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Wirkstoffe

Desogestrel

Autor: Markus Falkenstätter, BScFachlich geprüft von Mag. pharm. Stefanie Brandauer (Pharmazeutin)
Inhalt
  1. Grundlagen
  2. Pharmakologie
  3. Toxizität

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Grundlagen

Desogestrel ist ein Gestagen-Medikament, das in Antibabypillen für Frauen verwendet wird. Es wird auch bei der Behandlung von Beschwerden in der Menopause bei Frauen eingesetzt. Das Medikament ist erhältlich und wird allein oder in Kombination mit einem Östrogen verwendet. Es wird durch den Mund eingenommen.

Pharmakologie

Pharmakodynamik

Orale Kontrazeptiva, die Desogestrel enthalten, unterdrücken die Gonadotropine und hemmen so den Eisprung. Insbesondere bindet Desogestrel an Progesteron- und Androgenrezeptoren und verlangsamt die Freisetzung des Gonadotropin-Releasing-Hormons (GnRH) aus dem Hypothalamus. Dieser Prozess führt zur Unterdrückung des normalen physiologischen Anstiegs des luteinisierenden Hormons (LH), der dem Eisprung vorausgeht. Es hemmt die Ruptur der Follikel und die Freisetzung lebensfähiger Eizellen aus den Eierstöcken. Desogestrel ist nachweislich wirksamer, wenn es vor dem Eisprung verabreicht wird. 

Pharmakokinetik

Die orale Absorption erfolgt rasch und die maximale Plasmakonzentration wird nach rund 2 Stunden erreicht. Die Bioverfügbarkeit beträgt rund 60-80%. Die Plasmaproteinbindung beträgt rund 96-98%. Die Metabolisierung erfolgt in der Leber, wo Desogestrel in seinen aktiven Metaboliten Etonogestrel umgewandelt wird. Die Ausscheidung erfolgt zum großteil über den Urin.

Toxizität

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen von Desogestrel können Menstruationsstörungen, Amenorrhoe, Kopfschmerzen, Übelkeit, Brustspannen und Stimmungsschwankungen (z. B. Depression) sowie Gewichtszunahme, Akne und Hirsutismus sein. 

Desogestrel kann auch Veränderungen im Gesamt-, LDL- und HDL-Cholesterinspiegel verursachen. Zu den seltenen Nebenwirkungen von Desogestrel gehören Vaginalinfektionen, Kontaktlinsenunverträglichkeit, Erbrechen, Haarausfall, Dysmenorrhoe, Ovarialzysten und Müdigkeit, während zu den seltenen Nebenwirkungen Hautausschlag, Urtikaria und Erythema nodosum gehören. Brustausfluss, Eileiterschwangerschaften und die Verschlimmerung eines Angioödems können ebenfalls mit Desogestrel auftreten. 

Schwerwiegende Nebenwirkungen von kombinierten oralen Kontrazeptiva, die Desogestrel enthalten, können venöse Thromboembolien, arterielle Thromboembolien, hormonabhängige Tumore (z. B. Lebertumore, Brustkrebs) und Melasma sein.

Toxikologische Daten

LD50 (Ratte, oral):  >2000 mg/kg 

Markus Falkenstätter, BSc

Autor

Markus Falkenstätter, BSc

Student der Pharmazie

Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Lektor

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Pharmazeutin

Stefanie Brandauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.


Redaktionelle Grundsätze

Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.