Zum Inhalt springen

Wirkstoffe

Prothipendyl

Autor: Markus Falkenstätter, BScFachlich geprüft von Mag. pharm. Stefanie Brandauer (Pharmazeutin)
Inhalt
  1. Grundlagen
  2. Pharmakologie
  3. Toxizität

Prothipendyl ist ein Neuroleptikum, das zur Behandlung von Unruhe und Erregung bei Patienten mit psychiatrischen Grunderkrankungen eingesetzt wird.

Anzeige

Grundlagen

Prothipendyl ist ein schwach wirksames trizyklisches Azaphenothiazin-Neuroleptikum. Es wird zur Behandlung von Unruhe und Erregung bei Patienten mit psychiatrischen Grunderkrankungen eingesetzt. Zu den Indikationen von Prothipendyl gehören Demenz, Depression, Schizophrenie, Angstzustände und psychosomatische Störungen. Es wird auch oft bei der Behandlung von Einschlafstörungen eingesetzt, da es im Gegensatz zu den gängigen Benzodiazepinen kein Abhängigkeitspotenzial mit sich bringt.

Prothipendyl wurde von Wilhelm Schuler erstmals synthetisert.

Pharmakologie

Pharmakodynamik

Prothipendyl ist ein Dopamin Antagonist mit einer hohen selektivität für D1- und D2-Rezeptoren.  Zusätzlich hat es eine geringe Affinität für Serotonin-Rezeptoren vom Typ 5-HT2A. In höheren Dosen hat die Droge aufgrund ihrer sedativ-hypnotischen Wirkung eine schlafanstoßende Wirkung. Neben der antipsychotischen Wirkung hat Prothipendyl auch antihistaminerge, antiemetische und sedierende Eigenschaften.

Pharmakokinetik

Die Bioverfügbarkeit von Prothipendyl beträgt nach oraler Einnahme beträgt rund 15%. Die maximale Plasmakonzentration wird nach rund 1 h erreicht. Die Plasmahalbwertszeit beträgt rund 2-3 Stunden. Der Stoff wird in der Leber verstoffwechselt und hauptsächlich über den Urin ausgeschieden.

Wechselwirkungen

Bei der gleichzeitigen Einnahme mit Medikamenten, die dämpfend auf das ZNS wirken kann es zu einer gegenseitigen Wirkverstärkung kommen. 

Dazu gehören:

  • Benzodiazepine
  • Sedativa
  • Antihistaminika
  • Alkohol
  • Antihypertensiva

Die Wirkung von Levodopa kann bei gleichzeitiger Einnahme abgeschwächt werden. Prothipendyl kann den gefäßverengenden Wirkungen von Adrenalin und Phenylephrin entgegen wirken.

Toxizität

Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen sind:

  • gesenkter Blutdruck
  • Kreislaufschwäche
  • Vertigo
  • Tachykardie

Seltener auftretende Nebenwirkungen sind beispielsweise Gewichtszunahme, Kreislaufkollaps, Arrythmien (inkl. QT-Zeit Verlängerung), Leukopenie, Epilepsie, Mundtrockenheit, Photosensibilität, Priapismus und Amenorrhoe.

Kontraindikationen

  • Alkoholintoxikation
  • Schlafmittel
  • Analgetika
  • Koma
  • Schwangerschaft und Stillzeit
Markus Falkenstätter, BSc

Autor

Markus Falkenstätter, BSc

Student der Pharmazie

Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Lektor

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Pharmazeutin

Stefanie Brandauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.


Redaktionelle Grundsätze

Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.