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Medikamente

Diaphin 5.000 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Diaphin 5.000 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
Inhalt
  1. Was ist es und wofür wird es verwendet?
  2. Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?
  3. Wie wird es angewendet?
  4. Was sind mögliche Nebenwirkungen?
  5. Wie soll es aufbewahrt werden?
  6. Weitere Informationen

Das Wichtigste in Kürze

Diaphin ist zur Behandlung einer schweren Opioid-Abhängigkeit bei Erwachsenen nach Vollendung des 18. Lebensjahres bestimmt. In den ersten sechs Monaten der Behandlung mit Diaphin müssen Maßnahmen der psychosozialen Betreuung stattfinden.

Wirkstoff(e)
Diamorphin
Zulassungsinhaber
H e x a l Aktiengesellschaft
Abgabestatus
Apothekenpflichtig
ATC Code
N07BC

Diese Zusammenfassung ersetzt nicht die Packungsbeilage und keine ärztliche Beratung.

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Gebrauchsinformation

Wofür wird Diaphin 5.000 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung angewendet?

Diaphin ist zur Behandlung einer schweren Opioid-Abhängigkeit bei Erwachsenen nach Vollendung des

18. Lebensjahres bestimmt. In den ersten sechs Monaten der Behandlung mit Diaphin müssen Maßnahmen der psychosozialen Betreuung stattfinden.

Die aktuell gültigen Bestimmungen der Betäubungsmittelverschreibungsverordnung (BtMVV) hinsichtlich einer Diamorphin-Therapie sind zu beachten.

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Was ist vor der Einnahme von Diaphin 5.000 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung zu beachten?

Diaphin darf nicht angewendet werden

  • wenn Sie allergisch gegen Diamorphinhydrochlorid-Monohydrat sind
  • wenn Sie an einer schweren chronisch-obstruktiven Atemwegserkrankung leiden
  • bei Krankheitszuständen, bei denen eine schwere Störung des Atemzentrums und der Atemfunktion mit Sauerstoffmangel und/oder erniedrigtem Kohlendioxid-Partialdruck im Blut vorliegt (Atemdepression mit Hypoxie und Hyperkapnie)
  • bei schwerem Bronchialasthma
  • wenn Sie an unklaren akuten schmerzhaften Bauchbeschwerden leiden
  • wenn Sie einen Darmverschluss haben

Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren darf Diaphin nicht angewendet werden, da keine Daten vorliegen. Die Behandlung mit Diamorphin darf nur in Einrichtungen mit entsprechender Erlaubnis durchgeführt werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie Diaphin anwenden. Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Diaphin ist erforderlich bei

  • Leber- und Nierenerkrankungen
  • Unterfunktion der Nebennierenrinde (Nebenniereninsuffizienz)
  • Bewusstseinsstörungen
  • Krankheitszuständen, bei denen eine Störung des Atemzentrums und der Atemfunktion vorliegt bzw. vermieden werden muss
  • Kopf- oder Hirnverletzungen oder Zuständen mit erhöhtem Hirndruck
  • Kopf- und Bauchschmerzen unbekannter Ursache
  • Druckbelastung des Herzens durch erhöhten Druck im Lungenkreislauf (Cor pulmonale)
  • Mehrfachabhängigkeit von verschiedenen Suchtmitteln (z. B. Kokain) sowie bei Entzug von Alkohol, Benzodiazepinen, Barbituraten und von weiteren auf die Psyche wirkenden Substanzen (mögliche Erhöhung des Risikos für Epilepsie oder Krampfanfälle)
  • Einnahme von Arzneimitteln gegen Depressionen oder die Parkinson-Krankheit (Monoaminoxidase-Hemmer [MAO-Hemmer]) (siehe unten und Abschnitt „Anwendung von Diaphin zusammen mit anderen Arzneimitteln“)
  • niedrigem Blutdruck aufgrund von Flüssigkeitsmangel
  • vergrößerter Prostata
  • Harnwegsverengungen oder Koliken der Harnwege
  • Gallenwegserkrankungen
  • entzündlichen oder den Darm einengenden Erkrankungen
  • Verdacht auf verzögerte Magen-Darm-Passage
  • Vorliegen eines speziellen Tumors der Nebenniere (Phäochromozytom)
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse
  • Unterfunktion der Schilddrüse
  • Hauterkrankung infolge bestimmter Schilddrüsenerkrankungen (Myxödem)
  • Epilepsie oder Neigung zu Krampfanfällen

