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Medikamente

Prothromplex TOTAL 500 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung

Prothromplex TOTAL 500 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Inhalt
  1. Was ist es und wofür wird es verwendet?
  2. Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?
  3. Wie wird es angewendet?
  4. Was sind mögliche Nebenwirkungen?
  5. Wie soll es aufbewahrt werden?
  6. Weitere Informationen

Das Wichtigste in Kürze

Prothromplex TOTAL wird aus menschlichem Plasma (dem flüssigen Anteil des Blutes) hergestellt. Es enthält die Blutgerinnungsfaktoren II, VII, IX und X (Prothrombinkomplex-Gerinnungsfaktoren) sowie Protein C. Diese Gerinnungsfaktoren sind Vitamin-K-abhängig und spielen, ebenso wie Vitamin K, eine wichtige Rolle in der Blutgerinnung.

Wirkstoff(e)
Protein C
Zulassungsinhaber
Takeda Manufacturing Austria AG
Abgabestatus
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
ATC Code
B02BD01

Diese Zusammenfassung ersetzt nicht die Packungsbeilage und keine ärztliche Beratung.

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Gebrauchsinformation

Wofür wird Prothromplex TOTAL 500 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung angewendet?

Prothromplex TOTAL wird aus menschlichem Plasma (dem flüssigen Anteil des Blutes) hergestellt. Es enthält die Blutgerinnungsfaktoren II, VII, IX und X (Prothrombinkomplex-Gerinnungsfaktoren) sowie Protein C.

Diese Gerinnungsfaktoren sind Vitamin-K-abhängig und spielen, ebenso wie Vitamin K, eine wichtige Rolle in der Blutgerinnung. Bei einem Mangel an einem dieser Faktoren gerinnt das Blut nicht so schnell wie üblich, was zu einer erhöhten Blutungsneigung führt.

Prothromplex TOTAL dient zur:

  • Behandlung von Blutungen
  • Vorbeugung von Blutungen unmittelbar vor oder nach einer Operation
  • bei erworbenem und angeborenem Mangel an Gerinnungsfaktoren.

Erworbener Mangel:

Sie können einen Mangel an Vitamin-K-abhängigen Gerinnungsfaktoren entwickeln (erworbenener Mangel) z.B. durch eine Behandlung oder durch Überdosierung von Arzneimitteln, die die Wirkung von Vitamin K vermindern (sogenannte Vitamin K-Antagonisten).

Angeborener Mangel:

Wurden Sie mit einem Mangel geboren (angeborener Mangel), kann Ihnen dieses Arzneimittel unmittelbar vor oder nach einer Operation verabreicht werden, sofern das entsprechende Einzelfaktorkonzentrat nicht zur Verfügung steht.

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Was ist vor der Einnahme von Prothromplex TOTAL 500 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung zu beachten?

Prothromplex TOTAL darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Gerinnungsfaktoren oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

  • wenn ein durch Heparin ausgelöster Abfall an Blutplättchen gesichert ist oder vermutet wird (heparininduzierte Thrombozytopenie). Blutplättchen sind Zellen, die für die Blutgerinnung wichtig sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie vor der Anwendung von Prothromplex TOTAL mit Ihrem Arzt,

  • da die seltene Möglichkeit besteht, dass Sie eine schwere plötzliche allergische Reaktion (anaphylaktische Reaktion) auf Prothromplex TOTAL entwickeln. Solche Reaktionen vom allergischen Typ wurden im Zusammenhang mit der Verabreichung von Prothromplex TOTAL berichtet.
    Detaillierte Informationen zu den Frühzeichen einer solchen allergischen Reaktion finden Sie in Abschnitt 4 „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“.
  • wenn Sie einen erworbenen Mangel an Vitamin-K-abhängigen Gerinnungsfaktoren haben. Dieser kann durch die Behandlung mit Arzneimitteln, die die Blutgerinnung durch Hemmung der Wirkung von Vitamin K aufheben, verursacht werden. In diesem Fall darf Prothromplex TOTAL nur verabreicht werden, wenn eine rasche Korrektur der Konzentration der Gerinnungsfaktoren des Prothrombin-Komplexes erforderlich ist, wie z.B. bei starken Blutungen oder Notoperationen. In allen anderen Fällen ist eine Dosisreduktion der Vitamin K-Antagonisten oder die Verabreichung von Vitamin K ausreichend.
  • wenn Sie Arzneimittel zur Hemmung der Blutgerinnung (Vitamin K-Antagonisten) erhalten. Sie könnten eine erhöhte Gerinnungsbereitschaft haben, die durch Infusion von Prothrombinkomplex- Konzentrat vom Menschen verstärkt werden kann.
  • wenn Sie einen angeborenen Mangel eines Vitamin-K-abhängigen Gerinnungsfaktors haben. Der Arzt wird Ihnen - sofern verfügbar - ein spezifisches Einzelfaktorkonzentrat verabreichen.
  • wenn Sie ein Prothrombinkomplex-Konzentrat erhalten, insbesondere wenn es Ihnen wiederholt verabreicht wird. Es könnten Blutgerinnsel (Thrombosen) entstehen und in die Blutbahn ausgeschwemmt werden (Embolien).
  • wenn Sie einer der folgenden Patientengruppen angehören, da Blutgerinnsel auftreten können:
  • Patienten mit einer Erkrankung der Herzkranzgefäße oder Herzinfarkt,
  • Patienten mit Lebererkrankungen,
  • Patienten vor oder nach Operationen,
  • Neugeborene,
  • Patienten mit Risiko für thromboembolische Komplikationen oder Disseminierter intravasaler Gerinnung (DIC).

