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Etilefrin ist ein Wirkstoff, der zur Behandlung eines niedrigen Blutdrucks eingesetzt wird. Er gehört zur Gruppe der Sympathomimetika.
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Grundlagen
Etilefrin ist ein Wirkstoff, der zur Behandlung eines niedrigen Blutdrucks eingesetzt wird. Er gehört zur Gruppe der Sympathomimetika und ist strukturell mit Adrenalin verwandt. Es liegt in Medikamenten in Form von Etilefrinhydrochlorid vor und ist ein weißes kristallines Pulver. Etilefrin ist wasserlöslich.
Etilefrin ist ein Racemat. Ein Racemat ist ein Wirkstoff, der aus 2 Molekülen besteht, die im Verhältnis 1:1 vorkommen und sich wie Bild und Spiegelbild verhalten. Man spricht vom R-(rechtsdrehend) Enantiomer und S-(linksdrehend) Enantiomer. Enantiomere unterscheiden sich NICHT in ihren physikalischen Eigenschaften wie Schmelz- oder Siedepunkt. In ihrer Wirkung können sie sich aber teilweise gegenteilig verhalten. Zum Beispiel riecht (S)-Carvon nach Kümmel und (R)-Carvon nach Minze. Die Aminosäure (S)-Valin schmeckt bitter, während (R)-Valin süß schmeckt. Aus diesen Gründen werden in heutigen Zulassungsverfahren für neue Wirkstoffe immer beide Enantiomere untersucht. Manchmal kann es im Körper zur Umwandlung von einem Enantiomer in das andere kommen.

Wirkung
Etilefrin wirkt, indem es an die Alpha-1- und Beta-1-Rezeptoren in den Blutgefäßen bindet. Durch die Bindung des Wirkstoffs an die Alpha-Rezeptoren kommt es zu einer Verengung der Blutgefäße (Vasokonstriktion). Durch die Bindung an die Beta-Rezeptoren kommt es zu einer Steigerung der Schlagkraft des Herzens und zu einer erhöhten Herzfrequenz. Dadurch erhöht sich der Blutdruck. Als zusätzliche Wirkungen von Etilefrin kommen erweiterte Pupillen und erweiterte Bronchien hinzu. Der Wirkstoff kann die Blut-Hirn-Schranke nicht passieren und wirkt somit ausschließlich peripher.
Dosierung
Nehmen Sie Etilefrin immer genau wie in der Packungsbeilage beschrieben bzw. genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein.
Die übliche empfohlene Dosis bei Erwachsenen liegt bei 3,75-7,5 mg 3 mal täglich.
Die empfohlene Einnahme bei Jugendlichen und Kindern über 6 Jahren beträgt 1,875-3,75 mg 2-3 mal täglich.
Die übliche Dosis bei Kindern bis 6 Jahren ist 0,75-1,875 mg 2-3 mal täglich.
Wegen einer anregenden Wirkung des Wirkstoffs sollte er ab dem späten Nachmittag nicht mehr eingenommen werden, da es sonst zu Problemen beim Einschlafen kommen kann.
Nebenwirkungen
Es kann zu folgenden Nebenwirkungen kommen:
Häufig:
- Kopfschmerzen
- Magen-Darm-Beschwerden
Gelegentlich:
- Angstzustände
- Schlaflosigkeit
- Muskelzittern
- Unruhe
- Schwindel
- Herzrhythmusstörungen
- hohe Herzfrequenz (Tachykardie)
- Herzklopfen
- Übelkeit
Häufigkeit unbekannt:
- allergische Reaktionen
- Engegefühl in der Brust (Angina pectoris)
- Blutdrucksteigerung
- Schwitzen
Wechselwirkungen
Bei gleichzeitiger Einnahme von folgenden Arzneimitteln können Wechselwirkungen auftreten:
- Guanethidin
- Reserpin
- Mineralocorticoide
- Schilddrüsenhormone
- Medikamente zur Behandlung von Asthma Bronchiale (Sympathomimetika)
- trizyklischen Antidepressiva
- MAO-Hemmer
- Medikamente gegen Allergien (Antihistaminika)
- Digitalispräparaten
- bestimmten Narkosegasen (halogenierte aliphatische Kohlenwasserstoffe)
- Dihydroergotamin
- Atropin
- Chinidin
- Alpha- und Beta-Blocker
- Medikamente gegen Diabetes Mellitus
Gegenanzeigen
Etilefrin darf in folgenden Fällen NICHT eingenommen werden:
- bei Allergie gegen Etilefrin
- bei Bluthochdruck (Hypertonie)
- bei Herzrhythmusstörungen mit zu schneller Herzfrequenz (Tachykardie)
- bei Entgleisung einer Schilddrüsenüberfunktion
- bei Tumor der Nebenniere
- bei erhöhten Augeninnendruck (Grüner Star)
- bei Entleerungsstörung der Harnblase
- bei starker Verengung der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit)
- bei Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz)
- bei Erkrankung des Herzmuskels (hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie)
- bei Verengung der Herzklappen oder großer Arterien
- bei vorübergehenden Blutdruckabfall
- bei Gefäßverhärtung
- bei Einnahme von MAO-Hemmern bei Depressionen
Etilefrin ist als Stimulans auf der Dopingliste.
Altersbeschränkung
Etilefrin kann ab der Geburt angewendet werden.
Schwangerschaft & Stillzeit
Im 1. Schwangerschaftsdrittel sollte Etilefrin NICHT eingenommen werden.
Im 2.&3. Schwangerschaftsdrittel sollte Etilefrin nur nach Absprache mit Ihrem Arzt und nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden.
In der Stillzeit sollte Etilefrin NICHT eingenommen werden, da nicht bekannt ist, ob der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht.

Autor
Thomas Hofko
Student der Pharmazie
Thomas Hofko befindet sich im letzten Drittel seines Bachelorstudiums der Pharmazie und ist Autor und Lektor für pharmazeutische Themen. Er interessiert sich besonders für die Bereiche Klinische Pharmazie und Phytopharmazie.
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