Da sich der Körper sehr rasch an erhöhten oder verminderten Diamorphinkonsum gewöhnt, besteht bereits nach wenigen Tagen Abstinenz bei erneuter Injektion der üblichen Diamorphindosis die Gefahr einer Überdosierung.

Gewöhnung, Abhängigkeit und Sucht

Dieses Arzneimittel enthält Diamorphin, bei dem es sich um ein Opioid handelt. Es kann zu Abhängigkeit und/oder Sucht führen.

Dieses Arzneimittel enthält Diamorphin, bei dem es sich um ein Opioid-Arzneimittel handelt. Die wiederholte Anwendung von Opioiden kann dazu führen, dass das Arzneimittel weniger wirksam ist (d. h., Sie gewöhnen sich an das Arzneimittel, was als Toleranz bezeichnet wird). Die wiederholte Anwendung von Diaphin kann auch zu Abhängigkeit, Missbrauch und Sucht führen, was wiederum zu einer lebensbedrohlichen Überdosierung führen kann.

Abhängigkeit oder Sucht können dazu führen, dass Sie das Gefühl haben, nicht mehr die Kontrolle darüber zu besitzen, wie viel Arzneimittel Sie anwenden müssen oder wie oft die Anwendung erfolgen muss.

Das Risiko, abhängig oder süchtig zu werden, ist von Person zu Person unterschiedlich. Möglicherweise besteht bei Ihnen ein höheres Risiko, von Diaphin abhängig zu werden oder eine Sucht nach Diaphin zu entwickeln, wenn:

  • Sie oder eine Person Ihrer Familie schon einmal Alkohol, verschreibungspflichtige Arzneimittel oder illegale
    Drogen missbräuchlich angewendet haben oder davon abhängig waren („Sucht“).
  • Sie Raucher sind.
  • Sie schon einmal Probleme mit Ihrer Stimmung (Depression, Angst oder eine Persönlichkeitsstörung) hatten oder von einem Psychiater wegen anderer psychischer Erkrankungen behandelt wurden.

Wenn Sie während der Anwendung von Diaphin eines der folgenden Anzeichen bemerken, könnte dies darauf hindeuten, dass Sie abhängig oder süchtig geworden sind:

  • Sie müssen dieses Arzneimittel länger anwenden, als Ihnen von Ihrem Arzt empfohlen wurde.
  • Sie müssen mehr als die empfohlene Dosis anwenden.
  • Sie wenden dieses Arzneimittel aus anderen als den Gründen an, wegen denen es Ihnen verschrieben wurde, z. B.,
    „um ruhig zu bleiben“ oder „um schlafen zu können“.
  • Sie haben wiederholt erfolglos versucht, die Anwendung dieses Arzneimittels aufzugeben oder zu kontrollieren.
  • Wenn Sie die Anwendung dieses Arzneimittels abbrechen, fühlen Sie sich unwohl und fühlen sich besser, wenn
    Sie dieses Arzneimittel erneut anwenden („Entzugserscheinungen“).

Wenn Sie eines dieser Anzeichen bemerken, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um den besten Behandlungsweg für Sie zu

besprechen, einschließlich der Frage, wann es angezeigt ist, die Behandlung abzubrechen, und wie die Behandlung sicher beendet werden kann (siehe Abschnitt 3 unter „Wenn Sie die Anwendung von Diaphin abbrechen“).

