Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
Bezeichnung des Tierarzneimittels TYLUCYL 200 mg/ml Injektionslösung für Rinder und Schweine 2. Zusammensetzung Jeder ml enthält: Wirkstoff: Tylosin 200.000 I.E. (entsprechend etwa 200 mg Tylosin) Sonstige Bestandteile: Benzylalkohol (E1519) 40 mg Blass gelbliche bis bernsteinfarbene Flüssigkeit.
- Wirkstoff(e)
- Tylosin
- Zulassungsinhaber
- Vetoquinol Österreich GmbH
- Abgabestatus
- Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke; TGD-AB (Abgabe ist im Rahmen des TGD nur auf Basis besonderer veterinärmedizinischer Erfordernisse gestattet und der Einsatz ist durch geeignete obje
- ATC Code
- QJ01FA90
Diese Zusammenfassung ersetzt nicht die Packungsbeilage und keine ärztliche Beratung.
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Gebrauchsinformation
Wofür wird Tylucyl 200 mg/ml Injektionslösung für Rinder und Schweine angewendet?
Bezeichnung des Tierarzneimittels
TYLUCYL 200 mg/ml Injektionslösung für Rinder und Schweine
| 2. | Zusammensetzung | |
| Jeder ml enthält: | ||
| Wirkstoff: | ||
| Tylosin | 200.000 I.E. | |
| (entsprechend etwa 200 mg Tylosin) | ||
| Sonstige Bestandteile: | ||
| Benzylalkohol (E1519) | 40 mg |
Blass gelbliche bis bernsteinfarbene Flüssigkeit.
Anwendungsgebiete
Zur Behandlung von bestimmten Infektionskrankheiten (wie unten angegeben), die durch Tylosin-empfindliche Erreger hervorgerufen werden.
Rinder (erwachsen):
Atemwegsinfektionen, Metritis verursacht durch grampositive Erreger, Mastitis verursacht durch Streptococcus spp., Staphylococcus spp. und interdigitale Nekrobazillose, wie Panaritium oder infektiöse Pododermatitis.
Kälber:
Atemwegsinfektionen und Nekrobazillose.
Schweine (über 25 kg):
- Enzootische Pneumonie, hämorrhagische Enteritis, Rotlauf und Metritis.
- Arthritis verursacht durch Mycoplasma spp. und Staphylococcus spp.
Informationen zur Schweinedysenterie, siehe Abschnitt „Besondere Warnhinweise“.
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Was ist vor der Einnahme von Tylucyl 200 mg/ml Injektionslösung für Rinder und Schweine zu beachten?
Gegenanzeigen
Nicht anwenden bei Pferden.
Eine intramuskuläre Injektion kann bei Hühnern und Puten zum Tode führen.
Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegen Tylosin, andere Makrolide oder einem der sonstigen Bestandteile.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Entsorgung
DE: Nicht aufgebrauchte Tierarzneimittel sind vorzugsweise bei Schadstoffsammelstellen abzugeben. Bei gemeinsamer Entsorgung mit dem Hausmüll ist sicherzustellen, dass kein missbräuchlicher Zugriff auf diese Abfälle erfolgen kann. Tierarzneimittel dürfen nicht mit dem Abwasser bzw. über die Kanalisation entsorgt werden. Diese Maßnahmen dienen dem Umweltschutz.
AT: Arzneimittel sollten nicht über das Abwasser oder den Haushaltsabfall entsorgt werden. Nutzen Sie Rücknahmesysteme für die Entsorgung nicht verwendeter Tierarzneimittel oder daraus entstandener Abfälle nach den örtlichen Vorschriften und die für das betreffende Tierarzneimittel geltenden nationalen Sammelsysteme. Diese Maßnahmen dienen dem Umweltschutz.
Fragen Sie Ihren Tierarzt oder Apotheker, wie nicht mehr benötigte Arzneimittel zu entsorgen sind.
Wie wird Tylucyl 200 mg/ml Injektionslösung für Rinder und Schweine angewendet?
Dosierung für jede Tierart, Art und Dauer der Anwendung
Intramuskuläre oder langsame intravenöse Anwendung (nur bei Rindern).
Rinder:
5 mg bis 10 mg Tylosin pro kg Körpergewicht täglich über 3 Tage, entsprechend 2,5 bis 5 ml Lösung pro 100 kg Körpergewicht.
Das maximale Volumen pro Injektionsstelle sollte 15 ml nicht überschreiten.
