Diflucortolon ist ein Glukokortikoid, welches zur äußerlichen Anwendung bei entzündlichen Hauterkrankungen oder bei Dermatomykosen eingesetzt wird.
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Grundlagen
Diflucortolon ist ein Steroidhormon aus der Gruppe der Glukokortikoide, welches zur äußerlichen Anwendung bei der symptomatischen Behandlung von entzündlichen Hauterkrankungen (z.B. Neurodermitis, Ekzemen im Gesicht, Schuppenflechten) oder als Zusatztherapie bei Dermatomykosen eingesetzt wird. Das Kortikosteroid darf jedoch nicht zur Behandlung von viralen, bakteriellen oder parasitären Erkrankungen der Haut angewendet werden.
Im Handel wird der Wirkstoff als Creme oder Salbe vertrieben.
Pharmakologie
Pharmakodynamik
Die entzündungshemmenden, juckreizstillenden und gefäßverengenden Wirkungen beruhen auf der Verengung der Blutgefäße, wodurch die Freisetzung von entzündlichen Stoffen reduziert wird. Durch diesen Effekt wird eine Beruhigung der Haut hervorgerufen und Schleimhautschwellungen und die Schleimsekretion reduzieren sich.
Diflucortolon bindet in der Zelle an Glukokortikoid-Rezeptoren, gelangt als Komplex in den Zellkern und hemmt dort die Bildung verschiedener Zytokine (Proteine). Dadurch wird die Synthese der Arachidonsäure (Fettsäure) blockiert, wodurch wiederum die Bildung, Freisetzung und Aktivität von Entzündungsmediatoren verhindert wird.
Pharmakokinetik
Die Resorption erfolgt perkutan, d.h. durch die Haut hindurch, wobei die Bioverfügbarkeit von der Formulierung des Medikaments, sowie von der Dosis, Behandlungsdauer, -zustand und -bereich abhängt. In den Blutkreislauf gelangt weniger als 1% der verabreichten Dosis, welche sich anschließend in verschiedene Organe und Gewebe verteilt. Der Abbau findet in der Leber statt und erfolgt relativ rasch, ebenso wie die Elimination. Die Halbwertszeit von Diflucortolon beträgt in etwa 4 bis 5 Stunden.
Kontraindikationen
Neben viralen und bakteriellen Infektionen sollte Diflucortolon auch nicht bei Impfreaktionen, perioraler Dermatitis (Mundrose), Rosazea, Gürtelrosen und bei einer chronischen Psoriasis sowie während der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden.
Toxizität
Nebenwirkungen
Zu den unerwünschten Nebenwirkungen gehören:
- Allergische Hautreaktionen (Juckreiz, trockene/gerötete/brennende Haut, Ausschläge)
- Verdünnung (Atrophie) der Haut
- Verminderte Pigmentierung der Haut
- Steroidakne
- Ekchymosen (fleckenförmigen Blutungen unter der Haut)
- Übermäßiges Haarwachstum
- Entzündungen von Haarfollikeln
Toxikologische Daten
LD50 (Maus, oral): >4000 mg/kg
LD50 (Maus, subkutan): 180 mg/kg
LD50 (Maus, intraperitoneal): 450 mg/kg

Autor
Markus Falkenstätter, BSc
Student der Pharmazie
Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Lektor
Mag. pharm. Stefanie Brandauer
Pharmazeutin
Stefanie Brandauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.