Bei all diesen Situationen wird der Arzt sorgfältig den Nutzen der Behandlung mit Prothromplex TOTAL gegen das mögliche Risiko dieser Komplikationen abwägen.

Rückverfolgbarkeit

Es wird dringend empfohlen, die Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels bei jeder Verabreichung einer Dosis Prothromplex TOTAL zu dokumentieren, um die angewendeten Chargen zurückverfolgen zu können.

Virussicherheit

Bei der Herstellung von Arzneimitteln aus menschlichem Blut oder Plasma werden bestimmte Maßnahmen durchgeführt, um einer Übertragungvon infektiösen Erregern vorzubeugen. Diese beinhalten

  • Die sorgfältige Auswahl der Blut- und Plasmaspender – um sicherzustellen, dass diejenigen ausgeschlossen werden, bei denen ein Infektionsrisiko besteht.
  • Die Testung jeder einzelnen Spende und der Plasmapools auf Anzeichen eines Virus oder

einer Infektion,

Die Durchführung von Schritten zur Inaktivierung oder Entfernung von Viren während der Verarbeitung von Blut oder Plasma.

Trotzdem kann bei der Verabreichung von Arzneimitteln, die aus menschlichem Blut bzw. Plasma hergestellt werden, das Risiko von Infektionskrankheiten durch Übertragung von infektiösen Erregern, auch bislang unbekannter Natur, nicht völlig ausgeschlossen werden.

Die oben angeführten Maßnahmen werden für umhüllte Viren wie z.B. HIV (Virus, das AIDS verursacht), Hepatitis B Virus und Hepatitis C Virus und für das nicht umhüllte Hepatitis A Virus für wirksam erachtet. Diese Maßnahmen können gegebenenfalls bei manchen nicht umhüllten Viren wie z. B. Parvovirus B19 (Virus, das Ringelröteln verursacht) eingeschränkt wirksam sein. Parvovirus B19 Infektionen können bei Schwangeren (Infektiondes ungeborenen Kindes) und bei Personen mit geschwächtem Immunsystem oder einigen Anämieformen (z. B. Sichelzellanämie oder hämolytische Anämie) zu schweren Erkrankungen führen.

Wenn Sie regelmäßig oder wiederholt ein aus menschlichem Plasma hergestelltes Prothrombinkomplex-Konzentrat erhalten, kann Ihr Arzt eine Impfung gegen Hepatitis A und B empfehlen.

Jede Verabreichung soll mittels beigefügter Selbstklebeetikette in der Krankengeschichte/im Impfpass dokumentiert werden.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit der Anwendung von Prothromplex TOTAL bei Patienten unter 18 Jahren ist in klinischen Studien nicht erwiesen.

Anwendung von Prothromplex TOTAL zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen / anwenden bzw. kürzlich andere Arzneimittel eingenommen / angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen / anzuwenden.

Bitte teilen Sie Ihrem behandelnden Arzt mit wenn Sie Arzneimittel nehmen, die die Blutgerinnung hemmen (Vitamin K-Antagonisten). Ihre möglicherweise erhöhte Gerinnungsbereitschaft könnte durch die Gabe eines Prothrombinkomplex-Konzentrats vom Menschen verstärkt werden.

Interferenz mit Labortests

Werden hohe Dosen von Prothrombinkomplex vom Menschen angewendet, so ist bei Durchführung heparinempfindlicher Gerinnungsanalysen das im Präparat als Bestandteil enthaltene Heparin zu berücksichtigen.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Prothromplex TOTAL sollte in der Schwangerschaft und Stillzeit nur angewendet werden, wenn es unbedingt erforderlich ist. Es gibt keine Informationen über die Auswirkungen von Prothromplex TOTAL auf die Fortpflanzungsfähigkeit.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien über die Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt.

Prothromplex TOTAL enthält Natrium und Heparin

Dieses Arzneimittel enthält 68 mg Natrium (Hauptbestandteil von Kochsalz/Speisesalz) pro Durchstechflasche oder 0,14 mg Natrium pro Internationaler Einheit. Dies entspricht 3,4 % der für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung.