Schweine (über 25 kg):
5 mg bis 10 mg Tylosin pro kg Körpergewicht täglich über 3 Tage, entsprechend 2,5 bis 5 ml Lösung pro 100 kg Körpergewicht.
Bei Schweinen nicht mehr als 5 ml pro Injektionsstelle verabreichen.
Der Verschlussstopfen sollte nicht mehr als 15-mal durchstochen werden. Um ein übermäßiges Durchstechen des Stopfens zu verhindern, sollte eine Dosierkanüle verwendet werden.
Hinweise für die richtige Anwendung
Um eine korrekte Dosierung zu gewährleisten, sollte das Körpergewicht so genau wie möglich ermittelt werden.
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Welche Nebenwirkungen hat Tylucyl 200 mg/ml Injektionslösung für Rinder und Schweine?
Schwein:
Gelegentlich (1 bis 10 Tiere/1 000 behandelte Tiere):
Überempfindlichkeitsreaktion
Sehr selten (< 1 Tier/10 000 behandelte Tiere, einschließlich Einzelfallberichte):
Schwellung an der Injektionsstelle, Entzündung an der Injektionsstelle
Erythem (Rötung), Pruritus (Juckreiz)
Analprolaps1
Anaphylaktischer Schock, Ödem (Schwellung) der Rektalschleimhaut
Tod
Unbestimmte Häufigkeit (kann auf Basis der verfügbaren Daten nicht geschätzt werden)
Reaktion an der Injektionsstelle2
1 Partieller Analprolaps ('Rosenknospen')
Reaktionen können bis zu 21 Tage nach der Anwendung bestehen bleiben Rind:
Gelegentlich (1 bis 10 Tiere/1 000 behandelte Tiere):
Überempfindlichkeitsreaktion
Sehr selten (< 1 Tier/10 000 behandelte Tiere, einschließlich Einzelfallberichte):
Schwellung an der Injektionsstelle, Entzündung an der Injektionsstelle
Schwellung der Vulva
Anaphylaktischer Schock
Tod
Unbestimmte Häufigkeit (kann auf Basis der verfügbaren Daten nicht geschätzt werden)
Reaktion an der Injektionsstelle1
1 Reaktionen können bis zu 21 Tage nach der Anwendung bestehen bleiben
Die Meldung von Nebenwirkungen ist wichtig. Sie ermöglicht die kontinuierliche Überwachung der Verträglichkeit eines Tierarzneimittels. Falls Sie Nebenwirkungen, insbesondere solche, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind, bei Ihrem Tier feststellen, oder falls Sie vermuten, dass das Tierarzneimittel nicht gewirkt hat, teilen Sie dies bitte zuerst Ihrem Tierarzt mit. Sie können Nebenwirkungen auch an den Zulassungsinhaber unter Verwendung der Kontaktdaten am Ende dieser Packungsbeilage oder über Ihr nationales melden.
DE: Die Meldungen sind vorzugsweise durch einen Tierarzt an das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zu senden. Meldebögen und Kontaktdaten des BVL sind auf der Internetseite https://www.vet-uaw.de/ zu finden oder können per E-Mail (uaw@bvl.bund.de) angefordert werden. Für Tierärzte besteht die Möglichkeit der elektronischen Meldung auf der oben genannten Internetseite.
AT: Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen
Traisengasse 5, AT-1200 Wien
E-Mail: basg-v-phv@basg.gv.at
Website: https://www.basg.gv.at/
Wie ist Tylucyl 200 mg/ml Injektionslösung für Rinder und Schweine aufzubewahren?
Außerhalb der Sicht und Reichweite von Kindern aufbewahren.
Nicht über 25 °C lagern. Nicht einfrieren.
In der Originalverpackung aufbewahren.
Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Sie dürfen dieses Tierarzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Etikett der Durchstechflasche angegebenen Verfalldatum nach „Exp“ nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum
bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.
Haltbarkeit nach dem ersten Öffnen/Anbruch der Primärverpackung: 28 Tage.
Weitere Informationen zu Tylucyl 200 mg/ml Injektionslösung für Rinder und Schweine
Besondere Warnhinweise
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die sichere Anwendung bei den Zieltierarten:
Die Anwendung des Tierarzneimittels sollte auf der Identifizierung und Empfindlichkeitsprüfung des/der Zielerreger/s basieren. Falls dies nicht möglich ist, sollte die Anwendung auf epidemiologischen Informationen und Kenntnissen zur Empfindlichkeit der Zielerreger auf Bestandsebene oder auf lokaler/regionaler Ebene beruhen.
