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Wirkstoffe

Thiamazol

Autor: Markus Falkenstätter, BScFachlich geprüft von Mag. pharm. Stefanie Brandauer (Pharmazeutin)
Inhalt
  1. Grundlagen
  2. Pharmakologie
  3. Toxizität

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Grundlagen

Thiamazol ist ein Arzneitmittel aus der Gruppe der Thyreostatika und wird insbesondere zur Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion eingesetzt. Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind eine thyreotoxische Krise, eine prophylaktische Therapie bei latenter Hyperthyreose oder eine Kombination mit einer Radioiodtherapie.

Pharmakologie

Pharmakodynamik
Thiamazol blockiert die Thyreoperoxidase, welche den Einbau von Iod in Thyreoglobulin vermittelt. Thyreoglobulin stellt die Vorstufe der Schilddrüsenhormone dar. Entsprechend kommt es zu einer verminderten Synthese und dadurch zu einem sinkenden Blutspiegel der Schilddrüsenhormone Triiodthyronin und Levothyroxin. Zusätzlich gibt es Anhaltspunkte für eine immunsuppressive Wirkung von Thiamazol.

Pharmakokinetik
Nach oraler Aufnahme wird der maximale Blutspiegel nach spätestens drei Stunden erreicht. Die volle Wirkung des Thyreostatikums stellt sich erst nach ein bis zwei Wochen ein, da die Hormonspeicher der Schilddrüse zunächst noch gefüllt sind. Die Halbwertszeit liegt bei zwei bis acht Stunden, jedoch hält die Wirkung ca. 24 Stunden lang an. Nach Metabolisierung wird der Großteil über die Nieren ausgeschieden, ein kleiner Teil auch über die Galle.

Wechselwirkungen
Eine direkte Interaktion von Thiamazol mit anderen Medikamenten ist nicht bekannt. Ein Mangel an Iod kann jedoch das Ansprechen auf die Therapie verbessern, andererseits kann ein Iodüberschuss die Effektivität reduzieren.

Toxizität

Nebenwirkungen
Sehr häufig kommt es zu Juckreiz, Hautausschlägen oder Quaddeln. Muskel- und Gelenksschmerzen sind häufig. Weitere Nebenwirkungen schließen Haarausfall, Psychosen oder Blutbildveränderungen ein. Selten kann es zu einer Agranulozytose kommen, die sich meist durch Fieber und Halsschmerzen manifestiert und durch schwere Infektionen lebensgefährlich verlaufen kann.

Toxikologische Daten
Im Tierversuch wurde eine mittlere letale Dosis von 860 mg/kg bei Mäusen sowie von 2250 mg/kg bei Ratten ermittelt.

Markus Falkenstätter, BSc

Autor

Markus Falkenstätter, BSc

Student der Pharmazie

Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Lektor

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Pharmazeutin

Stefanie Brandauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.


Redaktionelle Grundsätze

Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.