Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
Bezeichnung des Tierarzneimittels Alamycin 300 LA - Injektionslösung für Rinder und Schweine Anwendungsgebiete Zur Behandlung von bakteriellen Infektionen bei Rindern und Schweinen, die durch folgende Oxytetracyclin-empfindliche Erreger verursacht sind: Rind: Infektionen des Respirationstraktes verursacht durch Histophilus somni, Mannheimia haemolytica oder …
- Wirkstoff(e)
- Oxytetracyclin
- Zulassungsinhaber
- Norbrook Laboratories (Ireland) Limited
- Abgabestatus
- Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke; TGD (Abgabe im Rahmen des Tiergesundheitsdienstes (TGD) erlaubt)
- ATC Code
- QJ01AA06
Diese Zusammenfassung ersetzt nicht die Packungsbeilage und keine ärztliche Beratung.
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Gebrauchsinformation
Wofür wird Alamycin 300 LA - Injektionslösung für Rinder und Schweine angewendet?
Bezeichnung des Tierarzneimittels
Alamycin 300 LA - Injektionslösung für Rinder und Schweine
Anwendungsgebiete
Zur Behandlung von bakteriellen Infektionen bei Rindern und Schweinen, die durch folgende Oxytetracyclin-empfindliche Erreger verursacht sind:
Rind:
- Infektionen des Respirationstraktes verursacht durch Histophilus somni, Mannheimia haemolytica oder Pasteurella multocida
- Metritis verursacht insbesondere durch Trueperella pyogenes
-
Nabelschnurinfektionen und septische Arthritis verursacht durch Trueperella pyogenes, E.coli oder
Staphylococcus aureus
Schwein:
- Infektionen des Respirationstraktes verursacht durch Mannheimia haemolytica und Pasteurella multocida
- Nabelschnurinfektionen und septische Arthritis verursacht u.a. durch Trueperella pyogenes, E.coli oder Staphylococcus aureus
- Rotlauf verursacht durch Erysipelothrix rhusiopathiae
- Rhinitis atrophicans verursacht durch Bordetella bronchiseptica und Pasteurella multocida
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Was ist vor der Einnahme von Alamycin 300 LA - Injektionslösung für Rinder und Schweine zu beachten?
Gegenanzeigen
Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Nicht anwenden bei schweren Funktionsstörungen von Leber und Niere.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Entsorgung
Arzneimittel sollten nicht über das Abwasser oder den Haushaltsabfall entsorgt werden.
Nutzen Sie Rücknahmesysteme für die Entsorgung nicht verwendeter Tierarzneimittel oder daraus entstandener Abfälle nach den örtlichen Vorschriften und die für das betreffende Tierarzneimittel geltenden nationalen Sammelsysteme. Diese Maßnahmen dienen dem Umweltschutz.
Fragen Sie Ihren Tierarzt oder Apotheker, wie nicht mehr benötigte Arzneimittel zu entsorgen sind.
Wie wird Alamycin 300 LA - Injektionslösung für Rinder und Schweine angewendet?
Dosierung für jede Tierart, Art und Dauer der Anwendung
Zur tiefen intramuskulären Anwendung.
Standard-Dosierung: 20 mg/kg KGW (entsprechend 1 ml/15 kg KGW).
Wenn nötig eine weitere Verabreichung frühestens nach 3-4 Tagen
Hohe Dosierung: 30 mg/kg KGW (entsprechend 1 ml/10 kg KGW).
Wenn nötig eine weitere Verabreichung frühestens nach 5-6 Tagen.
Hinweise für die richtige Anwendung
Um eine korrekte Dosierung zu gewährleisten, sollte das Körpergewicht so genau wie möglich ermittelt werden.
Schwein: Die intramuskuläre Applikation erfolgt vorzugsweise in die seitliche Halsmuskulatur hinter dem Ohr. Der Kanülendurchmesser soll 1,2 mm nicht überschreiten.
Volumina über 7 ml sind auf mehrere Injektionsstellen aufzuteilen. Maximales Injektionsvolumen beim Ferkel: 0,2 bis 1 ml
Rind: Die Verabreichung erfolgt vorzugsweise in den Bereich der Oberarmmuskulatur (M. anconeus) bzw. der Glutealmuskulatur. Volumina über 10 ml sind auf mehrere Injektionsstellen aufzuteilen.