Die bedeutsamste Gefährdung einer Überdosierung von Opioiden ist eine Abflachung und Verlangsamung der Atmung (Atemdepression).

Schlafbezogene Atmungsstörungen

Diaphin kann schlafbezogene Atmungsstörungen wie Schlafapnoe (Atemaussetzer während des Schlafs) und schlafbezogene Hypoxämie (niedriger Sauerstoffgehalt im Blut) verursachen. Zu den Symptomen können Atemaussetzer während des Schlafs, nächtliches Aufwachen aufgrund von Kurzatmigkeit, Durchschlafstörungen oder übermäßige Schläfrigkeit während des Tages gehören. Wenn Sie oder eine andere Person diese Symptome beobachten, wenden Sie sich an Ihren Arzt. Ihr Arzt kann eine Dosisreduzierung in Erwägung ziehen.

Diaphin kann, wie andere Opioide, die normale Produktion von Hormonen im Körper, wie z. B. Hydrocortison, Prolaktin oder Sexualhormone, beeinträchtigen, insbesondere wenn Sie Diaphin über lange Zeiträume angewendet haben. Zu den Wirkungen dieser hormonellen Veränderungen können Übelkeit oder Erbrechen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Schwäche, Schwindelgefühl, niedriger Blutdruck, Unfruchtbarkeit oder verminderte Libido gehören. Darüber hinaus können bei weiblichen Patienten Veränderungen des Menstruationszyklus auftreten, während bei männlichen Patienten Impotenz oder eine Vergrößerung der Brust auftreten können. Wenn Sie eines dieser Anzeichen bemerken, sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Opioide können Krämpfe (Spasmen) des Schließmuskels am Ausgang der Gallenwege (Sphinkter Oddi) verursachen. Dadurch wird das Risiko für Beschwerden im Bereich der Gallenwege und eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) erhöht.

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken

Die Anwendung des Arzneimittels Diaphin kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Anwendung von Diaphin zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie neben Diaphin noch weitere, auf die Psyche wirkende Substanzen einnehmen und an anderen Krankheiten oder Allergien leiden.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie Folgendes eingenommen/angewendet haben oder einnehmen/anwenden:

  • andere Opioide
  • Schlaf- und Narkosemittel
  • Beruhigungsmittel (wie z. B. Benzodiazepine)
  • Gabapentin oder Pregabalin zur Behandlung von Epilepsie oder Schmerzen aufgrund von Nervenproblemen (neuropathischen Schmerzen)
  • Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmern [SSRI], Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern [SNRI] und trizyklische Antidepressiva)
  • Arzneimittel zur Behandlung von Allergien, Reisekrankheit oder Übelkeit (Antihistaminika oder Antiemetika)
  • Arzneimittel zur Behandlung psychiatrischer Erkrankungen (Antipsychotika oder Neuroleptika wie z. B. Phenothiazine)
  • Cimetidin (ein Arzneimittel zur Hemmung der Magensäureproduktion)
  • Muskelrelaxanzien
  • Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen oder der Parkinson-Krankheit (MAO-Hemmer) oder innerhalb von 2 Wochen nach deren Absetzen

Die gleichzeitige Anwendung von Diaphin und Beruhigungsmitteln wie Benzodiazepine oder verwandte Arzneimittel erhöht das Risiko für Schläfrigkeit, Atembeschwerden (Atemdepression), Koma und kann lebensbedrohlich sein. Aus diesem Grund sollte die gleichzeitige Anwendung nur in Betracht gezogen werden, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt.

Wenn Ihr Arzt jedoch Diaphin zusammen mit sedierenden Arzneimitteln verschreibt, sollten die Dosis und die Dauer der begleitenden Behandlung von Ihrem Arzt begrenzt werden.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt über alle sedierenden Arzneimittel, die Sie einnehmen, und halten Sie sich genau an die Dosierungsempfehlung Ihres Arztes. Es könnte hilfreich sein, Freunde oder Verwandte darüber zu informieren, bei Ihnen auf die oben genannten Anzeichen und Symptome zu achten. Kontaktieren Sie Ihren Arzt, wenn solche Symptome bei Ihnen auftreten.