Heparin kann allergische Reaktionen hervorrufen und die Blutzellenzahl vermindern mit der Folge einer Blutgerinnungsstörung. Wenn bei Ihnen früher durch Heparin bedingte allergische Reaktionen aufgetreten sind, sollten Sie heparinhaltige Arzneimittel nicht anwenden.

Wie wird Prothromplex TOTAL 500 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung angewendet?

Ihre Therapie sollte von einem in der Behandlung von Gerinnungsstörungen erfahrenen Arzt eingeleitet, durchgeführt und überwacht werden.

Die benötigte Menge an Prothromplex TOTAL sowie die Behandlungsdauer hängen von verschiedenen Faktoren ab wie z.B. Körpergewicht, Schweregrad Ihrer Erkrankung, Ort und Ausmaß der Blutung oder der Notwendigkeit Blutungen bei Operationen vorzubeugen.

Der Arzt wird die für Sie geeignete Dosis bestimmen und regelmäßig die Gerinnung kontrollieren und Ihren klinischen Zustand überwachen (siehe Abschnitt „Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt“).

Art der Anwendung

Zur intravenösen Anwendung.

Die Anwendung von Prothromplex TOTAL erfolgt unter Aufsicht eines Arztes. Prothromplex TOTAL wird nach dem Auflösen mit dem beigepackten sterilisierten Wasser für

Injektionszwecke langsam in eine Vene (intravenös) verabreicht. Die Verabreichungsgeschwindigkeit richtet sich nach Ihrem Wohlbefinden und darf nicht mehr als 2 ml pro Minute (60 I.E./min) betragen.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Da nur unzureichende Daten vorliegen, kann die Anwendung von Prothromplex TOTAL bei Kindern unter 18 Jahren nicht empfohlen werden.

Wenn Sie eine größere Menge von Prothromplex TOTAL erhalten haben, als Sie sollten

Bei Überdosierung besteht das Risiko für die Entwicklung thromboembolischer Komplikationen oder einer Verbrauchskoagulopathie.

Bei Anwendung hoher Dosen von Prothrombinkomplex-Konzentraten vom Menschen wurden Herzinfarkte, ein erhöhter Verbrauch an Blutplättchen und Gerinnungsfaktoren mit ausgeprägter Blutgerinnselbildung in den Blutgefäßen (DIC, disseminierte intravasale Gerinnung, Verbrauchskoagulopathie), Venenthrombosen und Lungenembolien beobachtet.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt.

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Welche Nebenwirkungen hat Prothromplex TOTAL 500 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Wie bei jeder Therapie mit Plasmaderivaten besteht die Möglichkeit, dass Sie eine plötzliche allergische Reaktion (anaphylaktische Reaktion) entwickeln. In Einzelfällen kann sich daraus eine schwere Überempfindlichkeitsreaktion bis hin zum Schock entwickeln.

Achten Sie daher auf mögliche Frühzeichen einer allergischen Reaktion wie z.B.:

  • Hautrötung
  • Hautausschlag
  • Auftreten von Quaddeln auf der Haut (Nesselsucht/Urtikaria)
  • Juckreiz am ganzen Körper
  • Anschwellen von Lippen und Zunge
  • Atembeschwerden/Atemnot
  • Engegefühl in der Brust
  • Allgemeines Unwohlsein

Falls Sie eine oder mehrere der genannten Beschwerden feststellen, informieren Sie umgehend Ihren Arzt. Dieser wird die Infusion sofort abbrechen. Schwere Beschwerden benötigen eine sofortige Notfallbehandlung.

Bei Verwendung von Prothrombinkomplex-Konzentraten (einschließlich Prothromplex TOTAL) können Patienten Hemmkörper (Inhibitoren) gegen einen oder mehrere Gerinnungsfaktoren mit nachfolgender Inaktivierung der Blutgerinnungsfaktoren entwickeln. Das Auftreten solcher Inhibitoren kann sich in einem unzureichenden Ansprechen auf die Behandlung äußern.

Während der Behandlung mit Prothrombinkomplex-Konzentraten können Blutgerinnsel (Thrombosen) entstehen und in die Blutbahn ausgeschwemmt werden (Embolien). Dies kann zu Komplikationen wie Herzinfarkt, einen erhöhten Verbrauch an Blutplättchen und Blutgerinnungsfaktoren mit ausgeprägter Blutgerinnselbildung in den Blutgefäßen (Verbrauchskoagulopathie), Verschluss der Venen durch ein Blutgerinnsel (Venenthrombose) und Verschluss eines Lungengefäßes durch ein Blutgerinnsel (Lungeninfarkt) führen.

