Zum Inhalt springen

Wirkstoffe

Dexpanthenol

Autor: Markus Falkenstätter, BScFachlich geprüft von Mag. pharm. Stefanie Brandauer (Pharmazeutin)
Inhalt
  1. Grundlagen
  2. Pharmakologie
  3. Toxizität

Anzeige

Grundlagen

Dexpanthenol ist ein Wirkstoff der Vitamin-B-Gruppe, dem wundheilungsfördernde und feuchtigkeitsspendende Eigenschaften zugeschrieben werden. Er ist ein häufiger Bestandteil in vielen Arzneimitteln, Kosmetika und Medizinprodukten und wird weitgehend für die Vorbeugung und Behandlung von Haut- und Schleimhauterkrankungen sowie zur Unterstützung der Wundheilung (oder z.B. zur Abheilung von neu gestochenen Tattoos) eingesetzt.
Zudem wird Dexpanthenol auch zur Vorbeugung eines Vitaminmangels bei Patienten verwendet, die eine vollständige parentale Ernährung erhalten.

Pharmakologie

Pharmakodynamik

Bei Dexpanthenol handelt es sich um ein Alkoholderivat der Pantothensäure (ein B-Vitamin), welches einen wesentlichen Bestandteil eines normal funktionierenden Epithels (die oberste Zellschicht des Hautgewebes) darstellt. Enzymatisch wird es zu Pantothensäure gespalten, die eine Komponente von Coenzym A ist. Dieses agiert wiederum als Cofaktor bei vielen enzymatischen Reaktionen, bei denen Acetylgruppen übertragen werden. Diese Vorgänge sind wichtig für den Aufbau und die Regeneration der Haut und Schleimhaut, indem eine erhöhte Fibroblastenproliferation und eine beschleunigte Reepithelisierung (also eine Neubildung des Hautgewebes) bei der Wundheilung bewirkt wird.

Außerdem ist das Coenzym A an der Synthese von Acetylcholin beteiligt. Acetylcholin ist der Transmitter im parasympathischen (unwillkürlichen) Nervensystem und hält als solcher die normalen Darmfunktionen aufrecht. Dexpanthenol kann die Wirkung von Acetylcholin verstärken und wirkt auf den Magen-Darm-Trakt indem es die untere Darmbewegung erhöht.

Pharmakokinetik

Im Unterschied zur Pantothensäure wird Dexpanthenol besser absorbiert und über Membranen transportiert. Die Eindringungs- und Resorptionsrate wird verringert, wenn Dexpanthenol als Öl/Wasser-Formel verabreicht wird, weshalb der Wirkstoff meistens auf einer Salbengrundlage dargereicht wird.
Etwa 70 % einer oralen Dosis Pantothensäure werden unverändert im Urin und etwa 30 % im Stuhl ausgeschieden.

Wechselwirkungen

Bei einer Anwendung auf der Haut sind keine Arzneimittel-Wechselwirkungen bekannt.

Aus theoretischen Gründen empfehlen die Hersteller von Medikamenten, die Dexpanthenol enthalten, dieses nicht zusammen mit oder innerhalb von 12 Stunden nach der Einnahme von Neostigmin oder anderen Parasympathomimetika (Substanzen, die die Wirkungen des unwillkürlichen Nervensystems imitieren) einzunehmen.
Obwohl die klinische Bedeutung nicht nachgewiesen wurde, können die pupillenverengenden Wirkungen von Anticholinesterase-Augenpräparaten (z. B. Echothiophat-Iodid, Isoflurophat) Berichten zufolge durch Pantothensäure verstärkt werden.

Toxizität

Nebenwirkungen

Es treten nur selten unerwünschte Nebenwirkungen, wie allergische Reaktionen, auf.

Toxikologische Daten

LD50 (Maus, intraperitoneal): 9 g/kg
LD50 (Maus, intravenös): 7 g/kg
LD50 (Maus, oral): 15 g/kg
LD50 (Kaninchen, oral): 4 g/kg

Markus Falkenstätter, BSc

Autor

Markus Falkenstätter, BSc

Student der Pharmazie

Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Lektor

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Pharmazeutin

Stefanie Brandauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.


Redaktionelle Grundsätze

Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.