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Nicorandil ist ein Wirkstoff, der zur Behandlung der Angina Pectoris eingesetzt wird. Er gehört zur Gruppe der Vasodilatatoren.
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Grundlagen
Nicorandil ist ein Wirkstoff, der zur Behandlung der Angina Pectoris eingesetzt wird. Er gehört zur Gruppe der Vasodilatatoren. Er hat gefäßerweiternde und blutdrucksenkende Eigenschaften. Nicorandil ist ein organisches Nitrat und eine Kombination aus Nicotinamid (Vitamin B3) und Ethylnitrat. Es senkt die Vor- und Nachlast des Herzen, entlastet es und sorgt für eine Erhöhung des Blutflusses in den Herzkranzgefäßen (Koronargefäßen).

Wirkung
Nicorandil ist ein Kaliumkanalöffner und Stickstoffmonoxiddonor (NO-Donor) in Arterien und Venen. Es bindet an die Sulfonylharnstoffrezeptoren (SUR2) in den Muskelzellen der Blutgefäße. Es kommt zu einer vermehrten ATPase-Aktivität und daraus resultierend zu einer verminderten ATP-Konzentration in der Zelle. Dadurch öffnen die ATP-abhängigen Kaliumkanäle und es kommt zu einem Kaliumausstrom. Die Folge ist eine Hyperpolarisation der Muskelzellen in den Gefäßen und eine Muskelrelaxation mit anschließender Vasodilatation. Die Hyperpolarisation bewirkt ebenso ein Schließen von spannungsabhängigen Kalziumkanälen, was zu einer verlängerten Vasodilatation führt. Nicorandil setzt auch Stickstoffmonoxid frei, was die Guanylatzyklase aktiviert. Das führt in weiterer Folge zur Dephosphorylierung von Myosin, wodurch es zur Relaxation der Muskelzellen kommt.
Nicorandil wird über die Leber abgebaut und über die Nieren ausgeschieden. Die Bioverfügbarkeit von Nicorandil, also zu wie viel Prozent der Wirkstoff im Blut verfügbar ist, beträgt 75%. Die Halbwertszeit, die Zeit, die der Körper benötigt, um die Hälfte des Wirkstoffes auszuscheiden, liegt bei einer Stunde. Die maximale Plasmakonzentration (Cmax), also die maximale Konzentration des Wirkstoffes im Blutplasma (flüssigen zellfreien Anteil des Blutes), wird nach 30-60 Minuten erreicht und beträgt ca. 300 ng/ml.
Dosierung
Nehmen Sie Nicorandil immer genau wie in der Packungsbeilage beschrieben bzw. genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein.
Die übliche empfohlene Dosis beträgt 10 mg - 20 mg zweimal täglich.
Die tägliche Maximaldosis liegt bei 40 mg.
Nebenwirkungen
Es kann zu folgenden Nebenwirkungen kommen:
Sehr häufig:
Häufig:
- Hautabszess
- Schwindel
- Herzrhythmusstörungen
- Hautrötung
- Übelkeit und Erbrechen
- Schwächegefühl
Gelegentlich:
- Bindehautentzündung (Konjunktivitis)
- Augenschäden
- Hornhautschäden
- Blutdruckabfall
Selten:
- Hautausschlag
- Juckreiz
- Muskelschmerzen
Sehr selten:
- hohe Kaliumspiegel im Blut (Hyperkaliämie)
- Leberbeschwerden
- Schwellungen aufgrund einer allergischen Reaktion
- Magenschmerzen
Häufigkeit unbekannt:
- Doppeltsehen
Wechselwirkungen
Bei gleichzeitiger Einnahme von folgenden Arzneimitteln können Wechselwirkungen auftreten:
- Medikamente gegen Impotenz wie Sildenafil, Tadalafil oder Vardenafil
- Medikamente gegen pulmonale Hypertonie wie Riociguat
- Medikamente gegen Bluthochdruck
- Medikamente, die die Blutgefäße erweitern
- Medikamente, die den Blutkaliumspiegel erhöhen
- Dapoxetin
- Medikamente zur Behandlung von Entzündungen (Kortikosteroide, NSAR)
- Medikamente gegen Depressionen
- Acetylsalicylsäure (Aspirin)
Gegenanzeigen
Nicorandil darf in folgenden Fällen NICHT eingenommen werden:
- bei Allergie gegen Nicorandil
- bei einem erniedrigtem Blutdruck (Hypotonie)
- beim kardiogenen Schock
- bei Linksherzinsuffizienz
- bei kardialer Dekompensation
- bei Einnahme von Medikamenten gegen Erektionsstörungen wie Sildenafil, Tadalafil oder Vardenafil
- bei Einnahme von Medikamenten zur Behandlung einer pulmonalen Hypertonie wie Riociguat
- bei vermindertem Blutvolumen
- bei Flüssigkeitsansammlungen in den Lungen (Lungenödem)
Altersbeschränkung
Nicorandil sollte erst ab 18 Jahren eingesetzt werden.
Schwangerschaft & Stillzeit
In der Schwangerschaft & Stillzeit sollte Nicorandil NICHT eingenommen werden.

Autor
Thomas Hofko
Student der Pharmazie
Thomas Hofko befindet sich im letzten Drittel seines Bachelorstudiums der Pharmazie und ist Autor und Lektor für pharmazeutische Themen. Er interessiert sich besonders für die Bereiche Klinische Pharmazie und Phytopharmazie.
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.