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Welche Nebenwirkungen hat Alamycin 300 LA - Injektionslösung für Rinder und Schweine?
Rind, Schwein:
| Sehr häufig | Schwellung an der Injektionsstelle1, Verhärtung an der | |
| Injektionsstelle1 | ||
| (> 1 Tier / 10 behandelte Tiere): | ||
| Sehr selten | Überempfindlichkeitsreaktion2, | |
| (< 1 Tier/10 000 behandelte Tiere, | Anaphylaxie2 | |
| einschließlich Einzelfallberichte): | Photosensibiltät3 | |
1 Milde Reaktionen können für 1 bis 4 Wochen beobachtet werden.
2 Manchmal tödlich. Eine entsprechende symptomatische Behandlung ist einzuleiten. 3Speziell bei Tieren mit geringer Hautpigmentierung bei starker Sonneneinstrahlung.
Die Meldung von Nebenwirkungen ist wichtig. Sie ermöglicht die kontinuierliche Überwachung der Verträglichkeit eines Tierarzneimittels. Falls Sie Nebenwirkungen, insbesondere solche, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind, bei Ihrem Tier feststellen, oder falls Sie vermuten, dass das Tierarzneimittel nicht gewirkt hat, teilen Sie dies bitte zuerst Ihrem Tierarzt mit. Sie können Nebenwirkungen auch an den Zulassungsinhaber oder seinen örtlichen Vertreter unter Verwendung der Kontaktdaten am Ende dieser Packungsbeilage oder über Ihr nationales Meldesystem melden.
Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen Traisengasse 5
1200 Wien
E-Mail: basg-v-phv@basg.gv.at Website: https://www.basg.gv.at/
Wie ist Alamycin 300 LA - Injektionslösung für Rinder und Schweine aufzubewahren?
Außerhalb der Sicht und Reichweite von Kindern aufbewahren.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Trocken lagern.
Nach erstmaligem Öffnen im Kühlschrank (2°C bis 8°C) aufbewahren. Haltbarkeit nach dem ersten Öffnen/Anbruch der Primärverpackung: 3 Tagen
Sie dürfen das Tierarzneimittel nach dem auf dem Etikett und Karton angegebenen Verfalldatum nach „Exp.“ nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.
Weitere Informationen zu Alamycin 300 LA - Injektionslösung für Rinder und Schweine
Zusammensetzung
Ein ml enthält:
Wirkstoff:
Oxytetracyclin 300,00 mg (entsprechend 323,50 mg Oxytetracyclin-Dihydrat)
Klare, dunkel bernsteinfarbene Lösung.
Besondere Warnhinweise
Besondere Warnhinweise:
Mit verbreiteten Resistenzen gegenüber Tetracyclinen, und somit auch gegenüber Oxytetracyclin, ist insbesondere bei Streptokokken, Erysipelothrix rhusiopathiae, Salmonellen, E. coli, Pasteurellen, Mannheimia haemolytica und Pseudomonaden zu rechnen.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die sichere Anwendung bei den Zieltierarten:
Die Anwendung des Tierarzneimittels sollte auf den Ergebnissen einer Empfindlichkeitsüberprüfung der vom Tier isolierten Erreger beruhen. Falls dies nicht möglich ist, sollte die Behandlung auf örtlich (regional, auf Bestandsebene) gewonnenen epidemiologischen Erkenntnissen bezüglich der
Empfindlichkeit der Zielbakterien beruhen. Eine von den Vorgaben in der Gebrauchs- und Fachinformation abweichende Anwendung des Tierarzneimittels kann die Verbreitung von Amoxicillin-resistenten Bakterien erhöhen und den Wirkungsgrad einer Behandlung mit anderen Penicillinen aufgrund Kreuzresistenzen reduzieren. Bei der Anwendung des Tierarzneimittels sind die offiziellen, nationalen und örtlichen Regelungen über den Einsatz von Antibiotika zu berücksichtigen.