Folgende Nebenwirkungen können bei Verwendung von Prothromplex TOTAL bei bis zu 1 von 10 Personen auftreten:

  • Bildung von Blutgerinnseln im gesamten Körper (Disseminierte intravasale Gerinnung), Hemmkörper (Inhibitoren) gegen einen oder mehrere der Gerinnungsfaktoren des Prothrombinkomplexes (Faktor II, VII, IX, X)
  • schwere plötzliche allergische Reaktion (anaphylaktischer Schock), Überempfindlichkeitsreaktion (anaphylaktische Reaktion)
  • Schlaganfall, Kopfschmerzen
  • Herzinfarkt, Herzrasen (Tachykardie)
  • Blutgerinnselbildung in den Arterien (arterielle Thrombosen), Blutgerinnselbildung in den Venen (venöse Thrombosen), Blutdruckabfall (Hypotonie), Hautrötung (Flush)
  • Verschluss eines Lungengefäßes durch ein Blutgerinnsel (Lungenembolie), Atembeschwerden, Atemnot (Dyspnoe), pfeifendes Atemgeräusch.
  • Erbrechen, Übelkeit
  • Nesselausschlag am gesamten Körper (Urtikaria), Hautauschlag (erythematöser Ausschlag), Juckreiz (Pruritus)
  • eine bestimmte Nierenerkrankung mit Beschwerden wie z.B. Schwellungen von Lidern, Gesicht und Unterschenkel mit Gewichtszunahme sowie Proteinverlust durch den Harn (Nephrotisches Syndrom)
  • Fieber

Folgende Nebenwirkungen wurden bei anderen Prothrombinkomplex-Konzentraten beobachtet:

  • Anschwellen von Gesicht, Zunge und Lippen (Angioödem), Sensibilitätsstörungen der Haut wie Brennen, Kribbeln oder Jucken (Parästhesie)
  • Reaktionen an der Infusionsstelle
  • Teilnahmslosigkeit (Lethargie)
  • Unruhe

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen Traisengasse 5

1200 WIEN ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Wie ist Prothromplex TOTAL 500 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung aufzubewahren?

Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C). Nicht einfrieren.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und Aussenkarton nach „verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Innerhalb der angegebenen Laufzeit kann das Produkt einmalig für einen Zeitraum von bis zu

6 Monaten bei Raumtemperatur (max. 25°C) gelagert werden. Beginn und Ende der Lagerung bei Raumtemperatur sollte auf der Verpackung vermerkt werden. Nach Lagerung bei Raumtemperatur darf Prothromplex TOTAL nicht mehr in den Kühlschrank (2 °C - 8 °C) zurückgestellt werden, sondern ist innerhalb dieser 6 Monate zu verbrauchen bzw. danach zu verwerfen.

Die gebrauchsfertige Lösung sollte unverzüglich verwendet werden.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

Weitere Informationen zu Prothromplex TOTAL 500 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung

Was Prothromplex TOTAL enthält

Pulver:

Der Wirkstoff ist Prothrombinkomplex vom Menschen bestehend aus den Blutgerinnungsfaktoren II, VII, IX und X vom Menschen und Protein C

  Pro Durchstechflasche Nach Auflösen in 17 ml
  [I.E.] sterilisiertem Wasser für
    Injektionszwecke
    [I.E./ml]
Blutgerinnungsfaktor II vom Menschen 375 – 708 22,5 – 42,5
Blutgerinnungsfaktor VII vom Menschen
Blutgerinnungsfaktor IX vom Menschen
Blutgerinnungsfaktor X vom Menschen

Pro Durchstechflasche sind mindestens 333 I.E. Protein C enthalten, das zusammen mit den Blutgerinnungsfaktoren aus dem Plasma isoliert wird.

Die sonstigen Bestandteile sind: Natriumchlorid, Natriumcitrat, Heparin Natrium (0,2 – 0,5 I.E./I.E. Faktor IX) und Antithrombin III 12,5– 25 I.E. pro Durchstechflasche (0,75 – 1,5 I.E./ml)

Lösungsmittel: Sterilisiertes Wasser für Injektionszwecke

Wie Prothromplex TOTAL aussieht und Inhalt der Packung

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung.

Prothromplex TOTAL ist eine weiße bis hellgelbe gefriergetrocknete pulvrige oder kompakte Trockensubstanz.

Nach Rekonstitution liegt der pH-Wert der Lösung bei 6,5 – 7,5 und die Osmolarität nicht unter 240 mosm/kg. Die Lösung ist klar oder leicht opaleszent.

Pulver und Lösungsmittel befinden sich in Einzeldosis-Durchstechflaschen aus Glas (hydrolytische Klasse II bzw. Klasse I) und sind mit einem Butylgummistopfen verschlossen.

