Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
Dieses Arzneimittel enthält Desmopressin. Desmopressin ist dem natürlich vorkommenden antidiuretischen Hormon (ADH) ähnlich und vermindert die Urinausscheidung. Desmopressin wird angewendet zur Behandlung von: primärer Enuresis nocturna (nächtliches Bettnässen ) bei Patienten ab 6 Jahren mit normaler Fähigkeit zur Harnkonzentrierung, nach Ausschluss …
- Wirkstoff(e)
- Desmopressinacetat
- Zulassungsinhaber
- Mylan Germany GmbH
- Abgabestatus
- Apothekenpflichtig
- ATC Code
- H01BA02
Diese Zusammenfassung ersetzt nicht die Packungsbeilage und keine ärztliche Beratung.
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Gebrauchsinformation
Wofür wird Desmopressin Viatris 120 Mikrogramm Lyophilisat zur sublingualen Anwendung angewendet?
Dieses Arzneimittel enthält Desmopressin. Desmopressin ist dem natürlich vorkommenden antidiuretischen Hormon (ADH) ähnlich und vermindert die Urinausscheidung.
Desmopressin wird angewendet zur Behandlung von:
- primärer Enuresis nocturna (nächtliches Bettnässen) bei Patienten ab 6 Jahren mit normaler Fähigkeit zur Harnkonzentrierung, nach Ausschluss organischer Störungen der Harnorgane, im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzeptes, oder wenn sie durch einen nächtlichen ADH-Mangel (Mangel an antidiuretischen Hormon) verursacht wird.
- Nykturie in Zusammenhang mit nächtlicher Polyurie (vermehrtes, mindestens zweimaliges nächtliches Wasserlassen durch erhöhte Urinproduktion während der Nacht) bei Erwachsenen unter 65 Jahre.
- einer chronischen Erkrankung namens zentraler Diabetes insipidus (eine Erkrankung, die extremen Durst und eine erhöhte Produktion von verdünntem Urin verursacht, bei der die Produktion von ADH im Gehirn gestört ist).
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Was ist vor der Einnahme von Desmopressin Viatris 120 Mikrogramm Lyophilisat zur sublingualen Anwendung zu beachten?
Desmopressin Viatris darf nicht eingenommen werden,
- wenn Sie allergisch gegen Desmopressinacetat oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind
- wenn Sie unter habitueller Polydipsie (gewohnheitsmäßig vermehrte Flüssigkeitsaufnahme) oder unter psychogener Polydipsie (seelisch bedingtes gesteigertes Durstempfinden und vermehrte Flüssigkeitsaufnahme) leiden
- wenn Sie keine Flüssigkeitsbeschränkung einhalten können und an einer schweren kognitiven Beeinträchtigung, Demenz oder einer neurologischen Erkrankung leiden
- wenn Sie unter Polydipsie leiden und Alkoholiker/-in sind
- wenn Sie eine bekannte oder einen Verdacht auf Herzschwäche (Herzinsuffizienz) haben
- wenn Sie andere Erkrankungen haben, die mit Entwässerungsmitteln behandelt werden müssen
- wenn Sie einen erniedrigten Natriumspiegel im Blut (Hyponatriämie) haben
- wenn Sie mittelschwere bis schwere Niereninsuffizienz haben
- wenn Sie Erkrankungen mit erhöhter ADH-Ausschüttung (Syndrom der inadäquaten ADH-Ausschüttung) haben
- wenn der Patient/die Patientin, der/die wegen Enuresis nocturna behandelt wird, unter 6 Jahre alt ist
- zur Behandlung von vermehrtem nächtlichen Wasserlassen, wenn Sie 65 Jahre oder älter sind.