Die gleichzeitige Anwendung von Diaphin mit Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmer) und serotonergen Wirkstoffen, wie selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) und Serotonin-Noradrenalin- Wiederaufnahmehemmern (SNRI) kann ein Serotonin-Syndrom verursachen. Symptome können Unruhe, Verwirrtheit, Schwitzen, Halluzinationen, gesteigerte Reflexe, Muskelkrämpfe, Zittern/Frösteln, erhöhten Herzschlag und Störungen des Magen-Darm-Trakts beinhalten. Informieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn Sie auf diese Weise beeinträchtigt sind.

Anwendung von Diaphin zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Diaphin verstärkt die Wirkung von Alkohol.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.

Schwangerschaft

Diaphin und einige seiner Stoffwechselprodukte gehen auf das ungeborene Kind über. Bei Neugeborenen, deren Mütter bis zur Geburt Diaphin konsumieren, besteht eine Diaphinabhängigkeit. Wenn Diaphin während der Schwangerschaft angewendet wird, besteht das Risiko, dass bei dem neugeborenen Kind Arzneimittelentzugssymptome (Abstinenzsymptome) auftreten (wie Schreien in hoher Tonlage, Reizbarkeit und Zittern), die von einem Arzt behandelt werden sollten. Oft sind diese Kinder auch untergewichtig. Das Entzugssyndrom kann behandelt werden und hinterlässt nach bisherigem Wissensstand keine Folgen. Wenden Sie sich daher umgehend an Ihren Arzt, wenn Sie eine Schwangerschaft planen oder bereits schwanger sind, um gemeinsam über eine Fortsetzung oder eine Umstellung der Therapie zu beraten.

Stillzeit

Morphin, ein Stoffwechselprodukt des Diaphins, wird mit der Muttermilch ausgeschieden. Das Stillen während der Diamorphin-gestützten Behandlung soll nur nach ärztlicher Beratung erfolgen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Diamorphin kann kognitive Fähigkeiten, Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt oder nicht mehr gegeben ist. Die Beurteilung der jeweils individuellen Situation erfolgt durch Ihren Arzt.

Wie wird Diaphin 5.000 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung angewendet?

Wenden Sie Diaphin immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt an. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Vor Beginn der Behandlung und regelmäßig während der Behandlung wird Ihr Arzt mit Ihnen besprechen, was Sie von

der Anwendung von Diaphin erwarten können, wann und wie lange Sie das Arzneimittel anwenden müssen, wann Sie Ihren Arzt kontaktieren müssen und wann Sie die Anwendung abbrechen müssen (siehe auch unter „Wenn Sie die

Anwendung von Diaphin abbrechen“).

Diaphin darf nur unter Aufsicht des Arztes oder des sachkundigen Personals innerhalb einer Einrichtung mit entsprechender Erlaubnis verabreicht werden.

Der behandelnde Arzt bestimmt Ihre Dosis.

Nach Zubereitung der Lösung ist Diaphin zum Spritzen in die Venen (intravenöse Anwendung) vorgesehen. Die Lösung darf nicht in den Muskel gespritzt werden, da örtliche Verhärtungen und Blutergüsse auftreten können.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Diaphin zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Diaphin erhalten haben, als Sie sollten

Eine Überdosierung mit Diaphin kann zu typischen Anzeichen einer Opiatvergiftung führen. Diese äußern sich zunächst in einer starken Verengung der Pupillen und einer deutlichen Verlangsamung der Atmung (Atemdepression). Nachfolgend können Bewusstlosigkeit und Koma auftreten. Die Schwelle für das Auftreten einer Atemdepression ist individuell unterschiedlich und hängt von der jeweiligen Toleranz gegenüber dem Wirkstoff ab. Informieren Sie das Personal in der Einrichtung, wenn erste Zeichen einer Überdosierung auftreten.