Packungsinhalt:

  • 1 Durchstechflasche Prothromplex TOTAL 500 I.E. Pulver
  • 1 Durchstechflasche mit 17 ml sterilisiertem Wasser für Injektionszwecke
  • 1 Mix2Vial-System für die Rekonstitution

Packungsgröße: 1 x 500 I.E.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller:

Takeda Manufacturing Austria AG, Industriestraße 67, 1221 Wien, Österreich

Zulassungsnummer:

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) und im Vereinigten Königreich (Nordirland) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Österreich Prothromplex TOTAL 500 I.E. Pulver
  und Lösungsmittel zur Herstellung
  einer Injektionslösung
Estland, Griechenland, Irland, Lettland, Malta, Prothromplex Total
Rumänien, Ungarn, Vereinigtes Königreich (Nordirland)  
Bulgarien, Polen, Tschechien Prothromplex Total NF
Belgien, Dänemark, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Prothromplex
Norwegen, Portugal  
Deutschland, Slowakei Prothromplex NF
Italien, Slowenien Proplex
Spanien Prothromplex Total 500 UI polvo y
  disolvente para solución inyectable

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im März 2023.

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Die folgenden Informationen sind für medizinischesFachpersonal bestimmt:

Anweisungen zur Zubereitung und Verabreichung

Allgemeine Anweisungen

  • Zur Rekonstitution nur das beigepackte Rekonstitutionsset verwenden.
  • Prüfen Sie das Verfallsdatum und vergewissern Sie sich, dass das Prothromplex TOTAL- Pulver und das Wasser für Injektionszwecke (Lösungsmittel) vor der Zubereitung

Raumtemperatur angenommen haben. Nach Ablauf des auf dem Etikett und der Packung angegebenen Verfallsdatums darf das Arzneimittel nicht mehr verwendet werden.

  • Achten Sie während der Rekonstitution auf aseptische Arbeitsweise (saubere und keimarme Bedingungen) und eine ebene Arbeitsfläche. Waschen Sie sich die Hände und ziehen Sie saubere Untersuchungshandschuhe an. (Die Verwendung von Handschuhen ist optional).
  • Erwärmen Sie die ungeöffnete Durchstechflasche mit dem Lösungsmittel (sterilisiertes Wasser für Injektionszwecke) auf Raum- oder Körpertemperatur (maximal 37°C).
  • Prothromplex TOTAL soll erst unmittelbar vor der Verabreichung aufgelöst werden. Die Lösung ist klar oder leicht opaleszent. Trübe Lösungen oder solche mit Niederschlag sind zu verwerfen.

Anweisungen zur Auflösung des Pulvers zur Herstellung einer Injektionslösung:

  Schritte Abbildung
Entfernen Sie die Schutzkappe von der Pulver- und der  
    Lösungsmitteldurchstechflasche.  
       
Desinfizieren Sie beide Gummistopfen jeweils mit  
    einem separaten sterilen Alkoholtupfer (oder einer  
    anderen geeigneten sterilen Lösung), indem Sie sie  
  einige Sekunden lang abwischen.  
  Lassen Sie die Gummistopfen trocknen. Stellen Sie die  
    Durchstechflaschen auf einer ebenen Oberfläche ab.  
       
Öffnen Sie die Packung mit dem Mix2Vial-  
    Rekonstitutionssystem, indem Sie den Deckel  
    vollständig abziehen, ohne den Packungsinhalt zu  
  berühren.  
  Nehmen Sie das Mix2Vial-System nicht aus der  
    Packung.  
       
Drehen Sie die Packung mit dem Mix2Vial-System auf  
    den Kopf und setzen Sie das System auf die  
    Lösungsmitteldurchstechflasche auf.  
  • Drücken Sie das System gerade nach unten, damit der  
    blaue Kunststoffdorn in die Mitte des Stopfens der  
    Lösungsmitteldurchstechflasche eindringt. Greifen Sie  
    die Verpackung am Rand und ziehen Sie sie vom  
  Mix2Vial-System ab.  
  Achten Sie darauf, den durchsichtigen Kunststoffdorn  
    nicht zu berühren.  
  • Das Mix2Vial-System ist nun mit der  
    Lösungsmitteldurchstechflasche verbunden und kann  
  Schritte Abbildung
    auf die Durchstechflasche mit Prothromplex TOTAL  
    aufgesetzt werden.  
Um die Lösungsmitteldurchstechflasche mit der  
    Durchstechflasche mit Prothromplex TOTAL zu  
    verbinden, drehen Sie die  
    Lösungsmitteldurchstechflasche um und setzen Sie sie  
    auf die Durchstechflasche mit dem  
    Prothromplex TOTAL-Pulver auf.  
  • Drücken Sie den durchsichtigen Kunststoffdorn gerade  
    nach unten und vollständig in den Stopfen der  
    Durchstechflasche mit Prothromplex TOTAL hinein.  
    Führen Sie diesen Schritt umgehend aus, damit die  
    Flüssigkeit keimfrei bleibt.  
  • Aufgrund des Vakuums läuft das Lösungsmittel in die  
    Durchstechflasche mit Prothromplex TOTAL.  
    Überprüfen Sie, ob das gesamte Lösungsmittel in die  
  Durchstechflasche mit dem Pulver gelaufen ist.  
  Verwenden Sie Prothromplex TOTAL nicht, wenn das  
    Vakuum verloren gegangen ist und das Lösungsmittel  
    nicht in die Durchstechflasche läuft.  
Schwenken Sie die verbundenen Fläschchen vorsichtig  
    und gleichmäßig, bis sich das Pulver gelöst hat, oder  
    lassen Sie das rekonstituierte Produkt 5 Minuten lang  
    stehen und schwenken Sie es dann vorsichtig, um  
    sicherzustellen, dass sich das Pulver vollständig gelöst  
    hat.  
  • Nicht schütteln. Schütteln wirkt sich nachteilig auf das  
    Arzneimittel aus. Nach der Rekonstitution nicht im  
    Kühlschrank aufbewahren.  
       
