet, dass sich die Gehfähigkeit wieder verschlechtert, sollte er eine Unterbrechung der Behandlung in Betracht ziehen und die Wirkung von Fampridin Rontis erneut bewerten (siehe oben). Die Neubewertung sollte ein Absetzen von Fampridin Rontis und eine Beurteilung der Gehfähigkeit umfassen. Fampridin Rontis sollte abgesetzt werden, wenn Patienten keine weiteren positiven Wirkungen auf das Gehen erfahren.
Versäumte Dosis
Das empfohlene Dosierschema sollte immer eingehalten werden. Wenn eine Dosis versäumt wird, darf keine doppelte Dosis eingenommen werden.
Ältere Patienten
Bei älteren Patienten sollte vor Beginn der Behandlung mit Fampridin Rontis die Nierenfunktion
überprüft werden. Zur Erkennung einer etwaigen Nierenfunktionsstörung wird bei älteren Patienten eine laufende Kontrolle der Nierenfunktion empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).
Patienten mit Nierenfunktionsstörung
Fampridin Rontis ist bei Patienten mit leichter, mittelschwerer und schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance <80 ml/min) kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Patienten mit Leberfunktionsstörung
Bei Patienten mit Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung notwendig.
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Fampridin bei Kindern im Alter von 0 bis 18 Jahren ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der Anwendung
Fampridin Rontis ist zum Einnehmen.
Die Tablette muss im Ganzen geschluckt werden. Sie darf nicht geteilt, zerdrückt, aufgelöst, gelutscht oder zerkaut werden.
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.