Wenn Sie die Anwendung von Diaphin abbrechen

Ein Absetzen der Therapie kann zu einem Entzugssyndrom führen, das auch verzögert auftreten kann. Brechen Sie die Therapie mit Diaphin nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ab.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal.

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Welche Nebenwirkungen hat Diaphin 5.000 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Die schwerwiegendste in einer klinischen Studie beobachtete Nebenwirkung unter der Therapie mit Diamorphin ist eine starke Beeinträchtigung der Atmung (Atemdepression). Diese Nebenwirkung trat vor allem bei vorher nicht gemeldetem Gebrauch von Benzodiazepinen auf.

Die häufigsten Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Diamorphingabe waren Allgemeinsymptome (z. B. Kopfschmerzen, Fieber, Schwäche), psychische Veränderungen und Verhaltensauffälligkeiten, Wirkungen auf den Magen-Darm-Trakt sowie Überempfindlichkeitsreaktionen und Krampfanfälle.

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

  • Überempfindlichkeitsreaktionen wie Nesselsucht, Kribbeln, Juckreiz und Hautausschlag
  • Pupillenverengung (Miosis)
  • Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Schwitzen
  • Abnahme der Blutspiegel von Sexualhormonen, Anstieg des Prolaktin- und des Blutzuckerspiegels
  • Ausbleiben der Monatsblutung (Menstruation) bei Frauen, sexuelle Funktionsstörungen (vermindertes sexuelles Verlangen)

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

  • Hochgefühl/Niedergeschlagenheit (Euphorie/Dysphorie), seelische Störungen (Psychosen), Depression, Angststörung, Bewusstseinsverlust
  • Atemstillstand, verlangsamte Atmung, Blaufärbung von Haut und Schleimhäuten
  • Mundtrockenheit, Übelkeit, Erbrechen, Krämpfe der glatten Muskulatur (z. B. Koliken), Appetitlosigkeit, Verstopfung
  • Störungen bei der Blasenentleerung
  • Muskelkrämpfe
  • Schlafstörungen

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

  • Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktische oder anaphylaktoide Reaktionen)
  • Krampfanfälle
  • niedriger Blutdruck, hoher Blutdruck
  • starke Einschränkung der Atmung (Atemdepression), Flüssigkeitsansammlung in der Lunge (Lungenödem)

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

  • Doppeltsehen, verschwommenes Sehen
  • Asthmaanfall, Schwierigkeiten beim Atmen oder Keuchen durch Verkrampfung der Atemwegsmuskeln (Bronchospasmus)
  • Infektionen an der Injektionsstelle
  • Ödembildung

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

  • Herz-Kreislauf-Stillstand
  • verlangsamter Puls
  • Darmverschluss
  • Potenzstörungen
  • Überwärmung des Körpers
  • erhöhte Unfall- und Sturzgefahr

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Das Zustandekommen körperlicher und psychischer Abhängigkeit zeigt sich im Auftreten von Entzugserscheinungen (Stunden bis Tage anhaltende innere Unruhezustände, chronische Schmerzzustände und nervlich bedingte Störungen) nach Absetzen von Diamorphin.

Anzeichen einer Diamorphin-Vergiftung bzw. -Überdosierung sind verengte Pupillen, Atemdepression, Blutdruckabfall, Schock, Bewusstseinsstörungen, niedrige Körpertemperatur. Bei Verdacht auf Überdosierung bzw. Vergiftung ist umgehend ärztliche Hilfe notwendig.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: https://www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Wie ist Diaphin 5.000 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Behältnis nach „verwendbar bis“ oder „verw. bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht über 25 °C und vor Licht geschützt lagern.