Trennen Sie die beiden Teile des Mix2Vial-Systems,  
    indem Sie den durchsichtigen Kunststoffteil des  
    Mix2Vial-Systems mit der aufgesetzten  
    Durchstechflasche mit Prothromplex TOTAL mit einer  
    Hand und den blauen Kunststoffteil des Mix2Vial-  
    Systems mit der aufgesetzten  
    Lösungsmitteldurchstechflasche mit der anderen Hand  
    festhalten.  
  • Drehen Sie dann den blauen Kunststoffteil gegen den  
    Uhrzeigersinn und ziehen Sie die beiden  
  Durchstechflaschen vorsichtig auseinander.  
  Berühren Sie dabei nicht das Ende des Kunststoffteils  
    auf der Durchstechflasche mit dem gelösten  
    Prothromplex TOTAL-Pulver.  
  • Stellen Sie die Durchstechflasche mit dem  
    Prothromplex TOTAL auf einer ebenen Arbeitsfläche  
    ab. Entsorgen Sie die leere  
    Lösungsmitteldurchstechflasche.  
  Schritte Abbildung
Ziehen Sie durch Zurückziehen des Kolbens Luft in  
    eine leere, sterile Einweg-Kunststoffspritze auf.  
  • Das Luftvolumen sollte der Menge des rekonstituierten  
    Prothromplex TOTAL entsprechen, das Sie aus der  
    Durchstechflasche entnehmen werden.  
       
Lassen Sie die Durchstechflasche mit dem  
    rekonstituierten Prothromplex TOTAL auf der flachen  
    Arbeitsfläche stehen, setzen Sie die Spritze auf den  
    durchsichtigen Kunststoffanschluss auf und drehen Sie  
    sie im Uhrzeigersinn fest.  
       
Halten Sie die Durchstechflasche mit einer Hand fest  
    und drücken Sie mit der anderen Hand die gesamte Luft  
    aus der Spritze in die Durchstechflasche.  
       
Drehen Sie die Durchstechflasche mit Prothromplex  
    TOTAL mit der aufgesetzten Spritze um, so dass die  
    Spritze unten und die Durchstechflasche oben ist.  
    Achten Sie darauf, dass der Spritzenkolben eingedrückt  
    bleibt. Ziehen Sie das Prothromplex TOTAL in die  
    Spritze auf, indem Sie den Kolben langsam  
  zurückziehen.  
  Achten Sie darauf, dass die Lösung nicht zwischen  
    Spritze und Durchstechflasche hin- und hergeschoben  
    wird, da das Arzneimittel dadurch beschädigt werden  
    könnte.  
Wenn Sie für die Infusion bereit sind, drehen Sie die  
    Spritze gegen den Uhrzeigersinn von der  
    Durchstechflasche ab. Prüfen Sie die Spritze visuell auf  
    Partikel. Die Lösung sollte klar und leicht schillernd  
  sein.  
  Wenn die Lösung trübe aussieht oder Ablagerungen zu  
    sehen sind, verwenden Sie die Lösung nicht.  
       

Anweisungen für die Verabreichung

Prüfen Sie die vorbereitete Lösung in der Spritze vor der Verabreichung auf Partikel und Verfärbungen. Die Lösung sollte klar, farblos und partikelfrei sein. Der Filter im Mix2Vial-System entfernt etwaige Partikel vollständig. Der Filtervorganghat keinen Einfluss auf die Berechnung der Dosis. Die Lösung in der Spritze sollte nicht verwendet werden, wenn sie nach dem Filtervorgang trüb erscheint oder Schwebstoffe oder Partikel enthält.