Vermeiden Sie es, während der Einnahme von Desmopressin große Mengen an Flüssigkeit zu trinken, da eine übermäßige Flüssigkeitsaufnahme, insbesondere bei älteren Patienten, abhängig von Ihrem Allgemeinzustand, zu einem Rückstau von Wasser im Gewebe (Wasserretention) und zu Störungen des Mineralstoffhaushalts führen kann. Dies kann zu Kopfschmerzen, Übelkeit/Erbrechen, Gewichtszunahme und in schweren Fällen zu Krampfanfällen, manchmal mit Schläfrigkeit oder sogar längerer Bewusstlosigkeit führen (siehe auch Abschnitt 4 „Mögliche Nebenwirkungen“).
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Bei der Behandlung der primären Enuresis nocturna und der Nykturie (Bettnässen und häufiges Wasserlassen in der Nacht) müssen Sie ab 1 Stunde vor der Einnahme Ihres Arzneimittels bis zum nächsten Morgen (mindestens 8 Stunden nach der Einnahme Ihres Arzneimittels) so wenig Flüssigkeit wie möglich trinken. Es wird außerdem empfohlen, die Blase vor der Verabreichung zu entleeren.
Ohne diese Flüssigkeitseinschränkung kann es zu Wasserretention und/oder Störung des Mineralstoffhaushalts kommen, dies kann mit oder ohne Warnsignale auftreten und zu Symptomen wie z. B. Kopfschmerzen, Übelkeit/Erbrechen, Gewichtszunahme und in schweren Fällen Hirnödem, teilweise verbunden mit Krampfanfällen und/oder Bewusstseinseinschränkungen bis hin zu Bewusstseinsverlust führen. Wenn diese Symptome bei isolierter Enuresis nocturna bei Kindern und Nykturie bei Erwachsenen auftreten, muss die Behandlung abgebrochen und der Elektrolytstatus sowie der Natriumspiegel bestimmt werden. Wenn die Behandlung wieder aufgenommen wird, sollte die Flüssigkeitsbeschränkung strenger sein.
Patienten, deren Serumnatriumspiegel an der unteren Grenze des Normbereichs liegen, haben ein erhöhtes Risiko für eine Hyponatriämie.
Alle Patienten, bei Kindern deren Eltern und ggf. zuständiges Pflegepersonal, sollten darauf achten, dass die Flüssigkeitszufuhr einzuschränken ist.
Stellen Sie sicher, dass die Verabreichung bei Kindern unter Aufsicht von Erwachsenen erfolgt.
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Desmopressin einnehmen:
- wenn Sie eine leichte Niereninsuffizienz haben.
- wenn Sie Blasenfunktionsstörungen oder eine verminderte Urinausscheidung haben.
- wenn Sie älter sind und/oder bereits einen niedrigen Natriumspiegel im Blut haben, da Sie ein erhöhtes Risiko haben, eine Hyponatriämie zu entwickeln (stark erniedrigter Natriumspiegel).
- wenn Sie eine Erkrankung bekommen, die den Flüssigkeits- und/oder Mineralstoffhaushalt stören kann, wie z. B. Erkrankungen mit Fieber oder Durchfall, wird Ihr Arzt möglicherweise die Behandlung mit Desmopressin Viatris unterbrechen.
- wenn Sie das Risiko für erhöhten Hirndruck haben (eine Erkrankung, über die Sie Ihr Arzt aufklären wird).
Zur Vermeidung stark erniedrigter Natriumspiegel im Blut, sollten Sie so wenig Flüssigkeit wie möglich trinken. Zusätzlich sollte Ihr Arzt Ihre Natriumspiegel im Blut häufiger bestimmen, wenn Sie Arzneimittel einnehmen, die SIADH auslösen, wie bestimmte Arzneimittel gegen Depressionen, Epilepsie oder Diabetes (siehe Abschnitt „Einnahme von Desmopressin Viatris zusammen mit anderen Arzneimitteln“) oder Sie Arzneimittel gegen rheumatische Erkrankungen einnehmen.
Einnahme von Desmopressin Viatris zusammen mit anderen Arzneimitteln
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.