Zu Aufbewahrungsbedingungen nach Zubereitung der Lösung siehe Abschnitt „Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt“ weiter unten.

Die fachgerechte Lagerung von Diaphin und die Zubereitung der individuellen Dosen obliegt dem Fachpersonal der Einrichtung.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z. B. nicht über die Toilette oder das Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden Sie unter https://www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

Weitere Informationen zu Diaphin 5.000 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Was Diaphin enthält

Der Wirkstoff ist Diamorphinhydrochlorid-Monohydrat.

Jede Durchstechflasche enthält 5.000 mg Diamorphinhydrochlorid-Monohydrat, entsprechend 4.357 mg Diamorphin. Nach Zubereitung enthält 1 ml gebrauchsfertige Lösung 100 mg Diamorphinhydrochlorid-Monohydrat.

Wie Diaphin aussieht und Inhalt der Packung

Weißes bis fast weißes kristallines Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung.

Diaphin ist in Packungen mit 8 Durchstechflaschen in einem Umkarton erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

Hexal AG

Industriestraße 25

83607 Holzkirchen Telefon: (08024) 908-0 Telefax: (08024) 908-1290 E-Mail: service@hexal.com

Hersteller

Salutas Pharma GmbH

Otto-von-Guericke-Allee 1

39179 Barleben

oder

Lek Pharmaceuticals d.d. Verovskova ulica 57 1526 Ljubljana Slowenien

oder

DiaMo GmbH & Co KG

Bismarckstr. 55

72793 Pfullingen

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im {Monat JJJJ}.

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Herstellung der Lösung

Benötigtes Material

Durchstechflasche mit Wasser für Injektionszwecke, Spritzen und Nadeln, Alkoholtupfer zur Desinfektion des Verschlusses.

Herstellung

Der Wirkstoff wird unter aseptischen Bedingungen mit Hilfe einer Spritze mit 46,5 ml Wasser für Injektionszwecke versetzt.

Nach Zugabe der benötigten Menge Wasser für Injektionszwecke bildet sich unter ständigem Schwenken der Flasche innerhalb von 2 Minuten eine Lösung (100 mg/ml).

Vor der Anwendung ist die Lösung visuell auf Partikel zu prüfen. Nur klare und farblose Lösungen, die frei von sichtbaren Partikeln sind, dürfen verwendet werden.

Das Datum der Lösungsherstellung ist auf dem Etikett zu notieren.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

Haltbarkeit der Lösung nach Zubereitung

Die chemische und physikalische Stabilität der Lösung nach Zubereitung wurde über 2 Wochen bei Kühlschrank- Temperatur (2 °C bis 8 °C) nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht ist das zubereitete Arzneimittel sofort zu verwenden. Wenn es nicht sofort verwendet wird, liegt die Verantwortung für die Aufbewahrungszeiten und -bedingungen vor der Verabreichung beim Anwender. Diese sollen normalerweise nicht länger als 24 Stunden bei 2 bis 8 °C sein, wenn die Zubereitung nicht unter kontrollierten aseptischen Bedingungen erfolgt ist.

Dosierung

Die Behandlung mit Diamorphin darf nur in Einrichtungen mit entsprechender Erlaubnis durchgeführt werden. Diaphin ist zur intravenösen Anwendung bestimmt und kann bis zu dreimal täglich appliziert werden. Die Dosis wird vom behandelnden Arzt bestimmt und ist entsprechend der klinischen Wirkung beim einzelnen Patienten zu titrieren. Die Tageshöchstdosis beträgt 1.000 mg, mit einer maximalen Einzeldosis von 400 mg. In einer klinischen Studie betrug die durchschnittliche Tagesdosis in den ersten 12 Monaten der Behandlung 442 mg Diaphin. In dieser Studie erhielten einige Patienten eine Basissubstitution mit Methadon zur Nacht. Ist diese indiziert, sollte die Tagesdosis des zusätzlich verordneten Methadons 60 mg nicht überschreiten. Eine Basissubstitution mit anderen Wirkstoffen (z. B. Levomethadon) wurde nicht untersucht.

