Tamsulosin ist ein Medikament zur Behandlung der benignen Prostatahyperplasie und Prostatitis sowie zur Unterstützung der Passage von Nierensteinen.
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Grundlagen
Tamsulosin ist ein Medikament zur Behandlung der symptomatischen benignen Prostatahyperplasie (BPH) und der chronischen Prostatitis sowie zur Unterstützung der Passage von Nierensteinen. Genau betrachtet ist der Wirkstoff ein alpha-1A- und alpha-1D-Adrenorezeptor-Antagonist. Tamsulosin wird durch den Mund eingenommen.
Tamsulosin wurde 1997 in den Vereinigten Staaten zur medizinischen Anwendung zugelassen.
Pharmakologie
Pharmakodynamik
Tamsulosin ist ein Alpha-Adrenozeptor-Blocker mit hoher Spezifität für die Subtypen alpha-1A und alpha-1D, die besonders in der Prostata und im submaxillären Gewebe vorkommen. Durch die Blockade dieser Adrenozeptoren wird die glatte Muskulatur in der Prostata entspannt und der Harnfluss verbessert. Die Blockade der Alpha-1D-Adrenozeptoren entspannt die Detrusormuskeln der Blase, wodurch Stauungssymptome verhindert werden. Die Spezifität von Tamsulosin konzentriert die Wirkung auf den Zielbereich und minimiert die Auswirkungen in Bereichen wie der Aorta.
Pharmakokinetik
Oral eingenommenes Tamsulosin wird zu 90 % absorbiert. Die Zeit von der Einnahme bis zur maximalen Plasmakonzentration beträgt 4-7 Stunden. Tamsulosin ist zu 94%-99% an Proteine gebunden, hauptsächlich an das saure Alpha-1-Glykoprotein. Tamsulosin wird hauptsächlich in der Leber durch Cytochrom-P450-Enzyme metabolisiert, hauptsächlich durch CYP-3A4 und -2D6. Die Plasmahalbwertszeit bei nüchternen Patienten beträgt rund 14 Stunden.
Toxizität
Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen sind:
- Schwindel
- Kopfschmerzen
- Schlaflosigkeit
- Übelkeit
- verschwommenes Sehen
- sexuelle Störungen
Weitere seltenere Nebenwirkungen können Schwindelgefühle im Stehen und Angioödeme sein.
Toxikologische Daten
LD50, Ratte, oral: 650 mg/kg

Autor
Markus Falkenstätter, BSc
Student der Pharmazie
Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Lektor
Mag. pharm. Stefanie Brandauer
Pharmazeutin
Stefanie Brandauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.
Redaktionelle Grundsätze
Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.