  1. Setzen Sie eine Infusionsnadel auf die Spritze mit dem Prothromplex TOTAL auf. Für mehr Komfort wird ein Infusionsset mit Flügeln (Butterfly) empfohlen. Richten Sie die Nadel nach oben und entfernen Sie eventuelle Luftblasen, indem Sie vorsichtig mit dem Finger an die Spritze klopfen und die Luft langsam und vorsichtig aus der Spritze und der Nadel herausdrücken.
  2. Legen Sie einen Venenstauer an und bereiten Sie die Infusionsstelle vor, indem Sie die Haut mit einem sterilen Alkoholtupfer (oder einer anderen vorgeschlagenen, geeigneten sterilen Lösung) sorgfältig abwischen.
  3. Führen Sie die Nadel in die Vene ein und entfernen Sie den Venenstauer. Beginnen Sie die langsame Infusion mit Prothromplex TOTAL. Die Infusion darf nicht schneller als 2 ml pro Minute laufen. Ziehen Sie die leere Spritze ab.
    Hinweis:
    Entfernen Sie das Butterfly-Infusionsbesteck erst, wenn alle Spritzen infundiert wurden, und berühren Sie nicht den Luer-Anschluss, der mit der Spritze verbunden ist.
  4. Ziehen Sie die Nadel aus der Vene und drücken Sie einen sterilen Gazetupfer mehrere Minuten lang auf die Infusion.

Setzen Sie die Nadelkappe nicht wieder auf. Geben Sie die Nadel, die Spritze und die leeren Prothromplex TOTAL- und Lösungsmitteldurchstechflaschen in einen durchstichsicheren Kanülenabwurfbehälter. Entsorgen Sie diese Gegenstände nicht im normalen Haushaltsabfall.

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Dosierung und Art der Anwendung

DOSIERUNG

Mit Ausnahme der Therapie und der perioperativen Prophylaxe von Blutungen während der Behandlung mit Vitamin K-Antagonisten, können nur allgemeine Richtlinien gegeben werden. Die Behandlung sollte unter Aufsicht eines in der Therapie von Blutgerinnungsstörungen erfahrenen Arztes eingeleitet werden. Dosierung und Dauer der Substitutionstherapie richtet sich nach dem Schweregrad der Gerinnungsstörung, nach Ort und Ausmaß der Blutung und dem klinischen Zustand des Patienten.

Dosis und Häufigkeit der Verabreichung sollen für jeden Patienten individuell berechnet werden. Die Dosierungsintervalle müssen an die unterschiedlichen Zirkulationshalbwertszeiten der verschiedenen Gerinnungsfaktoren des Prothrombinkomplexes angepasst werden.

Die individuelle Dosierung kann nur anhand regelmäßiger Bestimmungen der einzelnen Plasmaspiegel der jeweiligen Gerinnungsfaktoren, oder anhand allgemeiner Bestimmungen des Prothrombinkomplex-Spiegels (z.B. Quickwert, INR, Prothrombinzeit), und kontinuierlicher Überwachung des klinischen Zustandes des Patienten bestimmt werden.

Bei großen chirurgischen Eingriffen ist eine genaue Überwachung der Substitutionstherapie durch Gerinnungstests unerlässlich (spezifische Tests einzelner Gerinnungsfaktoren und/oder allgemeine Bestimmung der Prothrombinkomplex-Spiegel).

Blutungen und perioperative Prophylaxe während der Behandlungmit Vitamin K- Antagonisten:

Bei schweren Blutungen sowie vor Operationen mit hohem Blutungsrisiko sind Normalwerte (Quick- Wert 100 %, INR 1,0) anzustreben.

Es gilt folgende Faustregel: 1 I.E. Faktor IX/kg Körpergewicht (KG) hebt den Quick-Wert um ca. 1 % an.

Wird Prothromplex TOTAL aufgrund von INR-Bestimmungen verabreicht, hängt die Dosis vom INR- Wert vor Behandlungsbeginn und vom angestrebten INR-Wert ab. Die in untenstehender Tabelle angegebenen Dosierungsempfehlungen gem. der Methode Makris et al. 20011 sollten befolgt werden.

Dosierung von Prothromplex TOTAL nach initialer INR-Bestimmung

INR Dosis [in I.E./kg] (die I.E.s beziehen sich auf
    Faktor IX)
2,0 – 3,9
4,0 – 6,0
> 6,0

Die Korrektur der durch Vitamin K-Antagonisten verursachten Beeinträchtigung der Blutgerinnung bleibt für ca. 6 – 8 Stunden aufrecht. Die Wirkung von Vitamin K setzt üblicherweise innerhalb von 4 – 6 Stunden ein. Daher ist bei gleichzeitiger Verabreichung von Vitamin K und einem Prothrombinkomplex üblicherweise keine weitere Gabe des Prothrombinkomplexes erforderlich.

