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Wirkstoffe

Ginkgo (Ginkgo biloba)

Autor: Markus Falkenstätter, BScFachlich geprüft von Mag. pharm. Stefanie Brandauer (Pharmazeutin)
Inhalt
  1. Grundlagen
  2. Pharmakologie
  3. Toxizität

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Grundlagen

Ginkgo biloba, allgemein bekannt als Ginkgo oder Gingko, ist eine in China beheimatete Baumart, die jedoch seit mehreren hundert Jahren weltweit kultiviert wird. Der Gingko ist die letzte lebende Art der Ordnung der Ginkgoales, die vor über 290 Millionen Jahren entstanden ist. Deshalb wird er auch als "lebendes Fossil" bezeichnet.

Aus den Blättern des Ginkgobaumes werden Extrakte für die medizinische Anwendung hergestellt. Diesen Extrakten wird eine positive Wirkung auf die Hirnleistung und das Gedächtnis nachgesagt. Außerdem wird es zur Linderung von Schwindel und Ohrgeräuschen eingesetzt. Es gibt allerdings keine wissenschaftlichen Belege für diese Wirkungen. Systematische Übersichtsarbeiten haben gezeigt, dass es auch bei der Behandlung von Bluthochdruck, menopausebedingtem kognitivem Verfall, Tinnitus oder Höhenkrankheit keine wissenschaftliche Evidenz für eine Wirksamkeit gibt. Es gibt jedoch schwache Hinweise darauf, dass Ginkgo Demenz und tardive Dyskinesie-Symptome bei Menschen mit Schizophrenie beeinflusst.

Pharmakologie

Pharmakodynamik

Eine wichtige Stoffgruppe, die in Ginkgo biloba enthalten sind, sind die sogenannten Flavonoide. Diese aktivieren das Enzym PAF (plättchenaktivierender Faktor) und wirken sich so hemmend auf das Entzündungsgeschehen aus. Zusätzlich haben Flavonoide Radikalfängereigenschaften. Diese beiden Wirkungen erklären jedoch nicht eine etwaige Wirkung auf die Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit. Es wird vermutet, dass hier Mechanismen, die auf die Genexpression von antioxidativen Enzymen und Synthese von Proteinen Einfluss nehmen, verantwortlich sind. Ob tatsächlich eine klinische Wirksamkeit von Ginkgo biloba Extrakten ist jedoch nach wie vor unklar und wird weiterhin erforscht.

Wechselwirkungen

Die Dosierung von blutgerinnungshemmenden Mitteln wie Warfarin oder Thrombozytenaggregationshemmern kann durch die Einnahme von Ginkgo-Ergänzungsmitteln beeinträchtigt werden.

Toxizität

Nebenwirkungen

Obwohl die Einnahme von standardisierten Ginkgo biloba-Blattextrakten in moderaten Mengen sicher zu sein scheint, kann eine übermäßige Einnahme unerwünschte Wirkungen haben. 

Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören: 

  • ein erhöhtes Risiko für Blutungen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Herzklopfen
  • Unruhe
Markus Falkenstätter, BSc

Autor

Markus Falkenstätter, BSc

Student der Pharmazie

Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Lektor

Mag. pharm. Stefanie Brandauer

Pharmazeutin

Stefanie Brandauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.


Redaktionelle Grundsätze

Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.