Es ist besonders wichtig, Ihren Arzt zu informieren, wenn Sie Arzneimittel aus der folgenden Liste einnehmen, da die Wirkung von Desmopressin verstärkt werden kann. Dies erhöht das Risiko einer Wasseransammlung im Körper und eines Natriummangels im Blut. Dazu gehören:
- einige Arzneimittel gegen Depressionen (trizyklische Antidepressiva, selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, Chlorpromazin)
- Arzneimittel gegen Epilepsie (z. B. Carbamazepin)
- einige Arzneimittel gegen Diabetes (z. B. Sulfonylharnstoffe, insbesondere Chlorpropamid und Glibenclamid)
- Arzneimittel zur Behandlung von Durchfall (z. B. Loperamid) oder andere Arzneimittel, die die Magen-Darm-Passage verlangsamen
- Arzneimittel gegen rheumatische Erkrankungen, zur Behandlung von Schmerzen und/oder Entzündungen (NSAR=nicht-steroidale Antirheumatika wie z. B. Indometacin oder Ibuprofen)
- ein Arzneimittel, das den Blutfettspiegel senkt, namens Clofibrat
- ein Arzneimittel, das Geburtswehen fördert (z. B. Oxytocin), da die Durchblutung der Gebärmutter verringert sein kann.
Einnahme von Desmopressin Viatris zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken
Die gleichzeitige Einnahme von Desmopressin Viatris mit Nahrungsmitteln kann die Wirkung und die Wirkungsdauer reduzieren.
Alle Patienten, bei Kindern deren Eltern, und gegebenenfalls das zuständige Pflegepersonal sollten darauf achten, dass die Flüssigkeitsaufnahme begrenzt wird, einschließlich alkoholischer Getränke.
Schwangerschaft und Stillzeit
Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Wenn Sie schwanger sind, wird Ihr Arzt vor der Verschreibung dieses Arzneimittels eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung vornehmen. Ihr Arzt wird während der Behandlung auch Ihren Blutdruck überwachen.
Desmopressin kann während der Stillzeit auf Empfehlung Ihres Arztes angewendet werden. Dieses Arzneimittel geht in geringem Maße in die Muttermilch über. Bei Anwendung der empfohlenen Dosen ist es unwahrscheinlich, dass Desmopressin Auswirkungen auf den gestillten Säugling hat.
Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Desmopressin Viatris hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Wie wird Desmopressin Viatris 120 Mikrogramm Lyophilisat zur sublingualen Anwendung angewendet?
Nehmen Sie Desmopressin Viatris immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.
Bei Anzeichen von Wasserretention und/oder erniedrigtem Natriumspiegel im Blut (Kopfschmerzen, Flüssigkeitsansammlung im Gewebe, Übelkeit/Erbrechen, Gewichtszunahme und in schweren Fällen Krampfanfälle), brechen Sie die Behandlung ab und wenden Sie sich an Ihren Arzt. Wenn Ihr Arzt Ihnen, nachdem Sie völlig wiederhergestellt sind, die Wiederaufnahme der Behandlung empfiehlt, müssen Sie Ihre Flüssigkeitsaufnahme streng begrenzen. Außerdem wird Ihr Arzt Ihren Natriumspiegel im Blut engmaschig kontrollieren.
Anwendung bei älteren Patienten
Desmopressin wird nicht für die Behandlung älterer Patienten empfohlen. Sollte Ihr Arzt sich trotzdem für eine Behandlung entscheiden, wird er zu bestimmten Zeitpunkten Ihren Natriumspiegel im Blut kontrollieren.