Das Verfüttern von Sperrmilch, die Rückstände der Wirkstoffe enthält, an Kälber sollte bis zum Ende der Wartezeit für Milch (außer während der Kolostralphase) vermieden werden, da dies zur Selektion resistenter Bakterien innerhalb der intestinalen Darmflora sowie zu einer Verschiebung im gastrointestinalen Mikrobiom des Kalbes führen kann. Dadurch kann es einerseits zu Antibiotikabedingten Durchfällen kommen und andererseits kann eine Ausscheidung resistenter Bakterien über die Faeces stattfinden.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Anwender:
Personen mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Tetracycline oder einen der sonstigen Bestandteile sollten den Kontakt mit diesem Tierarzneimittel vermeiden.
Bei versehentlichem Kontakt mit Haut oder Augen sind die betroffenen Stellen gründlich mit Wasser zu spülen, da es zu leichten Reizungen kommen kann.
Eine versehentliche Selbstinjektion ist zu vermeiden. Bei versehentlicher Selbstinjektion oder bei allergischen Reaktionen, ist unverzüglich ein Arzt zu Rate zu ziehen und die Packungsbeilage oder das Etikett vorzuzeigen.
Nach der Anwendung Hände waschen.
Trächtigkeit:
In der späten Phase der Trächtigkeit kann die Anwendung von Tetracyclinen zur Verfärbung der Zähne und Störung der Kalzifizierung bei Föten und wachsenden Tieren führen.
Nur anwenden nach entsprechender Nutzen-Risiko-Bewertung durch den behandelnden Tierarzt.
Laktation:
Schwein: Die Unbedenklichkeit des Tierarzneimittels während der Laktation ist nicht belegt. Rind: Kann während der Laktation angewendet werden.
Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen:
Es besteht ein potentieller Antagonismus von Tetracyclinen mit bakterizid wirksamen Antibiotika. Die Kombination mit Muskelrelaxantien und Narkotika verstärkt die neuromuskuläre Blockade. Oxytetracyclin antagonisiert heparinartige Antikoagulantien.
Überdosierung:
Bei versehentlicher intravenöser Verabreichung können allergische oder anaphylaktische Reaktionen auftreten. Als Gegenmaßnahmen ist eine Schockbehandlung mit Antihistaminika und/oder kreislaufstützenden Mitteln einzuleiten.
Nach letalen Überdosierungen (intravenös oder intramuskulär) werden zentralnervale Symptome wie Exzitation, Konvulsion, gefolgt von Depression, generalisierter muskulärer Paralyse und Atemstillstand beobachtet.
Eine chronische Überdosierung kann Anlass für eine Akkumulation von Oxytetracyclin (Nierenschäden) sein.
Wesentliche Inkompatibilitäten:
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Tierarzneimittel nicht mit anderen Tierarzneimitteln gemischt werden.
Zulassungsnummern und Packungsgrößen
Zulassungsnummer: 8-00479
Durchstechflasche aus Glas zu 100 ml.
Datum der letzten Überarbeitung der Packungsbeilage
03/2026
Detaillierte Angaben zu diesem Tierarzneimittel sind in der Produktdatenbank der Europäischen Union verfügbar (https://medicines.health.europa.eu/veterinary).
Weitere Informationen
Das Wirkungsspektrum von Oxytetracyclin umfasst grampositive und gramnegative, aerobe und anaerobe Mikroorganismen, Mycoplasmen, Leptospiren, Chlamydien und Rickettsien.
Bei vielen Erregern, wie Staphylokokken, Streptokokken, Pasteurellen, Klebsiellen, Haemophilus, Corynebakterien, Clostridien, Bordetellen, Aeromonaden, Yersinien und Citrobacter sind erhebliche Resistenzen zu erwarten, die häufig stammspezifisch sind. Problemkeime wie Escherichia coli, Salmonellen, Enterobacter und Klebsiellen werden nur zu einem geringen Teil, Pseudomonas aeruginosa, Proteusarten sowie Sprosspilze werden nicht erfasst.
Bei Vorliegen einer Resistenz gegenüber einem Tetracyclin besteht meist komplette Kreuzresistenz zwischen allen Tetracyclinen.
Rezept- und apothekenpflichtig.
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.