Vor Einleitung der Therapie sollten die Art der Opiatabhängigkeit (z. B. lang oder kurz wirksame Opiate/Opioide), der Zeitraum seit der letzten Opiatanwendung und der Grad der Opiatabhängigkeit berücksichtigt werden.

Initialtherapie

Bei Patienten mit unklarer Opiattoleranz sollte die Initialdosis 15 bis 20 mg Diaphin nicht überschreiten.

Standardschema einer schnellen Aufdosierung (7 Tage):

  1. Tag: 15 mg Diaphin + nach 30 Minuten 30 mg gefolgt von 2 x 30 mg Diaphin im weiteren Tagesverlauf
  2. Tag: 50 mg Diaphin + 2 x 50 mg Diaphin
  3. Tag: 3 x 75 mg Diaphin
  4. Tag: 3 x 125 mg Diaphin
  5. Tag: 3 x 175 mg Diaphin
  6. Tag: 3 x 250 mg Diaphin
  7. Tag: maximale Dosis

Der Ablauf der Aufdosierung erfolgt unter der Voraussetzung, dass sich in diesem Zeitraum keine Komplikationen ergeben. Wird die individuell wirksame Dosis bereits vor dem 7. Tag erreicht, ist diese Dosis entsprechend weiterzuführen.

Standardschema einer langsamen Aufdosierung (maximal 2-4 x Dosiserhöhungen pro Woche):

  1. Tag: 15 mg Diaphin + 3 x 30 mg Diaphin im weiteren Tagesverlauf
  2. Tag: 50 mg Diaphin + 2 x 50 mg Diaphin
  3. Tag: 3 x 75 mg Diaphin

5. Tag: 3 x 125 mg Diaphin

8. Tag: 3 x 175 mg Diaphin

11. Tag: 3 x 250 mg Diaphin

14. Tag: maximale individuelle Dosis

Der Ablauf der Aufdosierung erfolgt unter der Voraussetzung, dass sich in diesem Zeitraum keine Komplikationen ergeben. Wird die individuell wirksame Dosis bereits vor dem 14. Tag erreicht, ist diese Dosis entsprechend weiterzuführen.

Bei gleichzeitiger Verordnung von Methadon, peroral zur Nacht, ist eine Initialdosis zwischen 15 und 30 mg Methadon bei zusätzlicher Gabe von 15 bis 20 mg Diaphin Tagesdosis anzuraten. Die Dosis Diaphin kann am 2. Tag auf 30-45 mg und am 3. Tag auf 60-90 mg erhöht werden.

Umstellung von Methadon auf Diamorphinhydrochlorid-Monohydrat

Der Methadon-Vortageskonsum wird bei der Dosisberechnung als Referenzwert genommen. Bei Umstellung von Methadon auf mehr als zwei Diaphin-Injektionen pro Tag kann die Methadon-Vortagesdosis in mg als Einzeldosis Diamorphinhydrochlorid-Monohydrat in mg 3-mal täglich injiziert werden. Bei Umstellung auf zweimal tägliche Diaphin-Injektion wird das 1,5-Fache der Methadon-Vortagesdosis in mg zweimal täglich appliziert. Die Gesamtdosis des Folgetages darf die des Vortages nur bis zu 50 % übersteigen.

Wenn vor einer Umstellung von einem Opiatagonisten zum anderen mittlere bis hohe Dosen eines Opiats eingenommen wurden, ist eine erhebliche Toleranz gegeben. Aufgrund unterschiedlicher Kinetik kann die Umstellung von einem Opiat mit kurzer Halbwertszeit auf ein Opiat mit langer Halbwertszeit in den ersten Tagen zu erheblichen Unterdosierungen führen. Umgekehrt ist die Umstellung von Methadon auf Diamorphinhydrochlorid-Monohydrat kinetisch unproblematisch.