Die empfohlene Dosis beträgt:
-
Primäre Enuresis nocturna (nächtliches Bettnässen)
-
Zur Behandlung des nächtlichen Bettnässens wird eine Anfangsdosierung von
120 Mikrogramm (2 Desmopressin Viatris Lyophilisate zur sublingualen Anwendung mit 60 Mikrogramm oder 1 Desmopressin Viatris Lyophilisat zur sublingualen Anwendung mit 120 Mikrogramm) vor dem Zubettgehen empfohlen. Die Einnahme sollte als Einzeldosis am Abend erfolgen. -
Bei nicht ausreichendem Ansprechen kann Ihr Arzt die Dosis auf 240 Mikrogramm (2 Desmopressin Viatris Lyophilisate zur sublingualen Anwendung mit
120 Mikrogramm oder 1 Desmopressin Viatris Lyophilisat zur sublingualen Anwendung mit 240 Mikrogramm) steigern. Erhöhen Sie die Dosis nicht, ohne vorher mit Ihrem Arzt gesprochen zu haben. Achten Sie auf eine Einschränkung der Flüssigkeitszufuhr.
-
Zur Behandlung des nächtlichen Bettnässens wird eine Anfangsdosierung von
Bei Kindern mit isolierter Enuresis nocturna wird empfohlen, vor Beginn der Behandlung die Häufigkeit des Blasenentleerung und die Trinkzeiten über einen Zeitraum von
48 Stunden, sowie die Anzahl der Nächte mit Bettnässen über einen Zeitraum von 7 Tagen hinweg zu dokumentieren.
Wenn die gewünschte klinische Wirkung nicht innerhalb von 4 Wochen nach Bestimmung der minimalen wirksamen Dosis erreicht wird, sollte die Behandlung abgebrochen werden.
-
Vermehrtes nächtliches Wasserlassen (Nykturie) durch erhöhte Urinproduktion während der Nacht
Zur Behandlung von vermehrtem nächtlichen Wasserlassen wird eine Anfangsdosierung von 60 Mikrogramm Desmopressin (1 Desmopressin Viatris
Lyophilisat zur sublingualen Anwendung mit 60 Mikrogramm) vor dem Zubettgehen empfohlen.
-
Ist diese Dosis nicht ausreichend, kann Ihr Arzt die Dosis nach einer Woche auf
120 Mikrogramm (2 Desmopressin Viatris Lyophilisate zur sublingualen Anwendung mit 60 Mikrogramm oder 1 Desmopressin Viatris Lyophilisat zur sublingualen Anwendung mit 120 Mikrogramm) erhöhen und von da an wöchentlich bis auf
240 Mikrogramm (2 Desmopressin Viatris Lyophilisate zur sublingualen Anwendung mit 120 Mikrogramm oder 1 Desmopressin Viatris Lyophilisat zur sublingualen Anwendung mit 240 Mikrogramm) erhöhen. Sie müssen die nächtliche Flüssigkeitszufuhr so weit wie möglich einschränken (siehe Abschnitt 2 „Was sollten Sie vor der Einnahme von Desmopressin Viatris beachten?“).
Bei Patienten mit Nykturie sollte für die Diagnose einer nächtlichen Polyurie mindestens 2 Tage vor Beginn der Behandlung ein Miktionstagebuch geführt werden, in dem die Häufigkeit und die Menge der Urinausscheidung festgehalten wird.
Wenn die gewünschte klinische Wirkung nicht innerhalb von 4 Wochen nach Bestimmung der minimalen wirksamen Dosis erreicht wird, sollte die Behandlung abgebrochen werden.
Ihr Arzt wird die vor Beginn der Behandlung erforderlichen Maßnahmen mit Ihnen besprechen. Sie sollten vor Behandlungsbeginn mindestens über einen Zeitraum von 48 Stunden die Zeitpunkte des Wasserlassens notieren und die jeweilige Urinmenge messen. Außerdem wird Ihr Arzt vor Behandlungsbeginn den Natriumspiegel im Blut bestimmen. Zu Beginn der Behandlung sowie nach jeder Dosiserhöhung sollten Sie für einige Tage das Körpergewicht kontrollieren.