Bei der Anwendung des Tierarzneimittels sind die amtlichen, nationalen und örtlichen Regelungen über den Einsatz von Antibiotika zu berücksichtigen. Eine von den Vorgaben in der Fachinformation abweichende Anwendung des Tierarzneimittels kann die Prävalenz von Bakterien, die gegen Tylosin resistent sind, erhöhen und die Wirksamkeit von Behandlungen mit anderen Makroliden infolge möglicher Kreuzresistenzen vermindern.
Europäische Stämme von Brachyspira hyodysenteriae zeigten in vitro hohe Resistenzraten. Das Tierarzneimittel könnte daher gegenüber Schweinedysenterie nicht ausreichend wirksam sein.
Die Daten zur Wirksamkeit unterstützen die Anwendung von Tylosin bei der Behandlung von Mastitis bei Rindern, die durch Mycoplasma spp. verursacht wurde, nicht. Die Anwendung von Tylosin ist in diesem Fall ein ernstes Risiko für die Gesundheit von Mensch und Tier, das möglicherweise eine korrekte Diagnose verzögert, die Ausbreitung des Erregers auf andere Kühe ermöglicht, wirksame/umsichtige Kontrollmaßnahmen behindert und das Risiko für die Entwicklung einer Antibiotikaresistenz erhöht.
Werden Injektionen wiederholt, so sollte für jede Injektion eine andere Injektionsstelle gewählt werden.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Anwender:
Vorsichtig anwenden, um eine versehentliche Selbstinjektion zu vermeiden.
Bei versehentlicher Selbstinjektion ist unverzüglich ein Arzt zu Rate zu ziehen und die Packungsbeilage oder das Etikett vorzuzeigen.
Bei versehentlichem Hautkontakt gründlich mit Wasser und Seife waschen. Bei versehentlichem Augenkontakt mit reichlich klarem, fließendem Wasser spülen.
Nach der Anwendung Hände waschen.
Tylosin kann Reizungen verursachen. Makrolide wie Tylosin können nach Injektion, Einatmen, Verschlucken oder nach Haut- oder Augenkontakt Überempfindlichkeitsreaktionen (Allergie) auslösen. Überempfindlichkeit gegenüber Tylosin kann zu Kreuzreaktionen gegenüber anderen Makroliden und umgekehrt führen. Allergische Reaktionen gegenüber diesen Substanzen können gelegentlich schwerwiegend sein; deshalb ist der direkte Kontakt zu vermeiden.
Personen mit einer Allergie gegenüber den Inhaltsstoffen sollten den Kontakt mit dem Tierarzneimittel vermeiden.
Treten nach Exposition Symptome wie Hautausschlag auf, ist ärztlicher Rat einzuholen und dem Arzt dieser Warnhinweis zu zeigen. Bei schwerwiegenden Symptomen wie Anschwellen des Gesichts, der Lippen und der Augenlider oder Auftreten von Atemnot ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Umweltschutz:
Tylosin persistiert in manchen Böden.
Trächtigkeit und Laktation:
Studien an Labortieren ergaben weder Hinweise auf teratogene oder fetotoxische Wirkungen, noch zeigten sich Auswirkungen auf die Fertilität der Tiere.
Die Unbedenklichkeit des Tierarzneimittels während der Trächtigkeit und Laktation ist nicht belegt. Nur anwenden nach entsprechender Nutzen-Risiko-Bewertung durch den behandelnden Tierarzt.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen: Keine bekannt.
Überdosierung:
Bei Schweinen und Kälbern rief eine intramuskuläre Injektion von 30 mg/kg pro Tag an 5 aufeinanderfolgenden Tagen keine Nebenwirkungen hervor.
Wesentliche Inkompatibilitäten:
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Tierarzneimittel nicht mit anderen Tierarzneimitteln gemischt werden.
Zulassungsnummern und Packungsgrößen
DE: 402211.00.00
AT: Z.Nr.: 836829
Packungsgrößen:
Umkarton mit einer 50 ml Durchstechflasche
Umkarton mit einer 100 ml Durchstechflasche
Umkarton mit einer 250 ml Durchstechflasche
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in Verkehr gebracht.
Datum der letzten Überarbeitung der Packungsbeilage
09/2025
Detaillierte Angaben zu diesem Tierarzneimittel sind in der Produktdatenbank der Europäischen Union verfügbar (https://medicines.health.europa.eu/veterinary).
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.


