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Natriumpicosulfat ist ein Wirkstoff, der zur Behandlung von Verstopfung und zur Darmentleerung eingesetzt wird. Er gehört zur Gruppe der Abführmittel.
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Grundlagen
Natriumpicosulfat ist ein Wirkstoff, der zur Behandlung von Verstopfung und zur Darmentleerung eingesetzt wird. Er gehört zur Gruppe der Abführmittel. Es ist sehr eng mit Bisacodyl verwandt. und liegt meist als weißes kristallines Pulver vor. Natriumpicosulfat ist ein Prodrug, das heißt, dass der Wirkstoff als inaktive Form vorliegt und erst im Körper durch die Umwandlungsprozesse in die aktive Form, das Diphenol Bis-(p-hydroxyphenyl)-pyridyl-2-methan (BHPM) , überführt wird. Die Umwandlung erfolgt durch bestimmte Darmbakterien. Der Vorteil von Natriumpicosulfat ist, dass es aufgrund fehlender Absorption nicht in magensaftresistenter Form vorliegen muss.

Wirkung
Natriumpicosulfat wirkt, indem es die Darmschleimhaut zur vermehrten Wasser- und Elektrolytsekretion anregt. Der Stuhl wird somit weicher und flüssiger. Zusätzlich werden auch die Darmbewegungen durch Natriumpicosulfat häufiger. Beide Effekte zusammen sind der Grund für die abführende Wirkung. Ein weiterer Vorteil ist, dass Natriumpicosulfat nur im Dickdarm wirkt und somit die Nährstoffresorption im Dünndarm nicht gestört wird. Durch diese Selektivität im Dickdarm kommt es auch zu keinem First-Pass-Effekt und die Wirkung tritt somit schneller ein.
Der First-Pass-Effekt tritt bei den meisten Wirkstoffen ein, die im Magen oder Dünndarm absorbiert werden. Der Wirkstoff wird durch die Magen- oder Dünndarmschleimhaut aufgenommen und durch die Pfortader (Vena portae) zur Leber transportiert. In der Leber kommt es dann, noch bevor der Wirkstoff in den Körperkreislauf gelangt, zu einer ersten Verstoffwechselung, sodass der Wirkstoff danach in geringerem Ausmaß dem Körper zur Verfügung steht. Der First-Pass-Effekt hat einen großen Einfluss auf die Bioverfügbarkeit der jeweiligen Wirkstoffe im Körper. Die Bioverfügbarkeit gibt an, zu wie viel Prozent der Wirkstoff im Blut verfügbar ist.
Dosierung
Nehmen Sie Natriumpicosulfat immer genau wie in der Packungsbeilage beschrieben bzw. genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein.
Die übliche empfohlene Dosis liegt bei Erwachsenen zwischen 5-10 mg Natriumpicosulfat.
Die empfohlene Einnahme bei Kindern ab 4 Jahren liegt bei 2,5-5 mg Natriumpicosulfat.
Die Wirkung tritt nach 6 bis 12 Stunden ein und sollte abends eingenommen werden, um die Stuhlentleerung am nächsten Morgen auszulösen.
Natriumpicosulfat sollte nur sehr kurz eingenommen werden, da durch den Wirkstoff nur die Symptome, nicht aber die Ursachen einer Verstopfung behoben werden.
Nebenwirkungen
Es kann zu folgenden Nebenwirkungen kommen:
Sehr häufig:
Häufig:
- Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe
- Blähungen
Gelegentlich:
- Schwindel
- Übelkeit und Erbrechen
Häufigkeit unbekannt:
- Überempfindlichkeitsreaktionen
- Ohnmacht
- Hautreaktionen wie Schwellungen, Juckreiz oder Ausschlag
- Atemnot (Angioödem)
Bei langandauernder oder hochdosierter Einnahme kann es zu erhöhten Verlusten von Wasser und Elektrolyten führen, wodurch es zu weiteren Beschwerden wie einer beeinträchtigten Herzfunktion oder Muskelschwäche kommen kann.
Wechselwirkungen
Bei gleichzeitiger Einnahme von folgenden Arzneimitteln können Wechselwirkungen auftreten:
- bei Einnahme von harntreibenden Mitteln (Diuretika) kann es zu einem verstärkten Kaliumverlust im Körper kommen
- bei Einnahme von Nebennierenrindenhormonen (Adrenocorticosteroiden) kann es zu einem verstärkten Kaliumverlust im Körper kommen
- bei Einnahme von Antibiotika kann die Wirkung von Natriumpicosulfat beeinträchtigt werden
- Durch verstärkten Kaliumverlust im Körper kann es zu Herzbeschwerden kommen bzw. die Wirkung von bestimmten Medikamenten, die die Herzfunktion beeinflussen, gestört werden.
Gegenanzeigen
Natriumpicosulfat darf in folgenden Fällen NICHT eingenommen werden:
- bei Allergie gegen Natriumpicosulfat
- bei Darmverschluss oder Störungen der Magen-Darm-Durchgängigkeit
- bei akut-entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen
- bei starkten Bauchschmerzen mit und ohne Fieber
- bei starkem Wasserverlust des Körpers
Altersbeschränkung
Natriumpicosulfat ist ab 4 Jahren freigegeben.
Schwangerschaft & Stillzeit
In der Schwangerschaft kann Natriumpicosulfat nach Rücksprache mit Ihrem Arzt eingenommen werden. Natriumpicosulfat wird seit Jahrzehnten bei Schwangeren angewendet, ohne Berichte über schädigende Wirkungen für das ungeborene Baby. Auch im Tierversuch wurde über keine schädigenden Effekte berichtet. Allerdings ist die Studienlage zu Natriumpicosulfat in der Schwangerschaft sehr dünn.
In der Stillzeit kann Natriumpicosulfat nach Rücksprache mit Ihrem Arzt eingenommen werden. Wegen der sehr geringen Bioverfügbarkeit ist nicht mit einem Übergang in die Muttermilch zu rechnen. Ein Stillen ohne Einschränkungen ist möglich.
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.