-
Zentraler Diabetes insipidus (Erkrankung mit erhöhter Wasserausscheidung, bei der die ADH-Bildung im Gehirn gestört ist)
-
Die Tagesdosis liegt normalerweise zwischen 120 Mikrogramm (2 Desmopressin Viatris Lyophilisate zur sublingualen Anwendung mit 60 Mikrogramm oder
1 Desmopressin Viatris Lyophilisat zur sublingualen Anwendung mit
120 Mikrogramm) und 720 Mikrogramm (3 Desmopressin Viatris Lyophilisate zur sublingualen Anwendung mit 240 Mikrogramm). - Die Anfangsdosis sollte 3-mal täglich 60 Mikrogramm (jeweils 1 Desmopressin Viatris Lyophilisate zur sublingualen Anwendung mit 60 Mikrogramm) betragen. Diese kann je nach Alter variieren. Anschließend wird diese entsprechend der Diurese des Patienten angepasst.
-
Die Erhaltungsdosis für die meisten Patienten liegt bei 3-mal täglich
60-120 Mikrogramm (1-2 Desmopressin Viatris Lyophilisate zur sublingualen Anwendung mit 60 Mikrogramm).
Ihr Arzt wird die Dosierung entsprechend Ihres Ansprechens auf die Behandlung individuell anpassen.
Die so ermittelte wirksame Dosis ist gleichzeitig die Erhaltungsdosis. Sie wird von Ihrem Arzt individuell festgelegt und soll über den gesamten Behandlungszeitraum eingenommen werden.
-
Die Tagesdosis liegt normalerweise zwischen 120 Mikrogramm (2 Desmopressin Viatris Lyophilisate zur sublingualen Anwendung mit 60 Mikrogramm oder
Behandlungsüberwachung
In allen Fällen erfolgt die Dosisanpassung schrittweise, wobei zwischen den einzelnen Dosierungen ausreichend Zeit liegen sollte.
Es wird empfohlen, Ihr Gewicht in den Tagen nach Beginn der Behandlung oder nach einer Dosiserhöhung zu kontrollieren.
Eine schnelle und signifikante Gewichtszunahme kann ein Anzeichen für eine übermäßige Flüssigkeitsretention sein.
Behandlungsdauer
Nach einer maximalen Behandlungsdauer von bis zu 3 Monaten wird Ihr Arzt eine behandlungsfreie Zeit von mindestens 1 Woche einräumen, damit überprüft werden kann, ob eine Heilung eingetreten ist oder die Therapie fortgesetzt werden soll.
In einigen Fällen kann eine erneute Behandlung mit Desmopressin in Betracht gezogen werden; dabei sind die gleichen Regeln für den Beginn und das Absetzen der Behandlung zu befolgen wie bei der ersten Einleitung der Behandlung.
Die Behandlungsdauer mit der nach der Dosisanpassung ermittelten minimalen wirksamen Dosis ist auf 3 Monate begrenzt und kann einmal verlängert werden.
Art der Anwendung
Desmopressin Viatris wird unter die Zunge gelegt und löst sich dort auf.
Zur Entnahme des Lyophilisats zur sublingualen Anwendung aus der Blisterverpackung:
- heben Sie den Folienrand an
- ziehen Sie die Folie vollständig ab
- kippen Sie das Lyophilisat zur sublingualen Anwendung heraus
- entnehmen Sie das Lyophilisat zur sublingualen Anwendung aus der Blisterverpackung.
Drücken Sie das Lyophilisat zur sublingualen Anwendung nicht durch die Folie.
Wenn Sie eine größere Menge von Desmopressin Viatris eingenommen haben, als Sie sollten
Wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt, Apotheker oder das nächstgelegene Krankenhaus, wenn Sie mehr Desmopressin Viatris eingenommen haben, als Sie sollten.
