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Wirkstoffe

Carboplatin

Autor: Markus Falkenstätter, BScFachlich geprüft von Mag. pharm. Stefanie Brandauer (Pharmazeutin)
Inhalt
  1. Grundlagen
  2. Pharmakologie
  3. Toxizität

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Grundlagen

Carboplatin ist ein Chemotherapeutikum aus der Gruppe der Alkylantien. Innerhalb dieser Gruppe gehört es wir Cisplatin oder Oxaliplatin zu den Platin- haltigen Substanzen. Das Medikament wird beispielsweise bei Eierstock-, Gebärmutterhals-, Brust- oder Hodenkrebs eingesetzt.

Pharmakologie

Pharmakodynamik
Wie bei anderen Medikamenten der gleichen Wirkstoffklasse führen Quervernetzungen in der DNA zu einem Replikationsstopp. Dadurch wird insbesondere der Stoffwechsel von schnell replizierenden Zellen gestört, was zu einem Untergang der Tumorzellen führt.

Pharmakokinetik
Carboplatin wird intravenös verabreicht und weist dabei eine Bioverfügbarkeit von beinahe 100 % auf. Es kann, abhängig von der jeweiligen Tumorerkrankung, entweder allein oder in Kombination mit anderen Chemotherapeutika angewendet werden. Im Blut ist das Medikament kaum an Proteine gebunden. Die Halbwertszeit liegt bei etwa 90 Minuten, die Ausscheidung erfolgt über die Nieren.

Wechselwirkungen
Eine gleichzeitige Behandlung mit Arzneimitteln, die ebenfalls die Nierenfunktion einschränken oder Hörschäden auslösen können, wird nicht empfohlen. Hierzu gehören beispielsweise Aminoglykoside, Vancomycin und Diuretika. Ebenso können myelotoxische Medikamente in Kombination mit Carboplatin zu einer stärkeren Einschränkung der Knochenmarksfunktion führen. Bei gleichzeitiger Einnahme von Warfarin wurden erhöhte INR-Werte gemessen.

Toxizität

Nebenwirkungen
Zusätzlich zu den Tumorzellen werden auch gesunde Körperzellen geschädigt, wodurch eine Vielzahl an unerwünschten Wirkungen auftreten kann. Es kann zu Erbrechen, Hörschäden, Schwindel, Haarausfall, allergischen Reaktionen oder Diarrhö kommen. Im Vergleich zu Cisplatin sind bei Carboplatin Übelkeit, Erbrechen sowie Nephrotoxizität deutlich weniger ausgeprägt. Jedoch kann eine ausgeprägte Einschränkung der Knochenmarksfunktion, meist drei bis vier Wochen nach Therapie, auftreten. Dies kann zu Blutungsneigung oder Infektionen führen.

Toxikologische Daten
Bei intravenöser Anwendung lag die mittlere letale Dosis bei Ratten zwischen 30 und 90 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Beim Menschen werden meist 400 mg pro Quadratmeter Körperoberfläche als Einmaldosis verabreicht. Außerdem kann Carboplatin zu Unfruchtbarkeit führen, eine karzinogene Wirkung ist wahrscheinlich.

Markus Falkenstätter, BSc

Autor

Markus Falkenstätter, BSc

Student der Pharmazie

Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Lektor

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Pharmazeutin

Stefanie Brandauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.


Redaktionelle Grundsätze

Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.