Bei der Umstellung von Methadon auf Diamorphinhydrochlorid-Monohydrat (und umgekehrt) haben sich folgende Äquivalenzberechnungen bewährt:

Ein Methadon-Tages-Äquivalent (MTQ) entspricht einer Dosis, die bei regelmäßiger Einnahme über einen Tag im Effekt mit 1 mg oralem Methadon übereinstimmt.

Als Richtwert gemäß dieser Definition gelten folgende Äquivalenzangaben:

3 mg intravenöses Diamorphinhydrochlorid-Monohydrat über einen Tag = 1 MTQ.

Aufdosierungen, Umstellungen von einem Opiat auf ein anderes sowie Abdosierungen lassen sich über MTQ’s kalkulieren.

Nachfolgende Tabelle zeigt beispielhaft die Umstellung von 65 mg Methadon auf Diaphin.

  Methadon Diaphin MTQ Diaphin MTQ Einzeldosis Diaphin am Folgetag
  oral     gesamt  
           
Tag 1 30 mg 15+30+ 15 MTQ 65 MTQ (65:2)x3
    2x30 mg 20 MTQ   =97,5 mg
           
Tag 2 20 mg 100+ 33 MTQ 120 MTQ (120:2)x3
    2x100 mg 66 MTQ   =180 mg
           
Tag 3 10 mg 3x180 mg 180 MTQ 190 MTQ (190:2)x3
          =285 mg
           
Tag 4 5 mg 3x285 mg 285 MTQ 290 MTQ (290:2)x3
          =435 mg
           
Tag 5 Bis 1000 mg (max) 333 MTQ 333 MTQ  
           

Bei Verdacht auf übermäßigen Alkohol-Konsum und Werten > 1 ‰ soll die übliche Diaphin-Dosis halbiert und auf zwei Dosen verteilt werden (Wartezeit zwischen den Injektionen 30 Minuten), um Überdosierungen (komatöse Zustände) durch Alkohol-Beikonsum zu vermeiden.

Art der Anwendung

Nach Zubereitung der Lösung wird das Arzneimittel intravenös angewendet.

Behandlungsziele und Absetzen der Behandlung

Vor Beginn der Behandlung mit Diaphin sollte mit dem Patienten eine Behandlungsstrategie einschließlich der Behandlungsdauer und der Behandlungsziele abgesprochen werden. Während der Behandlung sollte es einen häufigen Kontakt zwischen Arzt und Patienten geben, um die Notwendigkeit einer Fortsetzung der Behandlung zu beurteilen, ein Absetzen der Behandlung in Erwägung zu ziehen und gegebenenfalls die Dosierungen anzupassen. Wenn eine Therapie mit Diaphin bei einem Patienten nicht mehr erforderlich ist, kann es ratsam sein, die Dosis schrittweise zu reduzieren, um Entzugssymptomen vorzubeugen.

Dauer der Anwendung

Langfristiges Ziel der Behandlung ist die schrittweise Wiederherstellung der Betäubungsmittelabstinenz einschließlich der Besserung und Stabilisierung des Gesundheitszustandes. Dosisreduktion und Ausschleichen der Therapie sollten in Abhängigkeit vom individuellen Verlauf der Erkrankung erfolgen.

Die Behandlung mit Diaphin ist nach jeweils spätestens zwei Jahren Behandlungsdauer daraufhin zu überprüfen, ob die Voraussetzungen für die Behandlung noch gegeben sind. Die Überprüfung erfolgt durch Einholung einer Zweitmeinung durch einen suchtmedizinisch qualifizierten Arzt, der nicht der Diamorphin-substituierenden Einrichtung angehört.

Ergibt die Überprüfung, dass die Voraussetzungen für die Behandlung nicht mehr gegeben sind, ist die Diamorphin- gestützte Behandlung zu beenden.

Redaktionelle Grundsätze

Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.

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