Sie sollten insbesondere auf Anzeichen einer Wasseransammlung im Körper (Wasserintoxikation) achten. Dies kann auch eintreten, wenn Sie zusammen oder kurz nach der Einnahme von Desmopressin eine übermäßige Menge an Flüssigkeit zu sich genommen haben.
Sie äußert sich durch eine Zunahme des Körpergewichtes, Kopfschmerzen, Übelkeit und in schweren Fällen durch Krampfanfälle, teilweise verbunden mit Bewusstseinseinschränkungen bis hin zum Verlust des Bewusstseins (siehe auch Abschnitt 4 „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).
Wenn Sie die Einnahme von Desmopressin Viatris vergessen haben
Bei primärer Enuresis nocturna und Nykturie dürfen Sie Desmopressin nicht verspätet einnehmen. Setzen Sie die Einnahme wie gewohnt am nächsten Tag fort.
Bei Zentralem Diabetes insipidus müssen Sie die Einnahme nachholen, sobald Sie den Fehler bemerken. Halten Sie bis zur Einnahme der nächsten Dosis den gewohnten Zeitabstand ein.
Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.
Wenn Sie die Einnahme von Desmopressin Viatris abbrechen
Eine Unterbrechung bzw. Beendigung der Behandlung sollte nur in Absprache mit Ihrem Arzt erfolgen.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
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Welche Nebenwirkungen hat Desmopressin Viatris 120 Mikrogramm Lyophilisat zur sublingualen Anwendung?
Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Brechen Sie die Behandlung sofort ab und suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn bei Ihnen eine der folgenden schwerwiegenden Nebenwirkungen auftritt:
Rückstau von Wasser im Gewebe (Wasserretention) / Störung des Mineralstoffhaushaltes (Hyponatriämie) mit oder ohne begleitende Warnsignale und Krankheitszeichen (Kopfschmerzen, Übelkeit/Erbrechen, Gewichtszunahme und in schweren Fällen Krampfanfälle, z. T. mit Schläfrigkeit bis hin zu länger andauernder Bewusstlosigkeit). Dies kann als Folge einer Behandlung ohne gleichzeitige Einschränkung der Flüssigkeitsaufnahme auftreten.
Nebenwirkungen bei Erwachsenen:
Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):
Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):
- erniedrigter Natriumspiegel im Blut
- Benommenheit
- Bluthochdruck
- Übelkeit
- Bauchschmerzen
- Durchfall
- Verstopfung
- Erbrechen
- Beschwerden der Blase und Harnröhre
- Wasseransammlungen im Gewebe
- Müdigkeit
Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):
- Schlaflosigkeit
- Schläfrigkeit
- Taubheitsgefühl
- Sehstörungen
- Schwindel
- Herzrasen
- Blutdruckabfall (orthostatische Hypotonie)
- Atembeschwerden
- Störungen im Oberbauch (Dyspepsie)
- Blähungen
- Völlegefühl
- Schwitzen
- Hautjucken
- Hautausschlag
- juckende Quaddeln (Nesselsucht)
- Muskelkrämpfe
- Muskelschmerzen
- Unwohlsein
- Schmerzen in der Brust
- grippeähnliche Symptome
- Gewichtszunahme
- Erhöhung der Leberwerte
- erniedrigter Kaliumspiegel im Blut
Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):
- Verwirrtheitszustände
- allergisch-entzündliche Hauterkrankungen
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):
- akute Überempfindlichkeitsreaktion (anaphylaktische Reaktion)
- Flüssigkeitsmangel im Körper (Dehydratation)
- erhöhter Natriumspiegel im Blut
- Krampfanfälle
- Schwäche
- Bewusstlosigkeit (Koma)
Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen:
Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):
Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):
- Rasch wechselnde Emoationen
- Aggression
- Bauchschmerzen
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfall
- Beschwerden in Blase und Harnröhre
- Schwellungen an Armen und Beinen durch Flüssigkeitseinlagerung
- Müdigkeit
Selten (kann bis zu 1 von 1 000 Behandelten betreffen):
- Angstsymptome
- Albträume
- Stimmungsschwankungen
- Benommenheit
- Bluthochdruck
- Reizbarkeit
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):
- akute Überempfindlichkeitsreaktion (anaphylaktische Reaktion)
- erniedrigter Natriumspiegel im Blut
- abnormales Verhalten
- Gefühlsschwankungen
- Depressionen
- Sinnestäuschungen (Halluzinationen)
- Schlaflosigkeit
- Aufmerksamkeitsstörung
- gesteigerte Bewegungsaktivität
- Krampfanfälle
- Nasenbluten
- Hautausschlag
- allergisch-entzündliche Hautreaktionen
- Schwitzen
- juckende Quaddeln (Nesselsucht)
Meldung von Nebenwirkungen
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.