Da diese Empfehlungen empirisch sind und Recovery und Wirkungsdauer variieren können, muss die INR während der Behandlung überwacht werden.

Blutung und perioperative Prophylaxe bei angeborenem Mangel eines Vitamin–K-abhängigen Gerinnungsfaktors, wenn das gereinigte, spezifische Faktorenkonzentrat nicht zur Verfügung steht:

Die Berechnung der benötigten Dosis für die Behandlung basiert auf dem empirischen Befund, dass 1 I.E. Faktor IX pro kg KG die Faktor IX-Aktivität im Plasma um ca. 0,015 I.E./ml und 1 I.E.

Faktor VII pro kg KG die Faktor VII-Aktivität im Plasma um ca. 0,024 I.E./ml erhöht. 1 I.E. Faktor II oder X pro kg KG erhöht die Faktor II- oder X-Aktivität im Plasma um ca. 0,021 I.E./ml2.

Die verabreichten Einheiten eines jeden spezifischen Gerinnungsfaktors werden in Internationalen Einheiten (I.E.) angegeben, entsprechend dem WHO-Standard für den jeweiligen Faktor. Die Aktivität eines spezifischen Gerinnungsfaktors im Plasma wird entweder als Prozentsatz (relativ zum normalen menschlichen Plasma) oder in Internationalen Einheiten (relativ zum Internationalen Standard für spezifische Faktorenkonzentrate) angegeben.

Eine Internationale Einheit (I.E.) der Gerinnungsfaktor-Aktivität entspricht der Menge in einem ml normalem Plasma vom Menschen.

Zur Abschätzung der notwendigen Dosierung kann folgende Dosierungsformel dienen:

Die Berechnung der benötigten Dosis am Beispiel von Faktor X basiert auf dem empirischen Befund, dass 1 Internationale Einheit (I.E.) Faktor X pro kg Körpergewicht die Faktor-X-Aktivität im Plasma um ca. 0,017 I.E./ml anhebt. Die benötigte Dosis wird nach folgender Formel berechnet:

Benötigte Einheiten (I.E.) = KG (kg) × gewünschter Faktor X-Anstieg (I.E./ml) × 60

1 Makris M,WatsonHG: The Management ofCoumarin-InducedOver-Anticoagulation.Br.J.Haematol. 2001;114: 271-280.

2 OstermannH,HaertelS,KnaubS,Kalina U,JungK,PabingerI.Pharmacokinetics ofBeriplex F/N prothrombin complex concentrate in healthyvolunteers.ThrombHaemost.2007;98(4):790-797.

wobei 60 (ml/kg) der reziproke Wert der geschätzten Recovery ist.

Ist die individuelle Recovery bekannt, wird dieser Wert zur Berechnung verwendet.

Maximale Einzeldosis:

Zur Korrektur der INR-Werte ist es nicht nötig eine Dosis von 50 I.E./kg zu überschreiten. Werden bei schweren Blutungen höhere Dosen benötigt, muss der behandelnde Arzt den Nutzen der Behandlung gegen das mögliche Risiko abwägen.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Prothromplex TOTAL bei Kindern und Jugendlichen ist in klinischen Studien nicht erwiesen.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Werden hohe Dosen Prothromplex TOTAL angewendet, so ist bei Durchführung heparinempfindlicher Gerinnungsanalysen das im Präparat enthaltene Heparin zu berücksichtigen.

Inkompatibilitäten

Das Arzneimittel darf, außer mit dem beigepackten Lösungsmittel nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

Wie bei allen Blutgerinnungsfaktor-Präparaten können Wirksamkeit und Verträglichkeit des Arzneimittels durch Mischen mit anderen Arzneimitteln beeinträchtigt werden. Es ist ratsam einen gemeinsamen venösen Zugang vor und nach der Verabreichung von Prothromplex TOTAL mit isotoner Kochsalzlösung zu spülen.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Zur Rekonstitution nur das beigepackte Rekonstitutionsset verwenden.

Prothromplex TOTAL soll erst unmittelbar vor der Verabreichung aufgelöst werden. Danach soll die Lösung unverzüglich verwendet werden (Die Lösung enthält keine Konservierungsmittel). Die Lösung ist klar oder leicht opaleszent. Die rekonstituierte Lösung sollte vor Verabreichung immer visuell auf Schwebeteilchen oder Verfärbung überprüft werden. Trübe Lösungen oder solche mit Niederschlag sind zu verwerfen.

Bezeichnung und Chargenbezeichnung des Arzneimittels.

Es wird dringend empfohlen, bei jeder Verabreichung von Prothromplex TOTAL an einen Patienten die Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung aufzuzeichnen, um eine Verbindung zwischen dem Patienten und der Charge des Arzneimittels aufrechtzuerhalten.

Redaktionelle Grundsätze

Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.

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