Wie ist Desmopressin Viatris 120 Mikrogramm Lyophilisat zur sublingualen Anwendung aufzubewahren?
Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.
Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton bzw. dem Behältnis nach „verwendbar bis“ bzw. „verw. bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.
Nicht über 25 °C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.
Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z. B. nicht über die Toilette oder das Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden Sie unter www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.
Weitere Informationen zu Desmopressin Viatris 120 Mikrogramm Lyophilisat zur sublingualen Anwendung
Was Desmopressin Viatris enthält
-
Der Wirkstoff ist Desmopressin (als Desmopressin (Ph.Eur.)).
1 Lyophilisat zur sublingualen Anwendung enthält 60 Mikrogramm, 120 Mikrogramm bzw. 240 Mikrogramm Desmopressin (als Acetat). - Die sonstigen Bestandteile sind: Citronensäure, Natriumcitrat-Dihydrat, Mannitol (Ph.Eur.) und Pullulan.
Wie Desmopressin Viatris aussieht und Inhalt der Packung
Weißes bis cremefarbenes, rundes Lyophilisat zur sublingualen Anwendung
30, 90 oder 100 Lyophilisate zur sublingualen Anwendung in Blisterpackungen (10 Lyophilisate zur sublingualen Anwendung pro Blisterpackung).
30 x 1, 90 x 1 oder 100 x 1 Lyophilisate zur sublingualen Anwendung in perforierten Einzeldosis- Blisterpackungen (10 Lyophilisate zur sublingualen Anwendung pro kreuzperforiertem Blisterstreifen).
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Pharmazeutischer Unternehmer
Viatris Germany GmbH
Lütticher Straße 5
53842 Troisdorf
Deutschland
Hersteller
Santa S.A.
Str. Panselelor, nr. 25, nr. 27, nr. 29 500419 BRASOV, JUD. BRASOV Rumänien
oder
Viatris Germany GmbH
Zweigniederlassung Bad Homburg
Benzstraße 1
61352 Bad Homburg
Deutschland
oder
Misom Labs Ltd
Malta Life Sciences Park LS2.01.06 Industrial Estate
SGN 3000 SAN GWANN
Malta
Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:
| Dänemark | Desmopressin Viatris |
| Deutschland | Desmopressin Viatris 60 Mikrogramm Lyophilisat zur sublingualen |
| Anwendung | |
| Desmopressin Viatris 120 Mikrogramm Lyophilisat zur sublingualen | |
| Anwendung | |
| Desmopressin Viatris 240 Mikrogramm Lyophilisat zur sublingualen | |
| Anwendung | |
| Frankreich | Desmopressine Viatris 60 microgrammes, lyophilisat sublingual |
| Desmopressine Viatris 120 microgrammes, lyophilisat sublingual | |
| Desmopressine Viatris 240 microgrammes, lyophilisat sublingual | |
| Island | Desmopressin Viatris |
| Italien | Desmopressina Mylan |
| Norwegen | Desmopressin Viatris |
| Tschechische | DESMOPRESSIN VIATRIS |
| Republik |
Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im August 2026 (3).
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.


